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Die rechtwinkligen Artingruppen und der Satz von Carl Droms
Rechtwinklige Artingruppen sind Gruppen, welche sich durch eine besonders einfache Art der Präsentation auszeichnen, denn die einzigen darin vorkommenden definierenden Relatoren sind Kommutatoren von Erzeugern. Definiert werden können sie zum Beispiel anhand von Graphen, indem man die Menge der Knoten als Erzeuger betrachtet und durch die Kantenmenge festlegt, welche der Erzeuger miteinander vertauschen. Als Extremfälle der rechtwinkligen Artingruppen erhalten wir so auf der einen Seite freie Gruppen (repräsentiert durch Graphen ohne Kanten) und auf der anderen Seite frei abelsche Gruppen (repräsentiert durch vollständige Graphen), wodurch die Frage aufgeworfen wird, ob sich gemeinsame Eigenschaften dieser beiden Klassen von Gruppen möglicherweise auf alle rechtwinkligen Artingruppen verallgemeinern lassen. Aus einer solchen Fragestellung heraus entstand auch der Satz von Droms: Es ist bekannt, dass alle Untergruppen freier Gruppen frei und alle Untergruppen frei abelscher Gruppen frei abelsch sind, dementsprechend sollte untersucht werden, ob eine analoge Aussage auch für die Untergruppen anderer rechtwinkliger Artingruppen gilt. Mit seinem nach ihm benannten Satz gelang es Droms, dieses Problem vollständig zu lösen: Er zeigte, dass genau dann jede Untergruppe einer rechtwinkligen Artingruppe GX wieder eine rechtwinklige Artingruppe ist, wenn der zugehörige Graph X weder einen Kreis der Länge 4 noch einen Pfad der Länge 3 als induzierten Teilgraphen enthält. Ein Hauptanliegen dieser Arbeit ist es nun, den Beweis des Satzes von Droms möglichst detailliert zu erarbeiten. Darüber hinaus beschäftigt sie sich zusätzlich mit einer Frage, deren Antwort nicht im Beweis des Satzes von Droms zu finden ist: Wenn eine rechtwinklige Artingruppe gegeben ist, welche die Bedingungen des Satzes von Droms erfüllt, wie kann dann zu einer Untergruppe (die folglich ebenfalls eine rechtwinklige Artingruppe ist) ein Erzeugendensystem sowie der zugehörige Graph explizit angegeben werden? Um diesem Problem nachzugehen, werden speziell solche rechtwinkligen Artingruppen betrachtet, die als Kerne von auf rechtwinkligen Artingruppen definierten Homomorphismen hervorgehen
Bildungsaufsteiger*innen im Fernstudium: Eine empirische Analyse der Begegnung von Habitus und Struktur
Der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Ungleichheit in Form einer unterschiedlichen Bildungsherkunft wird häufig durch sozialstatistische Analysen und Schulleistungsstudien erforscht. Seltener hingegen wird dabei die Perspektive betroffener Personen nachvollzogen. Während einige Studien diesen Blickwinkel an Präsenzhochschulen berücksichtigen, bildet dieser an Fernhochschulen ein Forschungsdesiderat, das durch eine steigende Anzahl Fernstudierender an Aktualität gewinnt. Diese Arbeit untersucht daher, wie soziale Ungleichheit von Studierenden aus nicht-akademischen Elternhäusern in einem Fernstudium erlebt wird. Um diese Frage diskutieren zu können, wählt diese Arbeit ein qualitativ-empirisches Forschungsdesign und rahmt dieses mit dem Habitus-Feld-Konzept von Bourdieu und dem Milieu-Konzept von Vester. Die Leitfadeninterviews, deren Auswertung mit der dokumentarischen Methode erfolgt, werden an der FernUniversität in Hagen durchgeführt. Die Arbeit gelangt zu den Ergebnissen, dass die Fernstudierenden mit nicht-akademischer Herkunft eine heterogene Gruppe sind und soziale Ungleichheit im Fernstudium von ihnen individuell und unterschiedlich erlebt wird. Die Besonderheiten der Distanzlehre erweisen sich dabei mitunter als einflussreich. Bedeutsamer erscheint jedoch, dass die Bildungsherkunft der Fernstudierenden aufgrund ihres durchschnittlich höheren Alters mehr durch ihr jetziges soziales Umfeld bestimmt wird, als durch die Qualifikation des Elternhauses. Auch berufliche Tätigkeiten mit einer inhaltlichen Nähe zum Studium haben Einfluss darauf, inwieweit das Fernstudium konfliktarm oder konfliktreich verläuft
Endogene Faktoren kommunaler Haushalts- und Finanzlagen: Analyse rheinland-pfälzischer kreisfreier Städte
Die Masterarbeit befasst sich – am Beispiel der z.T. hoch defizitären rheinland-pfälzischen kreisfreien Städte – mit der Untersuchung des Einflusses endogener Faktoren auf die kommunale Haushalts- und Finanzlage. Hierbei schließt die Arbeit methodisch an eine zuvor durchgeführte Analyse der exogenen Bestimmungsfaktoren der o.g. Kommunen an. Diese gelangte zu dem Ergebnis, dass die Varianz in der Haushalts- und Finanzlage der rheinland-pfälzischen kreisfreien Städte zwar teilweise durch die berücksichtigten exogenen Faktoren erklärt werden kann. Jedoch weisen die untersuchten Kommunen mit vergleichbaren exogenen Rahmenbedingungen weiterhin eine deutliche Varianz in der Haushalts- und Finanzlage auf. Die Arbeit geht daher der Frage nach, ob bzw. inwieweit die – nach Berücksichtigung exogener Faktoren – verbleibende nicht aufgeklärte Varianz durch die endogenen Faktoren erklärt werden kann. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde der aktuelle Forschungsstand zunächst systematisch in Hinblick auf die zu berücksichtigenden endogenen Faktoren ausgewertet. Die einzelnen endogenen Faktoren sowie deren erwarteter Zusammenhang mit der Haushalt- und Finanzlage werden in der Arbeit umfangreich theoretisch spezifiziert und hergeleitet. Bei der Datenerhebung werden – neben den gängigen Indikatoren – zum Teil neuartige Operationalisierungen aus benachbarten Forschungsgebieten herangezogen und getestet. Als Beispiel können die Messung des Abstimmungsverhaltens bei der Beschlussfassung der Haushalte – als Proxy für konkordanz-/konkurrenzdemokratische Akteurskonstellationen bzw. Entscheidungsmuster – sowie die Erhebung der Wertgrenzen in den kommunalen Hauptsatzungen – als Indikator für die institutionelle Stellung des Verwaltungschefs – genannt werden. Die Analyse der Daten erfolgt im Rahmen eines Mixed-Methods-Designs, indem quantitative (statistische) und vergleichende Methoden miteinander kombiniert werden. In einem Exkurs werden ferner die Vorgehensweise sowie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Hausarbeit zu den exogenen Faktoren dargestellt. Anhand der Ergebnisse der Untersuchung kann gezeigt werden, dass die Haushalts- und Finanzlage der rheinland-pfälzischen kreisfreien Städte bzw. die nach Berücksichtigung der exogenen Faktoren verbleibende Varianz teilweise durch die betrachteten endogenen Faktoren erklärt wird. Insgesamt kann mit den exogenen und endogenen Faktoren ein Großteil der Varianz der Haushalts- und Finanzlage der rheinland-pfälzischen kreisfreien Städte erklärt werden. Zudem kann der zusätzliche Erklärungsbeitrag der endogenen Faktoren anhand der vorliegenden Arbeit – im Verhältnis zu den exogenen Faktoren – quantitativ näher bestimmt werden: In Bezug auf die betrachteten Kommunen tragen die endogenen Faktoren zunächst in geringerem Umfang als die exogenen Faktoren zur Erklärung der Haushalts- und Finanzlage bei. Jedoch zeigt gerade die vergleichende Analyse, dass sich die Unterschiede der Haushalts- und Finanzlage auf der Ebene einzelner systematisch ausgewählter Kommunen erst mit Hinzunahme der endogenen Faktoren zufriedenstellend erklären lassen. Auf der Ebene der einzelnen endogenen Faktoren gelangt die Arbeit zu keinem eindeutigen Ergebnis: Einerseits können die Hypothesen zur Parteiendifferenz, zur kommunalen Konkordanzdemokratie sowie zur institutionellen Kompetenz des Oberbürgermeisters vorläufig bestätigt werden. Methodisch hat sich hierbei die Verzahnung mit den Ergebnissen zu den exogenen Faktoren sowie die Kombination von statistischen und vergleichenden Analyseverfahren als vorteilhaft erwiesen. Andererseits weisen in den Analysen die verbleibenden endogenen Faktoren keine Zusammenhänge oder solche Zusammenhänge mit der Haushalt- und Finanzlage auf, die den Hypothesen sowie der bisherigen Forschung widersprechen und daher Anlass zur Überprüfung der Angemessenheit der theoretischen Argumentation sowie der gewählten Spezifikation und Operationalisierung der entsprechenden Konzepte geben. Für die Praxis können den Untersuchungsergebnissen erste Anhaltspunkte dazu entnommen werden, ob die Haushalts- und Finanzlage einer einzelnen kreisfreien Stadt eher exogen oder endogen verursacht wird. Grundsätzlich leistet die Arbeit einen Beitrag zur wissenschaftlich sowie in der kommunalen Praxis geführten Auseinandersetzung, ob und inwieweit die kommunale Haushalts- und Finanzlage nicht nur Folge äußerer Einflüsse (d.h. exogen bestimmt) ist, sondern auch von den kommunalen Akteuren selbst (d.h. endogen) verursacht wird. Vor dem Hintergrund der insbesondere von einigen hoch defizitären rheinland-pfälzischen Kommunen aufgeworfenen und zum Gegenstand einer verfassungsgerichtlichen Überprüfung erklärten Frage, ob das Land eine ausreichende kommunale Finanzausstattung gewährleistet (und damit möglicherweise zur Verursachung von Haushaltsdefiziten beigetragen hat), weist die Untersuchung in Rheinland-Pfalz besondere Relevanz auf. Aus wissenschaftlicher Perspektive können am Beispiel Rheinland-Pfalz bestehende Forschungsergebnisse und Hypothesen auf ihre Gültigkeit überprüft werden: So wird in der lokalen Politikforschung überwiegend davon ausgegangen, dass die Haushalts- und Finanzlage auch von den Kommunen selbst mit verursacht wird und exogene sowie endogene Ursachen nur durch ihr komplexes Zusammenspiel die Haushalts- und Finanzlage erklären können. Während exogene Faktoren in quantitativen empirischen Studien häufig einen signifikanten und großen Erklärungsbeitrag aufweisen, kann der Einfluss endogener Faktoren in statistischen Untersuchungen allerdings bislang nicht vergleichbar nachgewiesen werden. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Arbeit methodisch das Ziel, den Einfluss endogener Faktoren durch die Anwendung von stark systematisierten/regelbasierten vergleichenden Analyseverfahren sowie die Verzahnung mit den Ergebnissen der vorgeschalteten Hausarbeit möglichst überzeugend nachzuweisen. Das Vorwissen über die exogenen Rahmenbedingungen wird hierbei einbezogen, indem Kommunen mit einer möglichst ähnlichen exogenen Ausgangslage im Rahmen einer systematischen Fallauswahl nach der Logik des Most-Similar-Systems-Design (MSSD) miteinander verglichen werden
Poetische Twitter-Bots und das Problem der Rekontextualisierung: Eine theoretische und experimentelle Untersuchung digital generierter Literatur am Beispiel von @sustuli1
Die Arbeit beschreibt einige besonders interessante Literatur-Bots auf Twitter nach deren Inhalt, Erscheinungsbild und technischer Umsetzung. Das literaturwissenschaftliche Konzept der Rekontextualisierung bildet dabei die Leitlinie für die Analyse der elektronischen Dichtung von Bots. Auf Basis der Untersuchung werden die Möglichkeiten digital generierter Dichtung und die Anwendbarkeit der Rekontextualisierung mit der Programmierung eines eigenen Bots in der Programmiersprache Python erprobt.This thesis describes some particularly interesting literary bots on Twitter according to their content, appearance and technical implementation. The literary concept of recontextualisation provides the guideline for the analysis of the e-poetry created by bots. Based on this exploration, the possibilities of digitally generated poetry and the applicability of recontextualisation are put to the test with the programming of an own bot in the programming language Python
Soziale Ungleichheit in der Weiterbildung: Empirische Befunde und entscheidungstheoretische Erklärungsansätze
Wie die Ergebnisse des Adult Education Survey (AES) wiederholt zeigen, ist die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland von einer hohen sozialen Ungleichheit geprägt. Im Trendverlauf hat sich dabei insbesondere der Bildungshintergrund einer Person als robuster Prädikator für die Weiterbildungsbeteiligung erwiesen. Anhand von entscheidungstheoretischen Ansätzen geht der Aufsatz der Frage nach, inwieweit selbst- und fremdselektive Mechanismen im Kontext von betrieblichen und individuellen Weiterbildungsentscheidungen zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten beitragen
Herstellung und Charakterisierung von homogenen und inhomogenen Hohlwellenleitern zur Polarisationsänderung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Fertigung, Charakterisierung und Anwendung von Hohlwellenleiterfelder mit Strukturdetails im Sub-Mikrometerbereich. Die Fertigung erfolgt mit einem hybriden Fertigungsverfahren, welches sich gut für die Herstellung dreidimensionaler Metallstrukturen eignet und für die hier vorliegende Aufgabe optimiert wird. Das Interesse liegt insbesondere auf der Fertigung von anisotropen Strukturen, die eine optische Doppelbrechung ermöglichen. Die Anordnung der Hohlwellenleiter kann dabei homogen, d. h. sie besitzen gleichbleibende Parameter über das gesamte Feld, oder inhomogen sein. Abhängig davon ergeben sich unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten: als homogene Polarisationswandler oder für die ortsaufgelöste Polarimeterie.The nucleus of the present work is the fabrication, characterization and application of hollow waveguide arrays with sub-micrometer dimensions. The hollow waveguide arrays are fabricated with a hybrid manufacturing process, which is well suited for the fabrication of three-dimensional metal structures and is optimized
for the task at this hand. The interest here is in particular on the fabrication of anisotropic structures that enable optical birefringence. The arrangement of the hollow waveguides can be uniform, i.e. they have constant parameters over the entire field, or be non-uniform. Depending on this, there are different possible applications: as a uniform polarization converter or for spatially resolved polarimetry
Verräumlichung in Coworking Spaces: Eine praxissoziologische Beobachtungsstudie
Die Masterarbeit befasst sich mit Verräumlichungspraktiken in Coworking Spaces . Sie hat zum übergeordneten Ziel, die Praktiken und materiellen (An)Ordnungen, aus denen sich Verräumlichungsprozesse in CWSs zusammensetzen, zu identifizieren. Dies geschieht in Form eines ethnographisch inspirierten Forschungsdesigns unter Anbindung an Raum- und Praxistheorie(n). Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit fokussiert also sowohl auf Raum und dessen Relationen als auch auf die Praktiken der Körper, da Räumlichkeit erst über das Aufeinandertreffen von unbelebten Materialitäten, belebten Körpern und Wissensbeständen entsteht (vgl. Kajetzke und Schroer 2015, S. 11).
Die Einzelfallstudie konnte typische doings, sayings und Artefakte ermitteln, die für Coworkende zu Beginn eines Arbeitstages relevant sind. Darüber hinaus wurde eine Erweiterung und Dynamisierung der Arbeitsplatz-Territorien festgestellt. Weiters erweisen sich zwei Arbeitsformen als zentral: Voice- / Video-Calling (1) und Konzentriertes Arbeiten (2). Beide Arbeitsformen sind jedoch von gegensätzlichen Bedürfnissen geprägt, auf die - unter der Kontextbedingung einer Knapheit an Rückzugsorten - mit zwei unterschiedlichen Strategien reagiert wird, nämlich (1) der Vorab-Reservierung dieser wenigen Rückzugsorte und (2) einer temporären Umnutzung von Orten wie der Küche oder dem Flur
Arrangement of Nash Equilibria in Dynamic Games by Coalition Formation
The broadly accepted equilibrium concept for non-cooperative games in extensive form draws on subgame perfectness. Existence of such an equilibrium is assured under weak assumptions. But in most situations many other Nash Equilibria may exist. Hence, there must be some tacit agreement of groups of players, how the decision process should be formed. The present paper concerns an investigation of such equilibria under the aspect of robustness against hidden or intended collaboration between players. We are aware that the concept of Nash equilibrium is based on the assumption that no interaction between players takes place. Nevertheless, some Nash Equilibria, and even a subgame perfect equilibrium, may cause disadvantages for some players. If they try to avoid unacceptable results, a minimum of coordination is required to arrange an equilibrium
Maschinelles Lernen mit Gaußprozessen: Automatisierte Modelsuche und Datenanalyse
Every decision making process in life has to account for the uncertainties coming with it. Thus, humans have developed the language of probabilities to account for these uncertainties, which enables to adequately model decisions regarding economic, political, technical and even personal matters. Still, state-of-the-art machine learning methods to support or even automate these decisions often lack in assessing their level of uncertainty. This lack in transparency is further aggravated by a common insufficiency in interpretable decisions. Probabilistic machine learning is a prominent approach to overcome these issues and is epitomized by methods such as Gaussian processes, which are investigated in this thesis. The latter provide interpretable decisions even for noisy data and actively account for the uncertainties of a particular task. In particular, the research presented in this thesis is two-fold. It focusses on (i) the efficient inference of Gaussian Process Models and (ii) their usage for probabilistic data representations fostering new algorithms for data analysis. In doing so, a unified framework of Gaussian Process Model inference as well as efficient algorithms implementing that framework for large-scale data are proposed. These algorithms are used as the foundation for a probabilistic representation of complex data, which enables analytical procedures for mining patterns, as well as classifying and clustering time series data.Entscheidungsfindung bedeutet auch die damit verbundenen Unsicherheiten zu berücksichtigen. Deshalb haben Menschen die Sprache der Wahrscheinlichkeiten entwickelt, um mit Unsicherheiten adäquat umzugehen. Auf diese Weise werden Unsicherheiten in wirtschaftlichen, politischen, technischen und sogar persönlichen Entscheidungen angemessen abgebildet. Moderne Methoden des maschinellen Lernens, die diese Entscheidungen unterstützen oder sogar vollständig automatisieren, sind jedoch oft nicht in der Lage, den Grad der Unsicherheit ihrer Entscheidung zu bewerten. Dieser Mangel an Transparenz wird oftmals durch nicht-interpretierbare Entscheidungsfindung noch verschärft. Prominente Ansätze zur Überwindung dieser Probleme stellen Methoden probabilistischen maschinellen Lernens wie bspw. Gaußprozesse dar. Letztere werden in dieser Arbeit im speziellen untersucht. Sie liefern interpretierbare Entscheidungen auch bei verrauschten Daten und berücksichtigen aktiv die Unsicherheiten des jeweiligen Analyseszenarios. Die in dieser Arbeit vorgestellte Forschung verfolgt zwei übergeordnete Ziele: die effiziente Suche nach Gaußprozessmodellen sowie deren Verwendung für neue Datenanalyse-Algorithmen. Dazu werden zunächst eine einheitliche Formalisierung der Gaußprozessmodell-Suche sowie effiziente Algorithmen zur Implementierung dieser formalen Vorgaben für große Datenmengen vorgeschlagen. Diese Algorithmen bilden die Grundlage für probabilistische Repräsentationen komplexer Daten, welche analytische Verfahren zur Erkennung von Mustern, zur Klassifizierung und zum Clustering von Zeitreihendaten ermöglichen