Difu Repository Deutsches Instituts für Urbanistik
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Endbericht
Mit dem Städtebauförderungsprogramm "Sozialer Zusammenhalt" unterstützen Bund und Länder die Kommunen bei der Herausforderung, benachteiligte Stadt- und Ortsteile zu stabilisieren und die dortigen Lebensbedingungen zu verbessern. Ein Handlungsfeld, für das Fördermittel eingesetzt werden können, ist dabei die Verbesserung der Umweltqualität in den Quartieren. Grund hierfür ist, dass benachteiligte Quartiere und damit auch Teile der Programmgebiete "Sozialer Zusammenhalt" neben sozialen und ökonomischen Herausforderungen auch stärker von Umweltbelastungen bzw. einer schlechten Ausstattung mit Umweltressourcen – insbesondere Grünflächen – betroffen sind. Ziel des Projektes war es, Handlungsempfehlungen für kommunal Verantwortliche zur Verbesserung der Umweltgerechtigkeit in den Programmgebieten "Sozialer Zusammenhalt" zu entwickeln
Themenfelder, Berührungspunkte und Zielkonflikte
Im vorliegenden Difu Policy Paper werden die Entwicklung des Themenkomplexes „Sustainable Finance“ und die Regelsetzung der EU nachgezeichnet. Zudem werden die Implikationen für die Kommunen durchdekliniert. Daraus leitet sich mit Blick auf den weiteren Rechtsetzungsprozess der EU sowie die Implementierung in der Bundesrepublik eine ganze Reihe von Policy-Empfehlungen ab. Aus Sicht der Kommunen und öffentlichen Unternehmen ist beispielsweise eine Harmonisierung der Standards und Nachhaltigkeitsmetriken dringend notwendig, die Banken, Ratingagenturen, aber auch politische Institutionen derzeit unabhängig voneinander nutzen. Zudem muss eine Lösung dafür entwickelt werden, wie bei einem starken Fokus auf Klimaschutz und Klimaanpassung die soziale Dimension nicht vernachlässigt wird, die im Rahmen der Daseinsvorsorge so zentral für die Kommunen ist. Eine weitere Empfehlung richtet sich auf die Entwicklung übergreifender Nachhaltigkeitsnachweise für kommunale Investitionen. Denn in den Städten, Gemeinden und Landkreisen fehlt das Personal, um den grünen Gehalt für jedes einzelne Projekt nachzuweisen
Nachhaltige Haushaltssteuerung und nachhaltige Investitionen
Der vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) entwickelte Ansatz einer Nachhaltigkeitsrendite kommunaler Investitionen berücksichtigt als mehrdimensionale Kenngröße die drei klassischen Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Im Zentrum steht eine indexbasierte Bewertung der Beiträge, die einzelne Investitionen zur Erreichung relevanter Sustainable Developement Goals (SDGs) leisten. Diese wird den heutigen und künftigen Kosten der jeweiligen Investition gegenübergestellt. Im Ergebnis wird so ersichtlich, welche Investitionsalternative das beste Nachhaltigkeits-Kosten-Verhältnis aufweist. Die Nachhaltigkeitsrendite kann Kommunen und Kämmereien dabei unterstützen, in einen fundierten Diskurs mit den Fachverwaltungen einzutreten, um vorausschauende Investitionen zu tätigen, die sich auch im Sinne der Nachhaltigkeit über den Lebenszyklus hinweg rentieren
Regionaldaten: Verknüpfungen ermöglichen
Regionale Ungleichheiten, etwa bei dem Einkommen oder dem Beschäftigungsniveau, sind ausgeprägt und persistent. Um ein besseres Verständnis über die Ursprünge und Auswirkungen regionaler Disparitäten sowie der Wirksamkeit regionalpolitischer Maßnahmen zu erlangen, sind detaillierte empirische Analysen verschiedener, politisch höchst relevanter Aspekte notwendig. Welche Ursachen hat regionale Ungleichheit? Welche Faktoren behindern eine Angleichung regionaler Lebensverhältnisse und welche Faktoren können eine Angleichung befördern? Welche politischen Maßnahmen können regionale Wirtschaftsräume und Arbeitsmärkte stärken? Die Grundlage derartiger empirischer Analysen sind qualitativ hochwertige Regionaldaten. Eine Umfrage unter ca. 500 Mitgliedern des Vereins für Socialpolitik (VfS) zu den Problemen des Datenzugangs für die Wissenschaft offenbarte jedoch insbesondere bezüglich der Qualität, der Zugangsmöglichkeiten zu und der Verknüpfung von Regionaldaten erhebliche Defizite. Knapp 80 % der befragten Mitglieder mit einem regionalökonomischen Forschungsinteresse sind mit dem Zugang zu Regionaldaten eher oder sehr unzufrieden, und 73 % gaben an, dass sie Projekte aufgrund von Defiziten beim Zugang zu Regionaldaten nicht durchführen konnten.Regional disparities are pronounced and persistent. Regional data of high quality are needed to improve the understanding of the origins and consequences of regional disparities and the effectiveness of regional policies through empirical analysis. Against the background of existing problems with regard to both the access to and the provision of high-quality regional data, this paper derives recommendations for action to improve the supply of regional data for the purpose of scientific analyses
Die lokale Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland
Städte, Landkreise und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) Fortschritte gemacht. Das müssen sie auch, denn die Frage, ob unsere Entwicklung eine nachhaltige sein wird, entscheidet sich auch in den Kommunen. Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel bis drei Viertel der 169 Unterziele der SDGs nur durch die Umsetzung auf der kommunalen Ebene erreicht werden können
Die Flächennutzungsplanung fit machen für die Innenentwicklung
Die Flächennutzungsplanung wird den großen Herausforderungen im Städtebau häufig nur unzureichend gerecht. Basierend auf der Untersuchung aktueller Flächennutzungspläne werden in diesem Difu Policy Paper Empfehlungen gegeben, wie die Flächennutzungsplanung die Innenentwicklung und Klimaanpassung im Städtebau stärker adressieren kann. Dies beinhaltet u.a. konkrete Vorschläge zur Anpassung des Rechtsrahmens. Aber auch bereits bestehende Gestaltungsmöglichkeiten der Flächennutzungsplanung sowie konzeptionelle Grundlagen der Innenentwicklung werden hervorgehoben
Ergebnisse der „sprinti“-Begleitforschung
Das On-Demand-Angebot „sprinti“ in der Region Hannover gehört zu den größten in Europa. Mit aktuell monatlich rund 47.000 Fahrgästen zeigt das System seit 2021, dass ein On-Demand-Angebot auch im großen Maßstab umgesetzt werden kann. Entscheidend für den Erfolg ist die tarifliche und angebotsseitige Integration in das übergeordnete ÖPNV-System. Der Beitrag präsentiert zentrale Ergebnisse der Begleitforschung des „sprinti“. Darin zeigt sich unter anderem, dass das Angebot sowohl für Freizeit- als auch für Pendelwege genutzt wird und dass durch die Nutzung von „sprinti“ in erheblichem Maße Wege mit dem privaten Pkw ersetzt werden.The on-demand service “sprinti” is one of the largest on-demand systems in Europe. It is used by around 47.000 passengers per month, thus demonstrating how an on-demand mobility service can operate at a large scale. An important success factor is the integration into the pricing system and the service structures of the regular public transport system. The article presents key findings from the accompanying scientific research of “sprinti”. Highlights include that the service is used for both leisure travel and commuting and that, on a large share of trips, “sprinti” replaces travel by private car