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"Aus der Trennung heraus!" - 200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden
Durch die von Martin Luther angestoßenen Reformationen entstanden neue reformatorische (evangelische) Kirchen. Im Oberrheingebiet konkurrierte vor allem die lutherische mit der reformierten (oder calvinischen) Konfession. Letztere, von Ulrich Zwingli in Zürich und Johannes Calvin in Genf vertreten, fand in der Kurpfalz seine wichtigste Basis im Reich, während das Herzogtum Württemberg und die Markgrafschaft Baden-Durlach lutherisch geprägt waren. Mit den territorialen Veränderungen besonders in napoleonischer Zeit war aus der kleinen Markgrafschaft Baden ein mittelgroßer Staat geworden, der zum Großherzogtum erhoben wurde. Diese Vergrößerung des Staatsgebietes machte aus der konfessionell einst homogenen Markgrafschaft Baden-Durlach ein sozial und auch konfessionell heterogenes staatliches Gebilde mit einer deutlichen katholischen Bevölkerungsmehrheit und zwei evangelischen Kirchen. Die "Egalisierung“ nicht nur der Verwaltung sondern auch der beiden protestantischen Konfessionen wurde so zu einer der Hauptaufgaben des beginnenden 19. Jahrhunderts, die 1807 zunächst in eine Zusammenfassung der verschiedenen kirchlichen Leitungskollegien in einer einzigen Zentralbehörde, dem Evangelischen Oberkirchenrat, mündete, bevor es 1821 auch zu einer "inneren“ Vereinigung der beiden Kirchen mit einem gemeinsamen Abendmahlsverständnis kam. Diese Vereinigung ist die Geburtsstunde der unierten evangelisch-protestantischen Landeskirche in Baden, auch wenn es noch eine Generation brauchte, ehe nach zum Teil heftigen Auseinandersetzungen die unterschiedlichen Auffassungen von der richtigen Lehre und der rechten Art des Gottesdienstes eine weitgehend akzeptierte Form gefunden hatten. Doch noch ein Jahrhundert später, bei der Diskussion um eine neue Grundordnung für die Landeskirche (1958), stand die Frage der Bekenntnisgrundlage der unierten Landeskirche noch einmal im Zentrum der Debatten. Wenn heute die Union der badischen Landeskirche als Ausgangspunkt für ein fruchtbares interkonfessionelles und interreligiöses Gespräch verstanden wird, dann spiegelt sich hier auch der in der Unionsurkunde formulierte Anspruch nach einer umfassenden ökumenischen Gestaltung des auf Glaubens- und Gewissensfreiheit aufbauenden Miteinanders der Kirchen wieder: Einig in sich und mit allen Christen auf der Welt befreundet
Hannelis Schulte
Hannelis Schulte ist fast hundert Jahre alt geworden. Sie hat sich oft an das erinnert, was ihr Leben und ihren Weg bestimmt hat. Manches ist typisch für ein Frauenleben in dieser Zeit, anderes ist sehr besonders. Sie hat oft von den Anfängen erzählt: Gut sechzig Jahre lang habe ich fast ständig mit meiner Mutter zusammengelebt. Kein Mensch hat mein Leben und Wesen so tief bestimmt wie sie. Sie war ein Mensch mit einer hohen Autorität, die auf innerer Klarheit beruhte, doch zugleich – glücklicherweise – besaß sie ein Maß an Toleranz, das es anderen Menschen erlaubte, sich unabhängig zu entfalten. Die wissenschaftliche Exaktheit war ihr zur zweiten Natur geworden. Und doch – oder gerade deshalb war sie eine gläubige Christin – zumindest seit etwa ihrem 40./45. Lebensjah
1921 - Erinnerung an die Union von 1821 nach hundert Jahren, vor hundert Jahren
1921 erinnerte die Landeskirche Baden am 6. November, dem Sonntag nach dem Reformationsfest, an die badische Union hundert Jahre zuvor, sowohl in Festgottesdiensten als auch in "Gemeindefeiern" am Nachmittag oder Abend [Freiburg: "Familienabend"], wo möglich […] mit Vortrag. Das hatte der Oberkirchenrat in einer Bekanntmachung vom 24. Oktober angeordnet, wie es auch bereits im Juli angekündigt worden war. Schon in dieser Bekanntmachung wurde als wertvolle Handreichung ausdrücklich auf die "Festschrift“ von Prof. Johanes Bauer (Heidelberg): Die Union 1821. Urkunden und Dokumente, herausgegeben und erläutert hingewiesen. Diese erstmalige Dokumentation zur Union war unter Zeitdruck entstanden und gerade noch Mitte Oktober erschienen. Sie wurde nicht nur allen Pfarrämtern zum Kauf empfohlen, sondern auch in der Folge vielfach genannt und ausgewertet. In den zahlreichen örtlichen, meist wöchentlich erscheinenden Gemeindeblättern und Gemeindeboten waren entsprechend unter dem 6. November dann sowohl Einladungen zu den Gottesdiensten und, wenn gegeben, zu einer Gemeindeveranstaltung zu lesen, als auch oft Hinweise auf die Dokumentation von Bauer
buochmeisterinne
buochmeisterin, so nannte man im Mittelalter jene Schwester, die im Frauenkloster für Anschaffung, Aufbewahrung und Ausleihe der Bücher zuständig war. Auch in den Dominikanerinnenklöstern Freiburgs, deren vornehmstes der im 13. Jahrhundert gegründete Konvent von Adelhausen war, spielten Bücher eine zentrale Rolle im Leben der Frauengemeinschaften, sei es im Bereich von Erziehung, religiöser Bildung und Liturgie, aber auch im Kontext von Wirtschaft und Verwaltung. Ob von Amts wegen als Bibliothekarin oder Tischleserin, in der Chorgemeinschaft als Sängerinnen oder in der persönlichen Andacht: Die Frauen im mittelalterlichen Kloster waren auf vielfältige Weise alle buochmeisterinne.
Welche Arten von Büchern in Adelhausen und den befreundeten Dominikanerinnenklöstern im Mittelalter vorhanden waren und wer ihre Anschaffung und Benützung im Frauenkonvent organisierte, beleuchtete im Frühjahr 2021 die aus universitären Lehrveranstaltungen hervorgegangene Ausstellung im Wentzingerhaus. Zu sehen waren Exponate aus den Sammlungen der Stadt und der Adelhausenstiftung sowie Leihgaben aus Museen und Bibliotheken in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Gezeigt wurden Handschriften und Drucke aus dem Besitz der Freiburger Dominikanerinnen, deren im Adelhauser Neukloster vereinigte Bibliotheken nach der 1857 erzwungenen Auflösung verstreut worden waren. Für die Dauer der Ausstellung kamen sie zum ersten Mal wieder an einem Ort zusammen.
Das umfangreiche Katalogbuch, das wie die Ausstellung maßgeblich durch die Adelhausenstiftung Freiburg unterstützt wurde, stellt in über 20 Beiträgen die für die Ausstellung ausgewählten Werke ausführlich in Text und Bild vor. Über das Ende der Ausstellung hinaus bietet es somit eine umfassende Dokumentation und Weiterführung des Themas
Beschlussvorlage der Badischen Landesbibliothek zur kooperativen Erfassung einer Erhaltungsverpflichtung für das virtuelle bwPflichtexemplar 1851ff. im K10plus
Im Rahmen der Pflichtexemplargesetzgebung für das Land Baden-Württemberg sind Publikationen aus Baden-Württemberg ablieferungspflichtig. Die BLB und die WLB sammeln und erschließen die in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich erscheinenden Publikationen. Die BLB ist verantwortlich für die Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg, die WLB ist verantwortlich für die Regierungsbezirke Stuttgart und Tübingen.
Aus der Ablieferungspflicht ergibt sich der Auftrag, die abgelieferten und in den Bestand aufgenommenen Publikationen dauerhaft zu erhalten. Die Erhaltungsverpflichtung wird in Feld 4233 der Verbunddatenbank eingetragen. Damit ist der überregionale Nachweis der jeweiligen Publikation als Pflicht=Archivexemplar verbunden. Dieser Kennzeichnungspflicht kommen seit dem Zugangsjahr 2020 bundesweit alle regionalen Pflichtexemplarbibliotheken laufend nach. Die retrospektive Erfassung ist in den einzelnen Bundesländern aufgrund technischer bzw. organisatorischer Umstände noch unterschiedlich weit vorangeschritten. Ziel ist die für eine kooperative Bestandserhaltung unerlässliche Kennzeichnung des Pflichtexemplars als des bundesweit auf verteilter Rechtsgrundlage abrufbaren Archivexemplars
Auf der Suche nach dem Schmetterling
Wenn ein Mensch von einer Leidenschaft erfasst wird, lässt sie ihn oft ein Leben
lang nicht mehr los. Bei der „Falterleidenschaft“ ist das nicht anders. Es zieht den
Menschen nach draußen. Er möchte sehen, welche Arten den Wandel der Landschaft überleben, wie der Biotop dieses Jahr aussieht, wo letztes Jahr noch der
wunderschöne Lilagold-Feuerfalter flog und ob nicht irgendwo noch ein unentdeckter Flugplatz der einen oder anderen seltenen Art existiert. So ergeht es auch
dem Verfasser. Seit dem ersten Beitrag 2014 in den Schriften der Baar (SCHALK
2014) haben sich viele neue und interessante Beobachtungen und Entwicklungen
ergeben, die hier vorgestellt werden sollen. Die Artenliste der Tagfalter von 2014
ist zu ergänzen. Ferner wurden nun erstmals auch die tagaktiven Nachtfalter, tagaktive Raupen und Totfunde aus den elf Jahren von 2010 bis 2020 aufgelistet.
Untersuchungen dieser Art hat bereits H. HERRMANN in den Schriften der Baar
publiziert (HERRMANN 1976 und 1982). Da sich sein Untersuchungszeitraum
über mehr als 25 Jahre erstreckte, ist ein Vergleich mit seinen Ergebnissen (noch)
nicht möglich
Neue Untersuchungen zur Frühgeschichte der Stadt Villingen
Die Forschung zur Geschichte der Stadt Villingen versucht seit jeher ein kohärentes Szenario der frühen Siedlungsentwicklung zu entwerfen, ausgehend von der
Ersterwähnung 817 und der Verleihung des Marktrechts durch Kaiser Otto III.
an den Zähringer-Vorfahren Graf Bertold im Jahr 999, vor allem aber für die Zeit
des späten 11. bis zu Beginn des 13. Jahrhunderts. In dieser Phase war der Siedlungskern vom östlichen Ufer der Brigach, dem Dorf Villingen-Altstadt, in dem
sich auch die Pfarrkirche befand, um etwa 1,5 Kilometer nach Nordwesten in den
Brigachbogen verlegt worden, wo sich die Stadtwerdung Villingens vollzog. Gemeinsam ist allen diesen Versuchen, dass sie sich mit einer nur spärlich vorhandenen Quellenüberlieferung konfrontiert sehen. Neben der historischen Überlieferung spielen auch archäologische und bauhistorische Befunde eine Rolle. Als bedeutendste Protagonisten kristallisieren sich neben den Herzögen
von Zähringen und deren Ministerialität zwei im Umfeld von Villingen begüterte
Klöster heraus, die unter der Vogtei der Zähringer standen: St. Georgen und
St. Peter
Der überwachte Wald
Ob zur Beobachtung von Wild oder Eindringlingen: Eine moderne Wildkamera hat vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Die Foto- und Videoqualität der Geräte wird ständig verbessert. Geräte für Full-HD-Aufnahmen gehören heute zum guten Standard und sind günstig zu haben. Besonders clevere Geräte verfügen über eine SIM-Karte. Löst der Bewegungsmelder das Gerät aus, wird das Foto nicht nur gespeichert, sondern direkt an Ihr E-Mail-Postfach geschickt. (Internet Werbetext) Wer sich als Weidmann oder Weidfrau auf der Höhe der Zeit wähnt, kommt längst nicht mehr ohne Wildkamera aus. Denn deren Einsatz erspart Zeit, erhöht die jagdliche Effizienz und verspricht vielerlei neue Einblicke ins eigene Revier. Die waldgrün camouflierte Kamera, gut getarnt angebracht an der Kirrung in Schussweite zur Kanzel, überwacht rund um die Uhr nicht nur das Wild. Sie verzeichnet auch »Beifänge«, ob vier- oder zweibeinige »Eindringlinge«. Was bisweilen auch schon zu Datenschutz-Komplikationen und zu juristischen Auseinandersetzungen geführt hat – nicht nur im Falle des in flagranti eingefangenen Schäferstündchens eines österreichischen Kommunalpolitikers. Pech gehabt, doch mit elektronischer Überwachung ist nun einmal nicht mehr nur auf Bahnsteigen oder vor dem Banktresen zu rechnen, sondern auch im Wald
Der Mannheimer Luisenpark
Der Luisenpark ist die größte Parkanlage in Mannheim. Er liegt stadtnah am linken Neckarufer und gliedert sich in zwei Teile: Den Unteren und den Oberen Luisenpark. Der Untere Luisenpark ist der ältere Teil und frei zugänglich. Der Obere Luisenpark wird von der Stadtpark Mannheim gGmbH privatwirtschaftlich betrieben und kostet Eintritt. Er entstand in seiner heutigen Gestaltung anlässlich der BUGA 1975. Mit über 1,2 Mio. Besuchern im Jahr besetzt der Luisenpark regelmäßig den 1. Platz der Freizeiteinrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar
Mehrwert für die Region
Jens-Arne Buttkereit, Geschäftsführer des staatlich anerkannten Internats & Gymnasium Birklehof, hat sich freundlicherweise bereit erklärt, mit Kathleen Mönicke ein Interview zu führen. Darin kommen sowohl die pädagogische Arbeit der schulischen Einrichtung als auch der historische Altbirklehof, der sich ebenfalls auf dem Schulgelände befindet, zur Sprache. Letzterer steht nach einer aufwändigen Sanierung für die Region als Ort vielfältiger kultureller Veranstaltungen zur Verfügung. Die Finanzierung der notwendigen Maßnahmen stützte sich neben öffentlichen Fördergeldern auch auf zahlreiche Spenden von Privatpersonen. Das Interview wird im Folgenden wortwörtlich wiedergegeben. Die Fragepassagen sind kursiv, die
Antworten im normalen Schriftgrad abgedruckt