RegionaliaOpen Badische Landesbibliothek
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Die Sprachlandschaften in Baden
In der Öffentlichkeit werden die beiden Begriffe »Badisch« und »Schwäbisch« oft gegenübergestellt, doch führt dies zu einem falschen Bild, da »Schwäbisch« ein sprachlicher, »Badisch« dagegen ein politischer Begriff ist. Es gibt keine einheitliche badische Mundart, sondern nur Mundarten in Baden. Und diese sind extrem unterschiedlich, denn das Unterostfränkische in der äußersten Nordostecke und das Hochalemannische in der Südwestecke Badens haben nur noch wenige sprachliche Gemeinsamkeiten
Die Bücher aus den Regalen - was wurde öffentlich?
Als der Markgraf von Baden erstmals die öffentliche Nutzung für die Bestände der Hofbibliothek in Karlsruhe regelte, wurden ab Beginn des Jahres 1771 geschätzt über 11.000 Bücher für eine (eingeschränkte) Allgemeinheit zugänglich. Dieser nicht übermäßig große Bestand verdoppelte sich bis 1772 und verdreifachte sich gar innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte, sodass er 1799 bereits auf 30.000 Bände geschätzt wurde. Doch welche Werke im Einzelnen damit gegen Ende des 18. Jahrhunderts für Forschung und Wissenschaft zur Verfügung standen, bleibt eine weitgehend unbeantwortete Frage.
Aufgrund der historischen Umstände, die bereits vielfach aufgearbeitet wurden – namentlich die weitgehende Zerstörung des Bibliotheksbestands 1942 – ist eine Rekonstruktion des Bestandes von 1771 kaum mehr mit auch nur annähernder Vollständigkeit möglich
Das Kulturzentrum auf dem Goldenbühl-Hügel in Villingen als Stadtkrone
Kulturgeschichte ist komplex und entwickelt
sich in allmählichen, regional in ihren politischen
und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr
unterschiedlich und ungleichmäßig verlaufenden
sozialen Prozessen.
In der UNESCO-Weltkonferenz über Kulturpolitik in Mexiko-City 1982
wurde Kultur als „Gesamtheit der unverwechselbaren geistigen, materiellen, intellektuellen und
emotionalen Eigenschaften“ angesehen, „die eine
Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen, und die über Kunst und Literatur hinaus
auch Lebensformen, Formen des Zusammenlebens, Wertesysteme Traditionen und Überzeugungen umfasst.“
Um die Kulturbauten auf dem
Goldenbühlhügel in ihrer kulturgeschichtlichen
Bedeutung verstehen zu können, muss daher ein
methodisch vielschichtiges und differenziertes
analytisches Instrumentarium für eine ganzheitliche Interpretation von Schulbau und Kirchen- bzw. Gemeindezentrenbau in historischer
Gemengelage pädagogischer, theologisch-liturgischer und städtebaulicher Entwicklungen und
Reformbestrebungen des 20. Jahrhunderts angewandt werden. Funktion und Gestalt der Bauten
sollen im Kontext sich parallel zu einander entwickelnden pluralistischen Vielfalt der traditionalistischen und der nach Reformen strebenden
unterschiedlich entwickelnden Denkströmungen
ihrer Entstehungszeit, die ein vielseitiges Repertoire unterschiedlicher Gestaltungsmöglichkeiten zulassen, analysiert werden
Familiengeheimnisse
Fastnacht ist kein Brauchtum, sondern eine
Lebenseinstellung: So würde wohl mancher
überzeugte Fastnachter beschreiben, was ihm die
„fünfte Jahreszeit“ bedeutet. Tatsächlich besitzt
die Fastnacht im schwäbisch-alemannischen
Raum eine weit über die Brauchtumspflege
hinausgehende soziale und teils auch politische
Bedeutung, die ihr einen herausragenden Stellenwert im regionalen Selbstverständnis verleiht.
Dies ist bekannt und wird teilweise augenzwinkernd, teilweise mit Unverständnis zur Kenntnis
genommen. Was jedoch vielen Menschen nicht
bewusst ist, ist die Tatsache, dass nicht wenige
Objekte der Alltagskultur auch eine fastnächtlichen Bedeutungsebene aufweisen
Das Schützenhaus auf dem Lindenwasen
Villingen hat seine wesentlichen Züge mit
dem markanten Straßenkreuz, den Tortürmen
und der Stadtmauer durch die Jahrhunderte
bewahrt. Dennoch hat sich das Antlitz der Stadt
immer wieder grundlegend gewandelt. Viele einst
wohlbekannte Orte sind längst in Vergessenheit
geraten, und wo es keine Zeitzeugen mehr gibt,
muss die Geschichte aus verstreuten Notizen
und wenigen, von der Zeit gezeichneten Relikten rekonstruiert werden. So ist es auch mit dem
Villinger Schützenhaus, das sich vor Jahrhunderten auf dem längst verschwundenen Lindenwasen
befand – und von dem noch heute einige Objekte
im Franziskanermuseum zeugen
Gedenken an Deportation der Juden
Zur Erinnerung an dieses Ereignis, von dem
auch Menschen aus Villingen betroffen waren,
wurde eine Veranstaltungsreihe organisiert.
VS-Villingen. „Es ist unsere Aufgabe zu erinnern: an die, die unter dieser Diktatur gelitten
haben und ermordet wurden und an die, die
diese Verbrechen begangen haben. Wir dürfen
nicht vergessen“, heißt es im Grußwort des Oberbürgermeisters Jürgen Roth. Das katholische
Bildungszentrum, die evangelische Erwachsenenbildung und die Volkshochschule VS haben
eine Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die
Deportation der Juden aus Baden in das Lager
Gurs in Frankreich am 22. Oktober 1940 organisiert. Viele Unterstützer sind mit dabei, und wollen zeigen: Wir stehen hinter dieser Idee. Darunter finden sich zum Beispiel der Geschichts- und
Heimatverein Villingen und das Amt für Kultur
VS. Dieses historische Ereignis hat zudem regionalen Bezug. Unter den Verschleppten waren
auch Villinger, Donaueschinger und Triberger.
Für viele der Deportierten ging der Weg später
weiter in die Vernichtungslager in Osteuropa
Mein Weg nach Nordrach
Mein Name ist Yosra AlWaheibi und ich bin die zweitälteste von jetzt zehn Geschwistern. Ich habe sechs Brüder und drei Schwestern. Meine Muttersprache ist Arabisch, meine Religion ist der Islam. Meine Geschichte beginnt in Syrien, wo ich im Jahr 2003 in der großen Stadt Homs geboren wurde. Lange lebten wir in der Hauptstadt Damaskus, bis die Unruhen begannen. Im Jahr 2011 sind wir nach Deir-ez-Zor im Osten des Landes umgezogen. Aber auch hier kam der Krieg näher. Leider mussten wir wegen des Krieges die Heimat 2015 verlassen. Nach einer langen Reise von mehr als 3000 Kilometern haben wir eine neue Heimat in Deutschland gefunden
"Der Tod durch Erstickung war eingetreten"
Unter einem "Kindsmord" des 19. Jahrhunderts versteht man in der Geschichtswissenschaft den zeitgenössischen juristischen Begriff der Tötung eines meist unehelichen Kindes durch dessen Mutter. Daneben gibt es weitere Bedingungen, die für einen "Kindsmord" erfüllt sein müssen, um von einem solchen zu sprechen. Die Mutter stammte meist aus der gesellschaftlichen Unterschicht, tötete das Kind kurz nach der Geburt und wurde hierfür juristisch stärker bestraft, als von ihrem gesellschaftlichen Umfeld geächtet. In den Beständen regionaler Archive existieren verschiedene in Kurrentschrift verfasste Unterlagen zu solchen Fällen. Einer davon wird im Folgenden aufbereitet, indem transkribierte Passagen wiedergegeben, kontextualisiert und eingeschätzt werden. Dieser Aufsatz hat jedoch nicht den Anspruch, die behandelnden Themen umfänglich wissenschaftlich verordnen zu können. Der hier untersuchte Fall ist der "Kindsmord" der L(o)uise Ernst-Bach von Varnhalt
550 Jahre Gründonnerstagsstiftung mit Fußwaschung der Pfarrkirche "St. Stefan" Oberachern (1470-2020)
Im Mittelalter war die Bereitschaft für religiöse Stiftungen sehr groß. Dabei nehmen beispielsweise die Kaplaneistiftungen in der Ortenau einen bedeutenden Platz ein. Diese – wie auch die Gründonnerstagsstiftung – wurden in der Regel vom Adel, vom besitzenden Bürgertum oder vom Klerus getätigt. Stiftungszweck war bei den Kaplaneistiftungen die tägliche Heilige Messe; oftmals war solch eine Kaplanei auch die Grundlage zur Gründung eigener Pfarreien wie Kappelrodeck 1447 und 1535 in (Nieder-) Achern. Ein wichtiges Ereignis für die Oberacherner Kirchengeschichte ist die Stiftung einer Priesterpfründe für ewige Zeiten auf den neu errichteten Marienaltar der Stefanskirche am 25. August 1372 durch die Witwe des Vogtes Andreas von Achern, Gisela von Hofweier
Kloster- und Stadtbibliotheken in evangelischen Reichsstädten Süddeutschlands
Mit mindestens 18 zwischen 1524 und 1640 erschienenen Auflagen darf Martin Luthers "Sendschreiben An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes" zu den breit rezipierten und wirkungsmächtigen Schriften des Reformators gerechnet werden. Die Missive war an die städtischen Obrigkeiten adressiert und richtete an diese die Bitte, aktiv zur Hebung des unzulänglichen Bildungssystems beizutragen. Als konkrete und gleichwertige Maßnahmen benannte Martin Luther die Einrichtung von Schulen und Bibliotheken