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    "Die Kinder verstehen nicht, was diese 'Abfahrt' für uns bedeutet - aber das ist gut so."

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    Auf den ersten Blick ist es ein kleiner, bescheidener Briefwechsel. Eine Mutter bedankt sich bei einer ihr unbekannten Familie, dass diese den Sohn aufgenommen hat. Sie freut sich über jede positive Nachricht. Ihre Wünsche und Hoffnungen sind größer als das wirkliche Wissen, das sie aus den kindlichen Erzählungen ihres nicht sonderlich schreibfreudigen Sohnes erfährt. Sie „promotet“ ihren Sohn und seine Schwester, in der inständigen Hoffnung, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind. Betrachten wir die Umstände, gewinnen die scheinbar harmlosen Zeilen an dramatischem Gewicht

    Krieg und Gefangenschaft in Russland

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    Nach meinem zweiten Lehrjahr als Mechaniker bei den Mauser-Werken in Oberndorf, kam ich als Kriegsfreiwilliger zur damals überwiegend vormilitärischen Ausbildung zum Reichsarbeitsdienst am Flugplatz Limburg an der Lahn. Nach der Entlassung wurde ich sofort zu den Panzerjägern nach Reutlingen einberufen, obwohl ich mich bei meiner Freiwilligenmeldung zur Panzerausbildung gemeldet hatte. In Reutlingen durfte ich mit damals 16 Jahren sofort den LKW-Führerschein machen. Mein damaliger Fahrlehrer Uffz Lämmle, wusste von meinem Wunsch, Panzerfahrer zu werden, hielt mich dafür als geeignet und arrangierte meine Versetzung zur 16. Panzerdivision nach Böblingen, wo ich sofort mit der Fahrausbildung für Panzer vier und fünf begann. Nachdem ich diese Prüfung nach Wochen abgeschlossen hatte, versetzte man mich von einem Tag zum andern in die Unteroffizier-Schule nach Eisenach/Thüringen, wozu ich mich inzwischen gemeldet hatte. Die Unterführerschule machte mir trotz der harten Ausbildung Spaß, obwohl ich unter den hauptsächlich norddeutschen oder Berliner Kameraden erst meine schwäbische Aussprache ändern musste, weil mich keiner verstand oder verstehen wollt

    Der Chemiker Ernst Wagner

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    Das Leben von Dr.-Ing. Ernst Wagner (1907–1961) endete tragisch. 53-jährig kam der Chemiker – laut Meldung der Konstanzer Tageszeitung »Südkurier« – nach einem Sturz aus einem 20 Meter hohen Neubau im Werksgelände der Degussa in Rheinfelden am 22. Juli 1961 zu Tode. In einem Nachruf in derselben Tageszeitung wurde Wagner als »Chef-Chemiker und stellvertretenden Werksleiter« des Rheinfeldener Werks gewürdigt, der einmal wöchentlich auch im Konstanzer Ableger der Firma am Seerhein tätig war. Ernst Wagner wurde im »engsten Kreise der Angehörigen und der leitenden Persönlichkeiten der Degussa« in Rheinfelden beerdigt, sein Leichnam wurde zu einem späteren Zeitpunkt auf den Dorffriedhof in Litzelstetten überführt, das damals noch nicht nach Konstanz eingemeindet war

    Polyphonie und Einheit im Neuen Testament

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    Jubiläen suchen wir uns nicht aus, sie stehen hinter den Kalendertürchen und fordern uns heraus. Höchstens ignorieren könnten wir sie. Aber dazu ist das Einheits-Thema dieses 200-jährigen Unionsjubiläums der Badischen Landeskirche zu aktuell. Denn Streit und Einheitsbestreben, Streit-Unkultur und Zerstrittenheit bis hin zum Auseinanderdriften in gesellschaftliche Blasen, die sich je unterschiedliche Realitäten konstruieren – all das gehört zum pandemisch verstärkten gesellschaftlichen "Schlamassel", in dem wir derzeit stecken. Wir sprechen, aufs ganze Land gesehen, keine gemeinsame Sprache mehr. Nicht zuletzt das verunglückte sarkastische Hashtag #machtallesdicht von über fünfzig SchauspielerInnen illustrierte dies. Da fängt es aber an – beim Streben nach gesellschaftlichem Zusammenhalt: bei der gemeinsamen Sprache, mit der wir auf Realitäten uns zu einigen suchen

    Bericht über die Ringvorlesung der Theologischen Fakultät zum Thema "Streitkultur und Einheitsbestrebungen in der Kirche" im Sommersemester 2021

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    Anlässlich des 200jährigen Unionsjubiläums der Evangelischen Landeskirche in Baden veranstaltete die Theologische Fakultät der Universität Heidelberg im Sommersemester 2021 eine Ringvorlesung zum Thema "Streitkultur und Einheitsbestrebungen in der Kirche". Aus dem Blickwinkel der verschiedenen Disziplinen wurde erörtert, wie sich Einheitsbemühungen und der notwendige Streit um "die Wahrheit" oder – anders gesagt – Konsensorientierung und Profilbildung zueinander verhalten. Es besteht in unseren Kreisen Einigkeit darüber, dass es die Aufgabe der Religion ist, Konflikte zu befrieden und nicht anzuheizen. Zugleich gibt es die Notwendigkeit, für Überzeugungen einzustehen, wie das gerade eben angesichts der 500. Wiederkehr des Auftritts Luthers vor dem Wormser Reichstag betont worden ist. Das war alles andere als eine Ausrichtung auf Kompromiss und die Betonung der Einheit auch unter Inkaufnahme von Kompromissen in der Lehre. Gerade Luthers Beispiel ruft uns in Erinnerung, dass es nicht Einheit um fast jeden Preis geben darf. Man muss bestimmt nicht jeden Schritt der Abgrenzung, den Luther vollzogen hat, nachvollziehen, aber sein Werk stellt schon deutlich vor die Frage, wie weit das Bemühen um Einheit gehen soll bzw. darf

    Dem Studium der Bücher und der Schönen Künste gewidmet

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    Die Bibliothek, um die es im Folgenden geht, ist gut 500 Jahre alt. Ebenso alt ist die Benutzung der Bücher dieser Bibliothek. Wie allgemein bekannt, ist das Merkmal der Benutzung bzw. Benutzbarkeit geradezu konstitutiv für den Begriff „Bibliothek“, oder anders gesagt: Ein mit Büchern und Bücherregalen vollgestopfter Raum ist keine Bibliothek. Gerade einmal halb so alt ist indessen das Statut, in dem zum ersten Mal die Benutzung der Bibliotheksbestände geregelt wurde, nämlich 250 Jahre. In der folgenden Darstellung werden die 1771 in Kraft getretenen Regelungen den Ausgangspunkt bilden für die Betrachtung der Hofbibliothek und ihrer Benutzung von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. War die Ordnung von 1771 noch sehr kurz gehalten, stieg der Umfang der nachfolgenden Statuten deutlich an. Die Bestimmungen wurden teils differenzierter und ausführlicher, was angesichts der sich ständig erweiternden Benutzungsmöglichkeiten nicht weiter verwundern kann; teils wurden sie aber auch so unverhältnismäßig bürokratisch und kleinteilig, dass sich in ihnen – so ließe sich interpretieren – ein tiefes Misstrauen gegenüber den Nutzern offenbarte

    Ist das staufisch oder kann das weg? Zeitkonzepte in der Burgenforschung an Beispielen des deutschen Südwestens

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    Die deutschsprachige Burgenforschung hat eine lange Tradition. Unter dem Einfluss verschiedenster Fachdisziplinen entwickelten sich thematische Zeitkonzepte, welche bis heute Ansätze, Begriffe und Bewertungen prägen. Der Beitrag untersucht Periodisierungsvorstellungen in der Burgenforschung im Rückgriff auf (forschungsgeschichtlich einflussreiche) Objekte aus dem Südwesten, v.a. der Schwäbischen Alb. Ziel ist die Sensibilisierung für die Bedeutung großer disziplinärer Erzählungen sowie kleinräumiger Narrative. Inkl. Exkurs zur Geschichtsvermittlung

    Hexenverfolgung in der Landvogtei Ortenau

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    Das Böse und Unbekannte fasziniert Menschen bis heute. So auch ein uralter Glaube an Hexen und Hexenmeister, deren Berichte und Erzählungen eine Mischung aus Angst und Bewunderung auslösen. Diese Ungewissheit führte zu – teils bis heute andauernden – grausamen Hexenverfolgungen. Fälschlicherweise wird mit der Hexenverfolgung häufig das "dunkle Mittelalter" in Verbindung gebracht, düstere Zeiten, geprägt von Krieg und starkem christlichem Glauben. Jedoch begann die größte Verfolgungswelle Ende des 16. Jhs. und zu Beginn des 17. Jhs. Insbesondere der deutschsprachige Raum mit über 22 000 Hexenverbrennungen hat die höchsten Opferzahlen. In Gesamteuropa hingegen wurden 60 000 Hexen und Hexer hingerichtet. Dieses schreckliche Phänomen sollte die Landvogtei Ortenau der Frühen Neuzeit nicht verschonen. Hier lässt sich insb. ein Phänomen beobachten, wodurch später die Hexenprozesse von Salem ihre Berühmtheit erlangten: Innerhalb einer Familie kam es zu Konflikten und Denunziationen, welche meist mit dem Tod der angeblichen Hexe endeten. Auffällige Hexenprozesse dieser Art aus der Landvogtei Ortenau sollen im Folgenden betrachtet werden

    Älteste bildliche Darstellung der Legende des hl. Landelin von Ettenheimmünster zusammen mit den Quellen auf einem Frühdruck des 15. Jahrhunderts

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    Der in Ettenheimmünster von dem Jäger des Herren von der Gisenburg erschlagene Einsiedler und Märtyrer Landelin gilt als Patron der Ortenau und des Breisgaus. Sein Fest wird am 22. September gefeiert, in der Diözese Straßburg war es am 21. September. Die Mönche des vom Straßburger Bischof Etto 762 gegründeten Benediktinerklosters Ettenheimmünster betrachteten das Jahr 640 als das Todesjahr des Heiligen. Der elsässische Kirchenhistoriker und Landelinsforscher Medard Barth hat in dem 1955 veröffentlichten Aufsatz "Der hl. Märtyrer Landelin von Ettenheimmünster" umfassend und grundlegend über den Kult des Heiligen in Baden und im Elsass berichtet. Seiner Arbeit verdanke ich den Hinweis auf den Frühdruck aus dem 15. Jahrhundert, einem verschollenen Holzschnitt aus der Stiftsbibliothek St. Gallen, der jedoch glücklicherweise 1906 von Paul Heitz als Nachdruck herausgegeben worden ist. Diesem Bildnis geht nur eine stilisierte Darstellung des hl. Landelin mit einem Palmzweig voraus, die sich auf einer für Münchweier in Avignon ausgestellten Ablassurkunde von 1336 befindet. Der aus Münchweier stammende Direktor der Unitätsbibliothek Freiburg, Prof. Dr. Josef Rest, hatte diese Urkunde schon als Gymnasiast des Ettenheimer Gymnasiums im Archiv seiner Heimatgemeinde entdeckt. Der Holzschnitt aus der Zeit vor 1500 ist zwar nur die zweite überlieferte Landelinus-Darstellung, aber andererseits ist er das erste Bilddokument, welches die Quellen von Ettenheimmünster und damit das heilkräftige Wasser thematisiert, das von Anfang an Inhalt der Legende und der Verehrung des hl. Landelin war

    Inkunabeln aus Klosterbibliotheken in Baden und der Pfalz

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    Das Land Baden-Württemberg verfügt über eine vergleichsweise dichte Inkunabelüberlieferung. Die heute wichtigsten Überlieferungsträger dieser zwischen 1450 und 1500 entstandenen Druckwerke im badischen Landesteil sind die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe sowie die Universitätsbibliotheken in Freiburg und Heidelberg. Hinzu kommen mehrere Institutionen mit kleineren Sammlungen. Dazu gehören die Universitätsbibliothek Mannheim, die Bibliothek des Heinrich-Suso-Gymnasiums in Konstanz, die Bibliothek des Grimmelshausen-Gymnasiums in Offenburg, die Historische Bibliothek der Stadt Rastatt im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium und die Leopold-Sophien-Bibliothek in Überlingen. Völlig anders stellt sich die Inkunabelüberlieferung in der ehemaligen Kurpfalz dar. Sie trat schon 1556 zur Reformation über, und in der Folge wurden fast alle Klöster aufgelöst und ihre Bibliotheken zerstreut. Ein Teil gelangte 1622/23 mit der Bibliotheca Palatina als Kriegsbeute in die Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom. In der Universitätsbibliothek Heidelberg finden sich heute sehr wenige Inkunabeln aus der Region. Die erst 1921 gegründete Pfälzische Landesbibliothek in Speyer bewahrt ebenfalls kaum autochthones Material. Eine kleine Inkunabelsammlung findet sich auch in der Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer. Beide Fonds überliefern schwerpunktmäßig Drucke aus Speyerer Offizinen, die aber nicht vor Ort tradiert wurden. Der weit überwiegende Teil der heute in Baden und der linksrheinischen Pfalz, seit 1947 Teil von Rheinland-Pfalz, verwahrten Inkunabeln stammt aus ehemaligen Klosterbibliotheken

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