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    9561 research outputs found

    Die Bourbaki-Armee und der Bodensee

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    Überall liegt Schnee, eine dicke Schicht Schnee. Auf der einen Seite wirkt der Himmel bedrohlich, nach mehr Schneefall, auf der gegenüberliegenden Seite geht gerade die Sonne unter. Doch still ist es im Dorf nicht. Hunderte von Menschen haben sich hier versammelt. Hauptsächlich Soldaten, ab und zu mischen sich Zivilisten ins Bild. Dazu Pferde und riesige Haufen an Waffen. Es herrscht Hunger, Unterkühlung, Krankheit. Überall Verwundete. Zwischen dem 1. und 3. Februar 1871 traten 87.847 Soldaten der französischen Ostarmee über die Grenze in die Schweiz über und lösten damit den ersten großen Einsatz des Schweizer Roten Kreuzes seit seiner Gründung vier Jahre zuvor aus. Eine folgenschwere Entscheidung des französischen Generals Justin Clinchant. Sie beeinflusste die gesamte Schweiz nachhaltig. 150 Jahre sind seither vergangen. Als Erinnerung an diese beispiellose Rettungsaktion malte Edouard Castres vor 140 Jahren ein berühmtes Panoramabild, das heute in Luzern unter der Bezeichnung Bourbaki-Panorama zu bewundern ist

    Der Hohentwiel

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    Die Stadt Singen/Htwl., die seinen Namen als Zusatz trägt, überragt der markante Burgberg Hohentwiel, das Wahrzeichen der Stadt und der Vulkanlandschaft Hegau. Als ich im Jahr 2015 eine Wohnung in Singen bezog, lief ein Mitarbeiter des Singener Umzugsunternehmens einmal um das Haus und stellte fest: »Von hier aus sieht man den ›Hontes‹, die Wohnung ist in Ordnung.« Diese Aussage verdeutlicht, dass der »Singener Hausberg« für »Singemer/-innen« und viele in Singen lebende Menschen eine große Wertigkeit hat. Oft wurde und wird der Hohentwiel – im Volksmund »Hontes« – als das Wahrzeichen Singens und des Hegaus bezeichnet (Abb. 1–2)

    Zur Erosion der Flachwasserzone des Bodensees

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    Als 1979 mit dem Projekt »Bodensee-Oberschwaben« die Pfahlbauforschung unter der Leitung Helmut Schlichtherles neu startete, bildeten die Beobachtungen von Privatsammlern die zunächst vielleicht wichtigste Informationsquelle. Seit der ersten Entdeckung der Pfahlbauten Mitte des 19. Jh. hatten meist aus den Uferdörfern stammende archäologische Laien die Fundstellen aus antiquarischem oder wirtschaftlichem Interesse »ausgebeutet« und dabei umfangreiche, heute in die ganze Welt verteilte Sammlungen zusammengetragen. Inzwischen ist die Unterwasser- und Feuchtbodenarchäologie in der Denkmalpflege Baden-Württembergs fest verankert. Die Sammler kooperieren heute eng mit der staatlichen Denkmalpflege und können als beste Kenner der von ihnen regelmäßig besuchten Fundstellen gelten. Allerdings sind in letzter Zeit die Silhouetten von Personen in Hüftstiefeln oder Wathosen vom Bild der winterlichen Uferplatten fast vollständig verschwunden. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig. Befragt man die Sammler selbst, wird aber immer neben veränderten Wetter- und Klimabedingungen das Zuwachsen der Strandplatten mit »Seegras«, also Unterwasserpflanzen (submersen Makrophyten) genannt. Herbert Gieß aus Dingelsdorf war »45 Jahre lang Winter für Winter in den Flachwasserzonen unterwegs. Seit fünf, sechs Jahren finde ich fast nichts mehr«. Die Wysse sei seit seiner Jugend in den 1960er Jahren im Winter »wie freigeputzt« gewesen. Vor allem nach den winterlichen Oststürmen seien die Funde frei an der Oberfläche gelegen. Seit einigen Jahren stürben die Wasserpflanzen nun nicht mehr ab und würden von den Stürmen nicht mehr ans Ufer getragen. Sicht auf den Seeboden und damit Zugriff auf die Funde sei auch im Winter – inzwischen seit sechs Jahren in Folge – in weiten Arealen nicht mehr möglich – so die freundliche Mitteilung von Herbert Gieß vom Januar 2020

    Hermann Behaghel

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    Die Kirchenbauten in Deutschland waren seit Mitte des 20. Jahrhunderts kunstgeschichtlich nicht hochgeschätzt, weil sie meist in früheren Stilen gebaut wurden, z. B. im Stil der Gotik. Erst ab Ende des 20. Jahrhunderts änderte sich die Wertschätzung dieser Kirchenbauten. Inzwischen sind sie Kulturdenkmäler geworden. In diesem Artikel wird die Tätigkeit des evangelischen Kirchenarchitekten und -baumeisters Hermann Behaghel anhand einiger Mannheimer Kirchen herausgestellt, der im nördlichen Teil Badens ca. 30 evangelische Kirchen entwarf

    Kirchenleitung in Baden

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    Die badische Landeskirche (Ekiba) und ihre Pfarrerinnen und Pfarrer haben in den letzten Jahren an ihrem Pfarrbild gearbeitet. Dies hat ihnen die Möglichkeit gegeben, sich der Aspekte ihrer Arbeit bewusst zu werden, die sie besonders motivieren. Die Pfarrpersonen schätzen die Nähe zu den Menschen in besonders sensiblen Momenten, vor allem bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Sie sind auch durch die spirituellen Aspekte ihrer Arbeit und die theologischen Überlegungen motiviert, die sie allein oder mit anderen ausarbeiten. Sie stellen jedoch fest, dass sie viel Zeit mit Sitzungen und Verwaltungsaufgaben verbringen. Anders als in vielen anderen Ländern sind in Deutschland die Pfarrpersonen gleichsam Führungskräfte eines kleinen Unternehmens. Diese Machtposition zeigt sich darin, dass sie Geschäftsberichte verfassen, für Gebäude und Haushalt verantwortlich sind, die Gemeinde rechtlich gegenüber den Behörden vertreten und Vorgesetzte des Gemeindepersonals und der mit ihr verbundenen Organisationen wie Kinderkrippen und Kindergärten sind. Die pastorale Arbeit umfasst die Einstellung von Personal, dessen Anleitung und Koordination. Studien zufolge entfallen 20 % der Arbeitszeit in der Gemeindearbeit auf die allgemeine Verwaltung und 20 % auf die Personalverwaltung. Diese Aufgaben scheinen kaum vereinbar mit den traditionellen Aufgaben der Pfarrperson, die in der Predigt, in der Begleitung und in der Lehrtätigkeit bestehen. Diese Verwaltungsarbeit ist jedoch mit dem Amt der Leitung einer Ortsgemeinde verbunden. Verwaltung und Führung sind nur schwierig zu trennen

    Kreuz in Bedrängnis

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    1970 hat Klaus Scholder mit einem Vortrag vor der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein im alten Vortragssaal des Generallandearchivs die wissenschaftlich-kritische Beschäftigung mit der Geschichte der badischen Landeskirche in der NS-Zeit angestoßen. Bis dahin dominierte die Deutungshoheit des unmittelbar beteiligten ehemaligen juristischen Oberkirchenrats Otto Friedrich, die bis in die Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer ausstrahlte. Das heißt nicht, dass es nicht auch vorher kritische Stimmen gab, wie die des Freiburger Rechtsphilosophen Erik Wolf oder aus dem Kreis der Theologischen Sozietät, aber sie gerieten in den 1950er und 1960er Jahren in den Hintergrund. Erst eine Ausstellung zum 50-jährigen Gedenktag der "Machtergreifung" über die Kirche unter dem Hakenkreuz in Württemberg und Baden hat auch in der badischen Landeskirche eine breitere Rezeption der Kirchengeschichte in der NS-Zeit angestoßen, wobei zunächst – von Fachaufsätzen abgesehen – das Jahr 1933 und seine Vorgeschichte anhand ausgewählter Dokumente im Fokus der Betrachtung standen. Mit der großangelegten sechsbändigen Dokumentation in Quellen "Die Evangelische Landeskirche in Baden im ‚Dritten Reich‘" (1991–2005) wurde in der badischen Landeskirche eine solide Grundlage für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema gelegt. Hervorzuheben für diese Forschungsetappe sind vor allem die Studien von Jörg Thierfelder, der die Brüche in der Geschichte der Landeskirche in dieser Zeit offenlegte. Inzwischen darf die Geschichte der badischen Landeskirche in der NS-Zeit als gut beackerter Boden gelten, auch wenn eine Reihe von Themen – etwa zum Wesen und zur Breitenwirkung der Deutschen Christen in Baden – noch einer intensiven und tiefgehenden Untersuchung bedürfen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die Monografien von Caroline Klausing über die Bekennende Kirche und die Studie von Rolf Ulrich Kunze über die Theologiepolitik in der NS-Zeit, an die sich eine Kontroverse über die Beurteilung der Landeskirche als "intakte“ Landeskirche anschloss. Der folgende Vortrag versucht einige Grundlinien der Geschichte der badischen Landeskirche in der NS-Zeit nachzuzeichnen unter bewusster Konzentration auf die badischen Verhältnisse

    Die evangelische Johanneskirche Bad Dürrheim im Kontext des modernen Kirchenbaus im 20. Jahrhundert

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    Es ist schwierig, für den Beginn der Geschichte des „modernen“ Kirchenbaus in Deutschland ein Fixdatum zu bestimmen. Denn rückblickend liegen dessen Wurzeln im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Katholischerseits wäre als Wegbereiter der liturgischen Neuerungen der Beuroner Benediktinerpater Peter Lenz zu nennen. Er legte 1870/71 den nie verwirklichten Idealplan einer Kirche vor, in der der Tabernakel nicht mehr auf dem Altar oder im Altarretabel untergebracht war. Evangelischerseits steht das in den 1860er Jahren entwickelte Konzept der „lebendigen Gemeinde“ des Dresdner Pfarrers Emil Sulze am Anfang. Es enthielt auch schon Überlegungen zu Neuerungen im Kirchenbau. Während die zum „modernen“ Kirchenbau führenden liturgischen Reformen in der evangelischen Kirche schon seit der nach dem „Wiesbadener Programm“ (1890/91) errichteten Wiesbadener Ringkirche (1892–94) und der in diesem Kontext 1894 von Cornelius Gurlitt geprägten Devise „Liturgie als Bauherr“ real in Architektur umgesetzte Formen annahmen, begann Derartiges im katholischen Kirchenbau erst nach Ende des Ersten Weltkriegs, nachdem Johann van Acken 1922 mit seiner Schrift „Christozentrische Kirchenkunst – Ein Entwurf zum liturgischen Gesamtkunstwerk“ den Schlüsseltext zum Kirchenbau aus Sicht der katholischen liturgischen Bewegung vorgelegt hatte. Parallel dazu entwickelten die evangelischen Architekten Otto Bartning und insbesondere Martin Elsaesser Konzepte, Sulzes Konzept der „lebendigen Gemeinde“ in adäquate Raumkonzepte für Gemeindezentren umzusetzen. Dabei beschäftigte sich Elsaesser schon intensiv mit dem Verhältnis von Kirche und Welt in der modernen Gesellschaft und dem damit verbundenen Eindringen des Profanen in den sakralen Bereich. Die Abgrenzung des Sakralen vom Profanen wurde neben der Formel von der „Liturgie als Bauherr“ zum zweiten prägenden Gedanken für den Kirchenbau nach dem Zweiten Weltkrieg

    Eine kurze Geschichte des Herbert Stuffer Verlags

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    Auch im digitalen Zeitalter liegen sie in Buchhandlungen aus: Werbekataloge, die das Lesepublikum über Neuerscheinungen und das lieferbare Programm eines Verlags informieren. Das Angebot allein sagt bereits viel über das werbende Unternehmen aus, Käuferansprache und Gestaltgebung ergänzen gezielt die Außenwirkung. Der vorliegende Beitrag stellt den ehemaligen Baden-Badener Herbert Stuffer Verlag anhand seines Prospektarchivs vor und zeigt, dass Verlagskataloge mehr als nur eine Produktpalette abbilden

    Das Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald und die Zähringer im Wandel der Zeit

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    Klöster gehörten seit dem frühen Mittelalter zu den konstituierenden Elementen von Herrschaft. Beschränkte sich ihre Stiftung noch im 10. Jahrhundert auf Initiativen ranghoher geistlicher und weltlicher Würdenträger aus der Umgebung des Königshauses, so entwickelten seit der Jahrtausendwende insbesondere im Südwesten des Reiches zunehmend Grafen und edelfreie Adelige ein Interesse an Gotteshäusern. Unter dem Einfluss der päpstlichen Partei in dieser Region vollzog sich dabei ein grundlegender Wandel. Denn seit Mitte des 11. Jahrhunderts erbaten Stifter für ihre Klöster nicht mehr, wie bisher, den Schutz des Reiches, sondern den des Apostolischen Stuhls. Sie orientierten sich dabei an den Ideen der Reform. Im Zuge dieser Bewegung entstand auch die Abtei St. Peter. Sie liegt östlich von Freiburg im Breisgau auf einer gewellten Hochfläche des Schwarzwaldes unweit des vermutlich ältesten Verbindungsweges vom Breisgau auf die Baar und zum Bodensee durch das heutige Höllental. Hauptakteur ihrer Stiftung war Herzog Bertold II. († 1111), der Begründer der Zähringerlinie. Auch nach ihrem Aussterben spielte die Pflege ihrer memoria in der Abtei immer wieder eine bedeutende Rolle bis zu deren Aufhebung im Jahr 1806

    Priester der Erzdiözese Freiburg berichten über das Ende des Zweiten Weltkriegs und die erste Nachkriegszeit (1945–1947)

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    Am 17. Mai 1945, wenige Tage nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht (08.05.1945), forderte Erzbischof Gröber die Pfarrseelsorger der Erzdiözese auf, Ereignisse in der Pfarrei vor, während und nach der Besetzung sowie etwaige Schäden an kirchlichen Gebäuden zu schildern und über die allgemeine Lage zu berichten. Mit den Stichworten „Plünderungen, Vergewaltigungen, andere Schwierigkeiten“ war den in die Pflicht Genommenen große Freiheit eingeräumt; sogar zu einem Tabuthema durften, sollten sie sich äußern! Das Erzbischöfliche Ordinariat hat die Anordnung mehrfach wiederholt. Bis Ende 1947 sind mehr als tausend Berichte eingegangen, viele schon im Sommer 1945. Das ist bemerkenswert, weil der Briefverkehr nur langsam wieder in Gang kam – wegen kriegsbedingter Zerstörungen und Anordnungen der Besatzungsmächte (der Nordteil der Erzdiözese gehörte zur amerikanischen, der Südteil mit Hohenzollern zur französischen Besatzungszone). Man war erfinderisch bei der Übermittlung von Nachrichten

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