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Die Heuschrecken in Naturschutzgebieten im Neckar-Odenwald-Kreis (Region Rhein-Neckar-Odenwald)
In den Jahren 2018 bis 2020 erfassten die Autoren Heuschrecken in 27 Naturschutzgebieten, einem flächenhaftem Naturdenkmal sowie in vier weiteren ausgewählten Gebieten des Neckar-Odenwald-Kreises und verglichen die Ergebnisse mit älteren Erfassungen. Dabei konnten 20 Langfühlerschrecken und 21 Kurzfühlerschrecken nachgewiesen werden.
Diese insgesamt 41 Heuschrecken-Arten stellen rund 58 % der baden-württembergischen Arten dar. Neun Arten sind in der aktuellen „Roten Liste der gefährdeten Heuschrecken Baden-Württembergs“ und weitere acht in der Vorwarnliste aufgeführt (detzel et al. 2021). Davon gelten drei Arten als „stark gefährdet“, sechs Arten als „gefährdet“ und acht Arten sind landesweit merklich zurückgegangen und daher auf der „Vorwarnliste“ zu finden. Für drei Arten, Plumpschrecke (Isophya kraussii), Laubholz-Säbelschrecke (Barbitistes serricauda) und Waldgrille (Nemobius sylvestris), ist Baden-Württemberg in besonderem Maße verantwortlich, da sich hier die Hauptvorkommen von ganz Deutschland befnden und die Bestände daher von bundesweiter Bedeutung sind. Neu im Neckar-Odenwald-Kreis hinzugekommen ist die besonders geschützte Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus). Sie konnte von den Autoren in fünf verschiedenen Gebieten nachgewiesen werden. Dagegen zeigten in den letzten vier Untersuchungsjahren der Sumpfgrashüpfer (Pseudochorthippus montanus) und
die Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera) deutliche Arealverluste
Ein Ettenheimer kämpft für die Freiheit
In den Kriegen der Amerikaner unter Georg Washington nach der Unabhängigkeitserklärung von 1776 gab es zunächst Rückschläge bis zu ihrem entscheidenden Sieg gegen die Engländer bei Yorktown im Jahr 1781. Frankreich unterstützte aufgrund eines Hilfsvertrages die amerikanischen Rebellen. Die französischen Truppen kämpften unter dem Befehl ihres Generals Rochambeau gemeinsam mit dem amerikanischen Heer unter Washington. Dabei setzten die Franzosen auch das vom Herzogtum Pfalz-Zweibrücken im Jahr 1757 errichtete Fremdenregiment „Royal Deux-Ponts" ein. Nach einem Geheimvertrag hatte das Herzogtum gegen die Zahlung von 80 000 Gulden ein Infanterieregiment aufzustellen, das in das französische Heer eingegliedert werden sollte. Die geworbenen Männer stammten vor allem aus dem Herzogtum selbst, aus dem Elsaß und aus Lothringen
Briefe der Familie Durlacher 1939-1942
Wir dokumentieren und kommentieren vier Briefe des Heidelberger Volksschullehrers Hermann Durlacher und seiner Frau Mart(h)a aus den Jahren 1939, 1941 und 1942, also aus den Jahren der Verfolgung und Deportation der jüdischen Einwohner. Das Ehepaar Durlacher hatte 1923 in Heidelberg geheiratet, wo Hermann Durlacher seit 1920 als Lehrer an der städtischen Volksschule Ecke Plöck/Sandgasse unterrichtete. Martha Durlacher, in Radovesnice geboren, stammte aus einer tschechischen Familie. Dies erklärt die Hinweise in den Briefen auf Verwandte in Jihlava (Iglau) an der böhmisch-mährischen Grenze und Kuthna Hora in Böhmen. Durlachers hatten zwei Söhne, Walter (geb. 1924) und Lutz (geb. 1927), die sie
am 26. Juli 1939 mit einem Kindertransport nach England schicken konnten. Familie Durlacher wohnte, wie zeitweilig auch Marthas Schwester Anni Arnold und ihr nichtjüdischer Mann Friedrich (Fritz) in der Hauptstraße 121. Fritz Arnold hatte 1939 seine Frau Anni davon überzeugt, dass sie sich in England in Sicherheit bringen müsse. Nicht zuletzt fürchtete er, keine Anstellung als Bankangestellter mehr zu erhalten. In den Kriegsjahren ließ er sich von seiner Frau scheiden, ohne diese darüber zu informieren, und gründete eine neue Familie. Vor vollendete Tatsachen gestellt, verließ Anni Arnold Deutschland, nach einem ersten und einzigen Besuch 1945, erneut und kehrte nach Großbritannien zurück, wo sie Kontakt zu Ludwig (Lutz), dem jüngeren Sohn der Durlachers hatte
100 Jahre DJK Villingen
Die Geburtsstunde des Dachverbands aller
DJK-Vereine datiert, ebenso wie die des lokalen
Hauptvereins, aus dem Jahre 1920. Initiator war
der Düsseldorfer Generalpräses C. Mosterts, ein
katholischer Jugendseelsorger, der den Dachverband in Würzburg gründete, wobei es einige Vereine bundesweit gibt, die weitaus älter sind. Er
prägte zwei Sätze, denen sich der Sportvorstand
bis heute verpflichtet fühlt: „Sport um der Menschen Willen“ und „Der Sinn der Leibesübung
muss der Geist sein, ihn, der an den Leib gebunden, von dessen Last zu befreien, ihn frisch, froh
und frei zu machen, damit er ganz Herr im Menschen sei“.
In einer Zeit des geistigen Aufbruchs, nach
Ende des ersten Weltkriegs, lagen die Wurzeln
in der Jugendbewegung. Erste Sportgruppen
entstanden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Pfarrgemeinden (u.a. der katholische Gesellenverein Kolping und der katholische Lehrlingsverein). Als Vorbilder dienten
auch bürgerliche- und Arbeitersportgruppen.
Damit war die Villinger DJK aufgenommen im
„Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen“
Heinrich Hansjakobs Grabkapelle mit dem Marienbrunnen in Hofstetten
Bereits 15 Jahre vor seinem Tod beschloss Heinrich Hansjakob, seine Grabkapelle in Hofstetten zu erbauen. Nach deren Fertigstellung folgte hinter der Kapelle eine Begräbnisgruft und dieser gegenüberliegend der Marienbrunnen. Mehrmals betonte er: Für meine Kapelle reut mich kein Geld. Sie ist ja mein Vermächtnis an die Menschen und die Berge der Heimat. Sie soll beide noch von mir grüßen, wenn ich längst nicht mehr bin. Heinrich Hansjakob wurde am 19. August 1837 in Haslach im Kinzigtal geboren. Auf den Besuch des Lyzeums in Rastatt folgte das Studium der Theologie und Philologie in Freiburg mit abschließendem Staatsexamen. Nach dem Besuch des Priesterseminars in St. Peter wurde er 1863 zum Priester geweiht. Seine Promotion erfolgte 1865 in Tübingen
Bibliotheken südwestdeutscher Männer- und Frauenkommunitäten zwischen Trienter Konzil und Säkularisation
Die klösterliche Bibliothekslandschaft des deutschen Südwestens in der Frühen Neuzeit hat viele Facetten. Jedoch stehen sowohl in der Wahrnehmung der Zeitgenossen des 17./18. Jahrhunderts wie auch bei den Kulturinteressierten heute nahezu ausschließlich die großen Universalbibliotheken der Benediktiner, der Zisterzienser und der Prämonstratenser im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, können sie doch mit ihren prachtvollen Bibliothekssälen und ihren hervorragend sortierten Beständen einen immerhin überregionalen Rang beanspruchen. Auch im folgenden Überblick stehen diese Bibliotheken im Vordergrund, da ihre Bestände ebenso wie die Quellen zu ihrer Geschichte sehr viel besser überliefert und viel breiter erforscht sind als die der Männer- und Frauenkommunitäten anderer Orden, deren Zahl am Ende des 18. Jahrhunderts die der Klöster und Stifte der Prälatenorden allerdings bei weitem übertraf. Um also ein Gesamtbild der südwestdeutschen Bibliotheken geistlicher Institutionen im 17./18. Jahrhundert skizzieren zu können, sollen deshalb hier auch die größtenteils unbekannten, bisweilen sehr respektablen, oft aber auch unspektakulären und manchmal eher desolaten Gebrauchsbibliotheken kleinerer Konvente vorgestellt werden, wie sie sich zwischen den normativen Vorgaben der jeweiligen Orden und dem individuellen Profil der Klöster in den zwei Jahrhunderten vor ihrer Auflösung positionierten
Gemeinsame Interessen oder Gegeneinander?
Der Freiburger Stadtpfarrer und Bestsellerautor Heinrich Hansjakob spricht in seinen 1902 unter dem Titel "Verlassene Wege" erschienenen "Tagebuchblättern" einmal vom "Reichsdeputationsraubschluß". Mit diesem Wortspiel umschreibt der "badische Nationalheilige" Hansjakob, der seine Schriftstellerlaufbahn als Historiker begonnen hatte, sehr treffend, wie man auf katholischer Seite auch nach einem Jahrhundert noch den Regensburger "Länderschacher" sah. Mit dieser Beurteilung stand er freilich keineswegs allein, sondern brachte eigentlich nur auf den Punkt, was Heinrich Treitschke als hässlichen und gemeinen "ungeheuren Rechtsbruch" bezeichnete
Vom Konflikt zur Kooperation!
Herzlichen Dank für die Einladung zu dieser Vortrag heute Abend. Ich gestehe: mir wäre "analog" lieber gewesen. Das hat mit meinem Alter zu tun, aber auch damit, dass unsere Kirche sich schon in ihren Grundvollzügen – Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung – dadurch auszeichnet, dass sie den ganzen Menschen anspricht: durchs Schmecken und Fühlen, durchs aufmerksame Hinhören und Schauen, wenn andere den Kopf schütteln oder die Mundwinkel hochziehen. Gerade, wenn es um heikle Fragen, ungewohnte Konstellationen oder Innovationen geht, ist es gut, einander mit allen Sinnen zu begegnen. Demgegenüber erlebe ich die digitale Kommunikation als deutlich reduziert. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie sich die berühmte Stille in der Generalsynode in der Stadtkirche Karlsruhe vor der Abstimmung über die Unionsurkunde wohl von der unterschieden hat, die wir heute durch Abschalten der Mikrofone in der Galerieansicht erreichen können. Sie haben mir als Titel des Vortrags die Frage "Auftrag oder lästiges Erbe?" mitgegeben. Meine Antwort fällt kurz und entschieden aus: Die Union ist Auftrag; sie ist eine Erfahrung, eine Gabe und Wegweisung, die die badische Kirche in die weltweite Ökumene und in die anstehenden gesellschaftlichen Transformationen eingebracht hat und weiterhin einzubringen hat. Mein Vortrag umfasst drei Teile: 1. Zunächst stelle ich uns die Grundszene der Unionsbestrebungen vor Augen. 2. Es folgen einige Überlegungen zum Umgang mit Konflikten im Horizont von Kirche und Öffentlichkeit 3. und schließlich ein Blick auf unseren Auftrag, das Miteinander in Kirche und Welt zu stärken
Das Badhaus im Fürstlich Fürstenbergischen Park von Donaueschingen
Wenn man von der Schützenbrücke kommend, vorbei am Museum Art.Plus, dem Quellentempel und dem Schloss, an der Brigach abwärts in Richtung Zusammenfluss schlendert, taucht nach einem hölzernen Brücklein über einen Seitenbach zunächst ein neoklassizistisches Tempelchen auf. Das Brücklein ist ganz im Stil der Naturbarock-Brückenarchitektur im Fürstlich Fürstenbergischen Schlosspark gestaltet: Rohe Laubholzstämme, die ineinandergewirkt und verschlungen bei vielen Gewässerübergängen im F.F. Park unverwechselbare Erkennungszeichen sind. Nach dem Brücklein fällt der Blick auf ein langgestrecktes, gelb-weiß strahlendes Gebäude, das ebenfalls im neoklassizistischen Stil erbaut ist. Es ist das ehemalige Badhaus, durch Umnutzung vor 30 Jahren seither auch „Parkrestaurant“ genannt. Das auffällige Bauwerk hat eine bewegte Geschichte, die nicht nur eng mit dem Fürstenhaus und der Stadt Donaueschingen verwoben ist, sondern bis hin zur adligen Hofkultur von Versailles und der einst gewaltigsten Maschine der Welt führt. Seine Geschichte soll hier erzählt werden
Die erste Mannheimer Kinderkrippe
Die Betreuung und Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern außerhalb des Elternhauses in Kinderkrippen ist nicht erst ein Thema der letzte Jahrzehnte. Mit der Einrichtung derartiger Betreuungseinrichtungen wurde in Deutschland schon Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen. 1849 öffnete die erste Kinderkrippe in Wien ihre Türen. Bis 1851 stieg die Zahl der dortigen Krippen auf acht an. Im selben Jahr 1852 wurden Krippen in Dresden und Leipzig gegründet. 1852 folgten Berlin, Hamburg und Sachsenhausen bei Frankfurt. Obwohl selbst die 1867 in Paris veranstaltete Weltausstellung über eine Musterkrippe verfügte, fand die neue Form der Kinderbetreuung im Großherzogtum Baden zunächst keine Beachtung. Erst 1877 wurde die erste Kinderkrippe in der badischen Residenzstadt Karlsruhe eröffnet, der 1897 eine zweite folgte