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Volksbäder in der Ortenau
Mit Wasser ist Erfrischung und Reinigung verbunden. Baden im warmen oder kalten Wasser dient der Sauberkeit und fördert Gesundheit und Wohlbefinden. Regelmäßige Körperpflege ist für uns selbstverständlich. Daher haben die allermeisten Wohnungen heutzutage ein Badezimmer mit einer Wanne oder wenigstens einer Dusche. Das gewünschte Nass kommt jederzeit im Hahnumdrehen aus der Leitung. Wir können baden und duschen, wann und wie oft wir wollen. Früher war das nicht selbstverständlich. Wer zu Hause keine Bademöglichkeit hatte, musste eine öffentliche Badeanstalt aufsuchen, wo er gegen Entgelt ein Wannen- oder Duschbad nehmen konnte. In fast jeder Gemeinde gab es früher eine solche Einrichtung, die unter der Bezeichnung "Volksbad" bekannt war. Die Volksbäder wurden ausschließlich zur Körperreinigung aufgesucht und unterschieden sich damit von Bädern, welche der Heilbehandlung oder rituellen Zwecke dienten. Jahrzehntelang erfüllten die kommunalen Volksbäder eine wichtige Funktion für die örtliche Hygiene und waren insofern eine unverzichtbare Einrichtung einer Gemeinde. Der folgende Aufsatz erinnert an sie
Der Posaunenchor Staffort
"Halleluja! Lobet Gott in Seinem Heiligtum … Lobet ihn mit Posaunen … Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ (Psalm 150,1.3.6) Auf 3.000 Jahre alte Biblische "Einsetzungsworte" berufen sich Evangelische Posaunenchöre schon jahrhundertelang – seit 2016 werden sie als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO gewürdigt! Lange hatten Bläser es aber schwer, in Kirchen spielen zu dürfen. Martin Luther, der selbst an der Laute komponierte, empfand Trompeten als "himmlisches Feldgeschrei" oder "scheußliches Gottes-Ehr-Schreien". Gleichwohl wurden um 1500 erste Bläser-Motetten komponiert, Michel Praetorius prägte 1618 den Namen "Posaunen Chor", Johann Sebastian Bach sah in einigen Kantaten ausdrücklich Posaunen vor. Ihr Siegeszug als kirchliche Freiluft-"Allwetter-Orgeln" begann 1731 in der Herrnhuter Brüdergemeine, 1738 bereits mit Bläser-Einsatz am frühen Ostermorgen! Doch erst im Lauf des 19. Jahrhunderts verbreiteten sie sich im Zuge der Erweckungsbewegungen als Instrumente der Volksmission in ganz Deutschland – oft in Evangelischen Jünglingsvereinen (CVJM) - und auch in England als "Brass Bands" der Heilsarmee. In unserer Nachbarschaft wurden 1896 die Posaunenchöre in Blankenloch und Friedrichstal gegründet, 1910 in Spöck. 1921, im selben Jahr, in dem in Staffort
die 2. Generation Kirchenglocken läuteten, waren auch hier erstmals Posaunen-Klänge zu hören. Da diese erste Initiative aus Mangel an Probenräumen bereits fünf Jahre später wieder einschlief, blieb ihr aber 1934 die Zwangseingliederung in die nationalsozialistische "Reichsmusikkammer" erspart. Umso schneller kam es 1946 schon kurz nach dem Ende des "Dritten Reiches" in Staffort zur Posaunenchor-Neugründung, auch diesmal mit Unterstützung des EC-Jugendbundes der seit 1910 hier bestehenden Liebenzeller Gemeinschaft. Seine kirchenmusikalische "DNA" kommt bis heute bei jedem Einsatz zum Tragen. Dass seit der Jahrtausendwende gelegentlich profane Musik wie etwa
Kinohits Aufnahme ins Repertoire findet, ist der ununterbrochenen Verjüngung des Ensembles zu verdanken, da sich die musikalischen Prägungen der
Bläserinnen und Bläser von Generation zu Generation unentwegt wandeln. Deshalb bringt unser Posaunenchor regelmäßig eine erfreulich große Bandbreite alten und neuen geistlichen Liedguts zu Gehör
Zur Hochwassergeschichte der Kinzig
Die Überschrift bezieht sich auf den an der Kinzig gelegenen Ort Neumühl bei Kehl. Sie ist dem zweiten Band des "Geographischen Statistisch Topographischen Lexikon von Schwaben" von Philipp Ludwig Hermann Röder aus dem Jahr 1792 entnommen. Röder (1755–1831) war ein evangelischer Geistlicher und Reiseschriftsteller, der offenbar ein informierter, guter Beobachter war, denn auch für andere Orte entlang von Kinzig und Schutter vermied er es nicht, auf die Überschwemmungsgefahren hinzuweisen. Die Aussage selbst ist jedoch so allgemein gehalten, dass sie – damals wie heute – auf sehr viel mehr Orte entlang von Kinzig und Schutter zutreffen könnte, als von Röder genannt
Die Kinzig, "o wohl verfluchte Neptunsbraut!"
Im Zusammenhang mit anderen großen Flussbaumaßnahmen im Großherzogtum Baden wurde im Jahr 1822 auch das große Wehr in der Kinzig vor Gengenbach vollendet. Ein Jahrhundertwerk, so dachten die Zeitgenossen über die für damalige Zeiten unglaublich große Baustelle. Begeisterung herrschte überall, und sie schlug sich auch nieder in jener Beschreibung, die der letzte Prior des Benediktinerklosters Gengenbach, Johannes Baptista Mayer, zu diesem Bauwerk lieferte. Mayer war bei der Auf ösung des Klosters 1802 als Pfarrer in Ichenheim, wo das Kloster Gengenbach Patronatsrecht hatte, tätig gewesen und versorgte ab 1807 als Pfarrer dann die Gengenbacher Pfarrei mit Wohnsitz in den ehemaligen Klostergebäuden. Das Besondere an seiner "Denkschrift an die Nachwelt": Mayer ließ die Stadt Gengenbach in der Ich-Form ihre besondere Beziehung zur Kinzig in Worte fassen. Dabei scheute er nicht davor zurück, heftig über die manchmal äußerst wilde Kinzig herzuziehen. Was für ein Glück, so der Ex-Prior, dass es den weisen Badischen Großherzog gibt, der diesem schrecklichen Fluß nun Paroli bietet. Und so tönte es nun poetisch aus dem Grundstein zum neuen Wehr
Die Auseinandersetzungen um den Honauer Pfarrer Eduard Martin Stark
Als Eduard Martin Stark am 5. August 1869 die Pfarrei Honau übernahm, war man dort ehrlichen Herzens froh, endlich wieder einen Pfarrer zugewiesen bekommen zu haben. Nicht, dass man mit seinen Vorgängern nicht zufrieden gewesen wäre, aber in den vorangegangenen 30 Monaten, die seit dem Tod des vorherigen Honauer Pfarrers Ludwig Weiser ins Land gezogen waren, hatten sich mit Pater Thomas Bernrieder, Joseph Bissier, Heinrich Bußmann, Johannes Eduard Bongert und Franz Joseph Wenzel nacheinander immerhin fünf Pfarrverweser um die Seelsorge in der Pfarrei gekümmert. Bei fünf Pfarrverwesern innerhalb von 30 Monaten kann man sich eines vorstellen: kaum hatte man sich an den einen gewöhnt, so verließ dieser den Ort bereits wieder und machte seinem Nachfolger Platz. Nachdem diese fünf Geistlichen nicht auf die Pfarrei investiert, sondern nur als Pfarrverweser eingesetzt worden waren, war ihnen von Beginn an klar, dass sie in Honau nur eine Übergangsphase zu absolvieren hatten. Eine Situation, in der man keine neuen Impulse setzt, sondern in erster Linie darauf achtet, den Laden einfach am Laufen zu halten
Fischadler im Schwenninger Moos
Der Fischadler ist auf der Baar ein alljährlich vereinzelt auftretender, sehr
attraktiver Greifvogel; allerdings nur während der Zugzeiten im Frühjahr und
Herbst. Er ist ein typischer Durchzügler, der auf seinem Weg vom nördlichen
Brutgebiet ins südliche Überwinterungsgebiet und umgekehrt die Gewässer der
Baar als Rastgebiet regelmäßig nutzt.
Mitte April und Mitte September kann man ihn an fischreichen Gewässern
mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit beobachten. Die Wahrscheinlichkeit, ihn
anzutreffen, ist an der oberen Donau, den Riedseen und am Unterhölzer Weiher
am größten. Im April 2020 hielt sich für kurze Zeit ein Exemplar im Schwenninger Moos auf.
Die Brutvorkommen liegen überwiegend im nördlichen Europa mit einer
hohen Brutdichte in Skandinavien. Der Fischadler ist auch Brutvogel in Mitteleuropa mit einem erfreulicherweise positiven Bestandstrend. Ausgehend von
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg erobert er zunehmend auch das
mittlere und südliche Deutschland.
Die Hauptüberwinterungsgebiete liegen überwiegend südlich der Sahara in
Afrika mit einem Schwerpunkt an der westafrikanischen Atlantikküste
Verbreitung, Habitatnutzung und Phänologie der Glasflügler im Raum Tübingen (Lepidoptera: Sesiidae)
Von Mai bis August 2020 wurden die Glasflügler (Sesiidae) im Raum Tübingen mittels Pheromonfallen und erfolgsorientierter Suche der Larvalstadien im Gelände kartiert. Die Erfassungen an sieben Standorten am Spitzberg und Schönbuch-Südrand erbrachten Nachweise von sechzehn Arten. Mit den hier beschriebenen Neufunden von Paranthrene tabaniformis, Paranthrene insolita, Synanthedon formicaeformis, Synanthedon soffneri und Bembecia albanensis stieg die Zahl der im Untersuchungsgebiet insgesamt jemals nachgewiesenen Arten auf zwanzig. Für den Großteil der Glasflügler wurde eine weite Verbreitung über alle Standorte hinweg festgestellt, die sich je nach Biotopausstattung in unterschiedlichen Individuenzahlen äußerte. Die Flugzeiten, welche zwischen dem 6. Mai und 15. August 2020 in 78 Fangperioden erhoben wurden, zeigen deutliche Verschiebungen gegenüber den phänologischen Langzeitdaten der Landesdatenbank Schmetterlinge Baden-Württembergs
"Herkules - unsterblicher Held"
Ursprünglich sollte im Kurpfälzischen Museum Heidelberg (KMH) vom 25. März bis 12. Juli 2020 die Sonderausstellung über die Figur und den Mythos des Herkules zu sehen sein. Covid-19-Krise und erster Lockdown durchkreuzten unerwartet diesen Plan. Die Ausstellungseröffnung wurde verschoben, die Wartezeit mit Digitalem überbrückt. Online gestellte Kurzfilme zu den schönsten Exponaten und Interviews mit den beiden Kuratorinnen – der Kunsthistorikerin Karin Tebbe und der Archäologin Renate Ludwig – sowie mit dem Museumsdirektor Frieder Hepp vermittelten zwar interessante Einblicke in die Ausstellung, waren aber kein gleichwertiger Ersatz. Ab dem 6. Mai durfte man endlich, strengen Hygienerichtlinien folgend und mit Maske, die Ausstellung besuchen, die glücklicherweise bis zum 20. September verlängert werden konnte. Wegen der Virengefahr zwischenzeitlich geschlossene Grenzen hatten die Ankunft bedeutender Leihgaben aus italienischen Museen verhindert, die bei der großen Herkulesausstellung („Ercole e il suo mito“) in Turin 2018/19 zu sehen gewesen waren. Mittels Reproduktionen und Fotografien versuchten die Kuratorinnen diesem Manko entgegenzuwirken, auf einen Ausstellungskatalog musste jedoch verzichtet werden