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    Römische Torkeltechnologie im 21. Jahrhundert

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    Als Maschinenbauer interessieren mich auch alte Maschinen, vor allem, wenn sie aus anderen Materialien bestehen als beispielsweise Stahl oder Kohlefaser, die wir heute mit dem modernen Maschinenbau verbinden. Zwei Freunde aus Nonnenhorn kennen meine Leidenschaft und lockten mich deshalb in das idyllische Bodensee-Weindorf. Sie führten mich an ein Holzgebäude in der Dorfmitte, das an eine Scheune erinnert und ein historisches Gerät enthalten soll. Zu uns hat sich Winzermeister Ulrich Höscheler, Senior im Weingut »Rebhof«, mit einer gut gekühlten Flasche seines spritzigen Müller-Thurgau gesellt. Ehrfurchtsvoll stehe ich vor einem hölzernen Ungetüm, das prominent mitten im Dorf steht. Die Jahreszahl 1591 ist in Pressbaum und Spindel eingehauen. Ulrich Höscheler bediente Deuels Torkel, wie er früher genannt wurde, von früher Jugend an noch bis 1955. Er erläutert mir, dies sei eine Baumpresse zur Gewinnung von Traubenmost, am See Torkel oder Torggel, am Hochrhein auch Trotte genannt. Der Begriff leite sich vom lateinischen torcular ab, welcher für Kelter stünde

    Auf römischen Straßen an den Bodensee

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    Von Unlingen aus führt westlich der Kanzach ein Feldweg in direkter Linie, streckenweise sogar fast völlig geradlinig, auf Dürmentingen zu. Er ist Teil eines alten Straßenzugs, der als »Heerstraße« ab dem 15. Jahrhundert in den Quellen häufig erwähnt wird. Nach Süden hin ist er teilweise verschwunden. Aus den urkundlichen Angaben lässt sich sein Verlauf über Dürmentingen durch das Kanzachtal, dann westlich an Kanzach vorbei, durch Dürnau und Allmannsweiler bis zu einem Endpunkt östlich von Bierstetten rekonstruieren. Von Unlingen nach Norden wird die Linie in Richtung Zwiefaltendorf durch die »Alte Landstraße« fortgesetzt, die auch hier in den Quellen als »Heerstraße« auftaucht

    Die badische Union von 1821

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    Am 22. November des Jahres 1915 hielt der evangelische Theologe Johannes Bauer turnusgemäß die Akademische Festrede des Prorektors – als Rektor galt damals Seine Königliche Hoheit der Großherzog selbst. Der Prorektor sprach "Über die Vorgeschichte der Union in Baden" und er sprach natürlich in der 1883 erneuerten Alten Aula, umrahmt von den Bildnissen des Gründers der Universität Heidelberg: Pfalzgraf, Kurfürst und König Ruprecht von der Pfalz auf der einen, Markgraf, Kurfürst und Großherzog Karl Friedrich von Baden, des Neubegründers der Universität, auf der anderen Seite

    Der Pfarrer als Bürger

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    Ein Nachruf ist eine Biographie en miniature. Auf knappem Raum werden die Lebenslinien und berufichen Funktionen, die Verdienste sowie persönlichen Eigenschaften des Verstorbenen skizziert. Der Text zieht in aller Regel die Summe eines guten und erfüllten Lebens – eine öffentliche Würdigung und Ehrung also. Ein Nachruf ist aber zugleich auch ein Aufruf. Als publizistisches Format repräsentiert er implizit eine Aufforderung zum Nachahmen, zum Lernen der Vielen aus dem biografischen Exempel des Einen. Der Nachruf reproduziert und bestätigt dadurch die soziale Erwünschtheit der erwähnten Leistungen und Werte. Da die Zeitung, in der ein Nachruf veröffentlicht wird, sich an ihre Leserschaft wendet, formuliert sie zugleich auch ein Selbstbild von sich und ihrem Publikum: Dies halten wir für würdigungswert und wertvoll. Der Nachruf ist damit auch ein Mittel sozialer Distinktion: Wir sind anders als die anderen. Und in diesem Sinne kann der Nachruf als eine Quelle gelesen werden – er ist der publizistische Seismograph von kollektiven Mentalitäten und Denkweisen in einem sozialen Segment der Bevölkerung. Als Quelle dient er der historischen Rekonstruktion von kollektiven Selbstbildern aus der Zeit des Nachrufs. Auf ihrer Titelseite vom 13. März 1848 präsentierte die Karlsruher Zeitung ihren Leserinnen und Lesern solch ein Leben. Wenige Tage zuvor war in Heidelberg der Kirchenrat und Dekan Dr. Christian Theodor Wolf (1765–1848) verstorben. Nachgezeichnet werden seine Ausbildung, sein Werdegang als Geistlicher und seine über 50jährige Tätigkeit in unterschiedlichen Funktionen der protestantischen Amtskirche der Kurpfalz und Badens

    Ort des Schreckens, Gedenkens und Mahnens

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    Recherchen nach den Opfern nationalsozialistischer Verbrechen haben – auch mehr als 70 Jahre nach Ende der NS-Herrschaft – weiterhin ihre erinnerungspolitische Berechtigung. Noch bis vor einigen Jahren gehörte dies in der Bundesrepublik unbestritten zum gesellschaftlichen Konsens. Inzwischen ist dies nicht mehr so. Die Forderungen der politischen Rechten und Rechtsextremen nach einem "Schlussstrich", wie dies Björn Höcke in seiner Dresdner Rede als eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" beschrieb, finden inzwischen auch bei Teilen der bürgerlichen Mitte wieder einen Resonanzraum. In Baden-Württemberg mündeten diese Wendeversuche von Rechtsaußen 2017 in einem Antrag der Landtagsfraktion der AFD, die finanzielle Förderung der Gurs-Gedenkstätte zu streichen; ein Vorhaben, das jedoch vom übrigen Landesparlament abgeschmettert wurde. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der "Begräbnisstätte für die Opfer der Gewaltherrschaft 1933–1945" auf dem Historischen Waldbachfriedhof in Offenburg, zu der es viele offene Fragen gibt. Berücksichtigt werden soll auch die wissenschaftliche Aufarbeitung der sogenannten "zweiten Geschichte" des Nationalsozialismus, ein Begriff, den die Historiker Peter Reichel, Harald Schmid und Peter Steinbach formuliert haben und den insbesondere der Mannheimer Historiker Marco Brenneisen in seiner jüngsten Veröffentlichung aufgegriffen hat. Es geht um die Nachgeschichte des Nationalsozialismus, zu der neben der politisch-justiziellen und politisch-kulturellen Überwindung auch die öffentliche Erinnerung gehört

    Protest in der Provinz

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    Außergewöhnliche historische Ereignisse und Entwicklungen werden häufig zu "runden" Gedenkjahren aufgegriffen. So legte die wissenschaftliche Auseinandersetzung 2018 einen großen Fokus auf das Phänomen "1968" in all seinen Facetten: Politik, Populärkultur und Proteste. Welchen Stellenwert Protestereignisse der Jugend in Offenburg hatten, zeigt das Beispiel der Ausschreitungen um das "Ortenauer Weinfest" vom letzten Septemberwochenende 1971 – nun 50 Jahre später. In der damaligen Samstagsausgabe des Offenburger Tageblatts (OT) wurde angekündigt, dass "die wohl beliebteste Veranstaltung während der Oberrhein-Messe in Offenburg […] erstmals auf seinem neuen Veranstaltungsplatz" stattfände und nicht wie sonst auf der Hauptstraße. Bereits in diesem Vorbericht wurde mit einer Besucherzahl von zehntausend Gästen gerechnet. Das Badische Tagblatt (BT) gibt als Datum des Weinfestes die "vier weinseligen Wochenendtage […] vom 24. September bis 3. Oktober" an. Außerdem sollten zwei geliehene und auf dem Markplatz aufgestellte Weinbrunnen eine "Ausdehnung bis in die Hauptstraße" verhindern. Grund hierfür war, dass die durch das Weinfest bisher "halbseitige Sperrung" der Hauptstraße "während der Woche nahezu unverantwortliche Verkehrsbeschränkungen mit sich brachte"

    Die Hauszeichen-Sammlung Schott aus Schutterwald

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    Paul Schott, geb. am 26.06.1892 in Avolsheim im Elsass, war von 1924 bis 1934 Hauptlehrer in Schutterwald. Er war verheiratet mit Maria Werner aus Weier, das Paar hatte zwei Kinder: Paul starb bereits im Alter von drei Jahren, Helmut wurde im Zweiten Weltkrieg als zweiundzwanzigjähriger Soldat abgeschossen. Paul Schott und Gattin zogen am 10.10.1934 von Schutterwald nach Kehl und am 15.04.1941 nach Straßburg-Neudorf. Nach Kriegsende 1945 machten die Schotts in Weier einen Neuanfang, nachdem Paul Schott in französischen Lagern inhaftiert gewesen war. Ab 1946 war er in Weier wieder als Lehrer angestellt. Er leitete dort wie zuvor in Schutterwald den katholischen Kirchenchor, war Organist und betätigte sich als kreativer Zeichner. 1957 wurde er pensoniert. Er starb im Jahre 1968 und wurde in Weier begraben. Der Schutterwälder Kronenwirt Albert Wurth hielt am Grabe für die ehemaligen Schutterwälder Schüler und als damaliger Gemeinderat den Nachruf. Das Grab der Familie wurde inzwischen abgeräumt

    Hol über! Die badischen Fähren über den Rhein

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    Hagen von Tronje hatte keine andere Wahl, wenn er seine Nibelungen über die Donau bringen wollte: Er musste eine Fähre und einen Fährmann (Fergen) finden, denn für eine Furt war der Fluss zu tief und eine Brücke gab es nicht. Auch anderswo gelang es nur selten, ein großes Gewässer mittels einer Furt oder einer Brücke zu überwinden; und die Orte, an denen es dennoch auf Dauer gelang, bezeugen es oft mit ihrem Namen. Der Rhein war zwar ein Wasserweg, aber zugleich schnitt er andere Wege, die ihn querten, ab; nur Fähren konnten die Lücken schließen. Von einigen, besonderen, soll hier nun die Rede sein

    Steinbacher Lagerbuch und Stadtordnung [1654]

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    Eine Quellenedition des im Generallandesarchiv Karlsruhe verwahrten "Fürstlich Marggrävisch Badisch[en] Lägerbuch[s] Steinbacher Ambts [...] 1654" mit Worterklärungen, Angaben zu den genannten Gemarkungen und Gewannen sowie ausführlicher Einleitung

    Neue und bemerkenswerte Funde von Flechten und flechtenbewohnenden Pilzen in Süddeutschland und Umgebung

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    Von 40 seltenen oder hinsichtlich ihrer Ökologie bemerkenswerten Arten werden Vorkommen genannt und Habitatverhältnisse beschrieben, so für die in Deutschland oder Frankreich jüngst neu nachgewiesenen Caloplaca squamuloisidiata, Candelariella boleana, Stereocaulon leucophaeopsis, Strigula ziziphi und Toniniopsis dissimilis. Es werden mitteleuropäische Vorkommen der beiden kürzlich unterschiedenen Arten von Sarea difformis s. lat. genannt. Die Vergesellschaftung von Rinodina malangica, R. orculata, Maronea constans und Candelariella boleana wird belegt

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