RegionaliaOpen Badische Landesbibliothek
Not a member yet
9561 research outputs found
Sort by
Die Dame vom Eckhaus am Marktplatz von Villingen
Am Marktplatz, dem markantesten Platz Villingens, am Schnittpunkt der Hauptachsen in
der historischen Innenstadt, ist auf einer Höhe
von etwa 4 Metern am Haus Obere Straße 1 die
Statue einer Frau sichtbar.
Diese Figur bemerkt sicherlich jeder, der den
Marktplatz passiert, und sie ist ebenso ein beliebtes Fotomotiv. Die Statue zeigt eine Frau im
mittleren Alter im prächtigen Gewand einer Patrizierin im Stil der Renaissance Anfang des 16.
Jahrhunderts. Zusammen mit dem Haus und dem Renaissanceerker verleitet dies dazu anzunehmen, dass das komplette Ensemble aus der
Renaissancezeit stammt.
Das Haus ist jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Auftrag von Josef Boss erbaut worden
1870: Die Blattern in Zell am Harmersbach!
Immer wieder bedrohen Seuchen die Gesundheit der Menschen. Da die Ansteckung unbemerkt erfolgt und sich die Erkrankung erst nach einer Inkubationszeit zeigt, entsteht eine große Verunsicherung. Um die massenweise Ausbreitung eines Virus zu vermeiden, war und ist die politische Verwaltung gefordert. Einschränkungen der Kontaktfreiheit überzeugen heute und überzeugten früher nicht jeden Bürger. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedrohten hierzulande die "Blattern" oder "Pocken" die Gesundheit der Menschen. Ein Blick in die Zeller Geschichte zeigt, wie die Bürger und die Stadtverwaltung damals damit umgingen
Hagelwetter 1750 - Wolkenbruch 1943 in Gremmelsbach
Wetterkapriolen sind nichts Ungewöhnliches, und nicht jede Wasserknappheit, jedes Hochwasser bleibt im Gedächtnis oder findet Eingang in die Gemeindeakten, kaum einmal ein Sturm, der Bäume knickt und Bahn- und Straßenverkehr lahmlegt. Nicht einmal in jedem Jahrhundert ereignen sich Naturkatastrophen von einem Ausmaß, dass sie der Nachwelt überliefert werden. Für geradezu "normal" darf man ansehen, wenn das Wasser im Gremmelsbach einmal nur noch in einem kaum armdicken Rinnsal fließt oder nach Starkregen über die Ränder tritt, Steine umgewälzt werden und sich der Bach stellenweise ein neues Bett schafft. Zwei gewaltige Ausnahmen im 18. und im 20. Jahrhundert verdienten es in den Augen der Zeitgenossen, für die Zukunft festgehalten zu werden
Hohenasperg und Hohentwiel im Dreißigjährigen Krieg
Noch heute sieht man den erhaltenen Festungen im Zentrum Baden-Württembergs und der ehemals württembergischen Festung Hohentwiel
in der Nähe des Bodensees auf den ersten Blick ihre einstige überragende Bedeutung an. Einige dieser großen Anlagen wie der Hohentwiel, der Hohenurach oder der Hohenneuffen beherrschen als markante Punkte in der Landschaft das weitere Umland. Andere Festungen wie Hohentübingen oder Hohenasperg wurden umgebaut, um sie einer neuen Nutzung zuzuführen. Die imposanten Ausmaße und die erhaltenen Befestigungsanlagen vermitteln aber noch eine gute Vorstellung vom einstigen militärischen Zweck dieser Anlagen. Ihre Geschichte während des Dreißigjährigen Krieges kann man nur im größeren Zusammenhang betrachten. Deshalb muss man bei einer Studie über die Festung Hohenasperg im Dreißigjährigen Krieg auch andere württembergische Festungen in die Betrachtung einbeziehen
Daniel Schenkels theologische und kirchenpolitische Position 1846 vor dem Hintergrund der Deutschkatholiken-Frage mit Ausblick auf seine Entwicklung bis zur Gründung des Protestantenvereins
Daniel Schenkel (1813–1884), zunächst Pfarrer in Schaffhausen, später Heidelberger Professor und Direktor des Predigerseminars, lebte in einer turbulenten Zeit, in der verschiedenste protestantische Kräfte nach dem richtigen Weg der Kirche in die Zukunft suchten. Schenkel selbst machte im Laufe seines Lebens eine markante theologische und kirchenpolitische Entwicklung durch. Im Folgenden wird diese ausgehend vom (Kirchen-)Politikum der Deutschkatholiken-Frage geschildert. Zunächst werden dazu die Vorgeschichte und die Entstehung der deutschkatholischen Bewegung, einer vom theologischen Spätrationalismus beeinflussten katholischen Dissidenten-Gruppe, mit Konzentration auf Baden nachgezeichnet. Danach werden anhand einer Veröffentlichung Schenkels zur Deutschkatholiken-Frage seine theologische und kirchenpolitische Position 1846 ausführlich dargelegt, bevor von dort aus seine Entwicklung bis zur Gründung des Protestantenvereins skizziert wird
"Bin ich nach Holland mit einem Floß gefahren."
Für den Dichter Wilhelm Hauff (1802–1827) waren die "Schwarzwälder", die "mit ihrem Wald handeln", Exempel und Legende zugleich: "Sie fällen und behauen ihre Tannen, flößen sie […] den Rhein hinab, bis weit hinein nach Holland, und am Meer kennt man [sie] und ihre langen Flöße; sie halten an jeder Stadt, die am Strom liegt, an und erwarten stolz, ob man ihnen Balken und Bretter abkaufen werde; ihre stärksten und längsten Balken aber verhandeln sie um schweres Geld an die Mynheers, welche Schiffe daraus bauen […] Ihre Freude ist, auf ihrem Holz die Ströme hinabzufahren, ihr Leid, am Ufer wieder heraufzuwandeln." Wie im württembergischen Schwarzwald, den Hauff mit seiner Schilderung im Blick hatte, haben sich auch im Kinzigtal Erinnerungen an jene Schiffer erhalten, die sich mit ihrem Holzhandel über das heimische Gewässer hinaus auf den Rhein wagten. In Wolfach, dem alten Kinzigtäler Flößereiplatz, bezeugen ferne Mitbringsel den Aktionsradius seiner Schiffer: "Bilder aus Holland mitgebracht, ein schön bemalter Schrank aus Holland, Geschirr, das gleichzeitig an den Kobalthandel erinnert, holländische Tabaksdosen, Medaillen, der letzte holländische Goldgulden aus der Schifferschaftskasse.
Wo der Architekt der Schutterwälder Pfarrkirche einst lebte
Der Historische Verein Schutterwald hat sich auf Spurensuche begeben und herausgefunden: Architekt Hirschbühl besaß in Schutterwald Haus und Grund. Die Forschungen wurden nun bestätigt. Der gebürtige Vorarlberger Architekt Joseph Hirschbühl, geboren 1746 in Lingenau, hinterließ vor allem mit dem Bau der Pfarrkirche im Ort seine eindeutigen Spuren. Dass er darüber hinaus mit der Schutterwälderin Theresia Lipps verheiratet war und mit ihr in Schutterwald lebte, ergibt sich aus den Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern. Beim Historischen Verein Schutterwald mit den Forschern Eugen Hansmann und Klemens Hansert wurde schon lange der Standort des Wohnhauses in der Nähe der Kirche vermutet. Eingemeißelte Buchstaben in einem Türbogen des Kellerabgangs eines Hauses in der Hauptstraße mit den Anfangsbuchstaben IHB+1787+TL – es sind die Initialen des Joseph Hirschbühl und seiner Frau Theresia Lipps – grenzten die Forschungen ein. Doch nur eine Vermutung genügte Klemens Hansert nicht. Er wollte eine Bestätigung und nahm Verbindung mit dem Grundbuchzentralarchiv Baden-Württemberg auf. Dort, in Kornwestheim, lagern die älteren Grundbucheintragungen der Gemeinde. Von dem zuständigen Sachbearbeiter bekam Hansert seine Vermutungen bestätigt
Irsee - die Bibliothek eines ostschwäbischen Benediktinerklosters und ihre Erforschung
Das um 1180 – als Gründungsjahr wird traditionell 1182 angegeben – aus einer Einsiedlerzelle hervorgegangene Kloster Irsee konnte schon aufgrund seines recht späten Gründungsdatums niemals die Bedeutung der sehr viel älteren, im Umkreis von einer Tagesreise gelegenen Benediktinerstifte Ottobeuren und Kempten erlangen. Dennoch überstand Irsee alle Bedrohungen, gewann 1692 die völlige Reichsunmittelbarkeit und behauptete seinen festen Platz in der ostschwäbischen Klosterlandschaft bis zur Säkularisation 1802. Besonders eng gestalteten sich naturgemäß die Beziehungen zu der benachbarten Reichsstadt Kaufbeuren, wo das Kloster einen stattlichen Pfleghof besaß. Vielfältige Verbindungen unterhielt es auch zu der zwei Tagesreisen entfernten Metropole Augsburg, besonders zu dem dortigen Benediktinerstift St. Ulrich und Afra
Das Beinhaus an der Stiftskirche
Im Mittelalter wurden üblicherweise die Gräber um die Kirche herum angelegt. Lahr stellte insofern einen Sonderfall dar, weil es mehr als 200 Jahre lang keine Pfarrkirche in der Stadt gab. Innerhalb der Mauern befand sich nur die Schlosskapelle, die von solchen Gläubigen besucht wurde, die den langen Weg zur Burgheimer Kirche scheuten. Die Stiftskirche war eine außerhalb der Stadtmauern liegende Klosterkirche. Erst um etwa 1492 wurde sie die Pfarrkirche der Lahrer. Der Friedhof (Kirchhof) als Begräbnisstätte der Lahrer Bevölkerung entstand also am Ende des 15. Jahrhunderts. Zuvor war auf dem Burgheimer Friedhof bestattet worden
Politischer Tee auf Schloss Rotenberg am 13. Dezember 1931
In der Woche nach dem dritten Advent des Jahres 1931 dominierte ein Thema die Schlagzeilen der badischen Regionalpresse: Eine größere Abordnung der Landespolizei hatte in den Nachmittagsstunden des 13. Dezember das Schloss Rotenberg durchsucht, wo sich etwa 40 Personen auf Einladung des Schlossherrn, des kaiserlichen Gesandten a. D. Franz von Reichenau zusammengefunden hatten