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Dr. med. vet. Heinz Krüger
„Tiere haben oft Schmerzen, die sie uns nicht mitteilen können. Deshalb habe ich als Tierarzt eine Grundsatzbereitschaft, gleich an welchem Tier.“ Dieser Satz war für den am 19. September 2019 verstorbenen Ottenheimer Tierarzt Dr. Heinz Krüger sein ganzes, über 35 Jahre dauerndes Berufsleben die selbstauferlegte Verpflichtung gegenüber der Kreatur. Kranken Tieren zu helfen, sie wieder gesund zu machen, das war seine Berufung. Deshalb fühlte er sich bei seiner Arbeit mit allen Tieren ganz besonders verbunden. Die Freude war immer dann besonders groß, wenn er seinen großen und kleinen Freunden mit seiner medizinischen Kunst helfen konnte. Über viele Jahre hinweg war der Veterinär aus Leidenschaft ein mobiler „Viehdoktor“ und als einziger im gesamten Ried unterwegs. Sein Kombi-Pkw war fahrende Praxis, Apotheke und Büro in einem
Die St.-Georgs-Glocke in Heiligenzell
Ein Ortshistoriker ist natürlich immer sehr dankbar, wenn es zu einem Geschichtsthema Zeitzeugen gibt, die bereit sind, aus
vergangenen Tagen zu berichten. Bürger, Landwirt, Gemeinderat und Ortschaftsrat Wolfgang Kopp (1929 - 2017) war eine solche Person, die einverstanden war, sein Wissen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Von 1965 bis 1995 war er für die Ortschaft Heiligenzell kommunalpolitisch tätig und gehörte ab dem 1. Januar 1972 dem Gemeinderat der neu gebildeten Gemeinde Friesenheim an. Wolfgang Kopp war es dann auch, der mir eines Tages ein altes Foto auf den Tisch legte und die Frage stellte, ob ich die sehr alte historische Heiligenzeller Rathausglocke kennen würde. Auf dem Foto konnte man eine kleine Glocke erkennen und einen Teil einer Umschrift ablesen: „Edel zu Strasburg“. Weiter meinte er, dass man auch die Jahreszahl 1742 ablesen könne. Eine Fotokopie des Bildes mit einer kleinen Notiz nahm ich glücklicherweise zu meinen
Geschichtsunterlagen, die dort jedoch eine längere Zeit ruhen sollte
Coronajahr 2020, ein Virus erobert die Welt, Ansichten aus Lahr und Umgebung, Einfach mal die Klappe halten oder: Wie in der großen Leere der Sinn fürs Kleine wachsen kann
April 2020. Das Jahr fühlt sich alt an. Ob es am ausgefallenen Winter liegt? An dem seit Wochen anhaltenden T-Shirt-Wetter? Oder an der ungewohnten kulturellen Ereignislosigkeit, wie ansonsten nicht einmal im Hochsommer? Viele Menschen haben viel Zeit, über solche Fragen nachzudenken, und sich selbst dabei zu beobachten, wie sie damit klarkommen, dass alles anders ist als sonst. Mit unabsehbaren Folgen anders. Während die sogenannten systemrelevanten Berufsgruppen wie Krankenpflegerinnen oder Verkäuferinnen zahlreiche Überstunden anhäufen, steht für den gesamten Bereich der Kultur die Welt still. Kein Konzert, kein Theater, keine Lesung, kein Museum, nicht einmal ein Heckenfest vom Musikverein, und sogar die Buchhandlungen und die Bibliotheken sind wochenlang geschlossen. „Stay home“ - kein Problem. Wohin sollte man auch gehen, außer in den Wald? Die einen beugen sich demütig der erzwungenen Ruhe, gehen in sich und in den Keller zum Aufräumen. Die anderen entwickeln symbolische Gemeinschaftsaktivitäten, die zuweilen in Stress ausarten. In der Anfangszeit gibt es Terminkollisionen zwischen Beethovens „Ode an die Freude" und dem Klatschen für Pflegekräfte vom Balkon. Dann wird per WhatsApp aufgefordert, eine Kerze ins Fenster zu stellen als Zeichen der Verbundenheit, Bekannte und Freunde animieren zum Liken und Weiterleiten von mehr oder weniger gelungenen Aufrufen, Bekenntnissen, Statements und Videobotschaften
Coronajahr 2020, ein Virus erobert die Welt, Ansichten aus Lahr und Umgebung, Ein Koffer voll Klopapier, persönliche Eindrücke aus den ersten Wochen der Corona-Pandemie
Covid-19 und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben im Frühjahr 2020 vieles zum Stillstand gebracht. Nach und nach wurden erst Großveranstaltungen abgesagt und die Größe der erlaubten Zusammenkünfte immer stärker reduziert, bis selbst Familienmitglieder aus verschiedenen Haushalten sich nicht mehr persönlich treffen sollten. Was im Rückblick nach einem langsamen Abbremsen und „Herunterfahren" des öffentlichen Lebens aussieht, fühlte sich im Frühling an, als überschlügen sich die Ereignisse. Hamsterkäufe, immer neue Maßnahmen und neue Worte: Infektionsgeschehen, Betretungsverbot, Social Distancing. Dazu anfangs noch die Unsicherheit, wie lange diese Krise unser Leben bestimmen würde. Noch Anfang März ist unklar, ob es nicht Mitte April wieder möglich sein würde , die städtische Gedenkveranstaltung zu 75 Jahren Kriegsende wie geplant stattfinden zu lassen
Kontinuität und Neubeginn
Mit der Eingliederung in die Stadt Ditzingen am 1. Juli bzw. 1. Dezember 1971 endete die kommunale Eigenständigkeit der Strohgäu-Gemeinden Schöckingen und Heimerdingen. Dieser Schritt, beschlossen durch die beiden Gemeinderäte unter großer Zustimmung der Bürgerschaft, war Teil
der umfassendsten Verwaltungsreform der Nachkriegszeit in Baden-Württemberg. Für die betroffenen Kommunen war es eine historische Zäsur. Es sei »ein großes Anliegen, dass auch nach vollzogener Eingliederung in die Stadt Ditzingen die besondere Eigenart dieses Gemeinwesens mit großer Tradition beibehalten und gepflegt wird. Dafür hatte und hat man in Ditzingen größtes Verständnis und es wird eine unserer vornehmsten Aufgaben sein, dies im Rahmen des Ganzen auch ständig sicherzustellen«, versprach der Ditzinger Bürgermeister Hans Scholder in einer Grußbotschaft im Mitteilungsblatt für den Stadtteil Heimerdingen – und tatsächlich haben sich Heimerdingen und Schöckingen bis heute ein hohes Maß an Unabhängigkeit und eine eigene Identität bewahrt. Dennoch fiel die Aufgabe der rechtlichen Eigenständigkeit und der ausschließlichen Bestimmung über die eigenen Angelegenheiten vielen Bürgern nicht leicht. Was die Beweggründe für das entscheidende Votum waren, welche Alternativen sich boten und welche unmittelbaren Folgen sich für die betroffenen Ortschaften ergaben: Mit diesen und anderen Fragen soll sich der nachfolgende Aufsatz beschäftigen
"Durch diese hohle Gasse …"
Beim Wort »Hohlweg« denkt man zunächst an die grandiosen Hohlwege des Kaiserstuhls oder an die »Hohle Gasse« in Schillers »Wilhelm Tell«. Wer die Lösslandschaft des Kraichgaus kennt, weiß, dass es auch dort imposante Hohlwege gibt. Aber auch im Landkreis Ludwigsburg gibt es »Hohle Gassen«, sogar recht idyllische. Mergelhohlen sind eine Besonderheit der alten Weinbaulandschaft des Neckarlandes, Zeugnisse einer vielfältig genutzten Kulturlandschaft. Beide Kulturlandschaftselemente, die ähnlich aussehen, aber ganz unterschiedlich entstanden sind, verdienen eine nähere Betrachtung. Hohlwege entstanden in der Regel durch fließendes Wasser in wenig widerstandsfähigem Gesteinsmaterial. Sie bildeten sich also nur in Hanglage. Man muss den Vorgang in der Vergangenheitsform beschreiben, denn seit es Bagger, Lastwagen und Asphalt gibt, hat man allüberall den Eintiefungsvorgang durch Befestigung und Versiegelung der Fahrbahn sowie verrohrte Wasserabflüsse »stillgelegt«. Heute gibt es kaum noch »aktive« Hohlwege, und wenn, dann nur an untergeordneten Feld- oder Waldwegen. Sieht man an Straßen oder Wegen mehr oder weniger hohe Böschungen, kann man sichergehen, sofern es sich nicht um neu geschaffene Straßeneinschnitte oder Lärmschutzwälle handelt, dass es sich um einen alten Weg aus der Zeit handelt, als unsere Verkehrswege noch nicht befestigt waren
100 Jahre Gerda Hangst
Die Jubilarin wuchs zusammen mit drei Geschwistern auf, von denen zwei Brüder allerdings schon im Kindesalter verstarben. Schon mit acht Jahren verlor sie ihren Vater. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete sie zunächst bei der Firma Junghans in Schramberg, welche sie zeitweise mit dem Fahrrad erreichen musste. 1937 fiel das Elternhaus – damals am Ort als "Arche" bekannt – in dem sie zusammen mit ihrer Mutter und Schwester Frieda wohnte, einem Brand zum Opfer. Am Brestenberg 1 unweit des alten Hauses wurde ein Neues gebaut. Die Mutter betrieb dort, wie zuvor in der "Arche", ein Lebensmittelgeschäft, das sie von ihren Vorfahren übernommen hatte
Die Reformation spitzt sich zu
Von den Verwerfungen der Reformation blieb auch Ladenburg nicht verschont. Nach dem Konflikt um den zum lutherischen Protestantismus übergetretenen Pfarrer Heinrich Eckhardt in den 1550er-Jahren sind die Quellen zur Kirchenentwicklung vor Ort fast ebenso dürftig wie vor dem Geschehen. Bekannt ist vor allem der Konflikt der beiden Stadtherren in den 1560er-Jahren um die religiöse Dominanz. Die Wormser Bischöfe mussten sich der erst lutherisch, danach calvinistisch gewordenen Kurfürsten nicht mehr nur auf machtpolitischem, sondern auch auf religionspolitischem Terrain erwehren. Die Situation spitzte sich 1564 erheblich zu, als in Ladenburg ein nicht namentlich genannter Prediger wirkte, der das gesetzlich verbürgte Nebeneinander der Kirchen nicht mehr hinnahm. Heute würde man den Prediger wohl einen Fanatiker und Eiferer nennen, der auf der Basis seiner eigenen Intoleranz mit kurfürstlicher Rückendeckung Andersdenkende provozierte. Das im Folgenden transkribierte Schreiben des Reichskammergerichts in Speyer im Namen Kaiser Maximilians II. an den Pfälzer Kurfürsten Friedrich III. berichtet von den Auseinandersetzungen in Ladenburg. Bischof
Dietrich II. von Bettendorf, der schon den Konflikt mit Eckhardt durchzustehen hatte, beschwerte sich beim Kaiser und schilderte den weihnachtlichen Vorfall in der Galluskirche. Die darauf ergangene gerichtliche Anordnung spiegelt seine Darstellung wider
Weiden-Grünlandgesellschaften in den Hochvogesen
Die rauen klimatischen Gegebenheiten und die Verwitterungsprodukte aus vorwiegend saurem kristallinem Gestein lassen in den Hochvogesen nur Wald- bzw. Forstwirtschaft und eine begrenzte Grünlandwirtschaft zu. Letztere findet in einer verbreiteten Weidennutzung in der Zeit von April/Mai bis Oktober statt. Die Pflanzengesellschaften werden detailliert beschrieben und erkennbare Intensivierungs- wie Extensivierungstendenzen aufgezeigt
Ein Sohn Rottweils und Dunningens Enkelsohn
Franz Xaver ist 1842 als ältester Sohn der Eheleute Johannes und Luise Wernz geb. Ama in Rottweil geboren, aufgewachsen und besuchte erst die Volks- danach die Realschule. Der Vater wollte aus ihm einen tüchtigen Kaufmann machen. Doch die Interessen des jungen Franz Xaver galten ganz stark Büchern, von anderen Freizeitbeschäftigungen hielt er wenig. Von früher Jugend an, war sein Sinn auf das Priestertum gerichtet und diese Neigung wurde durch das christliche Elternhaus unterstützt. Oft weilte der Kleine auch draußen in Dunningen beim Großvater, dessen Liebling er war. Er bewahrte sein ganzes Leben hindurch eine treue Anhänglichkeit und verfehlte es nie, ihm zum Namenstag zu gratulieren