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    9561 research outputs found

    Möbelfabrikanten, Kinobesitzer, Verfolgte des NS

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    „Mensch, höre meine Worte: kämpfe und vertraue!“ Blickt man auf die Geschichte der knapp ein halbes Jahrhundert in Heidelberg beheimateten und damals fest im kulturellen Erlebnisraum der Stadtgesellschaft verankerten Familie Romhányi, ist es dieser Schlussvers aus dem von Goethes „Faust“ beeinflussten und berühmten Werk „Die Tragödie des Menschen“ des ungarischen Dichters und Dramatikers Imre Madách (1823–1864), welches sich als mögliches Credo dieser Familie betrachten ließe. Es war die Liebe zu den Künsten, welche den Juden Jenő Reich und die Christin Erna Sauer, zwei Menschen ungleicher nationaler, ethnischer, sprachlicher sowie religiöser Zugehörigkeit, zusammenführte. Ihre Verbindung sollte durch die Vermählung 1910 und die damit verbundene Konversion Jenős bekräftigt werden. Es folgten Jahre der familiären Harmonie und des beruflichen Erfolgs an ihrem neugewählten Lebensmittelpunkt in der Universitätsstadt am Neckar. Über 23 Jahre hinweg konsolidierte die Familie in Heidelberg ihre auf viel Geschick und Fleiß beruhende Stellung als erfolgreiche Unternehmer – zunächst in der Möbelfabrikation, später in der Kino-Branche – bis sie schließlich 1933 nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Zuge der systematischen Zwangsenteignungen und Verdrängung jüdischer Bürger aus dem deutschen Wirtschaftsleben sowie des gezielten Boykotts ihrer Geschäfte („Arisierung“) schlagartig der gewohnten Lebenswelt entrissen wurden. Knapp ein ganzes Jahrzehnt war die kleine, zwischenzeitlich auseinandergerissene und sich erst 1935 in Romhányi umbenannte Familie den nicht enden wollenden Verfolgungen und Repressalien des NS-Regimes ausgesetzt. Diesem Druck konnte sie letzten Endes nicht mehr standhalten. Es folgte die unwiderrufliche Ausweisung nach Ungarn im Frühjahr 1943, welche im tragischen Höhepunkt jener verhängnisvollen Jahre endete, dem durch das Zwangsexil verursachten, gewaltsamen Verlust der beiden Söhne Rudolf und Ludo. Doch auch der Lebensabend des Ehepaares Romhányi, welches das Kriegsende in Budapest erlebte, sollte im Deutschland der Nachkriegszeit von abermaligen Schwierigkeiten und Konflikten nicht verschont bleiben

    Der Durbach

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    Der Durbach ist, neben dem Kammbach im Westen und dem Quellenbach im Norden, das längste Gewässer der Gemarkung Windschläg. Das Windschläger Dorfbild war bis Anfang der 1960er Jahre, bedingt durch den früheren Bachverlauf mitten durch den Ort, vom Durbach stark geprägt. Sein Quellgebiet liegt in der Moosregion. Unterhalb des Mooskopfs (871 m über dem Meeresspiegel) entspringt Windschlägs Dorfbach als "Kleiner Langenbach" und fließt als kleines Rinnsal zu Tale. Am Parkplatz Moosdohlen vereinigt sich der "Kleine Langenbach" mit dem "Großen Langenbach" zum Durbach. Zahlreiche kleinere Zuflüsse, wie der Krebsenbach, Hohenbergbach usw., lassen den Durbach von Durbach-Gebirg bis Durbach Ortsmitte zu einem ansehnlichen Gewässer anschwellen. Im unteren Teil des Durbachtals, am westlichen Ortsausgang von Ebersweier, erreicht er die Rheinebene. Am Windschläger Angelsee im Gewann Hohsteg vorbei unterquert der Durbach die Bundesbahn und die Bundesstraße 3. Seit seiner Verlegung im Jahre 1960 fließt der Durbach am Dorf vorbei in nördlicher Richtung zum Burgerwald

    Zur Bibliothek des Benediktinerklosters St. Georgen

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    "Für die Geschichte des Klosters St. Georgen-Villingen liegt ein reiches gedrucktes und handschriftliches Material vor, dem wir jedoch verhältnissmässig wenig über die Geschichte der Bibliothek entnehmen können". Diese Einschätzung, zu der Emil Ettlinger in seiner bereits 1901 erschienenen Beilage zum Karlsruher Handschriftenkatalog über "Die ursprüngliche Herkunft der Handschriften, die aus Kloster-, Bischöflichen und Ritterschaftsbibliotheken nach Karlsruhe gelangt sind" kam, kann im Hinblick auf die wechselvolle Entwicklung des Klosters St. Georgen, auf die noch zurückzukommen sein wird, nicht sonderlich überraschen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass die Quellenlage für die Klosterbibliothek nicht durchweg gar so schlecht ist, wie Ettlinger sie sah. Sie wird jedoch über­wiegend erst für die Neuzeit greifbar, Hinweise auf die Bibliothek der Abtei im Mittelalter sind in der Tat äußerst dürftig. So stammt der erste gesicherte Nachweis für die Existenz einer Bibliothek in St. Georgen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, aus einer Zeit also, zu der das Kloster bereits über 500 Jahre alt war. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, die teils nur spärlich vorliegenden, teils aber auch durchaus reichen Informationen über die Entwicklung der Bibliothek der Benediktiner-Gemeinschaft St. Georgen zusammenzufassen und den heute noch erhaltenen Bestand zu charakterisiere

    Die Lebensreise der Helene Guttman

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    Anlässlich des Tags der Archive 2016 zeigte das Stadtarchiv Ludwigsburg eine Fotoausstellung zum Leben der Helene Guttman (1895–1985), die in Ludwigsburg als Helene Seitz geboren wurde. Das Thema des bundesweiten Tags der Archive lautete »Mobilität im Wandel«. Das Leben Helene Guttmans verdeutlicht beispielhaft den außergewöhnlich hohen Mobilitätsgrad dieser weltoffenen Frau, der mit Sicherheit weit über dem vergleichbarer Personen der damaligen Zeit liegt. Im Mittelpunkt des Lebens von Helene Guttman steht die Auswanderung aus der schwäbischen Heimat in die Vereinigten Staaten. Eine Reise, die das Leben von Helene Guttman nachhaltig veränderte und gleichzeitig ein Beleg für ihre große Neugier und Flexibilität ist. Hinzu kommen aber auch die familienbedingten Aufenthalte in Ludwigsburg sowie die zahlreichen Urlaubsreisen und Wochenendausflüge, die Helene zeit ihres Lebens unternommen hat

    Wetterbeobachtungen in Seedorf

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    Unser Wetterjahr beginnt mit dem Feiertag Allerheiligen, der in diesem Jahr auf ein Wochenende fällt. Während die einen dem "verlorenen" freien Tag nachhängen, ärgern sich die anderen über den vielen Regen, der an diesem Tag bei zumindest milden Temperaturen (15° C) niedergeht. Und auch am darauffolgenden Tag ist T-Shirt Wetter. Dann folgt allerdings ein Temperatursturz (von knapp 20°C auf tagsüber unter 10°C). Eine Wetterregel besagt: "Wenn’s an Karolus (4.11.) stürmt und schneit, dann lege deinen Pelz bereit!" Davon abgesehen, dass wir auf Pelze jeglicher Art verzichten, bleibt an diesem Tag erfreulicherweise der Schnee aus. Karolus beschert uns lediglich nass-kaltes Wetter

    Ernst Kürz in Heidelberg

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    Sein Name ist weitestgehend vergessen. Und doch ist er erst kürzlich in einer englischsprachigen Gesamtdarstellung der Spanischen Grippe erwähnt worden. Um diesen Zusammenhang einordnen zu können, muss man sich ein Bild der gravierendsten Pandemie des 20. Jahrhunderts und deren Rezeption machen. Dieses Bild ähnelte sich 1918 –1920 in ganz Deutschland. Zu berücksichtigen ist, dass die Geschichte der Grippe insgesamt dadurch gekennzeichnet ist, dass Influenza alltäglich sein kann, aber auch desaströs – für einzelne, aber auch für große Gruppen von Menschen. Die erste Welle der Spanischen Grippe im Deutschen Reich, die sich im Frühjahr 1918 ereignete, stand für die Grippe als eher harmlose Erkrankung, die viele befiel, aber relativ wenige tötete. Die zweite Welle, diejenige des Herbstes 1918, entpuppte sich als die eigentliche tödliche Welle. Die dritte Welle, im Frühjahr 1920, wurde von vielen gar nicht mehr als solche wahrgenommen, oder man datierte sie, wie es heute noch viele tun, fälschlicherweise bereits in das Jahr 1919

    Wohlan, meine Herren, wir sind vereinigt, geben Sie sich die Hände!

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    Die Zweihundert-Jahrfeiern der insgesamt zwölf lutherisch-reformierten Kirchenunionen der Zeit von 1817 bis 1822 beschäftigen seit längerem die kirchenhistorische Wissenschaft, aber auch evangelische und regionale Publizistik. Zu den Jubilaren dieser Feiern gehören neben den prominenten Unionskirchen wie Preußen, Nassau und Baden auch fast vergessene Vereinigungen. Zu ihnen zählt die evangelische Kirche im kurhessischen Konsistorialbezirk Hanau. Die Unionskirche entstand am 1. Juni 1818 mit der Hanauer Union. Diese Kirchenunion umfasste 221 reformierte – darunter eine waldensische – und lutherische Kirchengemeinden mit rund hunderttausend Gemeindegliedern. Die Mitgliederzahl mutet geringer an, als es ihrer historischen Bedeutung entspricht. Ein Vergleich mit der Summe der Gemeindeglieder, die von der pfälzischen Union (ebenfalls 1818) betroffen waren, macht dies deutlich: In der Pfalz ging es um 235.000 Protestanten

    Toleranz und Glaube

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    Die alt-katholische Bewegung in Baden entwickelte sich unabhängig von den von Theologen inspirierten alt-katholischen Zentren in München und Bonn aus einem bürgerlich-demokratischen Engagement. Die Bewegung hatte ihre Wurzeln im badischen Schulkampf, der schon vor 1870 zu ersten Exkommunikationen von Beamten und Politikern geführt hat. Als sich nach den neuen Papstdogmen von 1870 durch weitere Exkommunikationen ein seelsorgerlicher Notstand ergab wurde auch in der Heidelberger katholischen Gemeinde ein Schisma unvermeidlich. Eine eigene Seelsorge musste organisiert werden

    Ladenburgs Jahrhundertprojekt

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    Unter Bürgermeister Hermann Petermann wechselte die von der Landwirtschaft bestimmte Wirtschaftspolitik der Stadt zu einer industriefreundlichen. Der allgemeine Bevölkerungszuwachs und die langsam, aber stetig wachsende Mobilität, selbst ohne die kürzlich erfundenen Automobile, drängte die Frage einer Verbesserung der bestehenden Infrastruktur auf. In diesen Kontext gehört auch ein Bauprojekt, das Petermann angestoßen wissen wollte. In einem offiziellen Schreiben des Gemeinderats von Ladenburg an das Bezirksamt Mannheim schlug die Stadt am 20. März 1899 den Bau einer neuen Neckarbrücke vor, welche die bestehende Eisenbahnbrücke mit Fußgängersteg ergänzen, aber einen Teil des dortigen Verkehrs auch unterbinden sollte. Die Verwaltung folgte damit rasch einem Gemeinderatsbeschluss, der nur wenige Tage vorher, am 17. März, festgestellt worden war

    Das Schloss zu Staffort

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    Zu unseren Familiengesprächen über die Geschichte von Staffort gehörte immer auch die Fahrradtour zum Schlossbuckel Staffort und zum Schloss Stutensee. Dass die dortigen Gebäude weitgehend mit Steinen aus dem ehemaligen Stafforter Schloss gebaut wurden, ließ uns immer spekulieren, wie wohl das Schloss Staffort ausgesehen haben könnte. Die als exakt beschriebene Darstellung von Samson Schmalkalden und die in zahlreich archivierten Dokumenten und Büchern enthaltenen Beschreibungen von Wilhelm Hauck, Hanna Heidt und Konrad Dussel dienten uns schließlich als Basis unserer Überlegungen. Darüber hinaus haben wir uns von zeitgenössischen Darstellungen inspirieren lassen, wie das Schloss Staffort im 16. und 17. Jahrhundert wohl ausgesehen haben mag. Die junge Generation ist heute den Großvätern bezüglich des Internets und der Digitalisierung weit überlegen und schafft es mit Computersoftware Konstruktionszeichnungen schneller zu erstellen, als dies am Reißbrett möglich ist. Und einen Großvater mit Computerfertigkeiten zum Staunen zu bringen macht offensichtlich so viel Spaß, wie es auch den Großvätern gefällt, Nachkommen so agieren zu sehen. Mit der Konstruktionssoftware SketchUp wurde die Visualisierung unserer Überlegungen vorgenommen. Wir sind uns bewusst, dass sich jeder geschichtsbeflissene Stafforter ein anderes Bild vom Schloss nach dessen Abriss gemacht haben mag. Viele Stafforter glaubten früher, dass das Schloss auf dem Berg stand, der heute als Abraumhügel des Schlosses eingeschätzt wird. Der von der Pfinz gespeiste Wassergraben verweist zudem auf eine Tiefburg. Wir glauben mit unserer nachfolgenden Darstellung nahe an das damalige Aussehen der ursprünglichen Bausubstanz heranzukommen

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