RegionaliaOpen Badische Landesbibliothek
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    Didaktische Impulse für Lehrkräfte zur Ausstellung „Fort damit? Johannes Reuchlin und die jüdische Kultur“ der Badischen Landesbibliothek

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    Der Humanist Johannes Reuchlin ging als Verteidiger von Sprache und Schriftkultur des Judentums sowie deren Bedeutung für das christliche Abendland in die Geschichte ein. Mit seinen Überzeugungen und der Begründung einer neuen Wissenschaft (Hebraistik) repräsentiert er die Epoche der Renaissance in besonderer Weise. Seine Biographie und seine Werke ermöglichen uns ein besseres Verständnis seiner Haltung im Streit um die Vernichtung jüdischer Bücher sowie der spätmittelalterlichen Lebenswelt am Vorabend der Reformation. Die virtuelle Ausstellung mit unterschiedlichen Objekten (Handschriften, Portraits, Kupferstichen u. a.) bietet für Schulklassen eine einzigartige Möglichkeit, Informationen aus einem außerschulischen Raum zu bearbeiten und mithilfe eines neuartigen digitalisierten Lernorts in ein weit zurückliegendes Zeitalter, hier den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, einzutauchen. Die Schüler*innen lernen in der Ausstellung einen Mann kennen, dessen Name heute zwar nur noch selten in den Schulbüchern auftaucht, dessen Lebenswerk uns jedoch in mancherlei Weise dennoch begleitet. Die Schüler*innen erhalten einen anregenden Zugang zu Themen wie Antijudaismus, Toleranz, Bibelübersetzung und Medienkrie

    Wiesloch an der Elsenz und Winom in der Rheinebene

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    Dank des von Johannes Gutenberg (1400 –1468) um 1450 erfundenen Buchdrucks wurden ab dem 16. Jahrhundert auch diverse Gebietsbeschreibungen des heutigen Südwestdeutschlands, d.h. der früheren Gebiete Baden, Elsass, Hochstift Speyer, Kurpfalz und Württemberg mit Texten und beigegebenen Landkarten vervielfältigt, somit finanziell potenten Kreisen zugänglich. Am bekanntesten sind die damaligen Autoren, Kartografen und Kupferstecher Sebastian Münster (1488 –1552), Gerhard Mercator (1512–1594) und Matthäus Merian (1593– 1650)

    50 Jahre Stadt Kraichtal

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    Andere Ortschaften setzten die Gemeindereform Baden-Württemberg früher um, aber Kraichtal galt aufgrund des Zusammenschlusses von gleich neun Städten und Gemeinden des Kraichgaus am 1. September 1971 mit einer Fläche von über 80 Quadratkilometern als das "Paradepferd der Reform", wie das Sinsheimer Tageblatt am 16. Juli 1971 titelte. Historisch betrachtet müssten wir wohl eher von einem Flickenteppich sprechen, der die unübersichtlichen Herrschafts- und Konfessionsverhältnisse des Kraichgaus in der Zeit vor 1803/06 en minature abbildete: Im Osten das speyerische Landshausen, gefolgt von Menzingen, jahrhundertelang unter der Herrschaft der Reichsritter von Mentzingen, das kleine württembergische Bahnbrücken, Gochsheim mit dem hochgelegenen Schloss der Grafen von Eberstein, westlich davon Oberacker, ebenso wie Bahnbrücken über das Kloster Herrenalb seit der Reformation in württembergischem Besitz. Von hier erstreckt sich der Blick auf das stattliche Münzesheim mit ritterschaftlicher und badischer Vergangenheit. Nordwestlich davon liegt das kleine speyerische Dorf Neuenbürg sowie Oberöwisheim, aufgeteilt zwischen dem Hochstift Speyer und mehreren Kraichgauer Ritterfamilien. Unsere kleine Zeitreise endet im westlichsten Stadtteil Unteröwisheim. Hier erinnert der imposante und schön sanierte ehemalige Pfleghof an die jahrhundertelange Herrschaft des Klosters Maulbronn

    Wie man (s)eine neue Pfarrei schnell kennenlernen kann

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    Zum 1. Juli 1977 wurde ich zum Pfarrer in Dühren berufen – als Nachfolger von Pfarrer Gerhard Niemann. Zuvor war ich mehr als drei Schuljahre lang "Hauptamtlicher Religionslehrer" gewesen an dem (heutzutage schon lange nicht mehr bestehenden) Tulla-Gymnasium in Mannheim(-Mitte) und zeitweise auch in Heidelberg(-Boxberg) – als "Pfarrer der Landeskirche". Nun galt es umzuziehen aus einer kleinen Wohnung in Heidelberg(-Neuenheim) in das wunderschöne ländlich-barocke Dührener Pfarrhaus, welches davor das Heim der siebenköpfgen Pfarrfamilie Niemann gewesen war

    "Geselliges Vergnügen und angemessener Lesestoff"

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    Mehr als ein dreiviertel Jahrhundert nach der Auflösung des Vereins schlummerte die Bibliothek der Gesellschaft Eintracht Bretten an verschiedenen Standorten; die letzten dreißig Jahre davon im Keller des Amtsgerichts, bis sie schließlich Ende 2019 bei Inventarisierungsarbeiten wiederentdeckt wurde. In einer ehemaligen Arrestzelle standen vier prall gefüllte Bücherschränke mit zum Teil lieblos bis zur Decke gestapelten Büchern, alle mit Schutzumschlag und Signatur versehen, ziemlich verstaubt, doch auf den zweiten Blick in einem überraschend guten Erhaltungszustand. Mit tatkräftiger Unterstützung des Vereins für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten konnte die Büchersammlung durch das Stadtarchiv und unter Beteiligung des Stadtmuseums im November 2020 schließlich geborgen werden. Am Ende dieser Aktion waren es mehr als 2.000 Bücher, Journale und Zeitschriften, die zur weiteren Bearbeitung und Begutachtung in die „Vogtey“, das Vereinsgebäude der Vereinigung Alt Brettheim am Kirchplatz, verlagert wurden. Nach einem Pressebericht über den wiederentdeckten „Bücherschatz“ meldete sich die Direktorin der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen, und bekundete ihr Interesse, diesen „hochinteressanten und wichtigen kulturgeschichtlichen Schatz“ zu übernehmen. Bis zu dieser Veröffentlichung war die Brettener Gesellschaft Eintracht und ihre Bibliothek der Fachwelt bislang völlig unbekannt. Weder in der Landesbibliografie noch in der Wikipedia-Liste der badischen Lesegesellschaften ist sie aufgeführt. Auch in der lokalen stadtgeschichtlichen Literatur wurde die Gesellschaft Eintracht Bretten bislang nur am Rande erwähnt

    Die Bergwerke "Otto am Kohlerberg" und "Karl im Mailänder" in Schabenhausen

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    In vielen Tälern des Schwarzwaldes wurde im Laufe einer über 7.000 Jahre alten Bergbaugeschichte mal mehr, mal weniger Bergbau betrieben. Noch heute zeugen viele Gewannnamen wie „Auf der Halde“, „Grubenweg“ oder „Silberhalde“ von dieser Tradition. In Kappel und Schabenhausen (Teilorte der Gemeinde Niedereschach zwischen Villingen und Rottweil) wurde in den Jahren 1511 bis 1781 nachweislich Bergbau betrieben

    Entspannung und Annäherung

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    Im Jahre 2022 liegt der Abzug der französischen Luftwaffe 55 Jahre zurück. 1946 hatte sie die Besatzungstruppe der Franzosen abgelöst, 1951 legte sie ein Bauprogramm auf, ein Flugplatz wurde zwischen Langenwinkel, Dinglingen und Hugsweier errichtet; Düsenjäger folgten auf Transportflugzeuge. Das Luftwaffenoberkommando der 1er Commandement Aérienne Tactique (1 CATAC) ließ sich in den ehemaligen und wiederaufgebauten Wehrmachtskasernen im Osten Lahrs nieder. Für die Lahrer Stadtbevölkerung ist die Zeit mit unangenehmen Erinnerungen verbunden; ihre Wohnungen mussten teils geräumt werden, und die Landwirte verloren Ackerland für den Flugplatzausbau. Erste Baumaßnahmen ließen vermuten, dass die Franzosen lange in Lahr bleiben werden. 1967 nahm ein großer Teil der Bevölkerung die überraschende Schließung des französischen Standorts mit Trauer und Bestürzung auf. Kommentatoren und Redner bemühten das Motiv der deutsch-französischen Freundschaft, wie Oberbürgermeister Philipp Brucker: […] wir haben in den Jahren so viele Brücken gebaut. Brecht die Brücken nicht mehr ab! Wann und wo in der Zeit zwischen 1955 und 1967 wurden jene Brücken zwischen Stationierungsstreitkräften und Stadtbevölkerung gebaut? Der vorliegende Aufsatz schließt sich zeitlich meinem Artikel aus dem letzten Geroldsecker Land nahtlos an. Wie im Vorjahr soll geklärt werden, wie sich die französische Garnison auf das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen auswirkte. Im Jahr 1955 endete das Besatzungsstatut, die Franzosen waren stationiert, aber keine Besatzer mehr. 1967 wurde der französische Standort abgewickelt, mit dem Eintreffen der Kanadier im März endete die Ära der L’armée de l’air in Lahr

    Die Lahrer Neuschutter (Gewerbekanal)

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    Stellen wir uns das folgende Szenarium vor: Die von der Schutter auf der Höhe der heutigen Herzklinik und der Firma Padberg abgezweigte Neuschutter (auch Mühlenschutter oder Gewerbekanal genannt)) fließt in westliche Richtung, unterquert die Willy-Brandt-Straße, passiert den Lebensmittelmarkt Aldi, das Caritashaus „Sancta Maria“, die Klostermatte, führt, wo früher der Lahrer Friedhof war, links an der Stiftkirche vorbei zur Max-Planck-Straße, von dort auf der Höhe des Alten- und Pflegeheims „Spital“ hinein in die Altstadt, unterquert die Marktstraße und trifft auf das renovierte Altstadtquartier der „Stadtmühle“, zu dem das reizende Fachwerkhaus mit der Außentreppe gehört

    "Der arme Eduard - Geschichten vom Zünderle"

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    Schon immer war ich interessiert an der Geschichte unserer Region; dies wurde mir wohl von meinem Vater in die Wiege gelegt, der schon viele Jahre seines Lebens sich diesem Thema widmet. Und mit den „Geschichten“ hat alles einmal begonnen: Ich erinnere mich auch noch gut an einen Nachmittag bei meinen Großeltern, die für meine kindlichen Begriffe „ewig weit“ von uns entfernt im kurpfälzischen Nußloch bei Heidelberg wohnten. Eben damals, ich muss höchstens zehn Jahre alt gewesen sein, holte meine Oma, warum auch immer, einen geheimnisvollen Schuhkarton aus der Eckbank, randvoll gefüllt mit Schwarzweiß-Fotografien. Ich konnte mich gar nicht sattsehen an dem, was für eine Welt sich da vor mir auftat. Bilder meiner Großeltern aus jungen Jahren, meine Mutter als Kommunionkind mit langen Zöpfen, viele große Familienfeste an langen Tischen voller lachender, aber mir unbekannter Leute. Vieles gruselte mich auch irgendwie, besonders das Foto einer jungen Frau im offenen Sarg ließ mich schlucken. Meine Oma hingegen hatte da überhaupt nichts zu schlucken, sie erklärte frei heraus und scheinbar ohne jegliche Regung, welche Verwandte das gewesen und dass sie im Kindsbett gestorben sei. Jedoch der Hauptteil ihrer Erzählung bestand daraus, woher der „Asparagus“ stammte, mit dem der Sarg geschmückt war. Nun, und auch meinen Opa als Soldat zu sehen, in Russland, wie er mir dann verriet – ich war völlig verdattert. Wahrscheinlich begriff ich als kleiner Junge zum ersten Mal, dass meiner Zeit, die mir als die einzig existente vorkam, viele andere Zeiten und Epochen vorausgingen und dass die Gegenwart auch einmal zur Vergangenheit wird

    Grimmelshausen

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    Über Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen wurde, so scheint es, schon alles gesagt; auch viel Falsches vor allem von denen, die in seinem Hauptwerk, dem »Simplicissimus«, so etwas wie eine Autobiographie zu sehen glaubten. Zwar hat er das, was er beschreibt, zu einem kleinen Teil selber erlebt, so etwa die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, an dem er als junger Soldat teilnahm; aber zu einem großen, sogar zum weitaus größten hat er es aus anderen Quellen geschöpft. Grimmelshausen ist weder Hexen noch Teufeln begegnet, er war nicht in Paris, nicht in Rom und nicht in Moskau, nicht in Astrachan, in Ägypten oder gar in Korea, und schon gar nicht im Venusberg oder im Inneren der Erde. Aber ganz gewiss war er in Baden, in der Ortenau, und hat hier die wichtigsten Jahre seines Lebens verbracht

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