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Das Gartenschaugelände im Lahrer Westen
Lahr kann mit zwei sehens- und besuchswerten Parks aufwarten: Da ist das 38 ha große, aus 3 Teilen bestehende und erst wenige Jahre junge Gartenschaugelände am Rande von Lahr. In der Stadt befindet sich der alte Stadtpark, die "Seele von Lahr". Dieser Park geht zurück auf den 1875 verstorbenen reichen Handelsunternehmer Jamm, der die Bürgergemeinde Lahr zur Erbin seiner Villa und des umgebenden Parks machte
Das Schlossjubiläum 1922 und die historischen Schlosskonzerte
1922 richtete die Ortsgruppe Bruchsal der »Badischen Heimat« das 200. Schlossjubiläum aus. Verschiedene Veranstaltungsformate standen auf dem mehrtägigen Festprogramm. Der Aufsatz wirft einen Blick auf die Ereignisse und die darin transportierte Erinnerungskultur. Der zweite Teil widmet sich der aus dem Schlossjubiläum hervorgegangenen Veranstaltungsreihe der Historischen Schlosskonzerte bis zum Zweiten Weltkrieg
Albert Kehrer - Gärtner und Pferdepfleger
Mein Vater kaufte die Gärtnerei in Freiburg-Hochdorf, in der ich aufgewachsen bin, 1933/34. Bis dahin hatte sie einem Herrn aus Norddeutschland gehört; der kehrte nach dem Tod seiner Frau in seine Heimat zurück. Von Kindesbeinen an – das war selbstverständlich – musste ich meinem Vater zur Hand gehen. Auch bei der Arbeit am Grab der Frau des Vorbesitzers der Gärtnerei musste ich mit anpacken. Ich machte das gerne! Ich erinnere mich daran, wie ich die Buchshecke schnitt, die das Grab umgab
Ein "Bilderspaziergang" durch die Beletage von Schloss Bruchsal - vor 1945
Über 400 historische Fotoaufnahmen – zumeist in Schwarz-Weiß – haben sich von dem unzerstörten Schloss Bruchsal erhalten. Doch wie sahen Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts die einstige fürstbischöfliche Residenz? Eine Ausstellung zum 300. Geburtstag von Schloss Bruchsal lädt ab Mai 2022 zu einem besonderen »Bilderspaziergang« durch die Beletage ein – ganz ungewohnt in Farbe
Pfalzgraf Eduard und Pfalzgraf Philipp
Im 17. Jahrhundert ist die kurpfälzische Geschichte mit der europäischen durch den Dreißigjährigen Krieg so stark und schicksalshaft verwoben wie in keinem Jahrhundert zuvor oder danach. Dies gilt nicht nur für seinen Anfang, den er nicht unwesentlich in Heidelberg nahm, sondern auch für seine Endphase, in der die Kinder des "Winterkönigs" teilweise schillernde Rollen auf der europäischen Bühne spielten. Neben den bekannten – etwa dem späteren Kurfürsten Karl Ludwig (1617–1680) oder dem englischen Reitergeneral Ruprecht (1619 –1682) – hatten auch die weniger bekannten "Königskinder" turbulente Leben. Von zwei von ihnen, Eduard (1625–1663) und Philipp (1627–1650), soll hier berichtet werden, wie sie Krieg, Exil und konfessionelle Spaltung erlebten und gleichzeitig das standesgemäße Dasein eines Prinzen führten
Dünkel in Krähwinkel
Dieser Beitrag thematisiert ein Ereignis, das vor 25 Jahren stattgefunden hat (ab Dezember 1997). Deshalb ist eine knappe Erläuterung der Hintergründe erforderlich. Unter dem Titel Quo vadis Heidelberg erschien am 22. Dezember 1997 in der Rhein-Neckar-Zeitung eine Resolution, unterschrieben von 95 Personen, die im wissenschaftlich- kulturellen Leben Heidelbergs eine herausragende Rolle spielten, die Hälfte davon waren Professoren (45) und Professorinnen (2) der Heidelberger Universität. Geschäftsführend verbreitet wurde die Erklärung von der FDP-Gemeinderätin Margret Hommelhoff und dem Juraordinarius Peter Ulmer (Rektor bis 1997). Wir kommentieren und dokumentieren den Text und die Liste der Unterschriften
Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg im Elsass
Am 14. August 2022 fand auf dem französischen Soldatenfriedhof Wettstein, der auf dem Gebiet der Gemeinde Orbey auf der elsässischen Seite der Vogesen liegt, eine einzigartige Gedenkfeier statt. Bei der Hundertjahrfeier zu Ehren der Gefallenen in den Kämpfen um den Lingekopf mischten sich Fahnen mit deutscher Aufschrift mit französischen Flaggen. Diese Gedenkfeier erschien wie ein ländliches Echo der Gedenkfeier, die etwa zehn Kilometer weiter südlich auf dem Hartmannswillerkopf stattfand, wo die Präsidenten François Hollande und Joachim Gauck am 3. August 2014 den hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs begingen. Es ist offenkundig, dass das Gedenken an die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Deutschland nur Sinn macht, wenn man gleichzeitig den Frieden und die Brüderlichkeit zwischen den ehemals verfeindeten Völkern feiert
Ein neues Schatzhaus für Bücher
Zur Zeit des Humanismus war der Oberrhein ein Zentrum der Literatur und der Wissenschaft. Straßburg und Basel, wo der große Erasmus viele Jahre lebte und arbeitete, zählten zu den wichtigsten Druck- und Verlagsorten in Europa und an den Universitäten von Freiburg und Basel lernte und lehrte die geistige Elite der Region und darüber hinaus. Ein neues Museum gibt nun Einblick in die Zeit um und nach 1500, aber auch in die geistesgeschichtliche Rolle, die der Oberrhein und speziell Colmar in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gespielt haben. Neben dem wenige Schritte entfernten, seit 2015 neu gestalteten und erweiterten Unterlindenmuseum mit dem weltberühmten Isenheimer Altar und mit den Sammlungen in der direkt an das Kloster anschließenden ehemaligen Dominikanerkirche, darunter Martin Schongauers "Madonna im Rosenhag", bietet Colmar nun einen weiteren spannenden Ort zur städtischen und regionalen Kulturgeschichte
Ein Gerechter unter den Richtern
Es ist eine Geschichte, die sich gut im Drehbuch eines Hollywood-Spielfilms machen würde. Die Szene spielt in Berlin, auf der kleinen, über einen Seitenarm der Spree führenden Jungfernbrücke. Es ist November 1942, spät abends, kalt. Eine junge Frau, Jüdin, Mutter von zwei Kindern, allein, hungrig, sie lebt in der täglichen Angst vor dem Abtransport in eines der Lager im Osten. Nun haben sich auch die letzten Pläne zur Flucht aus der Reichshauptstadt zerschlagen. Sie weiß keinen anderen Ausweg, als sich von der Brücke in das eiskalte Wasser zu stürzen. Ein junger Unteroffizier auf Heimaturlaub kommt vorbei. Sie kennen sich von einer flüchtigen Begegnung. Er verhindert den Suizid, versteckt sie bei sich, später bei Freunden und Verwandten. Er gibt ihr seine gesamten Ersparnisse. Sie taucht unter, lebt als sog. »U-Boot« in Berlin – und überlebt