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Ein elsässisches Tagebuch von 1914
(I.) Anne-Marie, Die Franzosen im Ober-Elsaß! Meine Kriegserlebnisse in Thann und als Geisel in Frankreich, Druck und Verlag von Gebr. Hofer, Saarbrücken 1918, 120 Seiten / vergriffen. (II.) Anne-Marie Hils, Liberté, Égalité … Déportées! Thann 1914, Traduction et annotations der Jean-Louis Spieser / Préface de Bernard Wittmann, Edition Yoran, 254 S. Der viel gehörte Spruch, dass Bücher ihre Geschichte haben (habent sua fata libelli), gilt in mehrerlei Hinsicht auch für ein Tagebuch mit den Kriegserlebnissen einer Elsässerin, deren Name in keinem Literaturlexikon auftaucht: Anne-Marie Hils. Sie schrieb in einer für Deutsch-Elsässer dunklen Zeit – wir sprechen heute vom »Ersten Weltkrieg« – als französische Soldaten über den Vogesenkamm und durch das Münstertal zum Rhein vordrangen. Der preußische Generalstab hatte angesichts eines auch gegen Rußland zu führenden Zweifrontenkriegs die deutschen Kampfverbände schwerpunktmäßig am Niederrhein und in Belgien eingesetzt und damit den Franzosen das Obere Elsass überlassen
Necrologium Hofense secundum
Das Benediktinerinnenkloster Hofen, um 1085 in Buchhorn am Bodensee gegründet, bestand nur wenige Jahrhunderte: Bereits 1420 wurde es aufgelöst. Von seiner schriftlichen Hinterlassenschaft blieben nur geringe Spuren erhalten. Ein Hofener Nekrolog hatte Franz Ludwig Baumann 1888 unter dem Titel »Necrologium Hofense minus« veröffentlicht, aus Kopien des 17. und 18. Jahrhunderts erschlossen. Etwas mehr Licht in das Dunkel der Klostergeschichte wirft ein bislang in der Forschung unbekanntes Hofener Nekrolog in einer Handschrift des 12. und 13. Jahrhunderts aus der ehemaligen Weingartener Klosterbibliothek, die heute in der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda unter der Signatur Aa 57 verwahrt wird. Regina Hausmann katalogisierte 1992 erstmals die Handschrift und berücksichtigte dabei dieses Nekrolog. In Anlehnung an das von Baumann veröffentlichte »Necrologium Hofense minus« soll das neu aufgefundene – und jüngere – im Folgenden »Necrologium Hofense secundum« genannt werden.
Die Fuldaer Handschrift enthält ein Kalendar, einen kirchlichen Jahres- und Festtagskalender, mit etwa 300 Einträgen zu Verstorbenen von der Mitte des 13. Jahrhunderts an bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts. Oft wurden nur einzelne Namen festgehalten; doch häufig wurden den Namen ergänzende Angaben beigefügt, und zwar in deutscher Sprache. Im Rahmen dieses Beitrags kann keine Edition des gesamten Nekrologs geboten werden. Das gesamte Nekrologium wurde ausgewertet; allerdings wird im Rahmen dieses Beitrags nur ein Monat, der August, exemplarisch ediert
Vorgeführt!
Bis ins späte 18. Jahrhundert galten in den vorderösterreichischen, badischen, württembergischen, angrenzenden weiteren Groß-, Klein- und Kleinstherrschaften sowie in den freien Reichsstädten unterschiedliche Verfassungen. Diese waren sich aber sehr ähnlich, weil sie im Kern auf die von Kaiser Karl V. initiierte Peinliche Halsgerichtsordnung von 1532, die Constitutio Criminalis Carolina, aufsattelten. Einerseits herrschte somit reichsweit näherungsweise gleichartiges, kodifzierte Recht, doch blieben andererseits lokal und regional ausgehandelte Regelsysteme und Rechtsvariationen in Kraft, die sich aus tradierten und Gewohnheitsrechten, ständischen und kirchlichen Sonderrechten ergaben, was nicht zuletzt individuelle Spielräume für Rechtsausübende wie davon Betroffene eröffnete. Die Halsgerichtsordnung unterschied die Rechtsprechung in hohe und niedere Gerichtsbarkeit. Eine Verurteilung zur öffentlich zelebrierten Todesstrafe, Leibesstrafen wie die Amputation von Gliedmaßen oder das Brandmarken und Körperstrafen wie öffentliche Prügel („Stäupen“) standen ausschließlich der hohen Gerichtsbarkeit zu. Die individuelle Ehre betreffende Schandstrafen für kleinere Vergehen wie öffentliche Trunkenheit, Raufhändel, vorehelicher Intimverkehr, Beleidigung und üble Nachrede oder kleinere Frucht-, Holz- und Mehldiebstähle, auch Wilderei von Niederwild unterlagen hingegen dem Urteil der niederen Gerichtsbarkeit. Kombinationen aus einzelnen geringen Vergehen sowie Tatwiederholungen führten zu drastischen Strafverschärfungen bis hin zu Leibes- und Todesstrafen oder den Landesverweis
Oberes Tor im Kleinformat
Als im Jahr 1988 das 100. Jubiläum der Erbauung des Villinger Aussichtsturms gefeiert werden konnte, kam beim Veranstalter und beim Vorstand der Narrozunft die Idee auf, den im Metallbau geübten Handwerksmeister Ächtner zu fragen, ob er sich an den Bau eines Modells des Turmes wagen würde. Nach reiflicher Überlegung und dem Studium der Planunterlagen aus
dem Stadtarchiv machte er sich 1990 an´s Werk und konnte bereits zwei Jahre später vor staunendem Publikum das Modell im Maßstab 1 : 50 im Münsterzentrum präsentieren. Dieses Modell des 30 Meter hohe Aussichtsturm auf der Wanne ist in allen Teilen bis in kleinste Details maßstabsgetreu nachgebildet und ist als Dauerleihgabe im Franziskaner-Museum ausgestellt
40 Jahre restaurierte Schildknecht & Bergmann-Orgel in der Johanneskirche Villingen
Am 20. Juli 1980 wurde in einem feierlichen Gottesdienst in der Evang. Johanneskirche Villingen in der Gerberstraße die restaurierte und erweiterte Orgel der einst in Donaueschingen ansässigen Orgelbauer Schildknecht und Bergmann eingeweiht. Das 1838 (in Wikipedia fälschlich: 1829) erbaute Werk stand einst in der Evang. Stadtkirche in Sulzburg im Markgräflerland, die entwidmet und 1979 zum Landesbergbaumuseum umgestaltet wurde. Damit wurde die Orgel in jener ehemaligen Kirche nicht mehr gebraucht
Die Hochzeit des Figaro, Fürstenberg-Marsch und Leontinen-Gavotte
In vier Teilprojekten konnten bis März 2021 mit Unterstützung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg die Donaueschinger Musikhandschriften im Umfang von ca. 230.000 Images digitalisiert und somit für die Forschung zur Verfügung gestellt werden. Damit ist die Digitalisierung des Gesamtbestandes an Musikhandschriften aus der Provenienz Donaueschingen zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen. Der Beitrag gibt einen Überblick über den Bestand, den Projektverlauf und dessen Ergebnisse
175 Jahre sonntags zum Gottesdienst nach Wössingen
Dass eine kleine Kirchengemeinde keinen eigenen Pfarrer hat und von einer Nachbargemeinde als Filialgemeinde mitversorgt wird, ist nichts Außergewöhnliches. Ungewöhnlich ist es aber, wenn die Christen dieser Gemeinde über 175 Jahre sonntäglich in das Nachbardorf zum Gottesdienst laufen müssen, weil ihnen ein Gotteshaus fehlt. Die Historie der evangelischen Kirchengemeinde ist es wert, in diesem Zusammenhang einmal genauer in Augenschein genommen zu werden
Eine Anhäufung toter Birkenwanzen in Spülsäumen der Ostsee (Heteroptera, Acanthosomatidae, Elasmostethus interstinctus (Linnaeus,1758))
Ende August/Anfang September 2021 lagen tote Birkenwanzen Elasmostethus interstinctus (Linnaeus, 1758) (Heteroptera, Acanthosomatidae) zu Tausenden angespült an Stränden des Darß (Ostsee, Mecklenburger Bucht). Die Anhäufung von Wanzen im Spülsaum wird als Ergebnis eines nach Wetterwechsel erfolgten, missglückten, saisonalen Ausbreitungsfluges über der Ostsee gedeutet. Zum Herkunftsgebiet der Wanzen lässt sich angesichts der Wind- und Wetterbedingungen nur Dänemark oder Südschweden vermuten. Der Ausbreitungsflug der Birkenwanzen wird mit den in manchen Sommern erscheinenden Massenflügen von Marienkäfern an den Küsten der Ostsee verglichen
Neue Musik, Gebrauchsmusik, politische Musik
„Donaueschingen“ steht in der Geschichte der Neuen Musik für zwei Traditionen. Für die „Kammermusikaufführungen“ zwischen 1921 und 1926, die mit den Namen Heinrich Burkard und Paul Hindemith verbunden sind. Und für die Ära der „Musiktage“, die seit 1950 durch die Rundfunkredakteure Heinrich Strobel, Josef Häusler und Armin Köhler geprägt wurden. Neu war 1921 die Idee eines Spezialfestivals für Neue Musik. Im Anschluss an die sechs frühen Jahrgänge gab es verschiedene Festivals, bei denen eine immer wieder beschworene „Donaueschinger Idee“ weitergeführt werden sollte, zunächst an anderen Orten, später auch wieder in Donaueschin gen. Diese Veranstaltungen fanden in politisch unruhigen Zeiten statt und waren geprägt von der Wirtschaftskrise der Jahre 1929/1930, von der nationalsozialistischen Kulturpolitik, vom Zweiten Weltkrieg und von den orientierungslosen Nachkriegsjahren