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"Murre" für die Ortenau
Die Universität Hohenheim startete im Jahr 2003 eine Anfrage über den Badischen Bäckerinnungsverband nach traditionellen Spezialitäten des Schwarzwalds. Dabei wurde auch die sogenannte „Murre“ gemeldet und registriert. Hierbei handelt es sich um ein regionales Gebäck, welches es nur in Lahr zu erhalten gibt, ein Gebäck aus mürbem Hefeteig, das seltsam geformt ist und etwa wie eine wulstige Lippe aussieht. Nicht süß, nicht salzig, einfach neutral gebäckkrustig, als Gaumengenuss und Mittler zu Sekt, Wein oder Kaffee. Nach heutigen Begriffen eben ein Snack
Burgen im Einzugsbereich des Kinzigtals
In Laufe der letzten Jahre wurden im Kinzigtal zunächst die Burgen von Schiltach, Schenkenzell und Wolfach begangen und die neuen Ergebnisse in der "Ortenau" veröffentlicht. Die Geländebegehungen wurden fortgesetzt; aus Platzgründen wird hier nur ein Teil der Burgen mit neuen Ergebnissen vorgestellt, die das Bild wesentlich ergänzen und verändern
Bildsteinpreis 2019 Jacqueline Barth
Liebe Jacqueline Barth, für Deinen Aufsatz "Meine Tracht und ihre Geschichte" zum diesjährigen Bildstein Wettbewerb des Zeller Bildungszentrums
bist Du mit einem Preis ausgezeichnet worden. Schon in Deiner Themenbegründung spürt man Deine Freude und Begeisterung und den persönlichen, familiären Bezug. Für Dich ist die Tracht nicht nur etwas fürs Museum, sondern Rückbesinnung auf traditionelle Werte und altes Kulturgut und Du schätzt das Miteinander von Jung und Alt im Laufe der Jahresfeste. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein fand die traditionelle Volkstracht in ihrer regionalen Vielfalt in ländlichen Gebieten große Verbreitung und grenzte sich deutlich von der bürgerlichen Kleidung ab
Eine Auswahl heimatkundlicher Aufsätze des Bildstein-Wettbewerbs auf der Homepage der Stadt Zell
Die Idee wurde vor Kurzem geboren und fand bei allen Beteiligten uneingeschränkt Zustimmung: Die Bildstein-Arbeiten werden künftig kostenfrei der gesamten Öffentlichkeit zugänglich gemacht: auf der Homepage der Stadt Zell unter der Hauptrubrik "Unsere Stadt" mit dem Stichwort "Geschichte"
und dort als Unterpunkt "Bildsteinaufsätze". Schließlich ist die Stadt Zell am Harmersbach satzungsgemäß Träger des jährlichen Bildstein-Aufsatzwettbewerbs der Werkrealschule Zell. Eine erste Auswahl – weitere folgen nach und nach – umfasst die ersten Preisträger der letzten drei Jahre und die drei Preisträger dieses Jahres 2021 und deckt damit schon mal vier Themenbereiche ab, die sehr gerne von den Schülern gewählt werden: Hofgeschichte(n), Brauchtum, Migrationsgeschichte(n) und einheimische Betriebe
Arnold Scheuerbrandt
Dr. Arnold Scheuerbrandt, akademischer Oberrat an der Universität Heidelberg, kam 1984 als bereits mit einer Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen ausgewiesener historischer Geograph zum Heimatverein Kraichgau und stellte sich mit einem Aufsatz zur Amerikaauswanderung aus dem Kraichgau und seinen Randbereichen im 18. Jahrhundert vor. Zwei Jahre später übernahm er mit der 10. bis 16. Ausgabe des Jahrbuchs Kraichgau
dessen Schriftleitung und bearbeitete auch die Herausgabe unserer Sonderveröffentlichungen. Es folgten eine Reihe von weiteren Aufsätzen, unter anderem zur Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung von Kirchardt und eine Darstellung der kurpfälzischen Aufnahme: privat. Orte im Kraichgau und seinen Randgebieten im Jahre 1577
Geschichtsbild und Identitätssuche der Stadt Villingen im 19. Jahrhundert oder: Wie die Villinger (dann doch noch) gute Badener wurden
Identität ist eine anthropologische Konstante des Menschen. Jeder Mensch charakterisiert sein Selbstverständnis durch eine Matrix entsprechender Zuschreibungen. Man ist Bayer oder Hanseat, Württemberger oder Badener, Deutscher oder Schweizer, man ist Katholik, Protestant oder Agnostiker, Akademiker, Handwerker oder Auszubildender, man verortet sich politisch konservativ, liberal oder eher links, man ist Fleischesser oder Vegetarier, eher draufgängerisch oder ängstlich, hat eine eher optimistische oder pessimistische Weltsicht. Auch größere gesellschaftliche Strukturen wie Städte oder Nationen bilden eine kommunale oder nationale Identität über eine Vielzahl solcher Zuschreibungen und Selbstwahrnehmungen aus
Frauen in Mauer
Frauen als Gruppe, aber auch als Einzelpersonen kommen in der traditionellen Geschichtsschreibung kaum vor, denn, um mit dem Historiker Heinrich von Treitschke zu sprechen, (nur) Männer machen Geschichte. Das gilt erst recht für die Ortsgeschichte, wo Frauen fast nur in Hexenprozessen umfassender abgehandelt werden. Diese Missachtung beruht allerdings wohl weniger auf Geringschätzung als eher auf der schlechten Quellenlage. Umso erfreuter
kann ein Lokalhistoriker sein, wenn er in Archiven auf Material stößt, das wenigstens einige Schlaglichter auf Frauenschicksale wirft
Rebellische Tagebücher
Im April des Jahres 1723 kocht die Volksseele im Kraichgauort Flehingen gehörig. Teile der Einwohnerschaft begehren gegen die Stellvertreter ihrer Herrschaft vor Ort auf. Die Herrschaft, das sind in Flehingen seit 1637 die Grafen Wolf Metternich zur Gracht. Ein Herrschergeschlecht, das seinen damaligen Sitz weitab vom Kraichgau in der kurkölnischen Residenzstadt Bonn sowie am Stammsitz auf Schloss Gracht bei Köln hatte. Als Stellvertreter der Herrschaft fungiert in Flehingen der herrschaftliche Amtmann, zu dieser Zeit Caspar Adam Merz. Unterstützt wird Merz bei seiner Arbeit durch den
Gerichtsschreiber Reinhart Hostmann, der zugleich "catholisch Schulmyster" im Ort ist
Aller Anfang …
"Hora ruit" – die Zeit rast, gab Hans Kullmer, Vorsitzender der Freunde Sinsheimer Geschichte, dem neugegründeten Heimatverein Kraichgau mit auf den Weg, und die 50 Jahre seit 1972 sind tatsächlich wie im Flug vergangen. Jubiläen sind fast zwangsläufig ein Anlass zu Rück- und Vorschau, für eine Bilanz des Erreichten und des eigenen Selbstverständnisses. Mit Fug und Recht kann der Heimatverein wohl stolz auf die vergangenen 50 Jahre seines erfolgreichen Wirkens für den Kraichgau zurückblicken. Aber neben den "Goldenen Jahren" sollte auch an den holprigen Start und das Ringen um die Ausrichtung des Vereins sowie das (nicht nur wegen Corona) schwierige letzte Jahrzehnt erinnert werden. Das Erscheinungsbild des unbestreitbar
in die Jahre gekommenen Heimatvereins Kraichgau bedarf einer kritischen Betrachtung und einer Anpassung an heutige Erwartungen, um die Zukunft des Vereins zu sichern
Zehn historisch wertvolle Grabplatten in Königsbach
Bei einer umfassenden Renovierung der evangelischen Kirche in Königsbach im Jahr 1957 wurde der hölzerne Aufgang zu der "Baronstuhl" genannten herrschaftlichen Empore entfernt und der dazu gehörende Eingang in der Wand zugemauert. Die aus dem Kirchenboden ausgehobenen Grabplatten wurden anschließend an der Südwand zwischen Nebeneingang und Sakristei platziert. Trotz Mahnung des Denkmalamtes, die Grabplatten, die ausnahmslos aus Buntsandstein bestehen, gegen Nässe und Witterung zu schützen, wurde nur ein kleines, unzureichendes Ziegeldächlein angebracht. So haben die historischen und daher erhaltenswerten Platten inzwischen Schaden genommen