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    Die Buche - erneut "Baum des Jahres"

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    Es ist wieder soweit: Der Baum des Jahres 2022 ist verkündet. Und wieder hat es die Buche getroffen, botanisch korrekt: die Rotbuche (Fagus sylvatica), Deutschlands häufigsten Laubbaum. Schon einmal, im Herbst 1989, ist sie dazu gekürt worden. Was die Frage aufwirft, ob dem zuständigen Kuratorium, das diese Auszeichnung seit jenem Jahr vergibt, inzwischen die Baumarten ausgegangen sind angesichts der eher schmalen Palette mitteleuropäischer Baumarten. Wo doch die Eiszeiten und das Bollwerk der Alpen die Zahl der vor den Gletschern zurückweichenden und aus ihren Refugien wieder einwandernden Arten einst stark dezimiert haben – ganz anders als Rocky Mountains und Anden auf dem amerikanischen Doppelkontinent

    Julius Kibiger - Maler des Markgräflerlandes

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    Julius Kibiger ist einer der bedeutendsten Maler, die das Markgräflerland im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Sein umfangreiches Oeuvre umfasst an die 4000 bis 5000 Ölgemälde, Aquarelle, Skizzen und Zeichnungen, aber auch zahlreiche Wandmalereien. Der aus dem Dorf Feldberg im Markgräflerland gebürtige Künstler lebte und arbeitete im Winzerort Auggen

    Die zwölf silbernen Apostel vom Heiligenberg

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    Die zwölf mannshohen Apostel aus reinem Silber, welche die Mönche des Sankt-Michaels- Klosters auf dem Heiligenberg "zur Zeit, als das obere Rheinthal bis Bingen noch ganz mit Wasser bedeckt war", aus Angst vor Seeräubern – ja, ja! – "in dem Berge" vergraben haben sollen, geistern bis heute durch die Heidelberg-Literatur. Doch scheint es so, als sei bis in die Gegenwart hinein noch kein ausreichend "reiner Jüngling" bzw. keine tatsächlich "unbefleckte Jungfrau [...] in den Adventsnächten" zum Geist des Klosterpriors hinaufgestiegen, um nach dem Verbleib der Figuren zu fragen. Also musste das fromme Gespenst deren Versteck nicht preisgeben, und der Schatz konnte demzufolge bislang nicht gehoben werden. An Versuchen, dieses zu tun, fehlte es offenbar nicht. So bestätigt etwa Werner Schindler, dass "noch im aufgeklärten 19. Jahrhundert immer wieder Schatzbeflissene [nach den zwölf silbernen Apostelfiguren; Wke] gebuddelt" hätten, wie schon Wilhelm Zähringer über "gierige Schatzgräber" klagte, "die in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts nächtlicherweise nicht nur mit Wünschelrute und Bergspiegel, sondern auch mit Pickel und Spaten nach silbernen Aposteln und anderen sagenhaften Kostbarkeiten suchten [ ...]". Was es mit diesen Aposteln auf sich hat und welchen wahren Kern die sich um sie rankenden Berichte besitzen mögen, wollen die Autoren in ihrem Beitrag in Erinnerung bringen und zu dem bereits Bekannten einige vielleicht weniger bekannte Mosaiksteinchen hinzufügen. Dabei steigen sie vom Heiligenberg hinab in die Gassen der Altstadt, wo noch manch anderes Geheimnis seiner Aufdeckung harren mag

    Theresia Bomo, 1822/23-1850

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    2023/24 jähren sich die revolutionären Ereignisse von 1848/49 zum 175. Mal. Es ist nicht ohne Reiz, aus diesem Anlass an das Schicksal einer jungen Frau zu erinnern, auf deren Spur ich vor mehr als drei Jahrzehnten erstmals gestoßen war: Theresia Bomo gehörte zu einer Gruppe von Musikbegeisterten, die am 3. Juni 1850 bei einem Schlosskonzert aufgrund ihrer Beifallsbekundungen festgenommen wurde. In der vierwöchigen Haftzeit erkrankte Bomo und starb am 10. Juli. Die Information, dass sie die "Schriftführerin des weiland demokratischen Frauenvereins" gewesen war, stammt aus dem ausgewerteten Zeitungsbericht. Ermittelt hatte ich damals weiterhin, dass ihr verstorbener Vater Lackierer gewesen war und dass die Familie der revolutionsnahen Deutsch-Katholischen Gemeinde angehörte. Die Zahl der Veröffentlichungen zur Heidelberger Revolutionsgeschichte in den über 30 Jahren seither ist überschaubar. In Heinrich Raabs lexikalischer Auflistung der aufständischen Personen kommt Theresia Bomo nicht vor, vermutlich weil sie vor 1850 nicht aktenkundig geworden war. Auch in anderen Untersuchungen sind keine Hinweise auf ihre Biografie zu finden. Trotzdem ergeben sich anhand ergänzender Recherchen und beiläufiger Quellenfunde ein paar neue Aspekte, die es erlauben, ihr Wirken im Frauenverein und ihr politisches Umfeld genauer als bisher zu fassen. Dazu kommt am Ende dann noch ein literarischer Fund: 1851 veröffentlichte Amalie Struve einen Nachruf auf Theresia Bomo

    "… treibt Ackerbau, aber nicht als alleiniges Hauptgeschäft“

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    Das Grab von Abraham Wolff auf dem alten jüdischen Friedhof am Klingenteich ist Zeugnis eines bislang wenig beachteten Aspekts bei der Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Heidelberg: Die Zuwanderung aus den Landgemeinden des Oberamts (des damaligen Landkreises), insbesondere aus Rohrbach, das nach Heidelberg selbst die zweitgrößte jüdische Gemeinde im Umland beherbergte

    Digitales Gedenken zwischen Heidelberg und Gurs

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    Wer sich schon einmal in die Heidelberger Weststadt begeben hat und durch die vielen Straßen mit gepflegten Vorgärten, verzierten gusseisernen Hoftoren und makellosen Gründerzeitfassaden spazierte, dem wird auch das außergewöhnlich bunte und von Fachwerkelementen geprägte Haus in der Zähringerstraße aufgefallen sein. Das Idyll dieses pittoresken Anblicks kann lediglich durch das Senken des Blickes getrübt werden, denn auf dem Gehweg entdeckt man zwei in den Boden eingelassene Mahnmale, die an die früheren Bewohner dieses Domizils erinnern. Auf kleinen Messingplatten eingemeißelt findet man Gründe, die eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Gebäude und seinen Bewohnern rechtfertigen

    Max Oppenheimer

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    "Was ist eigentlich ein Jud?", fragte Max Oppenheimer (1919 –1994), als er im Jahr 1936 wieder einmal von seinen Klassenkameraden verspottet worden und aus dem Heidelberger Hockeyclub geflogen war. Dessen Erste Mannschaft war geschlossen der SS beigetreten. In seinem Elternhaus in der Heidelberger Landhausstraße fühlte man sich als Deutsche mit jüdischer Religion. Es muss für alle schwer zu fassen gewesen sein, dass die als Nebensächlichkeit empfundene Religionszugehörigkeit sie zu "minderwertigen" Menschen machte. Nach den ersten vier Klassen in einer Heidelberger Volksschule hatte Max ab 1930 erfolgreich das Humanistische Gymnasium besucht, bis er es 1936 wegen der neuen NS-Rassengesetze verlassen musste, kurz bevor es in "Kurfürst-Friedrich Gymnasium" umbenannt wurde. Danach absolvierte er eine Schlosserlehre in der Werkstatt des Badischen Oberrats der Israeliten in Mannheim. Hier traf er auf Mitglieder aus der Sozialistischen Arbeiterjugend und dem Kommunistischen Jugendverband, man las das Kommunistische Manifest und hörte den Radiosender Moskau. Zwangsläufig musste es darüber zu Konflikten mit seinem eher konservativ eingestellten unpolitischen Vater Leopold kommen. Nach der Ausbildung arbeitete Max als Schlosser in einer Lehrwerkstatt in Frankfurt, die in der Pogromnacht am 10. November 1938 zerstört wurde

    Eine Schulgründung im Krieg

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    "Er [Bürgermeister Max Genthe] betonte, daß man mit diesem Werk, das man heute weihe, einer idealen Lösung der Schulfrage möglichst nahe gekommen sei. […] Der Plan, in diesem Haus eine Oberschule zu errichten, datiert bereits seit 1934. […] Im Vorjahr wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und der Krieg hat sie nicht verhindert, ein Beweis für die Stärke und Kraft des Volkes und den Kulturwillen unserer Stadt." Voller Stolz feierte der Heidelberger Bürgermeister Max Genthe am 16. September 1940 die Errichtung der "Robert-Bunsen-Schule" als selbstständiger "Oberschule für Jungen" im Gebäude der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt, dem heutigen PH-Altbau in der Neuenheimer Keplerstraße. Die versammelte Prominenz aus Kultusministerium, Partei und Stadt begrüßte er im Namen von Oberbürgermeister Carl Neinhaus, der vorübergehend als Reserveoffizier bei der Wehrmacht im besetzten Frankreich eingesetzt war. Seiner Ideologie nach stand das NS-System einer Ausweitung der "höheren Bildung" eher ablehnend gegenüber; umso erstaunlicher ist die Neugründung einer Oberschule – noch dazu zu Beginn des zweiten Kriegsjahres. Welche Faktoren begünstigten diese Entscheidung? Die überraschend schnellen militärischen Erfolge gegen Polen, in Skandinavien und gegen Frankreich wurden von der NS-Propaganda weidlich ausgenutzt und schufen in der Öffentlichkeit eine geradezu euphorische Stimmung. Man erwartete eine weitere politische und wirtschaftliche Stärkung Deutschlands. Wenn die Schülerzahlen und die Raumkapazität es zuließen, schien jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Verbesserung der Heidelberger Schulsituation gekommen

    Die Parlamentswahlen am 10. und 17. Juni 2022 im Elsass

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    Im ersten Halbjahr haben in Frankreich zwei bedeutende Wahlgänge stattgefunden. Im April die Präsidentschaftswahlen, im Juni die Parlamentswahlen. Der folgende Beitrag geht der Frage nach, ob und inwieweit sich das Abstimmungsverhalten im Elsass vom nationalen Trend unterscheidet. Wahlanalysen sind allerdings in ihren Aussagen und Deutungen niemals gänzlich objektiv. Dies gilt auch für die folgenden Ausführungen. Diese erheben jedoch den Anspruch, eine informative und faktengetreue Beschreibung der politischen Landschaft im Elsass zu präsentieren

    Abraham a Sancta Clara und die Macht der Bilder

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    Im nördlichen Hegau schmücken 18 religiöse Embleme die Decke der barocken Kirche St. Peter und Paul von Mühlingen-Mainwangen (Lkr. Konstanz), deren Vorlage einem kleinen Andachtsbuch entstammen, welches Abraham a Sancta Clara, der gefeierte kaiserliche Prediger und Erfolgsschriftsteller in Wien verfasst hat. Wenige Kilometer von da kam er 1644 in dem Dorf Kreenheinstetten (Lkr. Sigmaringen), am nördlichen Rand des Bodenseeraums, hoch über dem Tal der jungen Donau zur Welt. Johann Ulrich Megerle, so sein bürgerlicher Name, war das achte Kind des örtlichen Bauern und Gastwirts der »Traube«. Schon als Zehnjähriger verließ der begabte und aufgeweckte Ulrich – dank der Förderung und reichsweiten Vernetzung seines Onkels Abraham Megerle – seine Heimat und kehrte nur einmal kurz heim. Seine Spuren nördlich des Bodensees sind zwar spärlich, zeugen aber von der weiten Verbreitung seiner Schriften und seinem Erfolg als Prediger und populärer Autor. Neben seinen Emblemen in Mainwangen seien seine lebensgroße Statue und die Gedenkstätte in seinem Geburtsort genannt

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