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    "Clash of Cultures" in der St. Bonifatius-Gemeinde in der Weststadt 1972

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    Im September 2022 jährt sich zum 50. Mal ein Ereignis, das in der katholischen Gemeinde St. Bonifatius in der Weststadt ziemlichen Wirbel verursachte. Den dort sehr aktiven Jugendgruppen vom "Bund der Deutschen Katholischen Jugend" (BDKJ) wurde auf Beschluss des Pfarrgemeinderats der Zutritt zu den Jugendräumen im Gemeindehaus St. Hildegard verboten. Betroffen waren ca. 180 bis 200 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 22 Jahren. Der Grund: Die Jugendleiter*innen galten als zu radikal, zu links, zu rebellisch und vor allem als zu wenig "katholisch". Ludwig Bopp, seit ca. 1962 Jugendseelsorger und ein Mentor der rebellischen Jugend, war 1970 Pfarrer der Gemeinde St. Bonifatius geworden. Ihm oblag nun die Ausführung des Pfarrgemeinderatsbeschlusses, die Jugendlichen "vor die Tür zu setzen". Dieses Ereignis prägte nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen, auch die Gemeinde St. Bonifatius erholte sich über Jahre nicht von diesem "Aderlass" an aktiven, jungen katholischen Christen. Vor allem "litt" der 2021 verstorbene Ludwig Bopp jahrzehntelang an diesem Bruch in seiner Pfarrgemeinde. Der BDKJ arbeitete als von der Gemeinde unabhängige Organisation bis Ende der 70er-Jahre weiter und gründete dann unter Beteiligung einer Gruppe von Pädagogikstudent*innen Anfang der 80er-Jahre den heute noch sehr aktiven Verein Kulturfenster e.V. Heidelberg

    KOMMUNIST. Abgestempelt

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    Die Universität ließ eigens einen Stempel anfertigen. KOMMUNIST 31.7.33, in Großbuchstaben. Links und rechts davon eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Der Stempel "Kommunist" in der Studentenakte sollte den endgültigen Ausschluss von 49 Studierenden der Heidelberger Universität von allen deutschen Universitäten besiegeln. Diese Aktion war Teil der "Säuberung" der Universität, wie es in der Sprache der Nazi-Ära fortan heißen sollte. Parallel dazu erfolgten der Ausschluss jüdischer Hochschullehrer*innen, die Senkung der Quote jüdischer Studierender, die Umstellung der Hochschulleitung auf das Führerprinzip und drastische Maßnahmen gegen liberale und linke Hochschullehrer*innen. Für die meisten der zwangsrelegierten Studierenden bedeutete diese das endgültige Aus ihres Studiums, einige wenige wurden später "gnadenhalber" wieder zugelassen. Wir beschreiben Umstände, Akteure und Verlauf der Aktion und rekonstruieren die Biografien der Ausgestoßenen

    Das Hebelfest in Hausen im Wiesental

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    Das traditionelle Hebelfest in Hausen im Wiesental, das nach coronabedingter zweijähriger Pause am 10. Mai 2022 wieder stattgefunden hat, sollte UNESCO-Weltkulturerbe werden. Im November 2021 hat die Gemeinde Hausen im Wiesental einen Antrag für die Aufnahme des jährlichen Hebelfestes in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gestellt

    Erasmus von Rotterdam in Freiburg (1529-1535)

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    Verbindungen des großen Humanisten Erasmus zu unserem Raum, örtlich und geistig, gibt es zahlreiche; sein immerhin sechs Jahre umfassender Aufenthalt in Freiburg von 1529 bis 1535, schließlich eine von Robert Minder vermutete geistige Verwandtschaft Johann Peter Hebels mit Erasmus. Bekanntlich schrieb Minder in seinem Aufsatz "Hebel der erasmische Geist": "Und nah dahinter (sc. Hebel) Erasmus, der Nichtkämpfer, der schweigsam wirkende Mann des Ausgleichs – kälter, härter, universaler als Hebel, aber aus demselben geistigen Geblüt". Darüber hinaus: Heimat ist nicht zuletzt geistiger Anknüpfungspunkt, der sich auch an Orten festzumachen sucht. Daher, trotz der überragenden Bedeutung Basels für Erasmus, Freiburg, wenn auch nur als "Schwanengesang" des Friedens im Leben des Erasmus von Rotterdam und der damaligen Welt

    Grundbesitz am Bodensee

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    Im Gemeindearchiv von Höchst befindet sich eine undatierte Handschrift, die gegenläufig von beiden Seiten mit Aufzeichnungen gefüllt worden ist. In einer Leserichtung befindet sich ein Verzeichnis, in dem von 1705 bis 1717 aufgelistet wird, was, beginnend mit Joseph Schneider, Seckelmeister, und seinen Nachfolgern von Gemeindswegen eingenommen und ausgegeben worden ist. Wenn man das Buch umdreht, sind in der anderen Leserichtung die Gerichtsangehörigen und ihr Besitzstand aufgelistet. In vielen Teilen gleicht es einem mittelalterlichen Urbar, einer Besitzbeschreibung. Diese Besitzbeschreibung war die Grundlage für die Ermittlung der Steuer, auch wenn keine Steuersumme angeführt ist. Das Rechnungsbuch muss zu einem späteren Zeitpunkt neu gebunden worden sein, denn für den Umschlag wurde eine spätmittelalterliches Notenhandschrift verwendet. Anhand genealogischer Fakten zu den einzelnen Personen lässt sich relativ genau bestimmen, zu welchem Zeitpunkt die Besitzdaten im Rechnungsbuch erhoben worden sind. Der Fußacher Bote Jacob Nagel wird am 2. Juni 1707 in Hard im Bad genannt, im Rechnungsbuch ist seine Witwe verzeichnet. Magister Adam C(K)ranz, der seit 1689 Pfarrer in Höchst war, ist am 29. November 1708 verstorben. Er ist noch aufgeführt. Der Teil mit der Auflistung der Gerichtsangehörigen scheint also etwas später als der Teil mit den Einnahmen und Ausgaben aufgezeichnet worden sein. Das Rechnungsbuch ist bisher nicht publiziert und nur von Benedikt Bilgeri für das erste geplante Höchster Heimatbuch in den 1980er Jahren ausgewertet worden. Er dürfte auch die teilweise Seitennummerierung mit Bleistift angebracht haben

    Die Verleihung des Stadt- und Marktrechts für Mundelsheim 1422

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    Am 10. August 1422 verlieh König Sigmund den Brüdern Bernold und Eberhard von Urbach das Recht, ihr Dorf Mundelsheim zur Stadt zu machen. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: »Wir Sig[mund] etc. bekennen etc., wann wir angesehen und gutlich betrachtet haben soliche anneme und getrue dienste, die uns und dem riche Bernolt und Eberhart gebrudere von Uerbach, uns[er] und des richs lieben getruen, oft williclich getan haben und auch furbaß tun sollen und mogen in kunftigen czeiten, dorumb mit wolbedachtem mute, gutem rate und rechter wissen [schaft] gunnen und erlauben wir in craft diß briefs, dass yr das dorff Mundelsheim mit muren, graben, turnen, porten und ander[er] werlikeit und notdurftigen dingen, als inen dann das fuglich und nucze sein bedunke, bevesten mogen, und ouch statrecht und stok und galgen habe[n] uber ire[n] undersessen und ander schedliche lute, die in demselben stetlin begriffen und bekum[m] ert wurden von allermenglich ungehindert, doch unschedlich dem hochgebornen Bernharten margg[ra]ven zu Baden, uns[er]m lieben oheimen und fursten, wann dasselb dorff Mundelsheim von siner marggravschafft zu lehen ruret und sust yederman an sinen gerichten und rechten. Item einen wochenmarkt daselbs zu Mundelsheim uf den Mittwoch[e]n. Geben zu Nuremberg an sant Laurencien tag [1422].« Die Ausfertigung dieser Urkunde ist nicht erhalten. Hingegen findet sich der Text, wie er hier wiedergegeben wurde, das heißt gekürzt durch Auslassung der Formalien, wie etwa den Titeln des Königs, in der im Österreichischen Staatsarchiv in Wien verwahrten Reichsregistratur. Dies ist ein Auslaufregister, in dem die von der königlichen Kanzlei ausgestellten Urkunden nacheinander eingetragen wurden

    László Trunkó †

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    László Trunkó wurde am 8. Mai 1935 in der zentralungarischen Kleinstadt Szolnok als einziger Sohn des promovierten Juristen István Trunkó und der Erzieherin Erzsébet Trunkó geb. Riszner, geboren. Der Vater war ab 1940 am obersten Verwaltungsgerichtshof in Budapest beschäftigt. Er wurde 1950 als „Klassenfeind“ von den Kommunisten aus dem Staatsdienst entlassen. Die Familie verarmte daraufhin. László Trunkó nahm 1953 unmittelbar nach seinem Abitur sein Geologiestudium mit Schwerpunkt Paläontologie an der Eötvös-Loránd-Universität auf. Der mit Staatsgewalt niedergeschlagene ungarische Volksaufstand, der am 23. Oktober 1956 mit einem friedlichen Protest der Studenten der Universitäten in Budapest begonnen hatte, zwang ihn zur Flucht nach Deutschland. Dort wurde er sofort als politischer Flüchtling anerkannt, setzte sein Geologiestudium an der Georg-August-Universität Göttingen fort und schloss es 1960 mit der Diplomprüfung ab. Bereits ein Jahr später wurde er auf der Grundlage seiner für die Diplomarbeit gesammelten Daten promoviert. László Trunkó arbeitete damals unter anderem über oligozäne Foraminiferen (Grossheide & Trunkó 1965; Trunkó 1965)

    Carolinea. – 80 (2022)

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    Das Nest auf dem Storchenturm und die Störche in Lahr und Ettenheim

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    Schwarze Aussichten für den weißen Storch titelte 1984 der bekannte deutsche Chemiker Otto Hahn. Zu Recht: Nur wenige Jahre zuvor, 1975, wurden in Baden-Württemberg lediglich 15 Brutpaare des Weißstorchs gezählt. Ein Tiefstand, denn 1955 waren noch 152 Paare registriert worden. Doch in der Folge nahm der Bestand stark ab. Bis 1984, dem Jahr, in dem Otto Hahns Buch erschien, blieb er nahezu auf diesem Niveau. Bereits 1934 hatte der Vater des Storchs, Professor Ernst Schütz, flächendeckende Storchenzählungen organisiert. Mitglieder des Nabu haben diese Zählungen fortgeführt. In diesem Zuge wurden auch die deutschlandweiten Zahlen erfasst: Konnte man 1934 noch 9.000 Weißstorch-Paare in Deutschland zählen, blieb bei der Bestandserhebung 1988 gerade noch eine traurige Zahl von 2.949 Brutpaaren übrig, informiert der Naturschutzbund in seiner Broschüre Der Weißstorch – ein Vogel von Welt (2009)

    Neue Erkenntnisse aus der "Grabung Leopoldstraße" zum römischen Vicus in Lahr-Dinglingen

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    Als die Stadt Lahr 2018 eine Fläche östlich der Leopoldstraße im Gewann „Kleinfeld-Nord“ für den Bau von Sozialwohnungen ins Auge fasste, war bereits zu vermuten, dass dieses Bauprojekt nicht ohne vorherige Ausgrabungen durch das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) realisiert werden können wird. Da sich die Fläche innerhalb des seit 1955 nach § 22 des Denkmalschutzgesetzes Baden-Württemberg (DSchG) ausgewiesenen Grabungsschutzgebietes „Lahr-Mauerfeld, römische Siedlung“ befand, war es höchstwahrscheinlich, dass die Denkmalpflege auch hier auf die Überreste des römischen Vicus stoßen würde. In einer Stellungnahme des LAD wurde angeregt, einen Alternativstandort in Betracht zu ziehen, um die römischen Überreste im Boden zu bewahren. Da dieser nicht zur Verfügung stand, fand im November 2018 eine zweitägige Voruntersuchung des Areals statt, auf dem sich zuletzt Schrebergärten befunden hatten

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