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Der Zähringer Hof
Den "Salmen" und die dort am 12. September 1847 verkündeten "Forderungen des Volkes" kennt jeder. Etwas in Vergessenheit geraten ist dagegen ein anderes Offenburger Gasthaus, das auf dem langen Weg zur Demokratie ebenfalls eine wichtige Rolle spielte. Auch in der Industriegeschichte der Stadt hat es einen Platz – der Zähringer Hof. Als reale Örtlichkeit ist er, abgesehen von einem historisch allerdings bedeutsamen Nebengebäude, nicht mehr vorhanden. Nach einem Brand im Jahre 1972 wurde der Zähringer Hof nicht wieder aufgebaut. An seiner Stelle an der Südseite der Grabenallee, unmittelbar vor der Zähringerbrücke, setzt heute ein massiger Klotz von Gebäude einen städtebaulich etwas fragwürdigen Akzen
Zwischen Kriegen und Krisen: der Kleinkaliberschützenverein und die NSDAP in Zell-Weierbach
Abseits der Kriegsfronten gelangte das militärisch-geprägte Schießen mit Waffen im 20. Jahrhundert auch in die landwirtschaftlich-geprägten Dörfer Mittelbadens. Die Offenburger NSDAP nennt als Vorreiter ihrer politischen Ideologie unter anderem militante Gruppierungen: "Mehr als wehrpolitische Organisation trat auch bereits im Jahre 1923 die sog. Freischar Damm unter Decknamen in Offenburg auf […] die in einem Hause in Zell-Weierbach (Bachmann) wöchentlich ihre wehrsportlichen Übungen abgehalten hatte." Die Freischar Damm war eine von vielen paramilitärischen Gruppierungen, die dem demokratischen System der Weimarer Republik besonders in Krisenzeiten feindlich gegenüberstanden. Ihr Namensgeber,
Erich Damm, gründete Anfang der 1920er Jahre viele Kleinkaliberschützenvereine (KKSV) in Südwestdeutschland. Über ihre Aktivitäten im Offenburger Rebland ist bis auf das genannte Zitat nichts bekannt – auffallend ist aber, dass seit 1924/25 auch dort ein KKSV existierte. Im Rahmen eines Werkvertrags mit der Ortsverwaltung Zell-Weierbach (ZW) beschäftigt sich der Autor der vorliegenden Untersuchung mit der Zeit um den Zweiten Weltkrieg innerhalb des Ortes. Mit den aufzuzeigenden Quellen- und Forschungsständen lässt sich die Verbindung des hiesigen KKSV mit dem
Aufkommen nationalsozialistischer Strömungen darlegen
Nationalsozialismus und Naturdenkmäler: vom "Bühlstein" und der "Teufelskanzel"
Der Ort Zell-Weierbach als Stadtteil Offenburgs ist gegenwärtig Wohnsitz von rund dreieinhalbtausend Menschen. Optisch und wirtschaftlich ist Zell-Weierbach von Weinbau, Wald und Wiesen geprägt. Dies sind nur einige Facetten der Natur an sich, welche gegenwärtig Untersuchungsgegenstand
verschiedener wissenschaftlicher Beschäftigungen ist. So lässt sich Natur unter dem Aspekt der Umweltgeschichte auch innerhalb der Geschichtswissenschaft betrachten. Den Wald in Zell-Weierbach besitzen zu Teilen die Ortsverwaltung ebenso wie Privatpersonen. Wald im Privatbesitz stellt ein übergenerationelles Phänomen dar: Einige Waldgrundstücke werden seit Generationen in Familien als Besitztum tradiert – so auch in der Familie des Autors der vorliegenden Untersuchung. Im Rahmen eines Werkvertrages des Autors mit der Ortsverwaltung Zell-Weierbach beschäftigt sich dieser mit der Zeit um den Zweiten Weltkrieg innerhalb des Ortes. Der Wald als Element regional verwurzelter Natur bietet hierbei bisher kaum beachtetes Forschungspotenzial, was im Folgenden anhand der sich im Wald befindlichen Naturdenkmäler auf der Gemarkung des Ortes gezeigt wird. Es lässt sich aufgrund der Quellen- und Informationslage lediglich erahnen und ein kleiner Einblick gewähren, wie die bürokratischen Prozesse zur Kategorisierung der Naturdenkmäler in Zell-Weierbach verliefen, welche Problemfelder hierbei eventuell auftraten und wie stark ideologische Maßnahmen wirkten
Lern- und Gedenkort Ehemalige Synagoge Kippenheim
Wie außerschulische Lern- und Gedenkorte – wie die ehemalige Synagoge in Kippenheim – auch unter den Bedingungen in einer Kultur der Digitalität weiterhin ein attraktiver und zeitgemäßer schulischer Kooperationspartner sein können, ist die dem folgenden Werkstattbericht zugrunde liegende leitende Fragestellung. Erstens sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass die Lernortbegehung dabei nicht durch eine rein virtuelle Exkursion ersetzt werden sollte. Vielmehr ging es darum, die außerschulische Exkursion um zum Bildungsplan für alle weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg passgenaue Materialien zur Vor- und Nachbereitung zu ergänzen, die auch Angebote für die Durchführung einer handlungs- und produktionsorientierten Arbeitsexkursion beinhalten. Zweitens soll der nachfolgende Werkstattbericht Zeugnis darüber ablegen, wie die Arbeit in einer Community of Practice von Akteur:innen aus der Schulpraxis und der Gedenkstätte gestaltet sein könnte, um im engen Dialog miteinander Materialien für den Einsatz
im Unterricht zu erarbeite
Marliese Echner-Klingmann (1937-2020)
Sie ist eine der herausragenden Autorinnen im Kraichgau: Marliese Echner-Klingmann hat das Leben der Menschen dort beschrieben und kommentiert, in zeitgenössischer wie in historischer Perspektive, in Mundart und Standardsprache. Im November 2020 ist Marliese Echner-Klingmann im Alter von 83 Jahren verstorben. Ihre Heimat war das Schreinerdorf Eschelbronn. Mit der von ihr 1989 gegründeten Theatergruppe "Sellemols" führte sie selbst verfasste Stücke auf, darunter "Aus der Lisbeth ihrm Tagebuch" über die Dorfjahre 1939 bis 1945. Das Werk wurde 1996 mit einem Landespreis
für Volkstheater ausgezeichnet und vom SWR gesendet
Siegfried Haas
Eine wahre Odyssee erlebte der Anfang des Jahres im Alter von 98 Jahren verstorbene Siegfried Haas. Er war der allerletzte Kriegsheimkehrer, der
in russischer Gefangenschaft war und in den Heimatort Lackendorf zurückkam. Siegfried hat nahezu alle Stationen, die er durchlebt hatte, auf kleinen Zetteln festgehalten und dann in zwei Büchern dokumentiert
Die Zwei-Prozent-Legende
Parteiübergreifend sind sich inzwischen fast alle einig: Nach dem beschlossenen Ausstieg aus Kohle, Öl und vorneweg aus der Kernkraft, dem im Ausland mit einiger Skepsis beäugten deutschen Sonderweg, müssen es die erneuerbaren Energien allein richten, allen voran Fotovoltaik und Windenergie. Was jedoch nicht heißen soll, dass der Widerstand speziell gegen den Ausbau der Letzteren jetzt endgültig am Abflauen wäre. Die rund eintausend Bürgerinitiativen werden in den Medien zwar nahezu unisono als "NIMBY-" (not-in-my-backyard-)Egoisten abgetan, als St. Floriansjünger, die vor dem Wohnzimmerfenster halt partout keine sich drehenden Rotoren mögen – und sich deshalb nach Einschätzung der Befürworter und Betreiber mit Vorliebe hinter Arten- und Landschaftsschutzargumenten zu verschanzen pflegen. So ist es ihnen selbst im Grün-regierten Baden-Württemberg oft genug gelungen, die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren so gründlich aufzumischen und zu verzögern, dass der Zubau mit Windrädern fast zum Erliegen gekommen ist. Sechs Jahre dauere im Schnitt die Genehmigung eines Windrads, so wird geklagt. Umso einhelliger waren im Wahlkampf die Forderungen nach Entbürokratisierung, Entfesselung und Beschleunigung der Verfahren, gar nach Beseitigung des Verbandsklagerechts. Denn dass der Stromverbrauch bereits heute rasant ansteigt und mit der E-Motorisierung, erst recht mit der (grünen) Wasserstoff produktion ins Unermessliche anwachsen wird, ist längst unübersehbar
Deutschland und Frankreich, das Elsass und die Deutschen aus seiner Sicht
Der am 4. August 2021 nach kurzer schwerer Krankheit verstorbene Elsässer Martin Graff hatte viele Freunde auf der badischen Rheinseite, in Rheinland-Pfalz und auch anderswo in Deutschland, wo er durch seine Bücher, Vorträge und Lesungen, Radio- und Fernsehbeiträge weit bekannt war. In seinem Fokus stand vor allem das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen, besonders dem Elsass und Deutschland sowie der Überwindung von trennenden Grenzen. Für die Badische Heimat schrieb er 2018 den Aufsatz Deutsch-Französischer Gedankenschmuggel am Rhein
Das Saeckinger Schloss Schönau, seine Baulichkeiten, Parkanlagen und Legenden
Bis vor 192 Jahren lag die alte Stadt Säckingen auf einer Insel im wilden Strom des damals noch weitgehend ungebaendigten Hochrheins. Inmitten der mit Türmen, Toren und massiven Mauern befestigten Siedlung erhoben sich das die Flussaue überragende doppeltürmige Fridolinsmünster und die mittelalterlichen Spitzgiebel der Frauenabtei. Im Süden der Insel, nur wenig unterhalb der alten Holzbrücke über den (linken) Hauptarm des Rheins, ragten die Türme des Schlosses Schönau und der Diebsturm aus den mächtigen Kronen der umliegenden Parkanlagen hervor
Der Hofschreiner Ferdinand Hundt und seine geschnitzten Möbel für die Beletage von Schloss Bruchsal
Die Beletage von Schloss Bruchsal wurde um 1750 von Künstlern mit individueller Meisterschaft ausgestattet. Der Stuckateur Johann Michael Feichtmayr d. J., die Maler und Freskanten Johann und Januarius Zick sowie der Kunstschreiner und Zierratenschnitzer Ferdinand Hundt wirkten kongenial zusammen. Hundt entwarf für die Beletage auch virtuos geschnitzte Möbel, die in diesem Aufsatz vorgestellt werden