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Vom Bierbrauer aus Aldingen zum Biermilliardär in Pottsville, Pennsylvania
Die Geschichte der Braukunst lässt sich bis weit in die vorchristliche Zeit zurückverfolgen. So ist zum Beispiel bekannt, dass die Sumerer, die das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris besiedelten, schon mehrere Methoden entwickelt hatten, um aus vergorenem Brotteig ein Biergebräu herzustellen. Das Resultat ist eine pampige, klebrige Masse mit berauschender Wirkung, der Vorläufer des heutigen Bieres. Auch in den ägyptischen und babylonischen Kulturen war das bierähnliche Gebräu beliebt. In Oberägypten berichten Wandmalereien und Inschriften davon, und in dem Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. in Babylonien entstanden Gilgamesch-Epos, einem der ältesten Schriften der Weltliteratur, findet das Bier seine Erwähnung: »Iss nun das Brot, o Endiku, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es des Landes Brauch«. Zahlreiche Funde von Bieramphoren belegen,
dass zum Brauchtum der Germanen das Biertrinken gehörte
Als die Gestapo nach Besigheim kam
Als es im Frühjahr 1943 wiederholt schwere Luftangriffe auf Stuttgart gab, erwog die Leitung der für Württemberg zuständigen Stuttgarter
Staatspolizeileitstelle, wichtige Unterlagen auszulagern und so in Sicherheit zu bringen. Nach weiteren Angriffen im September und Oktober wurden diese Überlegungen dann in die Tat umgesetzt. Die Wahl fiel auf die beschauliche einstige Oberamtsstadt Besigheim, wo die Gestapo im Oktober 1943 im sogenannten »Kameradschaftshaus«, einem städtischen Gebäude direkt gegenüber dem Bahnhof, Räume anmietete. Ein knappes Jahr später, im September 1944, bezog die Staatspolizeileitstelle Stuttgart in Besigheim weitere Räumlichkeiten an einem zweiten Standort, dieses Mal mitten in der historischen Altstadt, in der Kirchstraße, im einstigen Saal der Gaststätte Hirsch
Das keltische Walheim
Dass Walheim am Neckar in römischer Zeit als Kastell- und Handelsort bedeutend war, ist schon lange bekannt. Seit einer Notgrabung in den Jahren
1995/96 weiß man zudem, dass in dem Ort über dem Zusammenfluss von Neckar und Enz bereits eine keltische Höhensiedlung lag, die nach Ines Balzer in der Frühlatènezeit »eine herausragende Stellung« innehatte. Neben der Auseinandersetzung mit der bedeutendsten Siedlung im nördlichen
Landkreis zwischen dem 7. und 3. Jahrhundert v. Chr. soll in diesem Aufsatz auch auf die Frage nach deren Beziehung zum zur selben Zeit auf dem Hohenasperg gelegenen Fürstensitz eingegangen werden
Das Kriegsende in Villingen.
Einst gab es einen Schwanenteich zwischen dem Hotel Sterk, dem heutigen Parkhotel, und der Brigach. Hansjörg Kindler saß während eines Fliegeralarms bei seiner Großmutter, der Hotelbesitzerin, im Keller, der auch öffentlicher Luftschutzraum war. Da fielen Bomben. Die feindlichen Flieger wollten den Bahnhof treffen, zerstörten aber vor allem die parallel verlaufende
Luisenstraße, wobei es auch Tote gab. Mit dem Trümmerschutt wurde später der Schwanenteich zugeschüttet, was viele alte Villinger heute noch bedauern
Johann Daniel Scharlach: "Bestmeritirter Evangl. Luth. Pfarrer zu Epfenbach" oder "die unglückliche Missgeburt eines unnatürlichen Geistes"?
Im Frühjahr 1762 erschien in Heidelberg der am 18. Dezember 1729 in Frankfurt geborene Theologiestudent Johann Daniel Scharlach. Er war im Besitz einer Bescheinigung des Johann Philipp Fresenius, Senior des Frankfurter Predigerministeriums: "Herr Johann Daniel Scharlach, Studiosus Teologicae, von hier gebürtig, hat in hiesigem Gymnasio die erste Gründe der Wissenschaften erlernt, und darauf zu Jena drey und ein halb Jahr Teologiam studiret. Im Jahr 1758 kam er wieder hierher, und erlangte Erlaubnis auf den hiesigen Dorfschaften, und darauf, nach ausgestandenem Examine, in der Stadt zu predigen." Scharlach hatte zudem in Frankfurt als Hauslehrer gearbeitet. Da die Stellen für Pastoren in Frankfurt rar waren und "er ein sehnlichstes Verlangen verspürte, Gott und seiner Kirche zu dienen", bewarb er sich beim kurpfälzischen evangelisch-lutherischen Konsistorium in Heidelberg um Aufnahme unter die Kandidaten in der Kurpfalz. Auf theologische Fragen wusste er in einer erneuten Prüfung durch das Heidelberger Konsistorium "schicklich zu antworten" und von seiner Kenntnis der alten Sprachen legte er "trefiche Proben" ab, so das ihm ausgestellte Zeugnis
Die Errichtung des Mückenlocher Rat- und Schulhauses
2013 jährte sich die Vollendung des Mückenlocher Rat- und Schulhauses zum 100. Mal. Obwohl es seinen eigentlichen Zweck, die Gemeindeverwaltung und die Schule zu beherbergen, seit Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts weitgehend verloren hat, ist es nach wie vor ein wichtiger Ort im Dorf. Die Einwohner identifizieren sich deshalb mit dem Bau noch immer in besonderer Weise. Anlass genug, um sich mit der Baugeschichte näher zu befassen. Im Rahmen der folgenden Darstellung werden die Gründe für die Errichtung des Gebäudes, die Wahl des Bauplatzes, die Planungen sowie deren Umsetzung vorgestellt. Im anschließenden Ausblick wird kurz auf die wichtigsten Formen der späteren Gebäudenutzung eingegangen
Hat Bretten das Gesicht verloren?
Wer unter den Jüngeren hat noch davon Kenntnis, dass in Bretten einst die führenden Hersteller von Küchenherden beheimatet waren, dass sich an Stelle des heutigen Rathauses ein Gefängnis befand, ein ortsansässiges Gaswerk den heute besonders nachgefragten Rohstoff lieferte und ein mittelalterliches Stadtviertel einem großen Parkplatz weichen musste?
Einer glücklichen Fügung ist zu danken, dass einige Hobbyfotografen im Jahre 1967 mehr als 1.000 Dias unserer Stadt fertigten. Initiator dieser aus heutiger Sicht zukunftsträchtigen Initiative war Otto Bickel. Er selbst, begeisterter Fotograf, hatte in den Herren von der Heydt, Plogstert und Zobel Mitstreiter gefunden und die Stadtverwaltung überredet, gleichsam eine Momentaufnahme von Bretten zu erstellen. Heute lagern diese wertvollen Zeitdokumente im Stadtarchiv. Davon fanden 450 Fotos in einem Buch, welches 50 Jahre später veröffentlicht wurde, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit. Wehmut und auch Trauer beschleichen den Betrachter bei der Durchsicht dieses Buches. Und die Frage drängt sich auf, welche Beweggründe unsere Stadtoberen veranlasst haben, viele dieser abgebildeten, eigentlich erhaltenswerten Baudenkmäler abreißen zu lassen? Bretten feiert sich selbst mit dem Peter-und-Paul-Fest unter dem Motto „Eine Stadt lebt ihre Geschichte“. Für die Verantwortlichen manches Kahlschlages war dieses Motto wohl eine Worthülse. Der folgende Beitrag stellt Fotos der genannten Sammlung Aufnahmen des Jahres 2017 gegenüber und liefert dazu entsprechende Kommentare
Neues zur Mehlbeeren-Flora von Baden-Württemberg und Bayern aus dem Herbar des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe
152 Sorbus-Belege des Herbarium des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (KR) wurden ausgewertet. Die Sammlung enthält für Bayern und Baden-Württemberg bedeutende Mehlbeerennachweise. Für mindestens drei Arten (Sorbus dubronensis, S. seyboldiana, S. badensis) können Erstnachweise erbracht werden. Die Sammlung belegt, dass manche Mehlbeeren seit über 200 Jahren in Baden-Württemberg in Kultur gehalten werden
Die Gründung der "Rhein-Apotheke" in Ichenheim
In den meisten Dörfern im Ried war es seit dem 20. Jahrhundert lange Zeit selbstverständlich, die wesentlichen Elemente der medizinischen Grundversorgung, nämlich Arzt und Apotheke, im Ort zu haben. Diese Selbstverständlichkeit gibt es nicht mehr. So manche Gemeinde beklagt oder fürchtet den Verlust ihres Arztsitzes oder ihrer Apotheke. Ganz konkret ist diese Entwicklung in Meißenheim geworden. Die „Apotheke im Riedhaus“ ist seit Ende Januar 2019 geschlossen. Seit Jahren ist die Zahl der Apotheken in der Bundesrepublik Deutschland rückläufig. Neben der bedeutsamen Entwicklung der Verlagerung erheblicher Umsätze in den Versandhandel per Internet gibt es dafür weitere betriebswirtschaftliche Gründe. Diese Entwicklung bietet Anlass zu einem Blick zurück. Zu einem Blick auf die Gründung einer solchen Dorfapotheke in einem Rieddorf, nämlich der „Rhein-Apotheke“ in Ichenheim. Sie ist als erste Apotheke im Ried zwischen Lahr, Offenburg und Kehl in der Mitte des 19. Jahrhunderts genehmigt und gebaut worden