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    9561 research outputs found

    Zur Bedeutung von Infirmarien in hochmittelalterlichen Klosteranlagen

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    Zu den wenigen Resten des Klosters Tennenbach, die sich heute noch obertägig erhalten haben, zählt allen voran die ehemalige Infirmariekapelle. Unstrittig ist inzwischen, dass der seit dem frühen 18. Jahrhundert als Begräbniskapelle aufgefasste, freistehende kleine Sakralbau bauzeitlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Kapellenannex zur Ostseite an ein älteres Infirmariegebäude angebaut worden war. Auf Luftaufnahmen des trockenen Sommers 1991 zeichnete sich das Ost-West gerichtete ehemalige Hauptgebäude der Infirmarie erstmals deutlich als längsrechteckiger Saal in geradliniger westlicher Verlängerung der eingerückten Kapelle ab. Inzwischen haben geophysikalische Prospektionen weitere Anomalien in dem Gelände südöstlich des Klausurgevierts zu Tage gebracht, die in Anlehnung an besser erhaltene und erforschte Infirmariebereiche in anderen (Zisterzienser-)Klöstern interpretiert werden können. Eine Funktionsbelegung archäologischer Befunde, erst recht, wenn sie aus Prospektionen resultieren, hat hierbei selbstverständlich mit gebotener Vorsicht zu erfolgen. An diesem Punkt setzt der nachfolgende Beitrag an. Er soll als knappe Erläuterung der dem Aufsatz von Bertram Jenisch und Gaby Lindenmann-Merz zugrunde liegenden Thesen für die Interpretation der Anomalien und Gebäudestrukturen im Infirmariebereich dienen

    "Die Kuh für Ruksers Brunnen"

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    Kaum am Bodensee angekommen, verschwand dort die Brunnenfigur »Stehende Kuh«. Jahrzehntelang thronte sie dann auf einem Bruchsteinsockel im Patio der Chacra »Las Gracias«, einem kleinen Landgut in Quillota/Chile. Den Bronzeguss hatte Ewald Mataré (1887–1965) als Auftragswerk für die Tränke des Oberbühlhofs auf der Bodenseehalbinsel Höri geschaffen. Der Auftraggeber kehre, wie Mataré annahm und am 2. März 1939 seinem Tagebuch anvertraute, »wegen seiner jüdischen Frau wahrscheinlich für immer Deutschland den Rücken«. Mataré irrte sich nicht. Der Gutsherr und frühere Berliner Rechtsanwalt und Notar Dr. Udo Rukser wartete Anfang 1939 nur noch auf das Visum. Ende März konnte er den Oberbühl endlich verlassen

    Der Pulverturm zu Konstanz

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    Im Sommer 2021 feierte die Narrengesellschaft Niederburg den 700. Geburtstag des Pulverturms. Man stützte sich bei dem Jubiläum auf eine vage Datierung aus dem 19. Jahrhundert. Vereinspräsident Mario Böhler ließ eine Festschrift erstellen, an der namhafte Konstanzer Historiker, darunter auch der Autor dieses Beitrags, mitwirkten. Der Band, der unter dem Titel »700 Jahre Pulverturm« erschienen ist, wurde von Harald Derschka in den Vereinsschriften rezensiert (140/2020 S. 305 f.). Der Präsident des Bodensee-Geschichtsvereins kommt darin zu dem Schluss, dass das Baudatum 1321 »in keiner Weise verbürgt« sei. Damit sollte er recht behalten. Das Jahr 1321 ist mit heutigem Kenntnisstand, von dem in diesem Artikel noch ausführlich zu berichten sein wird, nicht mehr haltbar

    Joseph Gottlieb Kölreuter - ein Karlsruher Botaniker des achtzehnten Jahrhunderts

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    Diese Kölreuter-Biografie von Dr. Johannes Behrens führt die Arbeiten seines 1893 verstorbenen Freundes, Dr. Max Scholtz, zu Ende. Es handelt sich um die erste und bis heute einzige als Buch veröffentlichte Biographie des bedeutenden Karlsruher Botanikers Joseph Gottlieb Kölreuter

    "Portativgas-Fabrik" - "Rheinische Gasgesellschaft" - Städtisches Gaswerk

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    Seit den 1840er-Jahren verbreitete sich in Südwestdeutschland die Technologie der Erzeugung von Leuchtgas aus Steinkohle, teilweise auch aus Holz; Gaswerke entstanden 1842 in Heilbronn, 1845 in Stuttgart, 1846 in Baden-Baden und Karlsruhe, 1850 in Freiburg und 1851 in Mannheim. Die Verwendung von Gas versprach im öffentlichen Raum wie im privaten Haushalt eine deutlich bessere, d.h. hellere, geruchs- und rußfreie Beleuchtung als die bis dahin mit Raps- bzw. Rüböl oder tierischen Fetten betriebenen Leuchten und Straßenlaternen. In Heidelberg bot seit 1849 eine Fabrik für "Portativgas" in Flaschen abgefülltes Gas an, und im September 1853 nahm ein Gaswerk mit Leitungsnetz ("courantes" Gas) den Betrieb auf. Es wurde von der "Rheinischen Gasgesellschaft" aus Mannheim gebaut und betrieben; 1877 erfolgte die Übernahme durch die Stadt. Die Geschichte der Gasversorgung in Heidelberg, die bis in die Mitte der 1840erJahre zurückreicht, und die ersten Jahrzehnte ihres Betriebs sind bisher nur durch ältere Arbeiten und allenfalls in Grundzügen bekannt. Ziel des Beitrags ist es, ihre Entwicklung bis zur Kommunalisierung des Gaswerks aus den umfangreichen Akten vor allem des Heidelberger Stadtarchivs sowie aus den zeitgenössischen gedruckten Quellen zu rekonstruieren und mit der Geschichte der ‚boomenden‘ Branche in der Region zu verknüpfen. Dabei sollen vor allem die zentralen Entscheidungen und Probleme sowie Positionen, Interessen und Strategien der beteiligten Akteure – Stadtverwaltung, Kunden und Öffentlichkeit, Unternehmer und finanzierende Banken etc. – untersucht werden

    Borodin in Heidelberg

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    Alexander Borodin ist bekannt für seine Kompositionen, aber auch für seinen Beitrag zur chemischen wissenschaftlichen Forschung. Weniger bekannt ist jedoch sein Aufenthalt in Heidelberg 1859–1862. Dabei ist gerade dieser von großer Bedeutung für seine weitere Biografie. Der Versuch, Hinweise zu Borodin im Universitätsarchiv, in der Universitätsbibliothek, im ehemaligen Bunsen-Labor oder im aktuellen Chemischen Institut z. B. in Bunsens oder Erlenmeyers Nachlass zu finden, blieb leider erfolglos. Sein Name findet sich auch nicht in der Matrikel der Universität Heidelberg 1386–1936, so dass auch kein Studienausweis vorliegt. Vieles über seinen Aufenthalt erfahren wir aber aus seinen Briefen: seine Einbindung in das Studentenleben und in das deutsche Berufsumfeld sowie seine Interaktion mit anderen Russen

    Die Heidelberger Taubstummenkurse 1902-1916

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    Peter Friedrich de Walpergen (1730 –1809) ist vielleicht der berühmteste Heidelberger Gehörlose. Seine Aquarelle und Federzeichnungen, mit bewundernswerter Exaktheit gezeichnet, sind für die Heidelberger Topografie des 18. Jahrhunderts von unschätzbarem Wert. Zu seinen Lebzeiten wurde er vermutlich als "taubstumm" bezeichnet, der übliche Begriff im 18. und 19. Jahrhundert für die Unfähigkeit, zu hören und sich lautsprachlich auszudrücken. In der NS-Zeit wurde die Bezeichnung "gehörlos" anstelle von "taubstumm" von den Gehörlosen als wertneutral bevorzugt, da hier das Defizit ("-losigkeit") nicht im Mittelpunkt steht und der etymologische Bezug zu "dumm" wegfällt. Die Betroffenen sagen, dass Gehörlosigkeit keine Behinderung sei, sie gehe eben mit einer anderen Form von Kommunikation einher. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird das Wort "taubstumm" als diskriminierend empfunden. In diesem Text werden Begriffe wie "Taubstummenanstalten" in Anführungszeichen gesetzt, um zu verdeutlichen, dass es sich um in den Quellen benutzte Bezeichnungen und Namen handelt

    Sakralbauten im westlichen Bodenseeraum

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    Die Architektur des Historismus mit ihren »Neo-Stilen« fand im Hegau lange Zeit wenig Beachtung – das belegen auch anhaltende Abbrüche historistischer Bauten. Um ein Bewußtsein für diese Epoche zu schaffen, legte der Hegau-Geschichtsverein 2015 den Führer ›Historismus und Jugendstil im Kreis Konstanz‹ vor. Da solch ein Kunstführer zwangsläufig nur eine knappe Darstellung bietet, werden hier nun Kirchen und Kapellen des im Hegau noch nicht im Kontext erforschten Historismus und dessen Nachwirken im Kirchenbau bis in die 1930er/50er Jahre im Überblick präsentiert

    Entgegnung

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    Marcel van Eeden wurde am 13. August 2023 in Bernau im Schwarzwald der Hans-Thoma-Preis, der Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für Bildende Kunst, verliehen. Für die zeitgleich eröffnende Preisträgerausstellung im Hans-Thoma-Kunstmuseum schuf er mit 1898 eine Serie von 152 Gummidrucken, die er an verschiedenen Orten der Niederlande aufgenommen hatte. 1 Motivisch beziehen sich die Bilder auf eine bis dato wenig bekannte Reise Hans Thomas aus dem Jahr 1898, deren Stationen van Eeden im Rahmen der Ausstellungsvorbereitungen recherchiert hatte. Die von van Eeden bewusst als künstlerisches Mittel eingesetzte zeitgenössische Motivik, die etwa heutige Strandszenen, moderne Windkraftanlagen oder Museumsbesuche umfasst, verdeutlicht die Distanz zum historischen Gegenstand von 1898. Darin vermittelt sich van Eedens kritische Grundhaltung gegenüber den Möglichkeiten und Fallstricken der Geschichtsschreibung. Die Serie beinhaltet zudem eine Reflexion von van Eedens eigener Annäherung an die Vergangenheit, so etwa Bilder von Orten und Personen, die seine Recherchen zu Thoma geprägt haben. Die gewählte Technik des Gummidrucks erzeugt eine Ästhetik vermeintlicher Authentizität des ausgehenden 19. Jahrhunderts und trägt in Konkurrenz zu den zeitgenössischen Bildinhalten ihrerseits zur Skepsis gegenüber historischen Aussagen bei. Unterbrochen wird die Serie von 30 Zitaten von Hans Thoma, von ausgewählten Zeitgenossen und nachrangig auch aus der späteren Sekundärliteratur, mit denen van Eeden eine zweite inhaltliche Ebene eröffnet. Darin geht es um Hans Thomas Kontakte zu völkischen Kreisen im deutschen Kaiserreich, insbesondere jene zum antisemitischen Kulturtheoretiker Julius Langbehn, dessen Buch Rembrandt als Erzieher (1890) als Grundlagenwerk der völkischen Bewegung gilt. Van Eeden problematisiert auf diese Weise das dominante eindimensionale, rein affirmative Bild Hans Thomas in der Öffentlichkeit, zu dessen Wahrung völkische Sympathien und antisemitische Äußerungen ausgeblendet oder nivelliert werden. Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg habe ich für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe die kuratorische Begleitung der Ausstellung 1898 des Thoma-Preisträgers Prof. Marcel van Eeden 2023 in Bernau im Schwarzwald übernommen (Hans-Thoma Kunstmuseum, Bernau, 13.8.-15.10.2023). Die Ausstellung wurde ergänzt durch eine von mir herausgegebenen Publikation, in dem unter anderem auch ein wissenschaftlicher Aufsatz von mir zum Ausstellungsgegenstand enthalten ist

    Digitalisierung und Volltexterkennung der ehemals Reichenauer Inkunabeln

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    Anlässlich des Jubiläums zum 1.300-jährigen Bestehen des Benediktinerklosters auf der Reichenau digitalisiert die Badische Landesbibliothek die ca. 240 Titel umfassende Inkunabelsammlung aus der ehemaligen Klosterbibliothek und erschließt diese in maschinenlesbarer Form. Ermöglicht wird dieses Projekt, das nicht nur von hoher landesgeschichtlicher Bedeutung ist, sondern mit einem Umfang von ca. 70.000 Seiten auch quantitativ neue Maßstäbe hinsichtlich der computergestützten Volltexterkennung von Wiegendrucken setzt, durch die Förderung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg. Es ist angesiedelt in den Abteilungen Regionalia und Sammlungen

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