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Theresia Mesic geb. Poredosch
„Ihr seid doch keine Ausländer...“, ein Zitat aus dem Munde von Paula und Hermann Kleiner, den früheren Wirtsleuten des Gasthauses Krone in Dunningen, könnte nicht besser umschreiben, wie eine Integration in Dunningen durch die herzliche Aufnahme zugezogener, ausländischer Mitbürger als gelungen angesehen werden kann. Mit zwölf Jahren kam die junge Terezija Mesić geb. Poredoš nach Deutschland und ihre erste Station war in Locherhof bei Familie Müller in der Teufenstraße. Ihre Mutter ist bereits 1969, 3 Jahre zuvor, nach Deutschland übergesiedelt. Sie gehörte zu den sogenannten „Gastarbeiterinnen“ bei der Firma Junghans in Schramberg. Damals gab es für die Werksangehörigen sogenannte „Frauenwohnungen“, eine Art WG nur für Frauen, denn es war zu damaliger Zeit nicht üblich, dass eine komplette Familie übersiedelte. Der Vater von Terezija kam 1 Jahr später nach. Als Ehepaar wohnten Herr und Frau Poredoš dann in Locherhof. Bis zum Jahre 1972 wurde Theresia mit ihren beiden Brüdern Zlatko und Željko bei ihrer Tante, der Schwester der Mutter, in ihrem Heimatort Čehovec (Gemeinde Prelog) umsorgt und versorgt
Das Rathaus stellt sich vor
Im ersten OG unseres Rathauses Zimmer 005 ist ihr Büro: Manuela Götze, für vielen unter Ihnen noch besser unter dem Mädchenname Manuela Gerst bekannt ist. Sie ist eine der wenigen ortsansässigen Mitarbeiterinnen, die in der Verwaltung, also bei uns im Rathaus, tätig sind. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser der Brücke 2023, die nachstehenden Zeilen über den Werdegang von Frau Manuela Götze sich näher anschauen, werden Sie
eines feststellen: Auch wenn man meint, nach Schulabschluss, Berufswahl, Ausbildungsende im Leben angekommen zu sein, lohnt es sich immer wieder, den eingeschlagenen Weg zu überdenken, Resümee zu ziehen und gegebenenfalls einen neuen (noch) interessanteren Weg einzuschlagen
Die Rinderzucht im Ried
Die bäuerliche Landwirtschaft ist der älteste Beruf in der Geschichte der Menschheit, der sich aus dem urzeitlichen Hirtentum entwickelt hat. Nach wie vor ist es die Aufgabe des Landwirts, die Menschen mit Lebensmitteln oder mit Rohstoffen für die Lebensmittelproduktion zu versorgen. Durch Funde wurde belegt, dass das älteste aller landwirtschaftlichen Nutztiere die Kuh ist. Sie stammt von dem in historischer Zeit ausgestorbenen Auerochsen ab, der zusammen mit dem Wisent seit der letzten Eiszeit in Europa verbreitet war. Wie Knochenfunde belegen, waren die Rinder kleinwüchsig und in ihrem Körperbau dem europäischen Steppenrind ähnlich. Bis heute sind die von diesen domestizierten Tieren gelieferten Milch- und Fleischprodukte essenzielle, für viele Menschen gar unentbehrliche und existenzwichtige Lebensmittel. Selbst das Fell und die Knochen werden industriell verarbeitet
Ein Bad! Ein Königreich für ein Bad!
Öffentliche Bäder sind im Gespräch. In den letzten Jahren gerieten Bäder immer wieder in unterschiedlichem Kontext in die Schlagzeilen. Mal waren es Ausschreitungen wie in Kehl im Jahre 2019 oder die Debatte, ob Frauen auf die Oberteile ihres Bikinis verzichten dürfen, wie in Freiburg. In Lahr wurde darüber diskutiert, ob bei den Verlustgeschäften der Bäder sie nicht besser privatisiert oder gar ganz geschlossen werden sollen. Bäder bieten also Räume für soziale Auseinandersetzungen und sind Ausgangspunkt vieler Debatten. Dennoch, der Gedanke an ein Bad löst andere Assoziationen aus: Die einen denken an Körperhygiene, Planschen, so manch andere ans Schwimmen, um sich fit zu halten bis zum erbitterten Wettkampf der Olympioniken. Als die Lahrer Zeitung im Sommer 1952 Ein Bad! Ein Königreich für ein Bad! mit den Worten Richards III, die ihm einst William Shakespeare in den Mund legte, stöhnte, dachte sie wohl an das Abkühlen im Badewasser an einem Sommertag. Lahr hatte zu diesem Zeitpunkt kein modernes Freibad, im Gegensatz zu Ettenheim, Offenburg, Emmendingen oder Freiburg. Die Lahrer Bevölkerung - oder wenigstens ein Teil - sehnte sich danach, wie der Artikel der Lahrer Zeitung 1952 nahelegte. Lahr hatte also auch in den 50er-Jahren eine öffentliche Baddebatte, ihr Produkt war das 1957 eröffnete Terrassenbad
was bleibt
Die Erinnerung an meine Kindheit auf dem Dorf malt Bilder voller Ruhe, vom Spielen in der Natur, beschaulich und friedlich. Und dann von Panzern, die in Kolonnen durch den Ort und den Berg hinauf dröhnen, vom krachenden, im Tal wiederhallenden Donnern überfliegender Kampfflugzeuge, vom wiederkehrenden Schreck und dem beunruhigenden Gefühl über die militärische Präsenz. Ich bin 1985 geboren und in Ettenheimmünster aufgewachsen. Dass meine Geburtsstadt Lahr da bereits fast 90 Jahre von verschiedenen Garnisonen geprägt und gezeichnet wurde, die kanadischen NATO-Truppen schon seit bald 20 Jahren hier stationiert waren und noch neun weitere Jahre bleiben sollten und was das für die Menschen und die Region bis heute bedeutet, würde ich mir erst viel später bewusst machen
Albrand und Mittendrin – Bermaringen in Frühgeschichte und Mittelalter
Geschichte des Ortes Bermaringen (Blaustein, Alb-Donau-Kreis, BW) auf der Schwäbischen Alb von den ersten Siedlungsspuren bis zum Übergang an die Reichsstadt Ulm im 16. Jahrhundert. Der Beitrag entstand zur Vorbereitung auf das Ortsjubiläum 2025
Hans-Thoma-Preis 2023
Alle zwei Jahre wird in Baden-Württemberg der Hans-Thoma-Preis an Bildende Künstler*innen verliehen, womit eine Ausstellung in Bernau, dem Geburtsort des Malers Hans Thoma (1839-1924), verbunden ist. Den Preis erhielt am 13.8.2023 der Künstler Marcel van Eeden. Das zuständige Ministerium erklärte: „Erstmals sprach die Jury den Hans-Thoma-Preis einem Künstler zu, der sich der Künstlerischen Forschung verschrieben hat.“ Seine Ausstellung „1898“, erhob den Anspruch, anhand einer Reise von Thoma in die Niederlande „erstmals den problematischen Einfluss des völkisch gesinnten Kulturtheoretikers Julius Langbehn auf Thoma in den Blick“ zu nehmen. Die Kuratorin der Kunsthalle Karlsruhe Leonie Beiersdorf führte die Recherchen durch und schrieb einen Katalogtext. Marcel van Eeden behauptet, dass die Ergebnisse seiner Forschung belegen, dass Hans Thoma Antisemit sei. Er und Leonie Beiersdorf leiteten daraus die Forderung nach Umbenennung des Hans-Thoma-Preises ab. Falls die Forderung nach Umbenennung des Hans-Thoma-Preises Erfolg hätte, würde dies eine Ächtung des Malers bedeuten, die weitgehende Folgerungen in ganz Deutschland hätte. Seine Präsenz in Museen, die wissenschaftliche Beschäftigung mit ihm, die Benennung von Schulen, Straßen, Apotheken etc. nach ihm würden ebenfalls skandalisiert. Das zuständige Ministerium sagte erst eine Einbeziehung der Zivilgesellschaft und anderer Akteure in die Diskussion zu. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass es die Umbenennung ohne vorherige Diskussion durchführen möchte. Dieser Artikel vertritt die Meinung, dass die Thesen von Eeden/Beiersdorf falsch sind, dass trotz einzelner problematischer Aussagen von Hans Thoma seine Charakterisierung als Antisemit unbegründet ist und dass der Aktivismus von Eeden/Beiersdorf über den konkreten Fall hinaus problematisch ist. Die kritischen Punkte werden detailliert dargestellt, um Interessierten zu ermöglichen, mit geringerem eigenem Recherche Aufwand in die Diskussion einzusteigen. Da van Eeden von „künstlerischer Forschung“ spricht, und Leonie Beiersdorf in der Praxis ihrer Beiträge gravierend von den Standards kunsthistorischer Forschung abweicht, wird ihre gemeinsame praktizierte Methodik als „Künstlerische Forschung“ bezeichnet und als Fallbeispiel untersucht. Nach heutigem Forschungsstand müssen sich weder Kunstbetrachter*innen noch das Land Baden-Württemberg oder vergangene und zukünftige Preisträger*innen für Hans Thoma und den nach ihm benannten Preis schämen. Eine Umbenennung des Hans-Thoma-Preises ist deshalb nicht erforderlich. Für das dringend notwendige Zurückdrängen des Antisemitismus gibt es heutzutage ganz andere virulente Betätigungsfelder
Das traufständige Rofendach im Norden Südeuropas
Der mittelalterliche Baubestand Villingens ist seit mehr als drei Jahrzehnten Gegenstand baugeschichtlicher Untersuchungen und durch den Verfasser in verschiedenen Beiträgen thematisiert worden. Im Vordergrund standen dabei Analysen zu Bau- und Nutzungsstrukturen der ältesten Bürgerhäuser und deren bauliche Einbindung in das städtische Siedlungsgefüge. Dabei war es von Anfang an das Bestreben, die erzielten Ergebnisse durch dendrochronologische Untersuchungen zeitlich zu schichten, um über das so gewonnene Datierungsraster von absolut datierten Bauphasen vergleichbare, aber nicht datierte Befunde bzw. Bauzustände relativ sicher einordnen zu können
100 Jahre Musikverein Lackendorf
Das Jubiläumsfest anlässlich des 100jährigen Bestehens unseres Vereins war von der Organisation, dem Aufbau bis zum Abbau ein absolutes Erlebnis, welches uns in sehr guter Erinnerung bleiben wird. Aber nun der Reihe nach: Die Organisation begann schon weit vor dem Jahre 2023. So wurde beispielsweise der Vertrag mit Ernst Hutter mitten in der Coronapandemie unterzeichnet. Die Einladungen für den Festumzug gingen in der zweiten Jahreshälfte 2022 raus, sodass zusammengefasst festgehalten werden kann, dass die Grobplanung Ende 2022 abgeschlossen war. Der Feinschliff der Organisation war dann in diesem Jahr, sodass wir sehr gut vorbereitet in das Fest starten konnten