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    9561 research outputs found

    Das Grenadierzelt aus Trogen

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    Es muss nicht immer sein, dass man einzigartige Objekte nur in der Archäologie findet. Wir beschreiben auf den nachfolgenden Seiten ein einzigartiges Objekt, welches im Dachgeschoss des 300 m-Schützenstandes Trogen AR vergessen wurde. Mit der Auflösung der Schützengesellschaft Trogen im Jahr 2014 musste das Schützenhaus geräumt werden. Beim Ausräumen wurde im Dachgeschoss ein Zelt gefunden. Im Zuge der Recherchen stellte sich dann heraus, dass es sich um ein Zelt aus der Barockzeit handelte. Es gehörte den Grenadieren von Trogen AR. In der Barockzeit war es üblich, dass reiche Persönlichkeiten ihre eigenen Kompanien ausrüsteten und finanzierten. Dazu gehörte auch die Familie Zellweger von Trogen. Spätere wissenschaftliche Stoff- und Farbanalysen ergaben, dass das Zelt zwischen 1745 und 1770 hergestellt wurde. Ursprünglich waren es zwei Zelte. Das belegen Zeichnungen von Johann Ulrich Fitzi von 1820. Im März 2015 wurde das Zelt provisorisch und mit grosser Vorsicht aufgestellt. Es war erstaunlich, dass fast das gesamte Inventar vorhanden war, auch wenn dieses restauriert werden musste

    Versilbert. Das "Wollmatinger Gemeindesilber"

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    Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe bewahrt ein Konvolut von acht silbervergoldeten Bechern und Pokalen der Renaissancezeit (Abb. 1), das sogenannte Wollmatinger Gemeindesilber. Diese Becher wurden 1887 von der Gemeinde Wollmatingen bei Konstanz, der damaligen »Großherzoglichen Sammlung für Altertums- und Völkerkunde« in Karlsruhe, Vorgängerinstitution des Badischen Landesmuseums, angeboten. In diesem Prozess wandelt sich der Wert der Objekte vom reinen Materialwert in einen ideellen kulturhistorischen Wert, der eine Aufnahme in das Museum begründet. Es findet eine Neubewertung im vielfachen Wortsinne statt: Die Becher, einst zum geselligen Umtrunk, aber auch als wertbeständige Objekte einer kleinen Gemeinde am Bodensee genutzt, werden zu Bedeutungsträgern aufgrund eines veränderten Geschichtsbewusstseins und einer neuen ästhetischen Wahrnehmung. Durch die Wertschätzung der Geschichte der Objekte erfolgt eine Bewertung über den Silberwert hinaus. Auch der pekuniäre Gewinn der Gemeinde wird dadurch gesteigert. Aufgrund überlieferter Archivalien zum Kaufvorgang und den damit verbundenen zeitgenössischen Überlegungen lässt sich der Wandel in Objektansprache und Bewertung nachvollziehen

    Kurt Ritter - vom politischen Fall eines Heidelberger Staatsanwalts

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    Vor dem Sondergericht Mannheim, über dessen Tätigkeit in Zusammenhang mit Heidelberger Strafrechtsfällen in den Jahren des "Dritten Reiches" an dieser Stelle schon zweimal berichtet worden ist, mussten sich nicht nur politische oder weltanschauliche Gegner des Nationalsozialismus verantworten, sondern auch Menschen, die sich durch eine angemaßte Mitgliedschaft in der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen Vorteile verschaffen wollten. So legte die Heimtückeverordnung vom 21. März 1933, die Delikte definierte, die in die Zuständigkeit der Sondergerichte fielen, unter anderem fest: "Wer die Uniform eines Verbandes, der hinter der Regierung der nationalen Erhebung steht, in Besitz hat, ohne dazu als Mitglied des Verbandes oder sonstwie befugt zu sein, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft", und das Tragen einer solchen Uniform oder auch nur eines die Mitgliedschaft kennzeichnenden Abzeichens musste in jedem Fall mit Gefängnishaft bestraft werden; Zuchthaus sogar war, sofern es keine mildernden Umstände gab, vorgesehen, wenn beim Begehen oder Androhen einer Straftat die Uniform oder ein Abzeichen unautorisiert getragen oder mitgeführt wurde

    Zwei stereoskopische Aufnahmen aus Heidelberg des US-amerikanischen Fotografen Carleton Harlow Graves (1867-1943)

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    Die fotografische Sammlung der Library of Congress (LoC) in Washington D.C. umfasst eine große Anzahl von stereoskopischen Aufnahmen, die, durch eine entsprechende Gerätschaft betrachtet, einen räumlichen Eindruck des Motivs vermitteln. Einige von ihnen zeigen Szenerien aus Heidelberg, die alle aus der Zeit um 1900 stammen. Unter den Fotografen, soweit sie vermerkt sind, finden sich Namen, die in Wissenschafts- und Fachkreisen bekannt sind. Wir haben uns jedoch mit Carleton H. Graves befasst, einem der unbekannteren Fotografen, zu dem man verlässliche Informationen vergebens sucht. Von Graves haben sich in der Sammlung der LoC – und wahrscheinlich nur dort – die beiden hier abgebildeten Motive aus Heidelberg erhalten, die wie folgt beschriftet sind: "7010 Heidelburg [!] bridge and castle, Germany" und "7011 The broken tower of Heidelburg castle, Germany." Am linken Rand des Passepartouts befindet sich jeweils der Vermerk: "C. H. Graves, Publisher and Gen’l [General] Manager, Philadelphia, U.S.A.", auf der rechten Seite steht: "Sold only by agents of The Universal Photo Art Co." und in die Fotos ist eingedruckt: "Copyright 1900 by C. H. Graves, Phila."; das heißt, Graves war zugleich Fotograf und Verleger der Aufnahmen

    Şaziye Hayri - türkische Studentin in Heidelberg 1918/19

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    In den Matrikelregistern der Universität Heidelberg für das Wintersemester 1918/19 findet sich ein interessanter Name: Chasie Hairi aus Constantinopel, geboren am 15. August 1899. Sie wurde am 8. November 1918 als 434. Studentin und eine von drei türkischen Studierenden immatrikuliert. Zusätzlich finden wir die Angaben, dass sie "muham (mohamedanisch)" sei, in der Philosophischen Fakultät studieren wird und ihr Vater Beamter der Zolldirektion in Constantinopel ist. Vertiefend und aufschlussreich ist, dass sie während ihres Aufenthalts in Heidelberg ein in türkischer Sprache verfasstes Tagebuch geführt hat. Das lange Jahrzehnte im Familienarchiv aufbewahrte Tagebuch "Tägliche Erinnerungen zu den Jahren 1918–1919" deckt den Zeitraum von Februar 1918 bis Januar 1919 ab und ist 2020 von Hakan Sazyek in lateinischer Schrift in Ankara herausgegeben worden. In den Zeitraum des Tagebuchs fallen wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte: Das letzte Jahr des Ersten Weltkriegs, der Waffenstillstand, die Novemberrevolution und die Wahl zur Nationalversammlung der Weimarer Republik. Alle diese Ereignisse haben auch in Heidelberg ihren Niederschlag gefunden und erwartungsgemäß Spuren im Tagebuch der jungen, türkischen Studentin hinterlassen. Zugleich erfahren wir von ihrem Leben, ihren Wahrnehmungen und vielen alltäglichen Ereignissen in Stadt und Universität

    Rechts.Geschehen. – 8 (2023)

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    Schneller, höher - und wie weiter?

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    2021 hat der Gemeinderat einen Realisierungsbeschluss für das Museumsquartier Bürk in Schwenningen gefasst. Die denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikräume der Württembergischen Uhrenfabrik Bürk & Söhne werden zu einem neuen Kulturzentrum ausgebaut. Endlich gibt es damit Hoffnung für die Schwenninger Museumslandschaft, seit Jahrzehnten geprägt von infrastruktureller, personeller und finanzieller Unterversorgung und mit einem seit Jahren nur noch sporadisch geöffneten Heimat- und Uhrenmuseum. Das neue Museumsquartier Bürk wird kein Stadtmuseum für Schwenningen im traditionellen Sinn, keine Parallelstruktur zum erfolgreichen Villinger Franzikanermuseum. Das Bürk-Areal wird Begegnungsstätte und Diskussionsforum der Zivilgesellschaft mit dem Generalthema „Zeit“: Zeitstrukturen, Zeitregime, Zeitvorstellungen, kurz gesagt zur Frage, wie wir unsere Zeit verbringen wollen

    Zu Seuchen und Pandemien

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    Im Medizinstudium lernt man, dass eine Pandemie eine sich ausbreitende Infektionskrankheit ist, welche sich zeitlich begrenzt über Ländergrenzen hinweg verbreitet. Im Gegensatz zu einer Epidemie, welche örtlich begrenzt abläuft. Wohingegen eine Endemie örtlich begrenzt und zeitlich unbegrenzt verläuft. Eine Pandemie wirkte früher ein bisschen wie der Stoff, aus denen Katastrophenfilme gemacht werden. Dennoch waren sich Experten einig, dass mit Pandemien zu rechnen ist. Deshalb wurde der nationale Influenza-Pandemieplan vom Robert-Koch-Institut im Jahr 2017 aktualisiert. Es gibt genug Zitate aus der Fachwelt und der Politik, in denen vorher von einer Pandemie gewarnt wurde

    UNESCO Global Geopark Ries und die Globale Nachhaltigkeitsagenda

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    UNESCO-Geoparks fördern das Bewusstsein für die wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Planeten. Die Globale Nachhaltigkeitsagenda 2030 der UNO ist der Referenzrahmen. Sie fordert auf zu sektorübergreifenden, integrativen Antworten. UNESCO-Geoparks behandeln lokal relevante Fragen wie den demographischen Wandel und die Wirtschaftsentwicklung. Zusätzlich beschäftigen sie sich mit globalen Fragen, zu deren Lösung der Geopark beitragen kann. Beispiele sind die Endlichkeit geologischer Ressourcen und der Klimawandel. Die UNESCO-Geoparks übersetzen die Agenda 2030 in die lokalen Gegebenheiten vor Ort und leisten gleichzeitig Beiträge zur Globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 und zur kommunalen und Landespolitik

    Ellenrieder-Werkverzeichnis

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    Das vorliegende Werkverzeichnis ergänzt das Werkverzeichnis von Siegrid von Blanckenhagen. Die Nummern des Verzeichnisses werden übernommen und durch die neu aufgefundenen Werke ergänzt. Jedes Werk wird - mit einem Titel näher beschrieben, - Bezeichnungen, welche von der Künstlerin sowohl auf der Vorder- als auf der Rückseite des Werkes angebracht wurden, werden übernommen, die Technik der Herstellung wird beschrieben, der Träger des Werkes wird näher bezeichnet, die Abmessungen werden aufgeführt (Höhe vor Breite in cm), falls in der Bezeichnung keine Jahreszahl enthalten ist, wird das Entstehungsjahr wenn möglich geschätzt, wichtige Literatur zum Werk wird angefügt, alle Werke werden, soweit möglich, abgebildet, - die Besitzer der Werke werden genannt. Bei den Besitzvermerken werden die Werke in öffentlichem Besitz oder in öffentlich zugänglichem Privatbesitz als solche näher bezeichnet. Da nicht alle Besitzer namentlich erwähnt werden möchten, wird in diesen Fällen die Bezeichnung „Privatbesitz“ verwandt. Wenn der heutige Standort eines Werkes nicht ermittelt werden konnte, wurde der Besitzerhinweis aus dem Werkverzeichnis von Blanckenhagen übernommen. Immer wieder gelangen Werke namentlich bekannter Besitzer in den Auktionshandel. Dort versteigerte Werke können dann, sofern sie nicht in öffentlichen Besitz gelangen, nur noch mit dem Hinweis „Privatbesitz“ versehen werden. - Handelt es sich bei den Werken um Einzel- oder Gruppenportraits, so werden dem Titel des Werkes nach Möglichkeit die Lebensdaten der Dargestellten und, sofern bekannt, Angaben zur Person, angefügt

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