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Named Entity Recognition in Digitalen Sammlungen
Die Badische Landesbibliothek hat im Rahmen eines Pilotprojekts
die Named Entity Recognition (NER) in den Digitalen Sammlungen für
ausgewählte Zeitungsbestände realisiert. Grundlage ist eine technische Neuentwicklung
in Visual Library, die auf Google Cloud Natural Language basiert. Diese
ermöglicht die Erkennung von Normdaten und deren Verknüpfung in den mittels
OCR generierten Volltexten. Diese Datenanreicherung schafft neue Rechercheeinstiege
für die Nutzerinnen und Nutzer und ermöglicht die Anwendung neuer
Recherchemethoden für die Wissenschaft.As part of a pilot project, the Baden State Library has implemented
Named Entity Recognition (NER) for selected newspaper holdings in their Digital
Collections. Using a technical innovation in Visual Library based on Google Entities,
this enables the recognition and linking of authority data in the full texts generated
by OCR. The data enhancement has created new entry points for researchers and
users, providing for new research methods in the sciences and humanities
Großherzogin Luise von Baden (1838-1923) und ihre Beziehungen zu Villingen
Der Gemeinderat der Doppelstadt Villingen-Schwenningen entschied am 16. 01. 2016 (bei einigen Gegenstimmen und mehreren Enthaltungen) die Straßen im Baugebiet Friedrichspark gemäß dem Vorschlag des Bauträgers Topbau nach der Familie Großherzog Friedrichs I. von Baden zu benennen. Eine dieser Straßen erhielt den Namen Luise-von-Preußen-Straße nach der Gemahlin Friedrichs. Außerdem errichtet das Villinger Familienheim seit 2021 auf der gegenüberliegenden Straßenseite das LuisenQuartier, das ebenfalls das Andenken an die Großherzogin ehrt. Wer war Prinzessin Luise von Preußen, durch Heirat Großherzogin von Baden, derer noch im 21. Jahrhundert in der Doppelstadt, von der einst nur ein Teil zum Großherzogtum Baden gehörte, gedacht wird
"Freut euch mit Jerusalem!"
“[I]n dem jar Christe 1489 war ein gar großes jubileum ußgangen von dem päpstlichen stuel zue Rom, dergleichen in vil jaren nie geschehen. Und disse große gnadt war auch der statt Villingen verkindt.” Das schreibt Juliane Ernstin (1589 – 1665), die Verfasserin der Chronik des Konvents von St. Klara im Villinger Bickenkloster und dessen Äbtissin zwischen 1655 und 1665. Demnach hatte der Papst 1489 der Stadt Villingen die Feier eines stellvertretenden römischen Jubeljahrs gewährt. Soweit ich sehe, wird dieses Ereignis in keiner anderen Quelle erwähnt. Trotz dieses Umstands und obgleich das Jahr (keineswegs ein „rundes“) und der Ort für ein derartiges Ereignis ungewöhnlich und überraschend erscheinen mögen, waren solche Anlässe dennoch alltäglich und beliebt: In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, und schon zuvor, suchten eine Reihe von Städten um die Erlaubnis nach, das römische Jubeljahr bei sich zu feiern. Beispiele sind Augsburg und Ulm 1451, Erfurt 1488, Nürnberg 1489 sowie Hamburg und Lübeck 1503
Ernst Feist
Eine bemerkenswerte Lebensgeschichte, eng mit Lahr verbunden und doch etwas in Vergessenheit geraten... Es war 1919, eine Zeit der Depression und Unruhe in Deutschland nach dem verlorenen Krieg, als durch den Versailler Vertrag das Elsass wieder französisch wurde. Dies hatte vielfältige Auswirkungen, so auch auf die Elsässische Tabakmanufaktur in Straßburg. Josef Feist und sein Sohn Ernst verloren quasi über Nacht einen Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlage der Zigarettenfabrik und den deutschen Markt, denn in Frankreich galt nun wieder das staatliche Tabakmonopol. So machte sich der Sohn Ernst Feist auf die Suche nach einem Standort auf deutschem Boden und wurde in Lahr mit der nun leerstehenden Kaserne fündig. Er gründete die „Badische Tabakmanufaktur“ und nahm die Marke „Roth-Händle“ gleich mit. Ernst Feist blieb mit seiner Frau in Straßburg wohnen, auch als 1933 die Tochter Laura geboren wurde. Sein Fahrer Emil holte ihn jeden Morgen mit dem schwarzen „Adler“ in Straßburg ab und fuhr ihn abends wieder nach Hause, sofern der bei den Mitarbeitern hoch angesehene und beliebte Direktor nicht in der Wohnung auf dem Gelände der Fabrik nächtigte
Staffort, Anno 1786
Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um die Transkription eines Amtsbuchs aus dem Ortsarchiv Staffort aus dem Jahr 1786 mit der Archivsignatur B 11. Dieses Buch enthält die Aufstellung und Lage sämtlicher Haus- und Hofplätze und der landwirtschaftlichen Grundstücke in
unserer Gemeinde sowie zum Teil deren Größe, die Namen der jeweiligen Eigentümer, aber auch die Abgaben an Geld und Naturalien, die an die
damalige Obrigkeit entrichtet werden mussten. Damit ist diese Aufzeichnung eine Momentaufnahme der Besitzverhältnisse aus jenem Jahr und zugleich ein Nachweis, dass sich die Stafforter Grundstücke zum Teil auf badischem und zum Teil auf kurpfälzischem Herrschaftsgebiet befanden.
Wenige Jahre zuvor war in der Markgrafschaft die über Jahrhunderte bestehende Leibeigenschaft aufgehoben worden. Am 23. Juli 1783 hatte der
fortschrittliche Markgraf Karl Friedrich von Baden im Schloss Stutensee ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Nunmehr hatten seine Untertanen die Möglichkeit, vom Landesherrn Eigentum zu erwerben. Da die damaligen potentiellen Käufer zumeist nicht über die notwendigen Geldmittel verfügten, wurden Verträge zur Abzahlung der Darlehen unterzeichnet, die zum Teil eine Laufzeit von über 60 Jahren hatten. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts waren viele der im Amtsbuch aufgeführten Grundstücke nachweislich noch immer im Besitz der Nachkommen der ursprünglichen im Buch erwähnten Eigentümer. Damit bietet die vorliegende Publikation, in Verbindung mit dem von Manfred Raupp erarbeiteten Ortsfamilienbuch, eine Ergänzung zur jeweils eigenen Familiengeschichte
Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg
Am 8. Mai 1945 war Nazi-Deutschland besiegt. Aus den deutschen Ostgebieten wurden zwischen 1944/45 und 1950 zwölf bis 14 Millionen Deutsche vertrieben oder mussten flüchten. Überwiegend waren es Frauen mit ihren Kindern und alte Menschen, welche dieses Schicksal traf, da ihre Männer im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft gekommen waren. Etwa 300 Menschen in mehr als 80 Familien kamen in diesen Jahren nach
Dunningen, einige zogen nach wenigen Jahren weiter, aber die meisten blieben. An sie zu erinnern, ihr Schicksal vor Vergessenheit zu bewahren und ihre Leistung bei der Entwicklung unseres Dorfes nach dem Krieg zu würdigen, ist das Anliegen dieses Beitrags. Die ersten, welche – letztendlich gleich doppelt – von Vertreibung betroffen waren, waren die Deutschen aus Bessarabien, die Wolga- und Schwarzmeerdeutschen. Als Folge des Hitler-Stalin-Paktes kam es von 1939 bis 1940 zur Deportation ganzer Volksgruppen: So wurden 1940/41 etwa 500.000 Wolga- und Schwarzmeerdeutsche in sowjetische Arbeitslager und in verschiedene Gebiete in Kasachstan und Sibirien deportiert. Die Bewohner Bessarabiens wurden nach zum Teil längerem Aufenthalt in eigens eingerichteten Lagern ins Deutsche Reich und in bereits von der Wehrmacht eroberte Gebiete, vor allem in den „Reichsgau Wartheland“ umgesiedelt, von wo sie nach Kriegsende ein zweites Mal vertrieben wurden
Dunningen vor 145 Jahren, eine 'Momentaufnahme' ...
„Im Frühsommer 1878, an einem warmen sonnigen, fast wolkenlosen Tag, sah man einen jungen Mann im besten Alter mit einem Ziehkarren, bestückt mit verschiedenen hölzernen Kisten, die Steineleh hochwandern. In Gedanken versunken bog er unter dem Eiskeller der Brauerei rechts über einen trockenen Feldweg auf die Wehlewiese ab und schien einen geeigneten Platz für ein lange vorbereitetes Ansinnen zu suchen. Auf halber Höhe über dem Dorf fand er die passende Stelle, von der er einen wunderbaren Ausblick über die Häuser, Höfe und Gärten von Dunningen hatte. Der Kirchturm von 1860 als markantestes Gebäude rechts, links daneben das ‚neue Rathaus‘ und die alte Zehntscheuer, davor das neue Gebäude des Gasthofs zur Krone und darunter die Wehle-Brauerei mit dem Sudhaus. ‚Ein umtriebiges Dorf‘ dachte er sich, ‚fast schon ein kleines Städtchen‘. In den vergangenen 30 Jahren hatte sich Dunningen vom Bauerndorf zu einem fortschrittlich gesinnten Ort gewandelt, was vor allem wohl den Älteren nicht unbedingt behagte. Aber er war jung, erlebte den stetigen Wandel und Fortschritt und wollte mit Hilfe seines ‚modernen‘ photographischen Apparates den Ort und die Zeit auf Papier festhalten.“ So in etwa kann man sich die Szenerie vor 145 Jahren vorstellen. Der junge Mann war Karl Hils (1847-1906), Maler und Schreiner in Dunningen mit einem zu dieser Zeit nicht alltäglichen Hobby – der Photographie. Er nahm das Dorfpanorama im Frühsommer 1878 auf, entwickelte die Fotos, retuschierte die Aufnahmen, beschriftete sie und rahmte sie ein
Das ehemalige Zisterzienserkloster Tennenbach bei Emmendingen
Vor 100 Jahren beschäftigte sich der Kunsthistoriker und Altphilologe Ernst-Friedrich Majer-Kym in seiner Dissertation mit den "Bauten der Cistercienser-Abtei Tennenbach" und kam zu dem Schluss, die Mauern des mittelalterlichen Klosterbaus seien bereits im Barock tief "aus den
Fundamenten ausgebrochen" worden und eine nachhaltige Planierung wäre erfolgt. Im Ergebnis sei "[...] von der mittelalterlichen Bauanlage nur eine ganz unbestimmte Vorstellung zu gewinnen aus spärlichen urkundlichen Nachrichten; mehr als die Kenntnis vom Vorhandensein der üblichen Räume und Bauten auch hier in Tennenbach ergibt sich nicht daraus, vor allem leider auch nichts über ihre Lage zueinander"
Gustav Adolf Rieth, Geograf, Bildhauer, Prähistoriker, Landeskonservator und Denkmalpfleger - ein etwas anderer Nachruf
Das Inkrafttreten des baden-württembergischen Denkmalschutzgesetzes jährte sich 2022 zum 50. Mal. Aus diesem Anlass wird eine Monografe zur Geschichte der Denkmalpflege in Baden-Württemberg erscheinen. In diesem Zusammenhang beschäftigte sich die Autorin mit den Biografen der Akteure der Bodendenkmalpflege, die die Zwischenkriegszeit und Nachkriegszeit geprägt haben. Gustav Adolf Rieth war einer von ihnen