ifa Repositorium zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP)
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Wandel und Annäherung
Die "historische Generation" der kubanischen Revolution steht vor dem Abschied von der Macht, es wurde ein Reformweg hin zur vorsichtigen Öffnung des Landes eingeschlagen. Der Kultur kommt bei diesen Veränderungen eine entscheidende Rolle zu. Sie kann Räume schaffen, um die Veränderungen zu artikulieren und zu reflektieren, sie wächst in die Rolle einer Ersatzöffentlichkeit. Die deutsch-kubanischen Kulturbeziehungen haben eine lange Tradition und Kuba ist für Deutschland aufgrund der historischen Beziehungen zur DDR ein besonderer Partner. Gleichwohl gestalteten sich die deutsch-kubanischen Beziehungen seit den 1990er Jahren in der Praxis schwierig. Die Intensivierung der Beziehungen der letzten Jahre, die in dem Besuch von Außenminister Steinmeier in Havanna 2015 gipfelte, öffnet jedoch neue Perspektiven für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP). Verhandlungen über Abkommen zu Kultur, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit wurden aufgenommen. Die vorliegende Studie gibt Einblicke in aktuelle Trends der Kultur- und Bildungslandschaft auf Kuba und stellt bereits bestehende Initiativen deutsch-kubanischer Kultur- und Bildungskooperation dar. Des Weiteren zeigt sie Möglichkeiten auf, diese Kooperationen weiterzuentwickeln, verweist aber auch auf eventuell dabei zu beachtende Hindernisse. Die Studie macht deutlich, dass die Rolle der AKBP vor allem darin besteht langfristig und dezentrale ausgelegte Zusammenarbeit zu fördern
Digital Crossroads
This report examines the uses of digital media among non-governmental organizations (NGOs) working with migrants and refugees primarily in Europe. Based on interviews with leaders at over 20 NGOs, this report documents how organizations are thinking about digital and media literacies for combating xenophobia. NGOs are strategically leveraging various storytelling techniques to build effective communication campaigns that identify and respond to discriminatory messages and racist sentiments prevalent in public discourse. This report highlights seven key strategies for digital storytelling that is current practice as well as a five-part framework of emergent practice. The report concludes with a series of recommendations for the management of digital media programs and projects
Nebenwirkungen von Sanktionen
Die vorliegende Studie untersucht, wie sich internationale Sanktionen als häufig angewandtes Mittel der Außenpolitik auf die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und sanktionierten Staaten auswirken. Dazu werden in vier Fallstudien - Iran, Kuba, Russland und Belarus - Mittlerorganisationen und Kulturschaffende in den Blick genommen. Die Studie analysiert dabei (oftmals unbeabsichtigte) materielle Folgen und sogenannte mentale Effekte, die Sanktionen auf den Kulturaustausch haben können. Insgesamt erweist es sich als schwierig, die Effekte von Sanktionen auf kulturelle Beziehungen klar von innenpolitischen Entwicklungen sowie einer allgemeinen Verschlechterung der Beziehung zwischen Deutschland und dem jeweiligen Zielland zu trennen. Die Analyse zeigt nichtsdestotrotz, dass auch gezielte Sanktionen, die sich auf Entscheidungsträger oder bestimmte Wirtschaftsbereiche konzentrieren, von Kulturschaffenden und Wissenschaftlern1 als Einschnitt und Kooperationshemmnis wahrgenommen werden können. Oftmals steigt auch das Misstrauen der Behörden in den Zielländern gegenüber unabhängigen Kulturschaffenden. Zudem wirken sich die wirtschaftlichen Folgen von Sanktionen unbeabsichtigt auch auf Kulturprojekte aus. In allen vier Fallstudien versuchen die sanktionierten Regierungen zudem, externe Sanktionen als Legitimationsressource für sich und ihre Politik zu nutzen. Gleichzeitig sind jedoch auch verstärkte Bemühungen - von Kulturschaffenden sowohl in Deutschland als auch im Zielland - zu verzeichnen, einer Verringerung des Austauschs entgegenzuwirken. Trotz dieser Schwierigkeiten haben Kulturbeziehungen großes Potenzial, das Gespräch zwischen Gesellschaften angesichts eines politischen Konflikts aufrechtzuerhalten. Die Studie empfiehlt daher, im Fall von externen Sanktionierungen die Kulturbeziehungen mit dem jeweiligen Zielland verstärkt zu fördern und hier vor allem, so weit möglich, nichtstaatliche Akteure zu unterstützen
European Commemoration
Commemoration depends on current views of the past. The conference "Europäische Erinnerungskulturen - European Commemoration 2014" gave an overview of the initiatives, narratives and commemorations taking place across Europe. This expert conference provided an opportunity to analyse common perceptions and to discuss different opinions about what the First World War still stood for a hundred years later. What are the correlations between national, transnational and European perspectives? Is there a difference between a European perspective and multiperspectivity? What can and what should be the goal of historical education concerning the First World War
Zivilgesellschaftliche Akteure in der Außenpolitik
Der Fokus dieser Studie liegt auf dem Handeln deutscher zivilgesellschaftlicher Akteure als außenpolitische Akteure. Entsprechend muss mit einer Vielzahl an Begrifflichkeiten gearbeitet werden: Welches Zivilgesellschaftsverständnis herrscht vor und inwiefern können zivilgesellschaftliche Akteure Außenpolitik betreiben? Mithilfe eines netzwerkbasierten Ansatzes von Public Diplomacy wird auch zivilgesellschaftlichen Akteuren eine relevante Funktion in der Außenpolitik eines Staates zugesprochen. Doch mit welchen Herausforderungen werden die Akteure konfrontiert? Die zentralen Fragestellungen der Arbeit sind daher: Inwiefern können deutsche zivilgesellschaftliche Akteure als außenpolitisch handelnde Akteure eingestuft werden? Welche Chancen und welche Hindernisse erfahren zivilgesellschaftliche Akteure, wenn sie als außenpolitische Akteure auftreten? Mit welchen Unterschieden in der Arbeitsweise und dem Begriffsverständnis von Zivilgesellschaft werden die Akteure in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert und welche Rückschlüsse lassen sich hieraus ziehen? Als zentrales Ergebnis steht, dass zivilgesellschaftliche Akteure Außenpolitik betreiben, aber die Anerkennung dieser Arbeit von staatlichen Akteuren als zu niedrig angesehen wird. Das Selbstbild und die Fremdwahrnehmung unterscheiden sich hier. In der täglichen Arbeit müssen die Akteure darüber hinaus vielfältige Hindernisse umgehen, die aber nicht aus unterschiedlichen Verständnissen von Zivilgesellschaftskonzeption stammen, sondern praktischer Natur sind, wie der Partnerakquise im Ausland
Erinnern an 100 Jahre Weimarer Verfassung
Die Studie arbeitet heraus, wie die historiographische Neubewertung der ersten deutschen Republik eine Chance für die Erinnerung an die Weimarer Republik bietet. Die Geschichtsschreibung betont verstärkt die Möglichkeiten, welche in Politik und Gesellschaft in der neuen Staatsform gesehen wurden; dadurch öffnet sich der Blick auf Wirkungen und Interaktionen über nationale Grenzen hinaus, die bislang aber noch fast gar nicht untersucht wurden. Das gemeinsame Erinnern an die Weimarer Republik im internationalen Rahmen ist daher ein Experiment mit vielen Unbekannten. In Frankreich haben Historiker schon viel früher die positiven Ansätze der Weimarer Republik hervorgehoben als in Deutschland. In Polen herrscht großes Interesse an deutsch-polnischen Beziehungen, wobei die Erinnerung vom Zweiten Weltkrieg dominiert und die Weimarer Republik im öffentlichen Bewusstsein praktisch nicht präsent ist. In den USA findet man dagegen eine ganz starke Aneignung und "Amerikanisierung" der Weimarer Republik als Chiffre des Untergangs. Gemeinsame Erinnerung muss auf diese unterschiedlichen Erinnerungen eingehen. Daher plädiert der Autor dafür, das gemeinsame Erinnern an die demokratischen Anfänge der Weimarer Republik bereits jetzt in der Planung zu einem internationalen Unternehmen zu machen