OJS Bayreuth
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Tönende Buchstaben: Zur Transkription deutscher Lautentabulaturen am Beispiel von Hans Newsidlers Entlaubet ist der walde
Long planning horizons in music theatre: obstacle or opportunity? Some practical considerations
Das Musiktheater ist an den Stadttheatern die Sparte mit dem längsten Planungsvorlauf. Dies hat mannigfache Gründe und liegt unter anderem daran, dass es auch die personell aufwendigste Sparte ist, die den größten Bühnenraum beansprucht. Zudem verfügt das Musiktheater zumeist über das höchste Budget, das jedoch auch mit der Verpflichtung einhergeht, dieses möglichst gewinnbringend einzusetzen, damit das Haus als Ganzes inklusive der Werkstätten etc. getragen werden kann.
Der Artikel setzt sich mit der Frage auseinander, was dieser langfristige Planungshorizont für die Oper als Gattung bedeutet, für die Sparte der Stadttheater und für die Entwicklung des Musiktheaters als publikumsrelevante Bühnenform. Zunächst werden die Gründe für diese lange Planung aufgezeigt und ihre Relevanz erörtert. Des Weiteren sollen Überlegungen angeregt werden, inwiefern dieser zeitliche Vorlauf nicht nur einschränkend ist, sondern auch Chancen eröffnet und wie der Umgang mit tagesaktuellen Fragen dennoch erfolgen kann.
Als Grundlage für die Erarbeitung dieser Erörterung dienen über zehn Jahre praktische Erfahrung in Leitungspositionen an Stadttheatern verschiedener Größen. Zudem werden aktuelle Fallbeispiele aus dem internationalen Musiktheater-Bereich zur besseren Veranschaulichung der Situation herangezogen. Der Artikel soll so einerseits die Herausforderung des langen Planungsvorlaufes im Musiktheater bewusst machen, andererseits zu einem gedanklich offenen Umgang hiermit anregen, der jenseits einer schablonenhaften Abarbeitung der einzelnen Saisonplanungen liegt.The music theatre is the branch with the longest planning lead at the municipal theatres. There are a number of reasons for this including the fact that it is also the most personnelintensive section at theatres, which occupies the largest stage space. In addition, music theatre usually has the highest budget, but this is also accompanied by the obligation to use it as profitably as possible so that the theatre as a whole, including the workshops, etc., can be supported.
The article deals with the question of what this long-term planning horizon means for opera as a genre, for the municipal theatre sector and for the development of music theatre as a stage form relevant to the public. First of all, the reasons for this long planning processes are presented and their relevance will be discussed. In addition, considerations will be suggested as to the extent to which this time lead is not only restrictive but also opens up opportunities and how current issues can be dealt with. More than ten years of practical experience in management positions at municipal theatres of various sizes serve as the basis for this discussion. In addition, current case studies from the international music theatre sector will be used to illustrate the situation further. On the one hand, the article is intended to raise awareness for the challenge of the long planning processes in music theatre and, on the other hand, to encourage an open-minded approach to this issue that goes beyond the stereotyped processing of individual season plans
Encounters with the foreign - sensual experience in contemporary music theatre
Haben zeitgenössische Komponisten wie Mauricio Kagel, Luigi Nono oder Manos Tsangaris traditionelle Hörerwartungen aufgebrochen, räumliche Setzungen (wie die Teilung in Bühne- und Zuschauerraum) hinterfragt oder mit der theatralen Wirkung von Klängen experimentiert, so spiegeln sich seit etwa dreißig Jahren derartige Auseinandersetzungen mit musiktheatralen Erzählweisen auch im zeitgenössischen Musiktheater für junges Publikum wider. Nachdem das Kinder- und Jugendmusiktheater entweder als eigene Sparte (unter anderem Kinderoper Köln, Junge Oper Stuttgart), als integrierte Sparte (Komische Oper Berlin, Mainz, Freiburg) oder auch in freieren Produktionszusammenhängen angekommen ist, hat sich ein kontinuierlicher Diskurs über die Ziele, Ästhetiken, Strukturen und Produktionsweisen entwickelt, der sowohl die Theatermacher, als auch Komponisten, Librettisten und Musiker immer wieder zur kritischen Reflexion herausfordert. Musiktheater für junges Publikum erweist sich dabei nicht allein als ein Experimentierfeld für musikdramatische Erzählformen, die zum einen dem „Instrumentalen Theater“ nahestehen, zum anderen eine Auseinandersetzung mit anderen musikalischen Stilrichtungen (Jazz oder Popmusik) und mit der Geräuschhaftigkeit von Musik beziehunsgweise Ansätze performativen (Musik-)Theaters erkennen lassen. Der Beitrag stellt an ausgewählten Beispielen die Erzählstrategien im zeitgenössischen Musiktheater für junges Publikum vor und vertieft dabei vor allem die Frage, wie durch das intermediale Zusammenspiel von Sprache, Gesang, Klang, Raum und Licht die performative Sinneserfahrung junger Zuschauer in den Mittelpunkt gerückt wird, um auf diese Weise die Begegnung mit einer Kunstform zu ebnen, die in ihrer thematischen, gattungsspezifischen, ästhetischen und ritualisierten Form jungen, theaterunerfahrenen Zuschauern nicht so leicht zugänglich ist.Contemporary composers such as Mauricio Kagel, Luigi Nono or Manos Tsangaris have broken with traditional listening expectations, questioned spatial settings (such as the division into stage and auditorium) or experimented with the theatrical effect of sounds. For the past thirty years, such confrontations with music-theatrical narratives have also been reflected in contemporary music theatre for young audiences. After children‘s and young people‘s music theatre has arrived either as a separate category (for example Kinderoper Köln, Junge Oper Stuttgart), as an integrated category (Komische Oper Berlin, Mainz, Freiburg) or also in freer production contexts, a continuous discourse has developed about the aims, aesthetics, structures and production methods, which repeatedly challenges both theatremakers and composers, librettists and musicians to critical reflection. Music theatre for young audiences proves to be more than just an experimental field for music-dramatic narrative forms, which on the one hand are close to ‚instrumental theatre‘, on the other hand reveal a confrontation with other musical styles (jazz or pop music) and with the noisiness of music or approaches to performative (music) theatre. Using selected examples, this article presents the narrative strategies in contemporary music theatre for young audiences and deepens the question of how the intermedial interplay of language, song, sound, space, and light focuses on the performative sensory experience of young audiences in order to smooth the way for young audiences to encounter an art form that, in its thematic, genre-specific, aesthetic, and ritualized form, is not easily accessible to young audiences without theatre experience