OJS Bayreuth
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Interview mit Prof. Dr. Lange und Dr. Welter
Mit Prof. Dr. Knut Werner Lange und Dr. Dominik Welter haben sich zwei Experten dazu bereit erklärt, uns kartellrechtliche Fragestellungen aus juristischer und ökonomischer Perspektive zu beantworten. Besonders spannend waren für uns ihre Einschätzungen zu den aktuellen Entwicklungen der letzten Wochen und Monate in bestimmten Teilbereichen des Kartellrechts. So ist am 19.01.2021 die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) – dem wichtigsten Gesetz des deutschen Kartell- und Wettbewerbsrechts – in Kraft getreten. Ein maßgebliches Ziel der Novellierung ist die Begrenzung der Macht von großen Tech-Giganten, also vor allem der sogenannten GAFA-Unternehmen Google, Amazon, Facebook und Apple. Dass diese Herausforderung nicht allein auf nationaler Ebene gelöst werden kann, zeigen zwei Entwürfe zu neuen Verordnungen der EU-Kommission vom 15.12.2020: Vorgestellt wurden der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA). Während der DSA Regelungen zu verbesserter Transparenz und Verbraucherschutz umfasst, finden sich im DMA wettbewerbliche Verpflichtungen für Gatekeeper, mit denen insbesondere große systemische Online-Plattformen gemeint sind. Deshalb war für uns der Digital Markets Act von größerem Interesse.Beide Entwürfe durchlaufen nun das ordentliche Gesetzgebungsverfahren der EU, wobei mit zahlreichen Änderungen zu rechnen ist. Neben Fragen zur GWB-Novelle und dem Digital Markets Act beinhalten die Interviews beispielsweise auch die Themen E-Mobility und die allgemeine Rolle des Staates im Kartellrecht. Parallel zu den Interviews finden Sie zu bestimmten Begriffen separate Erklärungen und zusätzliche Informationen
Nutzung und Verwaltung der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone
Die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) ist als nicht nur geographisch, sondern auch konzeptionell zwischen territorialer Souveränität und hoheitsfreien Raum gelegener Meeresbereich mit ungleich viel Konfliktpotential belegt. In Deutschland rückte die AWZ zuletzt im Rahmen der Energiewende und dem damit verbundenen Ausbau von Offshore-Windenergieanlagen wieder stärker in den Fokus. Der vorliegende Beitrag soll vor allem umfangreich die Interaktion von Völker- und nationalem sowie Unionsrecht betrachten. Dabei zeigt sich das wachsende Spannungsverhältnis zwischen den Vorgaben des UN-Seerechtsübereinkommens und staatlichen Nutzungsinteressen, das gezwungenermaßen zu einer fortschreitenden creeping jurisdiction Deutschlands als Küstenstaat führt
Tipps zur Examensvorbereitung
Johannes Herb und Rudi Lang skizzieren ihre Antworten auf brennende Fragen zur Examensvorbereitung und beleuchten in mehreren kürzeren Kapiteln die ihres Erachtens ausschlaggebenden Gesichtspunkte: Den Anfang macht dabei ein Beitrag zum Umgang mit Examensklausuren
Opera_Music_Theatre 2020
On the occasion of the 45th anniversary of the Research Institute for Music Theatre Studies (fimt), the tenth issue of ACT–Journal for Music and Performance is dedicated to current trends in contemporary western opera and music theatre.What does it actually mean to compose or create an opera or music theatre nowadays? What are the artists’ methods and approaches? What topics and questions do their compositions negotiate? What is their material, what are their media? What structures, forms, and aesthetics can we observe? Can we possibly describe some sort of general tendencies within these many different aesthetic forms of expression? And how can we grasp all of this from a scholarly perspective?
These are some of the questions addressed by the eight articles in this issue writtenby ten authors whose home offices are located in many places, including Australia, the United Kingdom, Spain, and Germany. Together, their texts provide a kaleidoscopic view onto a dense, but for that very reason stimulating, situation in the field of music theatre. However, as editors we would like to point out two main aspects the individual articles repeatedly draw upon in one or another way.First, there is the reflection on the relationship between ‘opera’ and ‘music theatre’ (‘Musiktheater’ in a wide sense) by focussing on working methods, performance venues, or the question of traditional operatic forms and dramaturgies from various angles.Second, there is a discussion about the relationship between theory and practice. Several analyses show how objects interrogate theory. Two author duos examine their own compositional practice. Conversely, other authors attempt to make abstract, philosophical concepts methodically connectable. In this way, this issue of ACTultimately shows that subject matter and scholarly debate are not only closely intertwined but also reciprocally affect each other
Verfassungswidrige Beschränkungen der Privatautonomie durch § 31 Abs. 1 S. 1 ZKG
Der Beitrag befasst sich mit der Verfassungsmäßigkeit des § 31 Abs. 1 S. 1 Zahlungskontengesetz (ZKG), welcher Verbrauchern einen Anspruch auf Abschluss eines Basiskontovertrags einräumt. Verpflichtet sind sämtliche Säulen des Bankensystems. Die Vertragsabschlussfreiheit als Teilstück der Privatautonomie wird durch den so normierten Kontrahierungszwang gänzlich aufgehoben.
Nachdem § 31 Abs. 1 ZKG der Umsetzung der mindestharmonisierenden Zahlungskontenrichtlinie dient, wird zunächst herausgearbeitet, dass die Grundrechte überhaupt tauglicher Prüfungsmaßstab sind. Im Kern wird dann die Frage behandelt, ob der normierte Kontrahierungszwang verhältnismäßig und der Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit privater Banken damit gerechtfertigt ist. Im Ergebnis wird argumentiert, dass keine verfassungswidrige Beschränkung der Privatautonomie vorliegt
Practicing Between Categories: A Hermeneutics of Ritual-like New Music
Musiktheater, das seine formalen und wirkungsästhetischen Charakteristika aus dem Ritual ähnlichen Strukturen bezieht, ist aus den Musiktheaterentwicklungen der 1960er Jahre hervorgegangen. Nach dem Musikwissenschaftler Anthony Sheppard (2001) greifen Komponist*innen im ritualhaften Musiktheater auf Materialien zurück, die aus spezifischen „kulturellen, rituellen oder religiösen Quellen“ stammen, und adaptieren sie kompositorisch innerhalb dramaturgischer Erzählungen. Der Aufsatz problematisiert Sheppards Definition, dem eine theoretische Begründung fehlt, warum und wie Komponist*innen dieses Stils ihre Kompositionen ritualisieren. Davon ausgehend werden zwei Werke untersucht, die jenseits von Sheppards Charakterisierung innerhalb des liminalen, dazwischen liegenden stilistischen Raums stehen, der aus der amerikanischen und europäischen experimentellen Kunstmusik hervorgegangen ist. Pauline Oliveros’ Sonic Meditations (1971) und Julian Days Super Critical Mass Project (2007-) sind zwei verwandte Werke dieser Art. Beide bewegen sich in der Schnittmenge von Theater, Neuer Musik und Performance-Kunst und setzen auf Textpartituren anstelle von traditioneller Notation. Im Gegensatz zu den Kompositionen, die Sheppard in Revealing Masks untersucht, ähneln diese Werke ästhetisch eher ritualisierten Formen des experimentellen Theaters (wie Jerzy Grotowskis „Armes Theater“) und der ritualisierten Performancekunst der 1960er Jahre. Diese Diskrepanz wird dadurch verstärkt, dass Sheppards Charakterisierung auf eine bestimmte Form des groß angelegten, ästhetisch anspruchsvollen Musiktheaters zutrifft. Deshalb ist es entscheidend, diese Lücke zu schließen und adäquate Begriffe zu entwickeln, um Werke wie diese besser zu verstehen. Durch eine induktive, multidisziplinäre, hermeneutische Methodik und unter Rückgriff auf wichtige Theorien der Performance Studies (Richard Schechner, Victor Turner) und der Ritual Studies (Catherine Bell, Ronald Grimes) zur Ritualisierung zeigt dieser Aufsatz auf, warum die beiden behandelten Werke ritualähnlich sind und trägt zu einem erweiterten Verständnis des ritualisierten Musiktheaters bei.Ritualised music theatre emerged from the music theatre developments of the 1960s. According to the musicologist Anthony Sheppard (2001), within ritualised music theatre, composers draw upon materials derived from specific “cultural, ritual or religious sources” and adapt them compositionally within dramaturgical narratives. The proposed paper will problematise Sheppard’s stylistic definition, which lacks a theoretical justification as to why and how composers of this style ritualise their compositions — and, from this, examine two works that exist beyond Sheppard’s characterisation, within the liminal, in-between stylistic space that emerged from American, and European experimental art music. Pauline Oliveros\u27 Sonic Meditations (1971), and Julian Day’s Super Critical Mass Project (2007-ongoing) are two related works of this nature. Both sit in the intersection of theatre, new music, and performance art, and rely on text-scores, instead of traditional notation. Moreover, rather than the compositions Sheppard examines in Revealing Masks, these works bear a closer aesthetic semblance to ritualised experimental theatre forms (such as Jerzy Grotowski’s “poor theater”) and post-1960s ritualised performance art. This disparity is amplified because Sheppard’s characterisation applies to a particular form of larger-scale, aesthetically ambitious music theatre. This is why it is crucial to address this gap and develop a lexicon to better understand both works. Through an inductive, multidisciplinary, hermeneutic methodology, and by drawing upon key performance studies (Richard Schechner, Victor Turner) and ritual studies (Catherine Bell, Ronald Grimes) theories of ritualisation, this essay will plausibly demonstrate why the two works are ritual-like, by contributing to an expanded understanding of the ritualised music theatre paradigm
Arbeitsrecht und Corona: Die Haftung des Arbeitgebers bei Verstößen gegen das Arbeitsschutzrecht
„Herzschäden, schwindende Lungenfunktion und verminderte körperliche Belastbarkeit“ – die Liste von möglichen COVID-19-Spätfolgen ist länger und vielfältiger als man am Anfang der Pandemie erahnen konnte. Daneben hat die pandemische Vergangenheit (wie zB bei Tönnies, Amazon, Webasto) immer wieder gezeigt, dass gerade Arbeitsstätten beträchtliche Infektionsrisiken für Arbeitnehmer bergen. Doch was gilt und wer haftet, wenn sich der Arbeitnehmer tatsächlich im Betrieb mit SARS-CoV-2 infiziert? Dieser Thematik widmet sich der Beitrag „Arbeitsrecht und Corona – Die Haftung des Arbeitgebers bei Verstößen gegen das Arbeitsschutzrecht“.