Edition Romiosini/CeMoG
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Dimitris Raftopoulos und die »Schwarze Literatur«: Zum erinnerungskulturellen Widerstands- und Bürgerkriegsdiskurs der griechischen Nachkriegsliteratur
Von Raftopoulos stammt nicht nur die schismatisch polarisierende »Schwarze Literatur«–Formel; er hat auch zu ihrer bewältigenden Überwindung beigetragen und diesen Wandel mit seinem Engagement für die weithin als »rechts« missdeutete Orthokosta von Thanassis Valtinos beglaubigt. Aus diesem konträren Sachverhalt erwächst das Doppelthema der Studie: Untersuchung aller Aspekte »rechts« bzw. tatsächlich rechts perspektivierter Bürgerkriegsliteratur verbunden mit monographischer Würdigung eines bedeutenden Publizisten, dessen paradigmatische Lebensleistung an entscheidenden Schnittstellen mit dieser Literatur interferiert.
Joachim Winkler: Dimitris Raftopoulos und die »Schwarze Literatur«. Zum erinnerungskulturellen Widerstands- und Bürgerkriegsdiskurs der griechischen Nachkriegsliteratur
In der Reihe Hermeneumata. Studien zur Neogräzistik, herausgegeben von Prof. Dr. Miltos Pechlivanos, Freie Universität Berlin, werden wissenschaftliche Studien und Monografien aus dem Bereich der Geisteswissenschaften als Forschungsbeiträge zur neueren und neuesten Geschichte und Literatur im griechischsprachigen Raum veröffentlicht.Von Raftopoulos stammt nicht nur die schismatisch polarisierende »Schwarze Literatur«–Formel; er hat auch zu ihrer bewältigenden Überwindung beigetragen und diesen Wandel mit seinem Engagement für die weithin als »rechts« missdeutete Orthokosta von Thanassis Valtinos beglaubigt. Aus diesem konträren Sachverhalt erwächst das Doppelthema der Studie: Untersuchung aller Aspekte »rechts« bzw. tatsächlich rechts perspektivierter Bürgerkriegsliteratur verbunden mit monographischer Würdigung eines bedeutenden Publizisten, dessen paradigmatische Lebensleistung an entscheidenden Schnittstellen mit dieser Literatur interferiert.
Joachim Winkler: Dimitris Raftopoulos und die »Schwarze Literatur« – Zum erinnerungskulturellen Widerstands- und Bürgerkriegsdiskurs der griechischen Nachkriegsliteratur
In der Reihe Hermeneumata. Studien zur Neogräzistik, herausgegeben von Prof. Dr. Miltos Pechlivanos, Freie Universität Berlin, werden wissenschaftliche Studien und Monografien aus dem Bereich der Geisteswissenschaften als Forschungsbeiträge zur neueren und neuesten Geschichte und Literatur im griechischsprachigen Raum veröffentlicht
Proceedings of the ICGL12, Vol. 1
The International Conference on Greek Linguistics is a biennial meeting on the study and analysis of Greek (Ancient, Medieval and Modern), placing particular emphasis on the later stages of the language. The papers included in these volumes were presented originally at the ICGL12 held by the Chair for Modern Greek Studies and the Center for Modern Greece (CeMoG) at the Freie Universität Berlin from 16-19 September 2015 and cover all areas of linguistic analysis (applied linguistics, computational linguistics, conversation analysis, corpus linguistics, dialectology, discourse analysis, historical linguistics, morphology, neurolinguistics, phonetics, phonology, pragmatics, psycholinguistics, semantics, sociolinguistics, syntax, etc.) focusing on any period in the history of the Greek language
Die Verlobte des Achilles
Der Roman zeigt die Entwicklung der jungen Daphni, die während der deutschen Besatzung unter dem Decknamen »Eleni« zur kommunistischen Jugendbewegung stößt und sich in ihren Instrukteur »Achilles« verliebt. Er wird zum Widerstandshelden der Partisanen und heiratet sie kurz vor seiner Flucht in die Sowjetunion. Als »Verlobte des Achilles« abgestempelt, muss sie untertauchen, kann trotz Verhaftung das Land verlassen und wartet in Rom fast zwei Jahre auf ein Visum, um Achilles zu folgen. Eine neue Beziehung verändert sie. Als sie Achilles schließlich in Taschkent wiedertrifft, lassen sich weder das idealisierte Bild ihres Mannes noch das der Partei mit der Realität vereinen. Eleni hat einen inneren Prozess durchlaufen, den sie mitteilen will, doch sie scheitert an der Parteidogmatik und den starren Moralbegriffen ihres Mannes. Auch ein Kind kann die schwierige Ehe nicht retten, eine Scheidung ist jedoch weder ethisch noch politisch vertretbar. Die bitteren Flügelkämpfe der Exilgriechen am Ende des Stalinismus verschärfen die Situation in der Fremde zusätzlich.
Erzählt wird rückblickend aus der Zeit des zweiten Exils in Paris, wo sich Daphni/Eleni mit ihrer Tochter allein durchschlägt: Kurz nach Elenis Rückkehr nach Griechenland war dort die Militärjunta an die Macht gekommen, Achilles wurde verhaftet. Mit einigen ehemaligen griechischen Parteigenossen und Freunden arbeitet Daphni als Komparsin am Filmset für einen Thriller und versucht in den Drehpausen, mit ihrem früheren Leben und der Entwicklung der kommunistischen Bewegung ins Reine zu kommen.
Im Zentrum des Romans stehen nicht die historischen Ereignisse, sondern deren Folgen für das Individuum. In der dichten Verflechtung von politischer und individueller Geschichte sieht D. Tziovas Parallelen zum Werk von Christa Wolf. Zei entwirft die vielschichtige Darstellung einer Generation, die von den geschichtlichen Prozessen zerrieben wurde und keine Gelegenheit hatte, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Das Buch markierte nach dem Fall der Diktatur und der Anerkennung der Linken den Beginn eines öffentlichen politischen Diskurses, in dem der kommunistische Heldenkult von innen heraus in Frage gestellt und der orthodoxen Parteimoral ein individuelles Wertebewusstsein und ein subjektives Glücksbedürfnis entgegengestellt wurde; Zei schildert dies erstmals aus weiblicher Sicht. Die retrospektive Selbstanalyse macht den Roman auch für die griechische Frauenliteratur bedeutsam.
Alki Zei: Die Verlobte des Achilles
Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Jannis PapatheodorouOriginaltitel: Η αρραβωνιαστικιά του Αχιλλέα (1987
Der Feind des Dichters und andere Texte: Ausgewählte Prosa
»Meine Helden haben nichts mit den Helden eines normalen, gewöhnlichen Romans zu tun. Held ist immer die Menge, die Masse der Menschen. Ich stelle mir einen neuen Roman vor, in dem nicht die Rede von einzelnen Personen sein wird. Es wird eine induktive Sprache sein, die von der Gattung der Menschen sprechen wird, ungefähr wie in der antiken Tragödie. Wenn in meinen Texten eine zentrale Figur herauszuragen scheint, dann handelt es sich um nichts anderes als um einen erzürnten, untröstlichen Wanderer, auch er in der Menge steckend. Aber er ist ein Wanderer, der das Schicksal aller Menschen trägt.«
Dieser Band stellt eine repräsentative Auswahl aus dem belletristischen Werk eines avantgardistischen Autors dar, der durch sein Werk die Grenzen seiner Sprache erkundet hat.
Jorgos Chimonas: Der Feind des Dichters und andere Texte: Ausgewählte Prosa
Übersetzung aus dem Griechischen von Danae Coulmas, Niki Eideneier und Helena Pekalis. Mit einem Nachwort von Evripidis Garantoudis.Originaltitel: Ο εχθρός του ποιητή (1990), Τα ταξίδια μου (1984), Μυθιστόρημα (1966), Η βιογραφία της όρασής μου (2001
Οι μεταφράσεις του Ν. Λούντζη για τον Δ. Σολωμό: Ποιητική και πολιτισμικές μεταφορές
Εκκινώντας από την παραδοχή ότι η ως σήμερα προσέγγιση δεν υπήρξε μόνο ανεπαρκής, αλλά και παρατοποθετημένη πάνω σε μια άγονη ιδεολογική διένεξη ως προς τις γερμανικές πηγές του ποιητή, ο Λειβαδιώτης προτείνει οι χειρόγραφες μεταφράσεις να αναγνωστούν ως τεκμήριο μιας πολιτισμικής διαγλωσσικής μεταφοράς η οποία προκύπτει εντός ενός δικτύου οργανωμένου πάνω σε διαπροσωπικές σχέσεις που ευοδώνονται σε ένα κοσμοπολιτικό προεθνικό περιβάλλον, όπως αυτό σχηματοποιείται στο πλαίσιο του ευρωπαϊκού ρομαντισμού. Το υλικό των μεταφράσεων εγκολπώνει το αποτέλεσμα των διαπολιτισμικών μετασχηματισμών των εννοιών, ενώ η διερεύνηση των απωλειών, διαστολών και μεταμορφώσεων των νοημάτων και των ιδεών κομίζει στην έρευνα στοιχεία ικανά για να κατανοήσουμε τι αναζητεί ο Σολωμός στη γερμανική ποίηση και φιλοσοφία και τι τελικά βρίσκει.
Μιχαήλ Λειβαδιώτης: Οι μεταφράσεις του Ν. Λούντζη για τον Δ. Σολωμό. Ποιητική και πολιτισμικές μεταφορές
Στη σειρά Hermeneumata. Studien zur Neogräzistik, σε επιμέλεια του Μίλτου Πεχλιβάνου (Freie Universität Berlin), δημοσιεύονται επιστημονικές μελέτες από τον χώρο των νεοελληνικών σπουδών
Geschichte eines Kriegsgefangenen
»Während des Untergangs von Smyrna war ich mit meinen Eltern am Hafen, in Punda. Sie holten mich aus ihren Armen. Und ich blieb als Kriegsgefangener in der Türkei. Man hatte mich mittags mit anderen gefangen genommen. Es wurde dunkel, und die Streifenwagen brachten immer noch Männer in die Kasernen. Als wir gegen Mitternacht dicht gedrängt dastanden, kam die Wache, und sie prügelten blindlings mit Stöcken auf uns ein, und die, die Knie an Knie unten saßen, traten sie mit Füßen. Schließlich wählten sie bestimmte Leute aus, nahmen sie mit und gingen laut fluchend hinaus.« […]
Die Geschichte eines Kriegsgefangenen wurde 1929 zum ersten Mal veröffentlicht. Der karge und knappe Erzählstil und seine ursprüngliche Sprache machten den Autor innerhalb kürzester Zeit berühmt. Doch nicht nur die spezielle Diktion, sondern auch das Zeugnis des Protagonisten Nikolaos Kosakoglou, der die grausame Vernichtung der griechischstämmigen Christen Kleinasiens durch türkische Soldaten und Marodeure am Ende des Krieges von 1919-1922 überlebte, sein Lebenswille, seine Anpassungsfähigkeit und der Ton der Versöhnung, all dies brachte dem Text seinen Platz im Kanon der neugriechischen Literatur ein.
Stratis Doukas: Geschichte eines Kriegsgefangenen
Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Vassilis Vassiliadis.Originaltitel: Η ιστορία ενός αιχμαλώτου (1929
Η στροφή προς το παρ‹ελθ›όν. Ορίζοντες του ιστορικού μυθιστορήματος (1935–1950) στην Ελλάδα
Πώς γίνεται το ιστορικό μυθιστόρημα αποδεκτό από τους “νέους του 1930”, οι οποίοι αναζήτησαν για τον εαυτό και το έργο τους καινούργιους και διευρυμένους ορίζοντες; Πότε και μέσα από ποιες διαδρομές ο Άγγελος Τερζάκης, ο Παντελής Πρεβελάκης και ο Θανάσης Πετσάλης συλλαμβάνουν στις δεκαετίες του 1930 και 1940 “σύγχρονες” μορφές του ιστορικού μυθιστορήματος και ποιες σχέσεις αναπτύσσει αυτός ο λογοτεχνικός ιστορισμός με το κυρίαρχο παράδειγμα του ρεαλισμού; Το παρόν βιβλίο διερευνά τη μορφολογική και ποιητολογική επεξεργασία του “ηρωικού μυθιστορήματος”, της “μυθιστορίας” και του “χρονικού” και θεωρεί τη λεγόμενη “στροφή προς το παρελθόν” ως παράγωγο της φιλοδοξίας αυτών των συγγραφέων να εμπλουτίσουν τη “νέα λογοτεχνία”.
Το βιβλίο βραβεύτηκε εξ ημισείας από την Ευρωπαϊκή Εταιρεία Νεοελληνικών Σπουδών ως η καλύτερη διδακτορική διατριβή δημοσιευμένη στο 2018.
Πίνακας περιεχομένων / Inhaltsverzeichnis
Die Hinwendung zur (aktualisierten) Vergangenheit. Horizonte des historischen Romans (1935–1950) in Griechenland (Zusammenfassung auf Deutsch)
The turn towards the ‘present-past’. Horizons of the historical novel (1935–1950) in Greece (Summary in English)
Bart Soethaert: Η στροφή προς το παρ‹ελθ›όν. Ορίζοντες του ιστορικού μυθιστορήματος (1935–1950) στην Ελλάδα
Στη σειρά Hermeneumata. Studien zur Neogräzistik, σε επιμέλεια του Μίλτου Πεχλιβάνου (Freie Universität Berlin), δημοσιεύονται επιστημονικές μελέτες από τον χώρο των νεοελληνικών σπουδών
Die Lehrerin mit den Goldaugen
Leonis Drivas kehrt auf seine Heimatinsel Lesbos von der Front zurück, nicht aber sein bester Freund Vranas, der an seiner Verletzung starb. Nun versucht Leonis, in der Malerei und der traumhaften Natur der Insel seine Kriegstraumata zu heilen. Doch es sind nicht nur die schlimmen Bilder, die ihn verfolgen, sondern die Begierde nach Sappho, Vranas’ Witwe. Leonis maskiert sein Interesse in Freundschaft und genießt mit ihr und seiner Schwester die Natur sowie die kultivierte Gesellschaft der zwei Frauen – eine Insel der Vernunft auf der durch Spießigkeit und leeren Patriotismus geprägten Insel Lesbos. Bis am Ende, kurz bevor er nach Athen umzieht, die unterdrückte Gewalt durchbricht.
Der zweite Roman von Myrivilis’ Trilogie markiert den Übergang von der Thematik des ersten, Das Leben im Grabe, zum dritten, Die Madonna mit dem Fischleib: vom harten Realismus der Kriegsaufarbeitung zu den lyrischen Träumereien in einem verklärten Kosmos; diese Koexistenz ist das, was diesem Roman seinen besonderen Reiz verleiht.
Stratis Myrivilis: Die Lehrerin mit den Goldaugen
Übersetzung aus dem Griechischen von Theo Votsos. Mit einem Nachwort von Margaret AlexiouOriginaltitel: H δασκάλα με τα χρυσά μάτια (1933
Kadmo
Kadmo liest sich als literarisches Fotoalbum einer Frau, die als Schriftstellerin modern, politisch mutig und privat kompromisslos war. Die Erzählstimme der dreizehn Kapitel – Fragmente ihres gelebten oder erzählten Lebens – beschreibt in zweiter Person den Kummer und die Sorge einer Griechin im Exil, die Erinnerung an ihre Heimat und die Muttersprache zu verlieren. Der Roman ist zugleich eine Wanderung durch das Europa der Nachkriegszeit, aber auch durch das Leben und Werk der Erzählerin: von ihrer Kindheit auf Mykonos und ihrer Jugend in Athen vor dem Zweiten Weltkrieg, vom Exil in Paris, Ost–Berlin und Warschau, und anschließend von ihrer Rückkehr nach Griechenland 1964.
Der unübliche Name »Kadmo«, der dem Vornamen der Autorin ähnelt und auf die autobiographischen Elemente des Romans verweist, erinnert an Kadmos aus der griechischen Mythologie, der sich auf die Suche nach seiner geraubten Schwester Europa machte, dabei das phönizische Alphabet nach Griechenland (und damit nach Europa) brachte und Theben, Schauplatz der wichtigsten griechischen Tragödien, gründete.
Melpo Axioti: Kadmo
Übersetzung aus dem Griechischen von Maria Zafón. Mit einem Nachwort von Maria Kakavoulia.Originaltitel: Κάδμω (1972
Brief an Rainer Maria Rilke
"[...] Ich habe nicht die ganze Wahrheit gesagt (nie sagen wir die ganze Wahrheit). Ich kehre zum Anfang zurück, um ihn zu korrigieren. Weißt du, Rainer, auch mein Vater wollte Offizier werden. Und auch er hat es nicht geschafft, aber aus Gründen, die mit der Geschichte zusammenhängen, auf die du ein bisschen von oben herabsiehst. Aber als ich 27 Jahre alt war, kannte ich dich eben nicht nur aus den «Briefen an einen jungen Dichter». Ich kannte dich auch von einer Notiz, die kurz zuvor ein Geschenk begleitet hatte: «Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang» – Neun Wörter können ausreichen für die Geometrie einer ganzen Welt: das ist die Dichtung.In ewiger LiebeM."
Offene Briefe: Maria Topali an Rainer Maria Rilke
Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Μαρία Τοπάλη προς Ράινερ Μαρία Ρίλκε") Übersetzung aus dem Griechischen von Dennis Püllmann