Edition Romiosini/CeMoG
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Gedichte
Konstantinos Kavafis (Alexandria 1863–1933) zählt zu den bedeutendsten Lyrikern der europäischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein Hauptwerk umfasst 154 so suggestive wie überwiegend knappe, nur selten den Umfang einer Buchseite überschreitende Gedichte von größter inhaltlicher und formaler Präzision, die in einem langwierigen Schaffensprozess entstanden. Dabei verzichtete Kavafis Zeit seines Lebens auf eine Publikation seines Werks in Buchform und veröffentlichte seine Gedichte als Einzeldrucke auf losen oder gehefteten Blättern, die er an Freunde und Bekannte verteilte. Gesammelt in einem Band erschienen sie erstmals 1935 in Alexandria.
Kavafis’ Interesse galt dem vermeintlich ›Marginalen‹: der von Dekadenzbewusstsein geprägten hellenistischen, römischen und spätbyzantinischen Welt, der homoerotischen Sinnlichkeit, der leisen, einsamen Reflexion. Diesen Schwerpunkten entsprechend unterteilte er seine Gedichte in »historische«, »erotische« und »philosophische«. Seine Sprache zieht die Summe aus verschiedenen Epochen der griechischen Sprachgeschichte, sein Duktus ist karg und lakonisch, sein Stil subtil ironisch. Diese einzigartige Qualität seiner Lyrik weist ihn als einen der hervorragendsten Autoren der klassischen Moderne aus.
Konstantinos Kavafis: Gedichte
Aus dem Griechischen übersetzt von Wolfgang Josing, durchgesehen durch Danae Coulmas. Mit einem Nachwort von Miltos Pechlivanos
Staatsverschuldung und Eurokrise im deutsch–griechischen Verfassungsdialog: 4 Tagungen in Berlin, Athen, Potsdam und Thessaloniki
In diesem Band werden Textbeiträge publiziert, die im Rahmen des deutsch–griechischen Forschungsprogramms IKYDA zum Thema »Staatsverschuldung und Eurokrise im deutsch–griechischen Verfassungsdialog« gehalten wurden, das alle zwei Jahre stattfindet. Der Band ist in drei thematische Bereiche gegliedert: Im ersten werden die primärrechtlichen Grundlagen der Währungsunion und der verfassungsrechtliche Rahmen der offenen Staatlichkeit erörtert, auch unter Berücksichtigung von Legitimitätsfragen. Im zweiten werden ausgewählte verfassungs– und haushaltsrechtliche Fragen der Staatsschuldenkrise aus deutscher und aus griechischer Sicht behandelt, wobei auch auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen fokussiert wird, wie etwa für das Haushalts–, Steuer– und Sozialrecht. Im dritten Teil werden die Folgen eines möglichen Staatsbankrottes eruiert.
Die auf Deutsch oder Englisch verfassten Texte decken einen breiten völker– staats– und europarechtlichen Themenbereich ab, tragen zum gegenseitigen Verständnis deutscher und griechischer Wahrnehmungen der Krise bei und erarbeiten Perspektiven für die ihre Bewältigung
Fremdgeblieben
Anestis, Karl, Stamelos, Hessler, Frosso, Henkel, Lambrini, »Illegaler«, »Chef«, »Deutscher« … Die Protagonisten des Theaterstücks von Petros Markaris sind weniger Personen als Teile eines Kollektivs, Einwanderer aus Griechenland oder einheimische Deutsche. Im Sinne eines Theaters mit Sendungsbewusstsein, mit dem er durch seine Brecht–Übersetzungen bereits vertraut war, benutzt Markaris z.T. authentische Berichte über die ersten Gastarbeiter in der BRD, die er in sieben Tableaus von 1960 bis 1971 quer duch Süd– und Westdeutschland in Szene setzt.
»Ja, die Deutschen sagen, dass sie die Ausländer integrieren wollen … Wenn Du es recht bedenkst, bin ich integriert, aber wo? In Deutschland, nicht bei den Deutschen.« Das Stück verfasste Petros Markaris zwar 1978, es bleibt aber bis heute verblüffend aktuell.
Petros Markaris: Fremdgeblieben
Übersetzung aus dem Griechischen von Nelly Weber. Mit einem Nachwort von Niki Eideneier.Originaltitel: Οι φιλοξενούμενοι (1978
Grammatik des Νeugriechischen. Lautlehre, Formenlehre, Syntax
Wissenschaftlich auf dem neuesten Stand, dazu in der gewohnten Übersichtlichkeit und Anschaulichkeit mit vielen Beispielen aus der lebendigen Sprache präsentiert sich die völlig neu bearbeitete vierte Auflage des Standardwerks zur neugriechischen Grammatik (Lautlehre, Formenlehre und Syntax), verfasst, erprobt und herausgegeben von Hans Ruge, Professor (i.R.) für Neugriechisch an der Universität Mainz (Germersheim).
Hans Ruge: Grammatik des Νeugriechischen. Lautlehre, Formenlehre, Synta
Prinzessin Isabeau: Heroischer Roman
Peloponnes, kurz vor 1300. Nach dem vierten Kreuzzug gehört das Land nicht mehr dem griechischen Kaiser von Konstantinopel, sondern Isabelle (Isabeau) de Villehardouin und dem französischen Hause Anjou, das bereits über Sizilien und Neapel herrscht. Der fragile Frieden bricht, als die Griechen unter der Führung des rebellischen Nikiforos Sgouros die Burg von Kalamata erobern. Nun müssen die zwei Protagonisten, Sgouros und Isabeau, selbst Tochter eines Franzosen und einer Griechin, zwischen Pflicht und Liebe entscheiden.
Der »heroische Roman« von Angelos Terzakis handelt von der Liebe eines gegensätzlichen Paares und bietet ein historisches Panorama der Peloponnes im Spätmittelalter. Doch es ist nicht die romantische Kulisse dieses um den Zweiten Weltkrieg verfassten Romans, die ihn in den Kanon der neugriechischen Literatur gesetzt hat; Terzakis deutet subtil und meisterhaft seine literarischen und historischen Vorlagen neu, um seine Gegenwart zu kommentieren und die Zukunft seines Landes in Europa zu entwerfen.
Angelos Terzakis: Prinzesin Isabeau: Heroischer Roman
Übersetzung aus dem Griechischen von Joachim Winkler. Mit einem Nachwort von Bart Soethaert.Originaltitel: Πριγκιπέσσα Ιζαμπώ (1945
Das Tuch der Penelope
Pavlos wollte nichts mit dem Beruf seines Vaters zu tun haben und wurde Architekt und Zeichner. Doch der Polizeikommissar hat ihm einen Koffer mit ungelösten Mordfällen hinterlassen, und Pavlos kann sich dem Erbe nicht ganz entziehen. Der Zufall will es, dass ein Mord im Geflüchtetenmilieu in Athen ihn anspornt, das Geflecht eines Mordes im Münchner Gastarbeitermilieu der 1960er Jahre – ausgerechnet an dem Tag, als der populäre Sänger und Idol der Gastarbeiter Stelios Kazantzidis am Bahnhof ankam – zu durchleuchten. Dieser Mord hatte wiederum wohl auch mit offenen Rechnungen mit Kollaborateuren und Altlasten aus dem Bürgerkrieg der 1940er Jahre zu tun: einer der Fälle des Vaters. Die Investigation beschert Pavlos reizvolle Bekanntschaften, Erkenntnisse über seinen Vater und nicht zuletzt die Kulinarik der nordgriechischen Bergregion um Naoussa.
Marlena Politopoulou: Das Tuch der Penelope
Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Konstantinos Gerakis.Originaltitel: Η Πηνελόπη των τρένων (2015
Brief an Friedrich Hölderlin
»Sehr geehrter Herr Hölderlin,
Ich lernte Sie kennen, als ich 24 Jahre alt war. Wenn ich mich recht erinnere, ist es das Jahr 1942, in Jerusalem, in einer lautstarken Pension voller Flüchtlinge, die von einer exilierten Deutschen geleitet wird. Ihre Nazi-Landleute haben Europa unterjocht und stehen kurz davor, Ägypten einzunehmen. Die Alliierten sind bestrebt, ihre eigenen Schäden einzudämmen, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, gegeneinander zu intrigieren. Und dort, inmitten dieser »Stadt der Flüchtlinge«, wie Ihr Künstlerkollege und mein Arbeitskollege Jorgos Seferis diesen labyrinthischen Klub der Exilanten nennt, treffen ein griechischer Antifaschismus-Kämpfer und die wunderschöne Gattin eines österreichischen Diplomaten aufeinander. Ihre Liebe ist blitzartig und auf traumatische Weise unerfüllt, ihr Liebesgeflüster durchdrungen von und mit Ihren Versen. Den hoffnungsvoll Liebenden steht ein englischer Hellenist bei, homosexuell, nicht wirklich überraschend Mitarbeiter des Intelligence Service und, natürlich, Alkoholiker, der gerne »Brot und Wein« zu »Brot und Ouzo« parodiert. Ein Jahr später, nachdem die freie Welt in El Alamein und Stalingrad wieder zu Atem gekommen war, schreibt die österreichische Schönheit einen klärenden und eventuell nicht überbrachten Brief an ihren griechischen Beinahe-Liebhaber, am 7. Juni 1943, und erinnert ihn daran, dass genau dies der Tag des 100. Jahrestages Ihres sanften, agoniefreien Todes vom 7. Juni 1843 ist. Der verblüffende Satz in dem Schreiben lautet »Denn alles ist gut« (Patmos) – damit endet der erste Band der Trilogie Steuerlose Städte von Stratis Tsirkas.«
Offene Briefe: Theodoros Daskarolis an Friedrich Hölderlin
Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Θεόδωρος Δασκαρόλης προς Φρίντριχ Χαίλντερλιν"). Übersetzung aus dem Griechischen von Anna Lazaridou
Eine kurze Geschichte Griechenlands
Dieses Buch, das in einer dritten, aktualisierten Ausgabe neu herausgegeben wurde, bietet eine kurze, illustrierte Einführung in die Geschichte des modernen Griechenland von den Anfängen der nationalen Bewegung im späten 18. Jahrhundert bis heute. Das Schlusskapitel über die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen sowie der Anhang mit Biographien historischer Protagonisten, Tabellen (Staatsoberhäupter, demographische Entwicklung, Wahlen usw.) und Eckdaten von 1453 bis heute ermöglichen zudem eine schnelle Übersicht der wichtigsten Informationen. Das Buch von Prof. Richard Clogg (Oxford University) wurde seit seiner Erstveröffentlichung 1992 mit diversen Preisen ausgezeichnet, in zwölf Sprachen übersetzt und gilt mittlerweile als Standardwerk.
Richard Clogg: Eine kurze Geschichte Griechenlands
Übersetzung aus dem Englischen von Karin E. Seifert und Diana Siebert
Die »Neue Ordnung« in Griechenland 1941–1944
Das Bild der deutschen Besatzungszeit in Griechenland (1941–1944) ist von widersprüchlichen Merkmalen gekennzeichnet. Während die einschlägige Forschung wesentliche Bausteine zur historischen Aufarbeitung eigetragen hat, sind in der griechischen wie der deutschen Öffentlichkeit, jeweils in unterschiedlicher Weise, nachhaltige Stereotypen, selbstgerechte Deutungsmuster, nachträgliche Projektionen, Momente der Verdrängung und der Instrumentalisierung zu bemerken. Zentrale und dennoch eher unterbelichtete Aspekte jener berüchtigten „Neuen Ordnung“, welche die deutsche Besatzungsmacht auch in Griechenland bringen sollte, werden im vorliegenden Band thematisiert. Neben den wissenschaftlichen Aufsätzen, die z.T. auf einer Tagung der Freien Universität Berlin präsentiert wurden, wird in diesem Band ein ausführlicher, zeitgenössischer (1945) Bericht von Ioannis Kakridis, Ioakim Kalitsounakis und Nikos Kazantzakis über die ungezählten Gräueltaten der Wehrmacht auf Kreta in deutscher Übersetzung veröffentlicht.
Nikolas Pissis, Dimitris Karydas (Hg.): Die »Neue Ordnung« in Griechenland 1941–194
Brief an Franz Kafka
P.S. Ihnen zu offenbaren, dass ich von Ihnen geträumt habe, wäre ein Pleonasmus. Vielleicht eine Art Übergriff. Deshalb höre ich hier auf. Das nächste Mal behalte ich mir noch vor. Ich werde kurz und knapp sein. Also stumm.
Notfalls werde ich mich auf Ihre letzten Worte beschränken:
„Ja, so ist es gut.“ (nach Brod)
„Aber ich gehe fort“ (nach Ihrem Freund und Arzt Robert Klopstock).
Offene Briefe: Michel Fais an Franz Kafka
Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Μισέλ Φάις προς Φραντς Κάφκα"). Übersetzung aus dem Griechischen von Ulf-Dieter Klemm