archimaera (Journal)
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    Charakter und Ausdruck – Zur Stimmungserzeugung in der Architektur der Spätaufklärung

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    Der seit mehr als zwei Jahrzehnten intensiv geführte Diskurs zum Atmosphärischen in der Architektur schließt eher selten eine Betrachtung seiner eigenen historischen Bedingtheit ein. Der vorliegende Beitrag zeigt, wie wesentliche Inhalte des heutigen Atmosphärenbegriffs bereits in den Entwürfen und Theorien der Spätaufklärung angelegt sind. Hierbei wird deutlich, dass in der von französischen und britischen Architekten geprägten Charakterlehre die Voraussetzungen für architektonische Stimmungserzeugungen bereits gegeben waren. Gesellschaftliche Umwälzungen führten in der Aufklärung zur Ausdifferenzierung der Bauaufgaben, was zugleich die Erweiterung des architektonischen Ausdrucksvermögens erforderte. Zur Mitte des 18. Jahrhunderts äußerte sich dieses Streben zunächst in einer Vielzahl von Entwürfen und zunehmend auch in gebauter Form. Die von einem Gebäude ausgehende Stimmung sollte nun die Emotionen der Besuchenden beeinflussen und somit den neu zu konzipierenden Bautypen der aufgeklärten Gesellschaften einen jeweils eindeutigen Charakter verleihen

    Der rezeptive, der erhabene Raum – Licht in Betonkirchen der Nachkriegsmoderne

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    Im Zentrum des Textes stehen Taktiken der Stimmungserzeugung in den so genannten Betonkirchen der 1960er und 70er Jahre. Der Analyse geht die These voraus, dass das natürlich einfallende Licht eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Aura, Atmosphäre oder "Sakralität" spielt. Der Raum, so die weitere Überlegung, wird dadurch zum Rezipienten von Phänomenen, die mit dem philosophisch-ästhetischen Konzept der Erhabenheit beschreibbar werden

    Atmosphären – Editorial

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    Was macht eine Architekturerfahrung einzigartig? — Eine Antwort lautet: die Atmosphäre. Atmosphären stehen für unmittelbares, emotional gefärbtes Er- leben. In einer Zeit, in der Kunst und Architektur durch vielfältige Formen der medialen Vermittlung geprägt sind, haben atmosphärische Räume in der Architektur besonderen Stellenwert ge- wonnen. Das Interesse an Präsenz und Atmosphären drückt also das Bedürfnis aus, einen unmittelbaren, eben nicht nur indirekt vermittelten Modus der Erfah- rung zurückzugewinnen. Der Bedeu- tungsgewinn der Atmosphäre aber wirft aus Sicht von Architektur und Städtebau neue Fragen auf: Was macht atmosphä- rische Räume aus? Und wie entsteht die besondere Aufmerksamkeit, die sie aus- lösen? Diesen und weiteren Fragen ist die achte Ausgabe von archimaera ge- widmet

    Das atmosphärische Ensemble – Bauliche Objektgruppe oder stimmungshafte Erscheinung

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    Unsere Lebensumwelt und damit auch die Wahrnehmung von Denkmalen, Denkmalensembles, Städten, und baulichem Erbe – sei es durch ein Bild oder das Erleben vor Ort – ist geprägt durch Atmosphären. So findet sich die besondere Atmosphäre von etwa Städten oder Kirchen ebenso in der Alltagsrede wieder wie auch im Stadtmarketing oder der Werbung. Begeht oder betrachtet man ein städtisches Ensemble, scheint in der Zusammenschau der Dinge, wie Gebäude und Denkmäler, Stadtstruktur, aber auch Lichter, Geräusche, Menschen und vieler Faktoren mehr, über unsere sinnliche Wahrnehmung etwas Atmosphärisches zu entstehen. Trotz der Allgegenwärtigkeit der Atmosphären ist das Phänomen jedoch nicht greifbar: Es scheint weder intrinsische Qualität der baulichen Objekte noch ein Gefühl oder Affekt des wahrnehmenden Subjektes zu sein. So wundert es nicht, dass ein expliziter Diskurs über Atmosphäre für Fragen der Denkmalpflege bislang weitestgehend ausgeblieben ist. Auch in anderen Wissenschaften stellt die Beschäftigung mit Atmosphären ein Randthema dar. Dennoch ist ein Aufschwung der Thematik zu verzeichnen, insbesondere in den Disziplinen Philosophie, besonders der Phänomenologie sowie in der Ästhetik-, Raum-, und Architekturtheorie. Obwohl das Phänomen augenscheinlich nicht fassbar ist, erfährt es doch eine gewisse Aufmerksamkeit insbesondere in seiner Verortung und Aushandlung als Phänomen zwischen Subjekt und Objekt, was Ausgangspunkt dieses Beitrags sein wird. Zudem wird in genau dieser Aushandlung auch eine potentielle Bedeutung der Atmosphäre für die Denkmalpflege und im Besonderen für das Ensemble, gesehen

    When the meaning creates the atmosphere – The symbolic language of architecture in the Monument to the Resistance on Cima Grappa

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    According to the great modern architects, the very aim of architecture is to generate feelings. Consequently, monuments (etymologically meaning buildings linked to memory) represent the ultimate essence of architecture, since they express concepts, arouse moods and provoke reactions. In order to investigate the concept of atmosphere applied to architecture, it is interesting to consider the space of the commemorative monuments, whose purpose is to nurture the collective memory through sensations. Specifically, in these modern and contemporary memorials, feelings and meanings are conveyed by symbolic figures that can be considered a sort of design matrix, sometimes playing the same role as the type. The poetic strength of the Monument to the Resistance on Cima Grappa (Veneto, Italy), by the architect Giuseppe Davanzo, the poet Andrea Zanzotto and the sculptor Augusto Murer, is emblematic of an atmosphere generated by the presence of meanings effectively expressed and represented

    Entwerfen als Erinnern

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    Wie entstehen Ideen zu komplexen Environments? Dieser Beitrag dreht sich um die im wissenschaftlichen Kontext schwierige Frage, ob oder wie man Atmosphären entwerfen kann. Er versucht eine Einkreisung in neun Schritten, die das Entwerfen als ein Erinnern bestimmen, durch das wir uns auf ein kollektives Wissen über Atmosphären besinnen. Architekten können dieses Wissen als Stellvertreter und als Medium erschließen und in zeitgemäße Formen übersetzen. Dabei müssen sie lernen, Räume von ihren Wirkungen her zu denken und durch ihr subjektives Gespür für Wirkungen von Archetypen noch mehr auf die Menschen zu beziehen. Ergänzend werden methodische Entwurfspraktiken des Erinnerns vorgestellt: Christopher Alexanders ‘A Pattern Language‘, die den Zugriff auf ein definiertes Netzwerk zeitloser, kollektiv verfügbarer Archetypen systematisiert. Und das Schöpfen von ‘Denkbildern‘ aus dem individuell gestimmten Vorbewussten durch die Interaktion von manuellen Zeichenpraktiken und diskursiven Methoden, sowie die Erkundung der affektiven Wirkungen von Material und Faktur. Der Beitrag wird begleitet von \u27Mikroskizzen\u27 (im Original etwa 6x12cm), die im Wintersemester 2012 von Philipp Grüll im Rahmen des Workshops “Bild_Entwurf“ zu dem Master-Projekt “Landhaus“ gezeichnet wurden. Das Projekt wurde durchgeführt als Kooperation des Lehrstuhls für Bildnerische Gestaltung und des Lehrstuhls für Wohnbau in der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen University

    Suggestions of Movement – Atmospheric techniques in Carlo Scarpa\u27s museum designs

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    The museum spaces of Carlo Scarpa are deeply rooted in first-person experience, through the sensuous use of materials and a sophisticated interaction between architectural features and exhibited objects. This paper investigates how the architect leveraged suggestions of movement implicit in the expressive qualities of human figures, particularly statues, to provide visitors with an affectively charged experience of space. Scarpa exploited the statues’ gestures and gaze to establish a corporeal communication with subjects, creating theatrical situations that exude atmosphere. By analyzing three of his designs – Palazzo Abatellis in Palermo, Castelvecchio in Verona, and the Canova Museum extension in Possagno – through the lens of suggestions of movement, the study intends to highlight the dynamics of these “atmospheric generators”, clarifying some characters of Scarpa’s work that remain otherwise opaque to critical appraisal

    Architektur und Emotion – Eine Skizze

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    Emotionen gelten heute, besonders in der Politik, als etwas Gefährliches. Andererseits ist die Rede über Emotionen im wissenschaftlichen wie im populärwissenschaftlichen Bereich – Stichwort "emotionale Intelligenz" – seit geraumer Zeit in Mode. In den Künsten, vor allem in der Musik, im Film und der bildenden Kunst, war vor eineinhalb Jahrzehnten eine massive neoromantische Welle zu beobachten, in der starke Gefühle an- und Coolness abgesagt waren. In der Architektur, wo es das Erbe des Faschismus lange unmöglich machte, an die Emotionen der Nutzer und Betrachter zu appellieren, pflegte die Nachkriegsmoderne Sachlichkeit und Understatement. Dem stellte die Postmoderne ein emotionales Zugeständnis entgegen: Architektur durfte (wieder) Spaß machen. Vor allem aber mit der atmosphärischen Aufladung räumlich minimalistischer, aber materiell differenzierter Gebäude durch die neomoderne (oder besser: metamoderne) Architektur seit den 1990er-Jahren, der es vor allem um sinnliches Erleben und Authentizität geht, werden die Emotionen der Rezipienten sehr bewusst adressiert und gesteuert. Der Beitrag beschäftigt sich, ausgehend von der älteren architektonischen Emotionstheorie, mit der Frage, welche Emotionen von Gebäuden eigentlich ausgelöst werden können, bei welchen Gebäudetypen bzw. welchen Entwurfskonzepten das Wecken von Emotionen eine Rolle spielt und was dies über die zeitgenössische Architektur aussagt. Emotionalität erweist sich dabei als zentrales Kennzeichen metamoderner Architektur. Die Untersuchung zeigt – jenseits der traditionellen Architekturpsychologie – die Wichtigkeit von Emotionsforschung in der Architektur

    Atmosphäre als Haltung – Für eine wahrnehmungsorientierte Lehre in Städtebau und Architektur

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    In einer Zeit, in der Emotionalität quantitativ anhand der „likes“ in sozialen Medien gemessen wird, bietet der Stadtraum eine wichtige materielle Gegenwelt des konkreten und unmittelbaren Erlebens. Im Stadtraum ist der Mensch körperleiblich und sinnlich anwesend und bei sich, hier ist er nicht austausch- oder wegklickbar. Um aber gestalterisch mit ihm umzugehen, bedarf es der Ausbildung einer urbanen Empathie, welche Architektinnen und Architekten in die Verantwortung nimmt, das gesellschaftliche Miteinander auch als eine sinnliche Teilhabe am öffentlichen Raum zu behandeln und zu vermitteln. Der Sketch Carpet, erstmals im Wintersemester 2018/19 am „Stadt/Studio“ des Instituts für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein erprobt, versteht sich als Dokumentationsmöglichkeit erlebter sinnlicher Qualitäten von architektonischen Räumen und als Reflexionsebene für die verschiedenen subjektiven Erlebensweisen einer räumlichen Situation. Das „Stadt/Studio“ will dank dieses Instruments zum Katalysator einer stadträumlichen Entwicklung und zum Impulsgeber einer öffentlichen Diskussion darüber werden

    Affective spaces. Experiencing atmosphere in the visual arts.

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    Atmospheric perception is a vital aspect of how viewers engage with works of visual art. Yet art historical discourse has barely paid attention to atmosphere as a critical concept. To remedy this deficit this essay explores how works of visual art afford atmospheric experiences. Drawing on philosophical work on atmosphere and mood by Heidegger, Schmitz, Böhme and Griffero, it will be argued that atmospheres are at the core of our affective involvement with art. How an artwork solicits this affective involvement depends, among other things, on the media it employs. This will be demonstrated by discussing two examples: a painting and a work of installation art. Both works seem to articulate the same atmospheric character but the perceptual conditions they offer for experiencing this atmosphere are different. As a result, the works emphasize different stages in the process of atmospheric perception. Juxtaposing them helps to better understand – and enjoy – this process

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