Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (Journal)
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    Politische Kommunikation in Österreich – Generalverdacht der Inszenierung? Ein Streifzug durch die österreichische Mediendemokratie

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    Die Darstellung und Vermittlung von Politik, kurz ihre Inszenierung, ist so alt wie die Politik selbst. Die stark ausgeprägten Interdependenzen zwischen politischem und massenmedialem Bereich in der gegenw ärtigen Mediendemokratie haben die möglichst medien- und öffentlichkeitsfreundliche Aufbereitung von Politik nicht nur für politische AkteurInnen zu einer zentralen Notwendigkeit ihrer Arbeit gemacht, sondern die Inszenierung selbst ins Scheinwerferlicht einer durchaus kritischen Diskussion gedrängt: Wird nur mehr inszeniert? Oder herrscht ein Generalverdacht der Inszenierung gegenüber der Politik? Der vorliegende Beitrag versucht anhand von ExpertInneninterviews politische Kommunikation in Österreich unter den Aspekten von Marketing, Meinungsumfragen und Mediendemokratie zu thematisieren; im Mittelpunkt steht die Inszenierung als Begriff und Strategie

    „Erklär’ mir die Welt“ – Neoliberale Bewusstseinsarbeit am Beispiel des Wiener Hayek Instituts

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    Think Tanks sind Einrichtungen, die Orientierungswissen schaffen und in den politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess einbringen. Neoliberale Bewussteinsarbeit kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Ausgehend von den Mont Pelerin Society (MPS), die 1947 von Friedrich v. Hayek gegründet wurde, bildeten sich zuerst in England, dann in anderen Ländern zahlreiche Institutionen, die dem keynesianistischen Nachkriegskonsens entgegentraten. Hayek nannte die westlichen Demokratien „unbeschränkte Demokratien“, die sich mit einer liberalen Gesellschafts- und Marktordnung nicht vereinbaren lassen. Sie würden auf den „Weg der Knechtschaft“ führen, so der Titel seines 1944 veröffentlichten Buches. Das Wiener Hayek Institut hat es sich zur Aufgabe gemacht, die weltweite Renaissance der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zu unterstützen und deren Ideen, insbesondere die ihres Namensgebers, aktiv zu verbreiten und für heimische Entscheidungsträger aufzubereiten. Aufbauend auf die Grundzüge von Hayeks Denken wird in diesem Beitrag zuerst ein kurzer geschichtlicher Rückblick auf die Formierung neoliberaler Netzwerke gemacht, in denen auch die „Österreicher“ wachsende Bedeutung erlangten. Sodann wird das Hayek Institut etwas näher vorgestellt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Fragen, was es will, was es tut und welche Netzwerke und personellen Verbindungen einerseits mit Politik und Wirtschaft, andererseits mit übernationalen Ideengemeinschaften existieren

    Profiling serror: Gender, Strategic logic, and emotion in the study of suicide terrorism

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    Robert Papes viel diskutiertes Buch Dying to Win: The Strategic Logic of Suicide Terrorism (2005) zeigt deutlich die Selbstverständlichkeit eines vermeintlich geschlechtsneutralen Zugangs zur Analyse von männlichen und weiblichen SelbstmordterroristInnen. Papes Hauptargument ist, dass Selbstmordterrorismus eine durchaus rationale Strategie politischer AkteurInnen sei, der sich in Form von Kampagnen ausschließlich gegen Demokratien richte. Die Studie benennt zwar Männer wie Frauen als rationale politische Individuen bzw. AkteurInnen, betont zugleich aber bei Frauen stark den emotionalen Aspekt der Motivation. In diesem Artikel argumentieren wir, dass geschlechtsneutrale Studien wie die von Robert A. Pape nur vermeintlich geschlechtsneutral sind und gerade diese Annahme dazu führt, dass soziale und politische Dimensionen von Geschlechterordnungen ebenso wie die Vergeschlechtlichung des Sozialen und Politischen ausgeblendet werden. Darüber hinaus sagen wir, dass das Modell der Rational Choice Theorie, wie sie bei Pape eindrücklich angewendet wird, die Kluft zwischen den Geschlechtern noch vergrößert, indem „männlichen“ Werten der Vorzug gegenüber „weiblichen“ gegeben wird. Als Alternative schlagen wir eine dreifache Modifikation des Zugangs zu einer Beforschung von Selbstmordterrorismus vor, die sowohl politische als auch emotionale Motivationen inkludiert: Vergeschlechtlichte Repräsentationen von Selbstmordattentäterinnen verstärken Stereotype über Geschlecht sowie über Selbstmordterrorismus; das Ausblenden der Komplexität von Motivationen bringt die Vielfalt der Variablen, die in die Entscheidung der „MärtyrerInnen“ einfließen, nicht zum Verschwinden; und ein theoretischer Zugang, der das Emotionale in den Vordergrund stellt, könnte die Verengung des Rational Choice Ansatzes ausgleichen. Der Aufsatz schließt mit Belegen für unsere These am Beispiel der tschetschenischen „Schwarzen Witwen“, womit unsere Vorschläge als explanatorisch wertvoll diskutiert werden

    Politische Bildung als historisch-politische Sinnstiftung: Überlegungen zu einem historisch-politischen Kompetenzmodell

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    Die historische Dimension besitzt für die politische Bildung eine besondere Bedeutung, indem sie alle Kategorien des Politischen durchdringt. Der vorliegende Beitrag versucht daher, eine Synthese von Geschichts- und Politikunterricht zu ermöglichen. Zentral sind dabei zwei sich überschneidende Kompetenzen: die historische und die politische Sinnbildungskompetenz, die beide als dynamische Prozesse zu verstehen sind. Dabei besitzen die Deutungen der Vergangenheit („Geschichte“) und die Deutung der politischen Gegenwart eine identitätsstiftende Funktion. Sie werden immer wieder im Diskurs ausgehandelt, einer (Selbst-)Reflexion unterzogen und gegebenenfalls auch modifiziert bzw. revidiert. Darauf aufbauend wird im Beitrag ein historisch-politisches Kompetenzmodell entwickelt, das bereits bestehende Modelle weiterentwickelt und die subjektive Ebene politischer Bildung verstärkt berücksichtigt

    Malek/Schor-Tschudnowskaja (Hg.) (2008): Europa im Tschetschenienkrieg. Zwischen politischer Ohnmacht und Gleichgültigkeit

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    Lutz (2008): Vom Weltmarkt in den Privathaushalt. Die neuen Dienstmädchen im Zeitalter der Globalisierung

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    Antisemitismus und die Transformation des Nationalen. Eine Einleitung

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    Hannah Arendt and the Sociology of Antisemitism

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    Dieser Artikel hat zum Ziel, mit Hannah Arendts Perspektive eines der letzten Tabus der westlichen Gesellschaft zu analysieren, nämlich Antisemitismus. Wenngleich Arendt – wie viele ihrer Weimarer ZeitgenossInnen – teilweise voreingenommen gegen die Sozialwissenschaften und die Soziologie im Speziellen war, arbeitete sie dennoch eine soziologische Analyse des Antisemitismus aus. Dieser soziologische Zugang von Arendt ist, gemeinsam mit den Arbeiten von Georg Simmel, Karl Marx, Werner Sombart und Juri Slezkine, Ausgangspunkt und Basis dieses Artikels. In einem Essay über Antisemitismus, geschrieben in den späten 1930er-Jahren in Frankreich, verortet Arendt die Entstehung des modernen Antisemitismus im Klassenkonflikt zwischen deutscher Aristokratie und Bourgeoisie. Juden und Jüdinnen wurden dabei als ultimative Außenseiter und Neulinge betrachtet, denen die Verhaltenskodizes, welche bis dahin als gesellschaftlicher Kitt dienten, fremd waren. Aufhänger der vorliegenden Analyse ist die soziologische Rolle des Geldes und seine Identifikation mit Juden und Jüdinnen. Ausgehend von Arendts Theorie des Antisemitismus soll somit ein breiter Bogen zwischen Modernität und Antisemitismus gespannt werden

    Emotion und Revolution. Spurenlese zu einer Theorie der affektiven Grundlagen politischer Ordnungen

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    In den großen zeitgenössischen Revolutionstheorien kommt Emotionen bei der revolutionären Etablierung neuer politischer Ordnungen keine gewichtige Funktion zu: Aus strukturalistischer Warte spielen die Intentionen und Handlungen der AkteurInnen eine vernachlässigbare Rolle, wenn es um fundamentalen sozialen Wandel geht. Kulturalistische Ansätze betonen zwar die Bedeutung der revolutionären Ideologie, degradieren die AkteurInnen aber zu Marionetten eines vorgegebenen Plots und behandeln die Emotionen damit als Epiphänomen. In politiktheoretischer Perspektive sind Emotionen bei der Rekonstruktion der normativen, ordnungsschöpfenden Funktion der Revolutionen geradezu unerwünscht, weil sie die Geltung normativer Prinzipien mit der historisch-kontingenten (und oftmals auch gewaltsamen) Genese ihrer Artikulation kontaminieren. Phänomen und Begriff der Revolution stehen in einem merkwürdigen Spannungsverhältnis. Unter exemplarischem Rekurs auf die Französische Revolution hat dieser Beitrag die irreduzible Funktion der Emotionen bei der Entstehung politischer Ordnungen zum Thema

    Barben (2007): Politische Ökonomie der Biotechnologie. Innovation und gesellschaftlicher Wandel im internationalen Vergleich

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