Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (Journal)
Not a member yet
    744 research outputs found

    Zu einer Theorie politischer Praktiken

    Get PDF
    Will man politische Prozesse auf der Mikroebene untersuchen, bedarf es eines grundlegenden Verständnisses und einer systematischen Klärung der basalen Untersuchungseinheit. Mit der Entwicklung des Begriffs der politischen Praktik als Grundbegriff der Politikwissenschaft kann einerseits dem häufig beklagten ‚Mikro-Defizit‘ der Disziplin begegnet werden und andererseits eine analytische Kategorie etabliert werden, die in klarer Abgrenzung genau jene Interaktionsformen erfasst, die als politisch bezeichnet werden können

    Politische Praktiken von MinisterialbeamtInnen im österreichischen Gesetzgebungsprozess

    Get PDF
    Gesetzgebung ist ein zentraler Bestandteil von Politik. Empirische Befunde zeigen, dass in vielen parlamentarischen Systemen Gesetze nicht von der Legislative, sondern der Ministerialbürokratie entwickelt werden. Dies gilt auch für Österreich, wo im Parlament vorgestellte Gesetzestexte fast ausnahmslos auf Entwürfe der BeamtInnenschaft zurückgehen. Trotz dieser zentralen Bedeutung der BeamtInnen für die Gesetzgebung konzentriert sich politikwissenschaftliche Forschung bei der Analyse des Gesetzgebungsprozesses jedoch häufig auf PolitikerInnen und parlamentarische Geschehnisse. Der Artikel soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen, und analysiert die Tätigkeit von BeamtInnen im Gesetzgebungsprozess. Unter Anwendung des Konzeptes sozialer Praxis werden zentrale Bündel politischer Praktiken von BeamtInnen im Gesetzgebungsprozess anhand von vier Fallstudien aus der Familien-, Forschungs- und Technologie- sowie Gesundheitspolitik identifiziert und diskutiert

    Praktiken der Darstellung einer lokalen Wirtschaftspolitik – eine praxissoziologische Analyse eines Internetfilmes

    Get PDF
    In der vorliegenden Analyse eines Internetfilmes steht die Darstellung einer wirtschaftspolitischen Botschaft im Zentrum, die sich auf die Revitalisierung eines altindustriellen Standortes in Dortmund, einer Ruhrgebietsstadt in Deutschland, bezieht. Auf der Basis methodologischer Grundlagen der Analyse audiovisueller Daten sowie einer praxeologischen Erklärungsperspektive werden die sozialen Räume, die genutzten Techniken der Filmproduktion sowie die Präsentationspraktiken der Hauptdarsteller dieses Filmes analysiert. Es wird herausgearbeitet, dass die Darstellungs- und Vermittlungspraxis im Film maßgeblich durch Praktiken der Verkündung, der legitimierenden Zelebrierung und der werbenden Rechtfertigung geschaffen wird. Anhand der Kontrastierung der im Film inszenierten Vermittlungspraxis mit zentralen Entwicklungsaspekten der Restrukturierung der Dortmunder Wirtschaft wird deutlich, dass das Video zentrale Aspekte dieser Restrukturierung hervorhebt und zugleich andere unberücksichtigt lässt. Angesichts der Beobachtung, dass die Nutzung von Internetvideos durch wirtschaftspolitische AkteurInnen sich durchzusetzen beginnt, bietet eine praxeologisch orientierte Analyse audiovisueller Daten vielfältige Erklärungsmöglichkeiten, die erst noch von politikwissenschaftlicher Forschung breiter aufgegriffen werden müssten

    Kollektives Handeln oder Kritik der Macht? Eine demokratietheoretische Analyse des Konzepts des Sozialkapitals

    Get PDF
    Das Konzept des Sozialkapitals ist in jüngster Zeit vor allem in Zusammenhang mit der Frage nach den Grundlagen einer lebendigen Bürgergesellschaft in der Diskussion. Es wird demokratietheoretisch überwiegend positiv konnotiert und auf das Vermögen zur gesellschaftlichen Selbstorganisation bezogen. Probleme einer ungleichen Verteilung von Sozialkapital in der Bürgergesellschaft wurden bislang eher vernachlässigt, ebenso wie die Frage, ob Sozialkapital jederzeit ein öffentliches Gut darstellt. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, die Potentiale und Grenzen des Konzepts des Sozialkapitals für eine demokratietheoretische Analyse neu zu bewerten. Hierfür wird ein Vorschlag zum Verständnis von Sozialkapital gemacht, der die machtkritische Perspektive (in der Tradition von Bourdieu) mit der integrationstheoretischen Perspektive (in der Tradition von Putnam) verbindet. Neben verschiedenen Formen von Sozialkapital werden verschiedene Ebenen differenziert, auf denen Sozialkapital wirken kann. Dies erlaubt, Wechselwirkungen und Dynamiken zwischen Sozialkapital als individuellem Gut, als Gruppengut und als gesamtgesellschaftlichem Gut ins Auge zu fassen und zu untersuchen, welche Faktoren Inklusionsbzw. Exklusionseffekte auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene hervorbringen

    Die zwei Seiten des Gemeinschaftsdünkels. Zum antisemitischen Gehalt freiheitlicher Identitätspolitik im Wandel

    Get PDF
    Ausgehend von der Annahme eines inneren Zusammenhanges zwischen Deutschnationalismus, profanisierter Heilserwartung und (völkischer) Gemeinschaftsideologie auf der einen und Antisemitismus auf der anderen Seite wird im vorliegenden Aufsatz versucht, diesen Zusammenhang am Beispiel nationalfreiheitlicher Identitätspolitik seit Ende des 19. Jahrhunderts herauszuarbeiten. Bis 1945 wurde der Antisemitismus als integraler Bestandteil des Deutschnationalismus und der Volksgemeinschaftsideologie offen propagiert, danach jedoch weitgehend auf die politische Hinterbühne verbannt. Zudem machen es die zahlreichen identitätspolitischen Schwenks der FPÖ schwer, die Kontinuität im Ausschluss aus der zuerst christlichen, dann deutschen, österreichischen und schließlich wieder christlichen (und immer bedrohten) Gemeinschaft im dualen oder dichotomischen Muster des völkischen Antisemitismus zu erkennen. Anhand aktueller Beispiele antisemitischer Agitation aus den Reihen der seit 2005 auch in programmatischer Hinsicht wieder deutschnationalen und völkischen FPÖ soll abschließend die These von der Unmöglichkeit einer (christlichen und/ oder deutschnationalen) Volksgemeinschaftsideologie, die frei von Antisemitismus wäre, illustriert werden

    Editorial – der emotive turn in der Politikwissenschaft

    Get PDF

    Demokratietheorieentwicklung im Kontext gesellschaftlicher Paradigmen

    Get PDF
    Demokratietheorien haben sich bisher kaum Fragen der Demokratieentwicklung gewidmet, sondern verfuhren vorwiegend formalistisch. Erst in jüngeren Konzeptualisierungen wird gesellschaftlicher Rückbau demokratischer Errungenschaften thematisiert, wobei sich gerade professionelle Politikwissenschaft auffällig zurückhält. In diesem Beitrag werden verschiedene Versuche theoretischer Erfassung von Mechanismen und Effekten der Entleerung von Demokratie, dadurch ausgelöste ideenhistorische Suchbewegungen und konzeptuelle Innovationen, nachgezeichnet, um an ihren Beispielen Wege und Bedingungen rezenter Theorieentwicklung zu erfassen. Die Analyse erfolgt entlang einer rekonzipierten Ideologiekritik. Der ideologiekritische Anspruch an Demokratietheorie ist es, demokratische Weiterentwicklung zu fördern und in diesem Sinne praktisch-ideologisch zu wirken. Im Zentrum der Analyse stehen drei kritische Konzeptualisierungen: Postdemokratie (Rancière, Crouch), Counter-Democracy (Rosanvallon) und „entpolitisierte Entdemokratisierung“ (Mouffe). Trotz erheblicher Differenzen verbleiben jedoch auch diese Versuche innerhalb recht eng gezogener Pfade der Theorieentwicklung. Vor allem nationalstaatliche Verfasstheit und Zeitgebundenheit von Demokratietheorien bilden Barrieren für Theorieentwicklung

    Mayer (2009): „Totes Unrecht “? Die „Beneš-Dekrete“ – eine geschichtspolitische Debatte in Österreich

    No full text

    Cultural Exchange and the Corporate Sector: Moving Beyond Statist Public Diplomacy?

    Get PDF
    Traditionelle Ansätze zur Analyse öffentlicher Diplomatie verstehen diese Aktivitäten als die Mittel und Wege für Nationalstaaten, ihre Interessen und Werte gegenüber einer internationalen Zielgruppe zu platzieren, um damit ihr Profil zu stärken, nützliche professionelle und praktische Verbindungen zu etablieren und ein – national wie international – günstiges Umfeld für ihre außenpolitischen Aktivitäten herzustellen. Rezente Studien haben der Rolle des privatwirtschaftlichen Sektors bei der Weiterentwicklung der Ansichten und Denkweisen über nationalstaatliche Diplomatie sowie betreffend die Effektivität einschlägiger Aktivitäten vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt, das Hauptaugenmerk verblieb jedoch auf einer Optimierung staatlicher Diplomatie unter Anwendung unternehmerischer Methoden (z.B. „place-“ und „nation-branding“). In diesem Beitrag liegt der Fokus jedoch auf drei Beispielen von Corporate Public Diplomacy, die auf einen stärker eigenständigen Ansatz hinweisen, der außerhalb des staatlichen Paradigmas operiert. Alle drei Beispiele stammen aus dem spezifischen Feld der Austauschprogramme: das Atlantic & Pacific Exchange Programm, das von Rotterdam in den Niederlanden aus betrieben wird, das Institute for Cultural Diplomacy in Berlin und Business for Diplomatic Action in Washington DC. Der Beitrag fragt nach den Motiven hinter diesen Aktivitäten und geht der Frage nach, in welchem Ausmaß diese für eine neue privatwirtschaftlich angeleitete öffentliche Diplomatie stehen, die neben oder sogar getrennt von staatsbasierten Interessen operiert

    Pluralismus und Antipluralismus

    Get PDF
    The paradox of the current research is that pluralism is a core concept of political science as science on democracy. At the same time, this key concept in current research is still vague. The following article explains the relevant perspectives of previous research in a condensed form and favors, in view of the current state of knowledge, that the analysis of the bandwidth of antipluralistic tendencies should not be limited to the study of extremism.Das Paradox der aktuellen Forschung besteht darin, dass Pluralismus einerseits ein Kernbegriff der Politikwissenschaft als Demokratiewissenschaft darstellt, andererseits eine fundierte Auseinandersetzung damit in der aktuellen Forschung kaum stattfindet. Der nachfolgende Beitrag erläutert die relevanten Perspektiven der bisherigen Forschung in verdichteter Form und spricht sich angesichts des aktuellen Erkenntnisstandes dafür aus, die Bandbreite antipluralistischer Tendenzen nicht auf die Analyse des Extremismus zu begrenzen

    518

    full texts

    744

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (Journal)
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇