Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (Journal)
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    Public Leadership – theoretische Zugänge, Befunde und Perspektiven der Forschung

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    Das Forschungsinteresse am Public Leadership korrespondiert mit einem länderübergreifend zu beobachtenden Mediatisierungstrend. Festzustellen ist aber auch eine schwache theoretische Durchdringung des Gegenstands. Der vorliegende Beitrag bestimmt und verortet den Begriff daher zunächst in der Leadership-Forschung. Anhand einer systematisierenden, interdisziplinären Bestandsaufnahme vorliegender Ansätze und Befunde werden analytische Zugänge zur Erforschung des Public Leadership aufgezeigt. Am Fallbeispiel Deutschlands wird exemplarisch untersucht, inwiefern der Bundeskanzler über mediale Führungsressourcen verfügen kann. Es soll so ein Beitrag zur Konzeptkritik geleistet werden, um weiterführende Forschungsperspektiven aufzuzeigen

    Zur Kombinierbarkeit von Critical Realism und Poststrukturalismus: Eine Reformulierung der Struktur- Handlungs-Frage

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    Produktive Debatten zwischen Theorien aus unterschiedlichen Problematiken sind eine spannende Herausforderung in den Sozialwissenschaften, dennoch eher eine Seltenheit. Unterschiedliche theoretische Ansätze sind nicht inkommensurabel, sondern grundsätzlich partiell kombinierbar, falls zumindest einige ähnliche theoretische Prämissen vorliegen – wie dies bei Critical Realism und Poststrukturalismus der Fall ist. Um fruchtbringende Auseinandersetzungen zu ermöglichen, sind bestimmte Kriterien notwendig, die auf eine systematische Reflexion der Prämissen abzielen. Dafür schlage ich die miteinander verknüpften Methoden der Rekonstruktion und der immanenten Kritik der jeweiligen „Problematik“ (ein Konzept, das von Gaston Bachelard und Louis Althusser entwickelt worden ist) vor. Nach einer Darstellung der wissenschaftstheoretischen Prämissen von Critical Realism und Poststrukturalismus – insbesondere der Theorie von Laclau und Mouffe – werden am Beispiel der für die Politikwissenschaft zentralen Frage des Struktur-Handlungs- Verhältnisses sowohl qualitative Differenzen als auch Möglichkeiten der Verknüpfbarkeit beider Ansätze aufgezeigt

    Deconstruction as Method in Political Theory

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    Obwohl die Dekonstruktion seitens der Diskurstheorie und der normativen politischen Theorie mehrmals zur Anwendung gebracht worden ist, wird sie generell bei den PolitikwissenschaftlerInnen außer Acht gelassen. Der Artikel bezieht sich daher nicht auf das Verhältnis von Dekonstruktion und Politik, sondern erörtert die grundsätzlichen methodologischen Aspekte, die eine Anwendung der Dekonstruktion im Rahmen der politischen Analyse mit einbezieht. Es werden die Basiskriterien einer solchen Analyse dargelegt, indem, erstens, ihr Status als Methode und, zweitens, ihre wichtigsten Auslegungen und Prinzipien diskutiert werden.Als Beispiele werden Derridas Begriff der „Iterabilität“ und seine eigene Dekonstruktion von 9/11 einer Analyse unterzogen. Die Absicht ist jedoch nicht eine Art Gebrauchsanweisung der Dekonstruktion. Mit diesen Beispielen wird der Essenz der methodologischen Frage nachgegangen, nämlich der Frage, wie sich das Verhältnis von Methode und Theorie und deren jeweiligen Applikationen auffassen lässt. Der Artikel schlägt vor, dieses Verhältnis als eine reziproke Artikulation zu konzipieren. Dabei wird die aufklärende Rolle der Dekonstruktion für eine solche Artikulation hervorgehoben

    Für eine kritische Politikwissenschaft. Anmerkungen zu Thomas Königs Essay „Das unvollständige Projekt. Bestandsaufnahme der österreichischen Politikwissenschaft“

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    Dieser Diskussionsbeitrag befasst sich kritisch mit Thomas Königs Versuch einer Bewertung der österreichischen Politikwissenschaft (veröffentlicht in Heft 1/2011 der ÖZP). Wir halten den Großteil seiner Vorschläge für eine Neukonzeptualisierung der Disziplin nicht für zielführend, weil sie im Wesentlichen nur auf eine organisatorische und technische Professionalisierung und Modernisierung der Disziplin, auf eine Anpassung an das angelsächsische Modell, hinauslaufen würden. Stattdessen plädieren wir für ein plurales Wissenschaftsverständnis, in dem sich unterschiedliche Perspektiven und Praxen von Wissenschaft in ihrer Vielfältigkeit gegenseitig akzeptieren

    Die Innsbrucker Politikwissenschaft: Konsolidierung und Profilbildung

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    Der Beitrag gibt einen Überblick über die Etablierung und fachliche Profilbildung des Innsbrucker Instituts für Politikwissenschaft. Nach einem Rückblick auf die strukturellen und institutionellen Probleme der Pionierphase, die durch verknappte Ressourcen, curriculare Beschränkungen und einen organisatorischen Sonderstatus durch die Anbindung an zwei Fakultäten gekennzeichnet war, analysiert der Beitrag die Entwicklung der personellen Kapazitäten am Institut, die steigenden Studierenden- und AbsolventInnenzahlen wie die fortschreitende Ausdifferenzierung der Studienangebote als Konsequenz des Bologna-Prozesses. Zentrale Forschungsschwerpunkte der InstitutsmitarbeiterInnen, der graduelle Wandel der Forschungs- und Publikationskultur wie die internationale Vernetzung vor dem Hintergrund der fortschreitenden Europäisierung der Disziplin werden im Kontext analysiert und evaluiert

    Austrian Corporatism – erosion or resilience?

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    Ungeachtet der fortdauernden Liberalisierungs- und Desorganisierungsprozesse in allen kapitalistischen Ökonomien weist der österreichische Korporatismus eine erstaunliche Resilienz über  verschiedene institutionelle Felder auf. Der Aufsatz fokussiert auf die Rolle von sozialen Akteuren in der (Re-)Produktion oder dem Wandel von institutionellen Strukturen und Praktiken des österreichischen Korporatismus. In den vier untersuchten Feldern, d.h. der Wirtschafts- und Sozialpolitik, kollektiver Lohnverhandlungen, der Arbeitsbeziehungen auf Betriebsebene und der beruflichen Aus- und Weiterbildung, haben kollektive Akteure nicht zu institutioneller Erosion, sondern zu einer institutionellen Konversion von korporatistischen Institutionen in Richtung neuer Ziele in einem internationalen Kontext beigetragen. Während der Regierungskoalition der konservativen Volkspartei und der rechtsstehenden, populistischen Freiheitlichen Partei (2000-2006) wurde allerdings deutlich, dass das normative Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft dann an seine Grenzen stößt, wenn sich das Machtgleichgewicht zugunsten einer stärker neoliberalen Position verschiebt. Nicht-marktbestimmte Institutionen stellen daher eher eine ‚geliehene Stabilität“ zur Verfügung, als eine robuste Basis für eine Resilienz des Austro-Korporatismus. Gewerkschaften sind im Besonderen gefordert ihre Aufmerksamkeit auf ihre Mitglieder zu richten und neue Wege zu finden, wie sie ihre Rolle als Sozialpartnerschaftsorganisationen und soziale Bewegungen kombinieren können, um die nichtmarktbestimmten Institutionen zu bewahren.Notwithstanding ongoing processes of liberalisation and disorganisation in all capitalist economies, Austrian Corporatism has been found to display a remarkable resilience across distinct institutional fields. The focus of this article is on the role of social actors in (re)producing or changing institutional structures and practices of Austrian Corporatism. In the four fields investigated, i.e., economic and social policy making, collective wage bargaining, employment relations at enterprise level and vocational education and training, collective actors have contributed to an institutional conversion of corporatist institutions towards new purposes in an internationalised context rather than to institutional erosion. However, during the government coalition of the Conservative People’s Party and the right-wing populist Freedom Party (2000-2006) it became clear that the normative commitment to Social Partnership would reach the limits of its capacity if the power-balance shifted towards a more neoliberal stance. Non-market institutions are therefore seen as providing ’borrowed stability’ rather than a robust basis for the resilience of Austro Corporatism. Trade unions in particular are required to shift their orientation towards their membership and find new ways of combining their role as Social Partnership organisations and social movements in order to safeguard non-market institutions

    Schünemann (2014): Subversive Souveräne

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    Mit einer erschöpfenden diskursanalytischen Untersuchung der drei "gescheiterten" Referenden im EU-Verfassungsprozess (Frankreich, Niederlande und Irland) will Wolf J. Schünemann die Ursachen für das Auseinanderklaffen von (pro-europäischem) Elitenkonsens und (ablehnender) Haltung der Wähler ergründen. Dabei stellt er fest, dass die Diskurse national geprägt und äußerst unterschiedlich sind. Die Diskursgemeinschaften "redeten in zentralen Fragen geradezu aneinander vorbei". Der wesentliche Beitrag von Schünemanns Untersuchung besteht darin, die drei Referendumsdiskurse erschöpfend zu diskursanalytisch zu sezieren, wodurch bekannte Erkenntnisse untermauert und eine Fülle neue Einsichten gewonnen wird

    Das Coming Out der aktiven Arbeitsmarktpolitik in den Niederlanden. Stürzt sich das „Poldermodell” auf die Arbeitsmarktpolitik?

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    In den 1990er Jahren hat sich die niederländische Arbeitsmarktpolitik auf der Ebene der policy wie der der polity dramatisch gewandelt. Die Grenze zur Beschäftigungspolitik wird unschärfer, weil beide Politikfelder in den Dienst der Erhöhung des effektiven Arbeitsangebots gestellt werden. Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl von LeistungsempfängerInnen wird Arbeitsmarktpolitik zur Reintegrationspolitik. Die Kommunen erhalten sowohl im policy making als auch in der Implementation mehr Gewicht, während die Rolle der Gewerkschaften und Arbeitgeber beschnitten wird. Betrachtet man den Prozess in seiner Gesamtheit und im Kontext der Strukturreform der Arbeitnehmerversicherung, so lässt sich vermuten, dass der hier skizzierte institutionelle Wandel in der niederländischen Arbeitsmarktpolitik eher vom Zentralstaat gesteuert und auferlegt als im Konsens zwischen den Sozialpartnern und dem Staat vorangetrieben wurde. Das „Poldermodell” stürzt sich nicht auf die Arbeitsmarktpolitik

    Im TV-Eden verirrt Ein kritischer Kommentar zu Günther Pallavers Analyse der Frauen-Präsenz in ORFNachrichtensendungen (ÖZP 2000/2)

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    Sozialpartnerschaft in Russland: Überzogene Hoffnungen und beschränkte Möglichkeiten der postsowjetischen Beschäftigungspolitik

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    Als Fallbeispiel für die Schwierigkeiten des postsowjetischen Transformationsprozesses thematisiert der vorliegende Aufsatz das Schicksal der Bemühungen um eine sozialpartnerschaftliche Lösung der Beschäftigungsprobleme im postsowjetischen Russland. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen die Konflikte zwischen den traditionellen, ehemals sowjetischen Großgewerkschaften und den sich im Zuge der postsowjetischen Reformen herausbildenden neuen Alternativgewerkschaften. Zum anderen bemüht sich der Aufsatz, die Schwierigkeiten zu beleuchten, die einerseits der mangelnde Wille der Arbeitgeberseite, sich zu organisieren und an Tarifverhandlungen teilzunehmen, und andererseits eine Reihe von postsowjetischen Strukturproblemen der effektiven Arbeit einer Trilateralen Kommission in Russland bereitet hat

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