Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (Journal)
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Johann Bacher / Waltraud Kannonier-Finster / Meinrad Ziegler (Hrsg.) (2019): Marie Jahoda. Aufsätze und Essays
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Ideologietheorie und Ideologiekritik als Grundlagen einer kritischen Rassismustheorie
Der Artikel diskutiert verschiedene Versuche innerhalb der politischen Theorie den marxistischen Ideologiebegriff für eine Analyse von Rassismus fruchtbar zu machen. Dies geschieht durch die Gegenüberstellung von den beiden einflussreichsten Anknüpfungen an das Ideologiekonzept von Karl Marx: der Ideologietheorie im Anschluss an Louis Althusser und der Ideologiekritik im Anschluss an die Kritische Theorie der Frankfurter Schule. Anfangs werden die verschiedenen Ideologiekonzepte im Werk von Karl Marx behandelt, um danach zu zeigen wie diese in ideologietheoretischen und ideologiekritischen Rassismustheorien rezipiert und weiterentwickelt wurden. Danach wird durch eine Gegenüberstellung beider Theorieströmungen verdeutlicht, auf welchen erkenntnis- und gesellschaftstheoretischen Prämissen diese aufbauen und wie es möglich ist, sie trotz aller Differenzen im Detail miteinander zu kombinieren
C. Wright Mills Through his Letters – His Time in Innsbruck and the Making of The Sociological Imagination
In June 1957, C. Wright Mills came to Innsbruck, Austria, by VW Bus with his wife at the time, Ruth Harper Mills, and their daughter, Kathryn. Wright Mills had just completed a year as Fulbright lecturer at the University of Copenhagen. In this article, based on a presentation at the University of Innsbruck, Kathryn Mills discusses her father’s experiences in Austria, his work on The Sociological Imagination, her family’s personal crises in Innsbruck, and her father’s writings on personal trouble and engagement with big issues. The article features quotations from C. Wright Mills: Letters and Autobiographical Writings and a passage from The Sociological Imagination
Mehr Staat, mehr Markt, mehr Sicherheit. Warum die Flüchtlingskrise einen Pfadwechsel in der deutschen Politik der Inneren Sicherheit eingeleitet haben könnte
Die Ankunft hunderttausender Flüchtlinge im Herbst 2015 stellte ungeahnte Herausforderungen an die Akteure im Politikfeld der Inneren Sicherheit in vielen europäischen Staaten. Dieser Artikel fragt daher – bezogen auf den Fall Deutschland – welche sicherheitspolitischen Reaktionen die Flüchtlingskrise hervorgerufen hat und inwieweit diese einen Pfadbruch darstellen. Um die Frage zu beantworten, prüfen wir entlang des Konzepts der „critical juncture" zunächst die Entwicklung verschiedener Indikatoren für Policy-Wandel in der Inneren Sicherheit. In einem zweiten Schritt und auf der Grundlage einer Befragung der deutschen Aufsichtsbehörden zuständig für die Erstaufnahme von Flüchtlingen identifizieren wir dann Mechanismen der Bildung eines neuen Pfades: Ein personell robuster und marktorientierter Policy-Pfad, der ein Zurück in die sicherheitspolitische Zeit vor der Flüchtlingskrise als unwahrscheinlich erscheinen lässt
Politikwissenschaft, Humanismus und politische Anthropologie. Plädoyer für eine Renaissance klassischen politischen Denkens
Der Beitrag zeigt, wie eine politiktheoretische Renaissance (im Sinne einer Reintegration klassischer, humanistischer Ansätze) dazu beitragen könnte, die zeitgenössische Politikwissenschaft von ihren blinden Flecken zu befreien. Ausgehend von einer Diagnose verbreiteter Mangelerscheinungen wird versucht, die Gräben zwischen natur- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven zu überbrücken. Das Feld der politischen Anthropologie, das die Schnittstelle zwischen klassischer politischer Philosophie und Naturforschung darstellt, gilt als Fundament für die Brücke, auf der sich Humanismus und politikwissenschaftlicher Mainstream wieder annähern könnten. Eine besondere Rolle spielen jene Ansätze der antiken Philosophie, die Natur und Kultur des Menschen gleichermaßen thematisieren. Deren Anthropologie erweist sich als anschlussfähig an einen zeitgenössischen Wissensstand