Momentum Quarterly (Journal)
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    The classification of inequalities: Tests, exams and classes of refugees

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    From a hermeneutic-sociological perspective, the article examines the extent to which class and classification play a role in dealing with and among refugees. We are interested in whether and how inequalities are effective in this sensitive area, using a broad class concept based on Bourdieu\u27s conception. Classification is understood as a process that leads to the formation of classes. By comparing bureaucratic-scientific documents, which refers to a political discourse, with participating observations from integration courses, we link distant perspectives in literature. The distinction between ‘self-governing’ and ‘foreign-governing’, laid out in Foucault\u27s concept of governmentality, allows us to theoretically capture inequalities in dealing with and among refugees themselves. We observe that tests and examinations that determine bureaucratic and scientific discourse are also relevant in self-governing and discover the possibility of subversive self-governing through practices such as celebrating or cheating.Der Beitrag untersucht aus hermeneutisch-wissenssoziologischer Perspektive, inwiefern Klasse und Klassifizierung im Umgang mit und unter Geflüchteten selbst eine Rolle spielen. Uns interessiert, ob und wie Ungleichheiten in diesem sensiblen Bereich wirksam werden und wir nutzen dafür einen an Bourdieus Konzeption angelehnten breiten Klassenbegriff. Klassifizierung verstehen wir als Vorgang, der zur Bildung von Klassen führt. Durch den Vergleich von bürokratisch-wissenschaftlichen Dokumenten, die Hinweise auf einen politischen Diskurs geben, mit teilnehmenden Beobachtungen aus Integrationskursen verknüpfen wir in der Literatur distanzierte Blickwinkel. Die im foucaultschen Konzept der Gouvernementalität angelegte Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdführung erlaubt uns Ungleichheiten sowohl im Umgang mit als auch unter Geflüchteten selbst theoretisch einzufangen. Wir beobachten, dass Tests und Prüfungen, die den bürokratischen und wissenschaftlichen Diskurs bestimmen, auch in Selbstführung bestimmend sind, und entdecken die Möglichkeit subversiver Selbstführung durch Praktiken wie ‚Feste feiern‘ oder ‚schummeln‘

    „Globales Prekariat“? Ungleiche und kombinierte Informalisierung als sozialwissenschaftliche und politische Herausforderung

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    In their contribution, Bach/Blaha attempt to classify precarious employment relationships globally in conceptual and empirical terms. The starting point is the precarization debate, which has been conducted more intensively since the 1990s and refers to institutional contexts of the global North. With reference to the discussion on informal employment and informalization in the global South, which goes back some time and focuses on broader, more diverse phenomena, the authors prefer the term informalization as a superordinate, globally usable or less context-dependent term in order to grasp phenomena of insecurity and vulnerability as well as connections between formal and informal employment segments, for example within the framework of transnational value chains. Against the background of very limited data, this paper attempts to quantify different forms of employment in a global context in order to approach a global class structure. The second part of the article follows on from these empirical findings and examines challenges for the organisation and articulation of interests of informal workers and subaltern workers in general. With reference to power resource approaches, considerations are made about opportunities and barriers of organizing.Bach/Blaha versuchen in ihrem Beitrag eine globale Einordnung von prekären Arbeitsverhältnissen in konzeptueller und empirischer Hinsicht. Ausgangspunkt ist die seit den 1990er-Jahren intensiver geführte Prekarisierungsdebatte, die sich auf institutionelle Kontexte des globalen Nordens bezieht. Mit Verweis auf die schon länger zurückreichende und auf breitere, vielfältigere Phänomene im globalen Süden fokussierende Diskussion zu informeller Beschäftigung und Informalisierung präferieren die AutorInnen den Begriff der Informalisierung als übergeordneten, global verwendbaren bzw. weniger kontextabhängigen Begriff, um Phänomene der Unsicherheit und Verwundbarkeit sowie Verbindungen zwischen formalen und informellen Beschäftigungssegmenten etwa im Rahmen transnationaler Wertschöpfungsketten zu fassen. Vor dem Hintergrund einer sehr eingeschränkten Datenlage unternimmt der Beitrag den Versuch einer Quantifizierung verschiedener Beschäftigungsformen im globalen Rahmen, um sich einer globalen Klassenstruktur anzunähern. Der zweite Teil des Beitrags schließt an diese empirischen Befunde an und geht der Frage nach, welche Herausforderungen für die Organisation und Artikulation von Interessen von informell Beschäftigten sowie von subaltern Arbeitenden generell damit verbunden sind. Mit Bezugnahme auf Machtressourcenansätze werden Überlegungen zu Möglichkeiten und Barrieren der Organisierung angestellt

    Emerging Elitism on Facebook: An Investigation into Social Distinction among the Young

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    Die vorliegende Untersuchung präsentiert eine empirische Untersuchung zu Geschmackspraktiken junger Menschen auf Facebook. Dies beinhaltet eine Untersuchung von Pierre Bourdieus These zur sozialen Abgrenzung, dargelegt in seinem Buch Die Feinen Unterschiede und dessen Anwendbarkeit in der heutigen Zeit. Es wird argumentiert, dass eine kantische Ästhetik als Leitprinzip für Praktiken „legitimen“ Geschmacks fungiert und damit Mechanismen der sozialen Distinktion im Bourdieusi\u27schen Sinne bestätigt. Das Papier argumentiert weiter, dass das Prinzip der kantischen Ästhetik insbesondere für die Darstellung kosmopolitischer Ästhetik unter jungen, gut ausgebildeten Menschen auf Facebook gilt. Auf diese Weise wird argumentiert, dass während der Feldbeobachtung Mechanismen der Legitimität, Konvertierbarkeit und Dominanz identifiziert wurden, welche die Zeitgenossenschaft des kulturellen Kapitals in einem digitalen Feld und Bourdieus These der sozialen Distinktion unterstützen.This research paper presents an empirical investigation into the taste practices of young individuals on Facebook. This includes an examination of Pierre Bourdieu’s main thesis of social distinction as outlined in La distinction and its applicability to contemporary times. The argument is developed that a Kantian aesthetic functions as a guiding principle for practices of “legitimate” taste, thereby confirming mechanisms of social distinction in a Bourdieusian sense. This paper further argues that the principle of Kantian aesthetics applies particularly to displays of cosmopolitan aesthetics among young, well-educated individuals on Facebook. In this way, it is argued that mechanisms of legitimacy, convertibility, and domination were identified during the field observation, supporting the contemporariness of cultural capital in a digital field and Bourdieu’s thesis of social distinction

    Availability and use of affordable housing in Austria: How can cheap housing be defined and what are reasonable measures to expand it?

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    Der vorliegende Beitrag untersucht, wie günstiger Wohnraum definiert werden kann, wie hoch die Anzahl an günstigen Mietwohnungen in Österreich ist und welche Einflussfaktoren es gibt. Durchgeführt wird eine Sekundärdatenanalyse des Mikrozensus des Jahres 2017. Als günstig wurden dabei in Anlehnung an das Konzept des Kantons Luzern Wohnungen bezeichnet, deren Hauptmiete weniger als 70 % der Durchschnittsmiete in Österreich beträgt. In Bezug auf die ausgewählten Haushalte mit einem Nettoeinkommen knapp über der Einkommensgrenze der Wohnbeihilfe resultieren Mietkostenbelastungen von 21 % bis 25,7 %. Von einem sozial-politischen Standpunkt aus betrachtet stellt die 70 %-Schwelle eine sehr ambitionierte Zielsetzung dar. In Österreich erfüllen 398.000 Hauptmietwohnungen bzw. 24 % aller Hauptmietwohnungen dieses Kriterium. Allerdings wurden von diesen Wohnungen nur 70.400 in den letzten drei Jahren vermietet. Als wichtige Strategie erscheint daher nicht nur mehr Wohnungen zu bauen, sondern vor allem den Anteil an günstigen Hauptmietwohnungen bei Neubauten bzw. Neuvermietungen zu erhöhen.This paper examines how affordable housing can be defined, what the total number of cheap rented apartments in Austria is and which influencing factors there are. For this purpose, a secondary data analysis of the 2017 micro-census is being carried out. In accordance to the concept of the Swiss canton of Lucerne, apartments are being referred to as cheap if their headlease is 70 % lower than the average rent in Austria. The rent burden of the selected households with a net income just over the income limit of the housing benefit results between 21 % and 25.7 %. From a socio-political point of view, the 70 percent threshold represents a very ambitious target. 398.000 apartments that are rented for headlease in Austria – corresponding to 24 % of these apartments - fulfil this criterion. However, only 70.400 of these apartments have been leased in the past three years. An important strategy seems hence not only to build apartments, but above all to increase the proportion of apartments that are rented for headlease when it comes to new buildings or new lettings

    Body data—data body: Tracing ambiguous trajectories of data bodies between empowerment and social control in the context of health

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    Gesundheits-Apps und Tracking-Geräte zum Messen, Speichern und Verarbeiten von Körperdaten sind weltweit im Vormarsch. In unserem Artikel verwenden wir verschiedene Ansätze aus Wissenschafts- und Technikforschung (STS), Surveillance Studies und Medizin-Soziologie um diese globalen Trends der Körperdatenerfassung in gesundheitsbezogenen Kontexten erfassen und theoretisieren zu können. Wir stellen das post-digitale Konzept des „data body“ als Schnittpunkt von Online- und Offline-Welten, individuellen und kollektiven Dimensionen, privaten und öffentlichen Aspekten vor, wobei wir besonderes Augenmerk auf die Verschränkung des physischen Körpers mit seinen Datendimensionen legen. Der data body soll so in seinen Ausprägungen zwischen Empowerment und sozialer Kontrolle besser wahrnehmbar werden. Abschließend diskutieren wir, wie data bodies im Hinblick auf Eigentumsrechte, Pflege und Kontrolle sowohl von Individuen als auch Gemeinschaften in Zukunft gehandhabt werden können.A plethora of health apps and tracking devices is used around the globe to measure, store, and process body data. In this article, we use various approaches from the fields of science and technology studies (STS), surveillance studies and medical sociology to grasp and theorize these global trends of body datafication in health-related contexts. We (re)introduce the post-digital concept of the data body as the intersection of online and offline, individual and collective, private and public aspects, emphasizing the entanglements of the physical body from its data-dimensions and its situatedness between empowerment and social control. We conclude by discussing aspects of ownership, care, and control of digital data bodies and how both individuals and society may cope with them in the future

    Class Matters: Philanthropie US-amerikanischer Haushalte

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    Das vorliegende Papier untersucht die Determinanten des Spendenverhaltens von US-amerikanischen Haushalten in Hinblick auf die Spendenbeteiligung und Spendenhöhe. Die Analyse basiert auf amerikanischen Umfragedaten des Survey of Consumer Finance (SCF) des Jahres 2016. Die Ergebnisse bestätigen, dass Haushalte am unteren Ende der Verteilung einen größeren Teil ihres Einkommens und Vermögens als reiche Haushalte spenden. Dennoch sind die absoluten Spendenbeträge von wohlhabenden Haushalten und Haushalten mit hohen Einkommen am höchsten, wodurch sich der Umstand ergibt, dass deren relative Belastung zwar geringer ist, sie allerdings größeren Einfluss auf das Angebot von sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Leistungen haben. Erstmalig betrachten wir das Spendenverhalten entlang von ökonomischen Klassen. Obwohl kapitalbesitzende Haushalte nur 11 % aller Haushalte ausmachen, erbringen sie 67 % des Spendenvolumens. Darüber hinaus wird auch hier deutlich, dass lohnabhängige Haushalte einen niedrigeren Anteil ihres Einkommens für karitative Zwecke aufwenden, jedoch einen höheren Anteil ihres Vermögens.This paper studies the determinants of US households’ charitable donations. The analysis is based on data from the Survey of Consumer Finance (SCF) of the year 2016. It becomes apparent that households from lower income brackets donate a larger share of their income as well as their wealth to charity compared to richer households. However, richer households contribute more to charitable causes in absolute terms, thus gaining more influence on the supply of social, cultural and educational services while facing a comparatively lower financial burden. In terms of the functional distribution, we find that capitalist households amount for 67 % of total donations, even though they make up for only 11 % of all households. While wage-dependent households contribute a lower share of their income, they donate a higher share of their wealth compared to capitalist households

    Editorial

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    Privilege and exclusion in educational practices: Research on social inequality in teacher education

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    This article presents a research project in which research about social inequality in schools and universities is done together with students. The aim of this project is to examine the reproduction of social inequality in educational institutions in order to develop habitus reflexivity and to question and reflect on one\u27s own actions as a teacher. Privileging and exclusionary mechanisms in educational processes are made accessible on the level of students’ experience as well as in the context of theories of social inequality, and translated into one’s own research. Accordingly, the paper focuses on students’ experiences with categories of social differentiation and looks for possibilities to initiate reflective processes based on insights into the structural dimension of social inequality.Dieser Beitrag stellt ein Forschungsprojekt vor, in dem gemeinsam mit Studierenden soziale Ungleichheit in Schule und Universität beforscht wird. Die Auseinandersetzung mit der Reproduktion sozialer Ungleichheit in Bildungsinstitutionen dient dazu, Habitusreflexivität zu entwickeln und das eigene Handeln als Lehrende hinterfragen und reflektieren zu können. Die Mechanismen der Privilegierung und Ausgrenzung in Bildungsprozessen werden sowohl auf der Ebene der eigenen Erfahrungen als auch in Auseinandersetzung mit Theorien zu sozialer Ungleichheit zugänglich gemacht und in eigene Forschung übersetzt. Im Fokus des vorliegenden Beitrags stehen entsprechend Erfahrungen der Studierenden mit Kategorien sozialer Differenzierung und die Frage danach, wie ausgehend von der Einsicht in die strukturelle Dimension sozialer Ungleichheit Reflexionsprozesse angestoßen werden können

    Deutungsrahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik: ein deutsch-österreichischer Vergleich von diskursiven Frames aus Anlass von 50 Jahren Arbeits(markt)förderungsgesetz

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    Mit dem Arbeitsmarktförderungsgesetz (AMFG) bzw. dem Arbeitsförderungsgesetz (AFG) wurde Ende der 1960er-Jahre in Österreich und Deutschland unter vergleichbaren ökonomischen Ausgangsbedingungen ein weitreichender Policy-Wandel im Politikfeld staatlicher Arbeitsmarktpolitik vollzogen. Die Art und Weise, wie dies geschah, war dabei zentral vom schwedischen Modell einer aktiven Arbeitsmarktpolitik geprägt, das als Beispiel guter Praxis von internationalen Organisationen wie insbesondere der OECD propagiert wurde. Der vorliegende Artikel untersucht die diskursiven Deutungsrahmen, die mit den Reformen im politischen Diskurs der beiden Länder verbunden waren. Dadurch soll es gelingen, in international vergleichender Perspektive einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis von Policy-Wandel zu leisten.In the late 1960s, under comparable economic circumstances a far-reaching policy change was initiated in the field of labour market policies in Austria and Germany. In this context, the adoption of the Labour Market Promotion Act (AMFG) in Austria and of the Labour Promotion Act (AFG) in Germany were inspired by the Swedish approach to active labour market policies which was promoted as best practice by international organisations like the OECD. This article is focussing on the discursive frames associated with the two reforms. In doing so, it contributes to of policy change in internationally comparative research

    “Treating equally is not always treating fairly”: Migrant students at Swiss Universities of Applied Sciences between experiences of difference and agency

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    Im Fokus dieses Beitrags stehen Ergebnisse aus einem laufenden Forschungsprojekt zur „Internationalisierung an Fachhochschulen der Deutsch- und Westschweiz“. Im ersten Fachhochschulgesetz 1995 wurde die internationale Ausrichtung als Verpflichtung für den neuen praxisorientierten und berufsqualifizierenden Hochschultypus der Fachhochschulen festgehalten. Während die mit der Internationalisierung einhergehenden institutionellen Veränderungen auch an den universitären Hochschulen in der Schweiz noch wenig erforscht sind, fehlen Untersuchungen für die Fachhochschulen bisher noch weitgehend. Mit dieser Forschungslücke beschäftigt sich das Forschungsprojekt. Die Studie befasst sich aus ungleichheitstheoretischer Perspektive mit Rahmenbedingungen und Konsequenzen hochschulischer Internationalisierung unter besonderer Berücksichtigung von Migration und Geschlecht, wobei der Fokus auf den Bereich der Hochschullehre resp. die Studienbedingungen gerichtet wird.This article is based on a recent Swiss research project on migrant bachelor students at Universities of Applied Sciences and Universities of Education in the German-speaking and French-speaking part of Switzerland, using the educational fields, inter alia, social work and education. Results of the study highlight the complex interplay of gender, migration or national provenience and further dimensions of social differentiation about students’ perception in these fields of education. Starting from an intersectional approach on higher education institutions, this contribution addresses formal/informal factors in the university environment and its impact on male/female students’ perception of difference, belonging and study success. This contribution wants to point out the practices which students develop in dealing with experiences of social inequality

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