Momentum Quarterly (Journal)
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Critical analysis of the influence of a migration background on investment behavior in selected categorie
Der vorliegende wissenschaftliche Beitrag analysiert das Anlageverhalten von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland. Es werden Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in den Kategorien Beratung in finanziellen Angelegenheiten, Finanzprodukte, Anlageziele sowie Wertentwicklung untersucht. Die Auswertung basiert auf einem Datensatz vom isf Institute for Strategic Finance an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Essen aus dem Jahre 2019. Der standardisierte Fragebogen umfasste rund 36 Fragen. Bei der Onlinebefragung haben Personen im Alter von 18 bis 56 Jahren teilgenommen. Zur Auswertung wurden vor allem deskriptive statistische Verfahren herangezogen. Die Studie kann einerseits die Forschungsergebnisse aus dem vergangenen Jahr untermauern, andererseits konnten in der Rubrik Finanzprodukte neue Erkenntnisse gewonnen werden. Während bei der Rubrik Beratung in finanziellen Angelegenheiten starke Übereinstimmungen zu verzeichnen sind, unterscheiden sich vor allem die Anlageziele sowie die selektierten Assets zwischen Personen in Deutschland mit und ohne Migrationshintergrund im Betrachtungszeitraum 2019.This scientific article analyzes the investment behavior of people with and without a migration background in Germany. Similarities and differences in the categories “Advice on financial matters, financial products, investment goals and performance” are examined. The evaluation is based on a dataset from the isf Institute for Strategic Finance at the FOM University of Economics and Management in Essen from 2019. The standardized questionnaire comprised around 36 questions. People between the ages of 18 and 56 took part in the online survey. Above all, descriptive statistical methods were used for the evaluation. On the one hand, the study can underpin the research results from last year; on the other hand, new findings were gained in the “Financial Products” section. While there are strong similarities in the section “Advice on financial matters”, the investment goals and the selected assets differ between people in Germany with and without a migration background in the 2019 observation period
Eigentum und Miete: Finanzielle Belastung durch Wohnkosten in Österreich
Die vorliegende Studie präsentiert eine empirische Analyse zu den Wohnkosten österreichischer Haushalte und deren unterschiedliche Belastung für WohnungseigentümerInnen und MieterInnen. EigenheimbesitzerInnen haben im Durchschnitt deutlich höhere Einkommen als Haushalte, die ihren Hauptwohnsitz mieten. Zusätzlich fallen für WohnungseigentümerInnen die Wohnkosten auch absolut niedriger aus, selbst wenn noch ein laufender Kredit abbezahlt wird. Somit ist die relative Wohnkostenbelastung als Anteil am verfügbaren Einkommen für WohnungseigentümerInnen wesentlich geringer als jene für MieterInnen. Folglich führt die Berücksichtigung der Wohnkosten zu einer erhöhten Ungleichheit der (nach Abzug der Wohnkosten) verbleibenden verfügbaren Einkommen. Die Daten zeigen weiters, dass geförderte MieterInnen eine vergleichsweise geringere Wohnkostenbelastung aufweisen als nicht geförderte MieterInnen, und unterstreichen somit die verteilungspolitische Wirksamkeit dieser Politik. Dieser Befund wird auch durch ökonometrische Analysen bestätigt, wobei sich hier zeigt, dass vor allem für junge Haushalte, Singles und Alleinerziehende die Wohnkosten eine deutlich überdurchschnittliche Belastung darstellen. Wohnungspolitische Maßnahmen, die die Belastungen für jene Haushalte senken sollen, die am stärksten von hohen Aufwendungen für das Wohnen betroffen sind, sollten somit in erster Linie bei einer Entlastung von MieterInnen ansetzen.This article presents an empirical analysis of the housing costs of Austrian households and the resulting financial burden for homeowners and renters. On average homeowners have significantly higher incomes than households that rent their main residence. In addition, the housing costs for homeowners are also lower in absolute terms, even if a current loan is still being paid off. Thus, the relative housing cost burden as a share of disposable income is much lower for homeowners than for renters. Consequently, the inclusion of housing costs leads to an increased inequality of disposable income (after deducting housing costs). The data also show that subsidized tenants have a comparatively lower housing cost burden than non-subsidized tenants. This finding is also confirmed by econometric exercises, which further show that housing costs represent an above-average burden for young households, singles and especially single parents. Housing policy measures designed to reduce the burden of the households most affected by high housing costs should therefore primarily focus on supporting renters
Die Auswirkungen von Kindergartengebühren auf die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit sich die Abschaffung von Kindergartengebühren auf die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern unter sechs Jahren auswirkt. Den Anstoß zur Arbeit bot die Abschaffung der Gebühren im Bundesland Wien im Herbst 2009. Für die Analyse wird eine „Difference in differences“-Schätzung durchgeführt, bei der Wien mit anderen urbanen Regionen in Österreich verglichen wird. Der Beobachtungszeitraum umfasst das Jahr vor (2008) und das Jahr nach (2010) der Gebührenabschaffung. Mit Daten aus dem Mikrozensus wird das Ausmaß an Wochenarbeitsstunden der Frauen durch sozioökonomische Faktoren erklärt. Da Frauenerwerbstätigkeit durch eine Vielzahl an (un)beobachtbaren Faktoren determiniert wird und Kinderbetreuung nur einen Teil zur Erklärung beiträgt, resultiert die empirische Analyse der Auswirkung der Gebühren auf die Frauenerwerbstätigkeit in keinen signifikanten Effekten.The presented analysis investigates how eliminated kindergarden fees influence the labour market participation of women with children under the age of six. The elimination of kindergarden fees in Vienna in autumn 2009 represents the initial motivation for the policy analysis. We conduct a “difference in differences” estimation by comparing Vienna to other similar urban areas in Austria, where the year before (2008) and after (2010) the policy change constitutes the time frame of analysis. We try to explain the extend of women’s weekly working hours through various socioeconomic factors recorded in the Mikrozensus survey. As childcare only partially explains female labour market participation which is determined by many more (un)observed factors, we cannot claim that the empirical analysis of the fees’ influence on female labour market participation yields significant effects
Die schrei(b)ende Kaste: Formen des Widerspruchs in Faustina Bamas Sangati
The present article sets out to examine Dalit feminist prose. Based on an analysis of Bamas Sangati, the attempt is made to elaborate the socio-critical and dalit-feminist aspects conveyed and encoded in the stories, dialogues and reflections. In addition, this discussion shows which concrete forms of contradiction the women portrayed develop. Contradiction manifests itself in questioning cultural and social norms, in striving for economic and social independence, in a positive transformation of discriminatory ascriptions of identity and at last in making visible an authentic (dalit-female) voice. Finally, it is demonstrated how the elaborated aspects could provide points of contact for political and social agitation in an extended social and scientific framework.Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dalitisch-feministischer Prosa. Anhand einer Analyse von Bamas Roman Sangati wird versucht, die in den Geschichten, Dialogen und Reflexionen transportierten und kodierten gesellschaftskritischen und dalit-feministischen Aspekte herauszuarbeiten. Darüber hinaus zeigt diese Auseinandersetzung auf, welche konkreten Formen des Widerspruchs die porträtierten Frauen entwickeln. Widerspruch manifestiert sich etwa im Durchbrechen und in der Infragestellung kultureller und sozialer Normen, dem Streben nach ökonomischer und sozialer Unabhängigkeit, der positiven Transformation diskriminierender Identitätszuschreibungen und letztendlich in der Sichtbarmachung einer authentischen (dalit-weiblichen) Stimme. Abschließend wird demonstriert, wie die herausgearbeiteten Aspekte in einem erweiterten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Rahmen Anknüpfungspunkte für politische und soziale Agitation liefern könnten
Deriving the Demand for a Job Guarantee from Modern Monetary Theory
The analytical starting point of MMT is the fact that the state is the monopoly issuer of its currency. This enables the state to mobilize the resources from the private sector needed to fulfill the its public tasks. Through the level of government spending and taxation, the state decides on the extent of involuntary unemployment. From this insight, the demand for a universal job guarantee can be derived. The economic implications of the job guarantee relate to the management of the business cycle, price stability, the purchasing power of the currency and foreign trade. The social and societal implications relate to the social and psychological costs associated with involuntary unemployment, the effects on working conditions in the private labour market, a possible correction of the distribution of power between employers and employees and aspects relevant to democracy.Analytischer Ausgangspunkt der MMT ist die Tatsache, dass der Staat das Währungsmonopol besitzt. Dieses ermöglicht ihm, die zur Erfüllung der staatlichen Aufgaben benötigten Ressourcen aus dem Privatsektor zu mobilisieren. Über die Höhe der Staatsausgaben und die Höhe der Steuern entscheidet der Staat über das Ausmaß der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit. Daraus lässt sich die Forderung nach einer staatlichen universellen Jobgarantie herleiten. Die ökonomischen Implikationen der Jobgarantie betreffen unter anderem die Konjunktursteuerung, die Preisstabilität, die Kaufkraft der Währung sowie die Außenwirtschaft. Die sozial-gesellschaftlichen Implikationen beziehen sich auf die sozialen und psychologischen Kosten, die mit unfreiwilliger Arbeitslosigkeit assoziiert werden, die Wirkungen auf die Arbeitsbedingungen im privaten Arbeitsmarkt, auf die mögliche Korrektur der Kräfteverteilungen zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen sowie auf demokratierelevante Aspekte
NEET-Jugendliche in Österreich: Problemausmaß, volkswirtschaftliche Kosten und Handlungsempfehlungen
The NEET indicator has become an integral part of social reporting and serves as a benchmark for social, labor and educational policy measures. The article examines the NEET (Not in education, employment or training) risk in Austria in 2018 and presents statistical relationships. In addition, the economic costs of NEET are estimated. Finally, recommendations for action are derived from previous research on NEET. A short conclusion with reference to the current program of the new federal government concludes the contribution.Der NEET-Indikator ist zu einem festen Bestandteil der Sozialberichterstattung geworden und dient als Referenzgröße für sozial-, arbeits- und bildungspolitische Maßnahmen. Der Beitrag untersucht die Betroffenheit von NEET (Not in Education, Employment or Training) in Österreich im Jahr 2018 und stellt statistische Zusammenhänge dar. Darüber hinaus wird eine Schätzung der volkswirtschaftlichen Kosten von NEET vorgenommen. Aus den bisherigen Forschungen zu NEET werden schließlich Handlungsempfehlungen abgeleitet. Ein kurzes Fazit mit Bezug zum aktuellen Regierungsprogramm der neuen Bundesregierung schließt den Beitrag ab
Zum Verhältnis von Texten, Bildern und Illustrationen in der Konstruktion von Subjektpositionen am Beispiel des (bewusst) Konsumierenden
This contribution uses an example to show how the subject positions of the "conscious consumer" are constituted in graphics and images and conveyed to the viewer. For this purpose, the image "your personal slaves" by Daniel Garcia will be analyzed with the three step method according to Panofsky. The iconological content of the image is interpreted in the main part of the text. The thesis here is that even in the current accentuation of conscious consumption practices, the function of consumption, already noticed in Veblen\u27s work, namely to produce discourse, can be demonstrated. Not only does the focus on a sustainable, conscious mode of consumption correspond more closely to the consumption practice of middle and upper classes and their financial possibilities; the positioning of this practice as morally superior and objectively reasonable provides reasons to classify deviant behaviour as backward and to devalue it. Based on this example, the last part of the article will discuss two theses that argue that images have a certain uniqueness in the construction of subjectivity compared to texts.Dieser Beitrag stellt anhand eines Beispiels dar, wie die Subjektpositionen des „bewussten Konsumierenden“ in Grafiken und Bildern konstituiert und dem Betrachtenden vermittelt werden. Dazu wird das Bild Your Own Personal Slaves von Daniel Garcia mit der Drei-Schritt-Methode nach Panofsky analysiert. Der ikonologische Gehalt des Bildes wird im Hauptteil des Textes interpretiert. Die These lautet dabei, dass auch in der gegenwärtigen Akzentuierung von bewussten Konsumpraktiken die bereits bei Veblen bemerkte Funktion des Konsums, Disktinktion herzustellen, nachgewiesen werden kann. Nicht nur entspricht die Fokussierung einer nachhaltigen, bewussten Konsumweise stärker der Konsumpraxis mittlerer und oberer Schichten und ihren finanziellen Möglichkeiten; die Positionierung dieser Praxis als moralisch höher stehend und objektiv vernünftig liefert Gründe, ein abweichendes Verhalten als rückständig zu klassifizieren und abzuwerten. Anhand dieses Beispiels sollen im letzten Teil des Artikels zwei Thesen diskutiert werden, die argumentieren, dass Bilder gegenüber Texten über eine bestimmte Einzigartigkeit bei der Konstruktion von Subjektivität verfügen
Outsourced and invisible: Working conditions in the cleaning sector
Der Beitrag beschäftigt sich damit, in welcher Weise Reinigungsarbeit – als ein typischer Bereich sogenannter „Einfacharbeit“ – in den vergangenen Jahrzehnten von Auslagerungen betroffen war und wie sie davon geprägt wurde. Er stellt aktuelle Branchencharakteristika und Beschäftigungsbedingungen zur Reinigungsbranche in Österreich im internationalen Kontext dar und argumentiert, dass die mit der Auslagerung verbundenen Veränderungen der Reinigungsarbeit problematische Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen verstärken. So tragen insbesondere die verbreiteten Arbeitszeiten an den Tagesrändern zu einer Unsichtbarmachung der Arbeit bei, die einer mangelnden Anerkennung weiter Vorschub leistet. Die Tendenz zur gesellschaftlichen Unsichtbarmachung spiegelt sich daneben auch in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen (Nicht-)Zuwendung zu „Einfachdienstleistungen“ und der Reinigung im Speziellen wider. Der Beitrag geht weiters auf die Rolle des Wohlfahrtsstaates in der Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen von in „Einfachdienstleistungen“ Beschäftigten ein. Abschließend weist er auf Ansatzpunkte für Verbesserungen auf unterschiedlichen Ebenen hin.This contribution investigates how cleaning work, as a typical area of low-skill work, has been subject to outsourcing in recent decades and how this outsourcing has changed that work. It presents the current characteristics and employment conditions of the Austrian cleaning sector in the international context and argues that the changes to cleaning work linked to outsourcing, especially the prevalence of working times in the early morning and late afternoon or evening, contribute to making the work invisible and, in turn, little recognized. This invisibility is also reflected in the low societal and social-scientific attention paid to low-skill service work, and cleaning in particular. The article also discusses the role of the welfare state in designing the working and living conditions of workers in low-skill services. Finally, it highlights the possibilities for improvements on different levels
The democratic equality of the lot: from the niche of the legal system back to the polis
Das Losverfahren, ein Klassiker der politischen Ideengeschichte, kommt seit einiger Zeit wieder zum Einsatz. Überall dort, wo die repräsentative Demokratie eine Vertrauenskrise erlebt, treten vermehrt geloste Bürgerräte auf den Plan. Sie sollen Menschen in den politischen Prozess bringen, die nicht schon von selbst AktivbürgerInnen sind, und eine nicht-populistische Maßnahme zur Partizipation bieten. Ausgehend von einem ideengeschichtlichen und historischen Überblick erläutert der Beitrag, wie das Losverfahren während der Entwicklung moderner Staaten allein im Rechtswesen überdauerte, nun aber angesichts der Demokratiekrise wiederentdeckt und befördert wird, um mehr demokratische Gleichheit und höhere Legitimation politischer Entscheidungen zu erlangen.The political lottery (sortition), a classic in the history of political ideas, is now again in use. Wherever representative democracy is confronted with a crisis of confidence, more and more citizens’ assemblies or councils drafted by lot appear on the scene. They are supposed to bring people into the political process who are not already active citizens by themselves, offering a non-populist measure of participation. Starting from a historical overview, the article explains how the lottery process outlasted in the legal system alone during the development of the modern state, but is now being rediscovered and promoted in the face of the democratic crisis in order to achieve more equality and egalitarianism, and even higher legitimacy for political decisions