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NeDa: Neue Daten, neues Wissen? Digitale Infrastrukturen der Leistungsbewertung in der Wissenschaft
Leistungsmessung ist im Zuge der Diskussion um Qualitätssicherung ein wichtiger Faktor im universitären Reformdiskurs geworden. Dabei geht es nicht mehr allein um Fragen der leistungsorientierten Mittelvergabe als individuelles Anreizsystem, sondern zunehmend auch grundlegend darum, wissenschaftliche Leistungen bewerten zu können, um organisationale Steuerungsentscheidungen z.B. im Bereich der Profilbildung (vgl. Schimank/ Meier 2014) treffen zu können. Genutzt werden dafür in zunehmendem Maße neue technische Infrastrukturen, um wissenschaftliche Leistung definieren und Informationen darüber generieren zu können (vgl. Gläser 2008; Biesenbender/ Hornbostel 2016; McCoy/ Rosenbaum 2019; Lim 2019; Krüger und Petersohn 2022a; Krüger und Petersohn 2022b; Krüger 2024).
Die Generierung von empirisch gesichertem Wissen über Forschungsleistung ist dabei jedoch äußerst voraussetzungsvoll (vgl. Hicks et al. 2015; Hornbostel 2016; Jappe et al. 2018). Als Grundlage hierfür sind sowohl eine entsprechend fundierte aussagekräftige Datenlage als auch entsprechende Instrumente vonnöten, die nicht nur Daten zusammentragen, sondern auch hinsichtlich relevanter Fragestellungen über die Inhalte und Qualität von wissenschaftlicher Leis-
tung auswerten können. Dies hat nicht nur Einfluss auf die Selbststeuerung von Hochschulen und die Entwicklung eines „bibliometric self” der darin tätigen Wissenschaftler*innen (Lim 2019). Zudem finden die Ergebnisse Eingang in einflussreiche Rankings. So werben z.B. Elsevier und Clarivate Analytics damit, dass ihre Datenbanken für das Times Higher Education World University Ranking bzw. für das REF 2021 genutzt werden. Diese Infrastrukturen der
wissenschaftlichen Leistungsmessung spielen damit eine zunehmende Rolle in der Selbst- und Fremdbeobachtung von Wissenschaft, indem sie sowohl für internes als auch für externes Reporting genutzt werden.
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Sachbericht zum Verwendungsnachweis - BioDivKultur - BUND Hessen
Das Projekt „Biodiversitätskulturen in Stadt und Land (BioDivKultur-2) - Bildung und Wissenstransfer I: Grünflächen Wertschätzung zum Schutz von Insekten und dem Erhalt der Artenvielfalt - Schwerpunkt Stadtökologie - Bürger in der Stadt (urban)“ (FKZ: 16LW0075, Laufzeit 2021–2025) ist ein Teilvorhaben der BMBF-Verbundprojekt-Förderlinie „BiodiWert II" im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA). Durchgeführt vom BUND Hessen e.V., Kreisverband Darmstadt, zielte das Projekt auf den Abbau des gesellschaftlichen Vermittlungsdefizits rund um Insektenrückgang und urbane Biodiversität. Durch kulturelle Transformation – verstanden als Dreiklang aus Wissensvermittlung, Empathieförderung und Verhaltensänderung – wurden urbane Zielgruppen niedrigschwellig angesprochen. Im Detailbericht wird die Umsetzung von 19 Arbeitspaketen zur urbanen Biodiversitätskommunikation in Darmstadt dokumentiert. Kernelemente waren partizipative Workshops zur bioversum Flächengestaltung, die Entwicklung der stadtweiten Ausstellungskampagne „Points Of Insects" mit rund 50 Schildern an ökologisch bedeutsamen Orten als stadtweite Ausstellung ergänzt mit Online-Medien sowie die Ausbildung von 22 ehrenamtlichen „BUND Stadtnatur-Guides" als dauerhaftes Beratungsnetzwerk. Ergänzt wurden diese Maßnahmen durch Tiny Insect Gardens, eine philosophisch-naturwissenschaftliche Impulsveranstaltungsreihe und die Kooperation mit der Hochschule Darmstadt zur Entwicklung sensorbestückter Wiesentypen-Musterflächen. Die Projektergebnisse – darunter eine übertragbare „Anleitung zum Nachahmen", digitale Bildungsmaterialien, ein Insektentaschenrechner und ein Policy Brief – sind als Blaupause für andere Kommunen konzipiert. In Kooperation mit der TU Darmstadt, dem bioversum Jagdschloss Kranichstein und der Wissenschaftsstadt Darmstadt entstanden nachhaltige Strukturen, Werkzeuge und Materialien, die nach Projektende eigenständig fortgeführt werden
Projektabschlussbericht INGRAIN-StratEnt
Das Innovationsbündnis INGRAIN verfolgt den Aufbau einer biobasierten Circular Economy zwischen den Branchen Agrar-, Textil- und Lebensmittelwirtschaft mit dem Ziel, bislang ungenutzte Biomassepotenziale systematisch zu erschließen und regionale Wertschöpfungsketten nachhaltig zu transformieren. Im Verbundprojekt "Strategieentwicklung" (StratEnt) wurde eine konzeptionelle und agile Bündnisstrategie erarbeitet, implementiert und fortlaufend weiterentwickelt, um die INGRAIN-Vision 2050 operativ zu unterlegen und die langfristige Verstetigung des Bündnisses über die Förderphase hinaus sicherzustellen.
Ausgehend von einer umfassenden Analyse des Innovationsfeldes und seiner Stakeholder wurden strategische Leitthemen definiert und kontinuierlich geschärft. Diese dienten als Steuerungs- und Monitoringinstrument zur Verzahnung laufender und geplanter F&E-Projekte mit der Gesamtstrategie. Im Projektzeitraum lag ein Schwerpunkt auf der Konzeption und Beantragung neuer Forschungs- und Entwicklungsprojekte in zwei Förderphasen. Die inhaltliche Ausarbeitung erfolgte in enger Abstimmung mit den Partnerinstitutionen, um wissenschaftliche Exzellenz und praxisnahe Anwendbarkeit zu gewährleisten.
Flankierend wurden partizipative und organisatorische Strukturen optimiert, ein interdisziplinärer Beirat aus Praxisakteuren etabliert und systematisch in strategische Entscheidungsprozesse eingebunden. Netzwerkaktivitäten, Unternehmensbesuche sowie fachliche Austauschformate stärkten den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und trugen zur bedarfsorientierten Weiterentwicklung der Forschungsagenda bei. Im Rahmen der WIR!-2-Zwischenbegutachtung wurde die Strategie weiter geschärft und auf Anforderungen des regionalen Strukturwandels ausgerichtet.
StratEnt fungierte als organisatorisches und strategisches Fundament des Bündnisses und leistete einen wesentlichen Beitrag zur institutionellen Konsolidierung, zur Initiierung erster Innovationsprozesse sowie zur nachhaltigen Verstetigung der Kooperationsstrukturen. Disseminationsaktivitäten in wissenschaftlichen und praxisorientierten Foren unterstützten die Sichtbarkeit und Verwertbarkeit der Ergebnisse
Methode zur In-Situ Erfassung von wirkzonennahen Temperaturverläufen für das laserbasierte Automated Fiber Placement
Das laserbasierte Automated Fiber Placement (AFP) ist ein Verfahren zur in-situ-Herstellung von Leichtbaustrukturen aus kohlenstofffaserverstärkten Thermoplasten. Bei dieser Herstel-lungsweise werden dünne Streifen vorimprägnierter Faserbänder unter Einsatz eines Lasers und einer Andruckrolle kontinuierlich in-situ miteinander gefügt. Dieser reversible Fügeprozess führt zu Vorteilen wie einer verbesserten Recyclierbarkeit und dem Wegfall des energieinten-siven, nachträglichen Autoklavprozesses. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dem Autoklav gleichwertige mechanische Eigenschaften zu erzielen. Ein Schlüssel zur Bewälti-gung dieser Herausforderung ist die genaue Kenntnis der thermisch-mechanischen Belastung im Prozess. Aktuell verwendete Messtechnologien sind noch nicht in der Lage, die prozess-begleitende, kontinuierliche Erfassung der Temperaturhistorie in der fügerelevanten Prozess-zone zu leisten. Zwar kann die Temperatur vor und nach der Fügestelle durch Infrarot-Thermographie erfasst werden, jedoch ist die Fügestelle selbst durch die Andruckrolle ver-deckt. In das Laminat eingebrachte Thermoelemente oder faseroptische Sensoren messen die Temperatur nur punktuell und werden aktuell ausschließlich zur Modellvalidierung genutzt, wobei sie gleichzeitig als Störstellen agieren und die Temperatur über- bzw. unterschätzen können.
Gegenstand des Projektes InSiTe war daher die grundlegende Untersuchung einer neuartigen Messmethode für das laserbasierte AFP. Durch die Integration faseroptischer Dehnungs-sensoren in die Mantelfläche der Andruckrolle zielt diese Messmethode auf die Erzeugung einer temperatursensitiven Oberfläche ab, die während der in-situ Herstellung kontinuierlich Kontakt im Bereich der Fügestelle hat. Da beim Fügen gleichzeitig mechanische und thermi-sche Belastungen wirken, wurde im Projekt zunächst eine Methode zur Kompensation der mechanischen Dehnung entwickelt. Diese Methode ermöglicht die Trennung der mechanisch induzierten Dehnungen von den für die Temperaturmessung relevanten thermisch induzierten Dehnungen. Die Untersuchungen im Projekt haben gezeigt, dass unter stationärer thermischer Belastung eine Temperaturmessung mit einer Messgenauigkeit von ±9 °C mit einer Tempera-turauflösung von 0,17 °C in einem Temperaturbereich bis 350 °C bei AFP äquivalenten Kon-takzeiten von 0,24 s erreicht werden kann. Unter instationären thermischen Belastungen mit hochdynamischen Wärmeströmen, die für das AFP charakteristisch sind, hat sich dagegen gezeigt, dass eine eindeutige Messung der Fügetemperatur aktuell noch nicht möglich ist. Dies ist auf dominante, prozessinhärente Wärmeströme zurückzuführen, die nicht in Richtung der Messfaser verlaufen. Perspektivisch müssen weitere Untersuchungen zur Reduktion der thermischen Trägheit des Sensorsystems sowie der gezielten Steuerung von Wärmeströmen im AFP-Prozess, z. B. durch temperierte Formwerkzeuge oder Konsolidierungsrollen, zur Be-fähigung dieser Messmethode für instationäre thermische Belastungen folgen.Laser-based automated fibre placement (AFP) is a process for the in-situ production of light-weight structures made from carbon fibre-reinforced thermoplastics. In this manufacturing method, thin strips of pre-impregnated fibre tapes are continuously joined together in situ using a laser and a consolidation roller. This reversible joining process results in advantages such as improved recyclability and the elimination of the energy-intensive subsequent autoclave process. However, the challenge is to achieve mechanical properties equivalent to those of the autoclave. A key to overcoming this challenge is precise knowledge of the thermal-mechanical stress in the process. Currently used measurement technologies are not yet capa-ble of continuously recording the temperature history in the joining-relevant process zone dur-ing the process. Although the temperature before and after the joint can be recorded using infrared thermography, the joint itself is obscured by the pressure roller. Thermocouples or fibre optic sensors inserted into the laminate only measure the temperature at specific points and are currently used exclusively for model validation, whereby they also act as interference points and can overestimate or underestimate the temperature.
The aim of the InSiTe project was therefore to conduct fundamental research into a novel measurement method for laser-based AFP. By integrating fibre optic strain sensors into the surface of the consolidation roller, this measurement method aims to create a temperature-sensitive surface that is in continuous contact with the joint area during in-situ manufacturing. Since mechanical and thermal stresses act simultaneously during joining, the project first de-veloped a method for compensating for mechanical strain. This method makes it possible to separate the mechanically induced strains from the thermally induced strains relevant for tem-perature measurement. The investigations in the project have shown that under steady-state thermal stress, a temperature measurement with a measurement accuracy of ±9 °C with a temperature resolution of 0,17 °C can be achieved in a temperature range up to 350 °C at AFP equivalent contact times of 0,24 s. Under transient thermal loads with highly dynamic heat flows, which are characteristic of AFP, it has been shown that a clear measurement of the joining temperature is currently not yet possible. This is due to dominant, process-inherent heat flows that do not run in the direction of the measuring fibre. Further investigations into reducing the thermal inertia of the sensor system and the targeted control of heat flows in the AFP process, e. g. through temperature-controlled molds or consolidation rollers, must follow in order to enable this measurement method for transient thermal loads