Zeitschrift für Inklusion
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    Herausforderungen und Potentiale inklusionsorientierter Theaterpraxis an Hochschulen

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    Dorothee Meyer, Ole Hruschka und Alexandra Littmann beschreiben ein Modellprojekt aus der Lehrkräftebildung an der Leibniz Universität Hannover. Studierende, Lehrende und Menschen ohne Hochschulzugangsberechtigung beschäftigen sich hier mit Herausforderungen und Potentialen einer inklusionsorientierten Theaterarbeit – in Theorie und Praxis. Im Rahmen des interdisziplinären Seminars „Inklusion und Differenz in der (schulischen) Theaterarbeit” untersuchen Studierende anhand von Beispielaufführungen die Wirkung (nicht)behinderter Darsteller*innen auf der Bühne und diskutieren den Umgang mit entsprechenden Zuschreibungen und Differenzkategorien in inklusiven Settings. Wie wichtig es ist, Differenz in der Interaktion zu berücksichtigen und andererseits Möglichkeiten des undoing differences zu erkunden, wird unter Einbeziehung von Statements der Beteiligten über die gemeinsame Theaterarbeit auf verschiedenen Ebenen näher beleuchtet: Auf der innerpsychischen Ebene beschreiben die Teilnehmenden ihre Lernerfahrungen, die durch die Arbeit in einer inklusiven Theatergruppe ausgelöst werden. Auf der gesellschaftlichen Ebene werden die Erfahrungen von Differenz und Ableismus thematisiert, die die Zusammenarbeit beeinflussen. Die institutionelle Ebene betrachtet die organisatorischen Herausforderungen, die sich aus der Trennung von Universität, Wohneinrichtungen und Werkstätten ergeben. Auf der interaktionellen Ebene wird die Herstellung von Gemeinsamkeit und die Veränderung von Rollenzuschreibungen im Prozess untersucht. Insgesamt zeigt der Beitrag, dass inklusive Theaterarbeit wichtige Impulse für nachhaltige, transformatorische Bildungsprozesse geben kann und belegt damit die Notwendigkeit entsprechender Professionalisierungsangebote in der Lehrkräftebildung. Stichwörter: inklusive Theaterarbeit, inklusionsorientierte Lehrkräftebildung, Gemeinsamkeit und Differen

    Wie interpretieren wir autobiographische Texte partizipativ? Wie reflektieren wir partizipative Forschung? : Darstellung eines forschungsreflexiven Gruppengesprächs

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    Der Beitrag stellt ein Reflexionsgespräch innerhalb der partizipativen Interpretationsgruppe Dis*ability und Gender in autobiographischen Texten im Kontext der Behindertenrechtsbewegung der 1970er und 1980er Jahre, die seit 2019 in Hannover tätig ist, vor. Dabei steht die Reflexion der von Mandy Hauser (2016, 2020) entwickelten Qualitätskriterien für partizipative Forschung im Vordergrund des hier dargestellten Gesprächs. Um einen Einblick in Struktur und Arbeitsweise der Interpretationsgruppe zu gewähren, werden zunächst unser Grundverständnis partizipativer Forschung sowie die genutzte Methode Close und Wide Reading erläutert, bevor das Reflexionsgespräch beschrieben wird. Der Beitrag schließt mit zusammenführenden Überlegungen hinsichtlich forschungsreflexiver Prozesse in partizipativen Forschungsgruppen. Stichwörter: Partizipative Forschung, Reflexivität, Methodenreflexion, Qualitätskriterie

    „Mit meinem Avatar bleibe ich trotz Krankheit Teil der Klasse!“Einsatz von Telepräsenzrobotern für Schüler:innen mit chronischen Erkrankungen

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    In Österreich leiden rund 200.000 Kinder und Jugendliche an einer chronischen Erkrankung (Herzfehler, Krebs etc.) und können aufgrund medizinischer Behandlungen und Krankenhausaufenthalte die Schule nur eingeschränkt oder gar nicht besuchen. Die Auswirkungen der Abwesenheit sind vielfältig und können schwere und anhaltende Folgen wie schulische, soziale und emotionale Probleme für die jungen Patien:innen haben. Die Folge der sozialen Isolation wird in diesem Beitrag besonders hervorgehoben. Um dem entgegenzuwirken, werden in Österreich Telepräsenzroboter wie der Avatar AV1 zur sozialen Inklusion in der Schule eingesetzt. Der kleine Roboter repräsentiert die erkrankte Person in der Schule und wird von ihr aus der Entfernung über ein Tablet ferngesteuert. In diesem Beitrag wird am Beispiel des AV1 untersucht, wie digitale Bildungstechnologien zur Förderung sozialer Inklusion beitragen können. Dazu wurde eine qualitative Interviewstudie mit 8 Nutzer:innen im Alter von 10 bis 17 Jahren sowie deren Eltern, Lehrer:innen und Klassenkamerad:innen durchgeführt. Das multiperspektivische Datenmaterial, bestehend aus insgesamt 27 Interviews, wurde mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuchartz ausgewertet. Die Analyse ergab potenzielle Erfolgskriterien sowie moderierende Faktoren, die anhand einer Falldarstellung zu einer Interviewpartnerin in diesem Beitrag veranschaulicht werden. Abschließend werden auf Basis dieser Erkenntnisse mögliche Implikationen für die pädagogische Praxis formuliert

    Was Naturwissenschaftsdidaktiken und Religionspädagogik voneinander über Inklusion lernen können

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    Die Forderung nach einem inklusiven Bildungssystem fordert Fachdidaktiker:innen wie Lehrkräfte heraus, (anders) über Bildung, Lernen und Unterricht nachzudenken. Dabei hilft ein intensiver und kontinuierlicher Reflexionsprozess, um Traditionen, Überzeugungen und Präferenzen des eigenen Faches bezüglich Inklusion zu hinterfragen. Dieser Prozess kann durch einen fächervergleichenden Diskurs unterstützt werden. In diesem Artikel kontrastieren wir Aspekte der Naturwissenschaftsdidaktiken mit Aspekten der Religionspädagogik, um mehr über das Inklusionsverständnis im eigenen Fach zu lernen. Wir blicken vergleichend auf die Forschungsgeschichte der Fächer bezüglich Inklusion, auf das Selbstverständnis, die Rahmenbedingungen und Bildungsziele, den Einfluss der Kompetenzorientierung sowie konzeptionelle Verständnisse und das Nachdenken über differenzierte Aneignungswege. Aus dem Vergleich ergeben sich wechselseitige Learnings, die Implikationen für das eigene Fach und den dort geführten Inklusionsdiskurs ermöglichen. Wir problematisieren insbesondere den Umgang mit dem stets herausfordernden Spannungsfeld ‚Subjektorientierung vs. Fachlichkeit‘ entlang der Frage der Fachdidaktiken: Soll fachdidaktisch vom Gegenstand oder vom Subjekt her gedacht werden

    Inklusive Fachdidaktiken im Vergleich. Ein Vorschlag zur Systematisierung der Diskurse, zum Austausch zwischen den Disziplinen sowie zu offenen Forschungsfragen

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    Ausgehend von der Beobachtung, dass die inklusionsbezogene Forschungslandschaft sich immer stärker ausdifferenziert, betrachten wir das Feld der fachdidaktischen Forschung. Um einen Vergleich der Inklusionsverständnisse sowie ihrer Genese zu ermöglichen, greifen wir wissenschaftstheoretisch auf das Konzept der Transdisziplinarität zurück und zeichnen die Forschungsgeschichte eines transdisziplinären Inklusionsdiskurses nach. Dabei verfolgen wir das Ziel, eine Ordnungsstruktur zu schaffen, die uns ermöglicht, Beobachtungen zum aktuellen Austausch zwischen den Disziplinen darzulegen, Impulse für weiterführende Forschungen zu geben und offene Fragen aufzuzeigen. Die Ergebnisse der Beiträge des vorliegenden Schwerpunktheftes werden dabei in die Diskussion eingeordnet

    Exklusionsrisiko Elternschaft? Zu Nebenfolgen der wohnbezogenen Unterstützung von Eltern, denen man eine geistige Behinderung zuschreibt

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    Mit Blick auf die Elternschaft von Menschen, denen man eine sogenannte geistige Behinderung zuschreibt, steht mittlerweile weniger das ,ob‘ sondern vielmehr das ,wie‘ im Fokus der Auseinandersetzung. Gerade im Zusammenhang mit neuen Unterstützungsangeboten kann jedoch gefragt werden, wie sich diese auf die Lebenswirklichkeit ihrer Adressat:innen auswirken. Der vorliegende Beitrag betrachtet schwerpunktmäßig Wohneinrichtungen, die sich an Eltern bzw. an Familien richten. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob diese Angebote durch ihre Konzeption exkludierende Wirkungen entfalten

    Soziale Herkunft als Behinderung. Von unmöglichen Schüler:innen, milieubedingter Unfähigkeit und gesellschaftlichen Barrieren für Befähigung

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    Soziale Herkunft spielt als Differenzkategorie traditionell eine prominente Rolle in der deutschsprachigen Bildungsforschung. Trotz dieser allgemeinen Bedeutung von sozialer Herkunft findet diese Kategorie in der Inklusionsforschung rezent kaum Beachtung. Im Rahmen eines qualitativen Forschungsprojekts wird an diese Leerstelle angeknüpft, um einen Beitrag zur empirischen Erforschung des Feldes Inklusive Bildung und soziale Herkunft zu leisten. Im Zentrum steht die Frage nach der Thematisierung sozialer Herkunft durch in inklusiven Settings tätige Lehrer:innen – und inwiefern sich darin Verschränkungen mit der Differenzlinie dis/ability zeigen. Die Ergebnisse verweisen auf ein gewisses Spektrum an Bearbeitungsversuchen, wobei jedoch ein spezifisches intersektionales Muster dominiert, in dessen Rahmen soziale Herkunft selbst zur Behinderung wird

    „(...) des durchschaun die Schüler net gleich (...)“ – Das Maskieren von Differenz durch Lehrkräfte am inklusiven Gymnasium. : Eine mehrebenenanalytische Betrachtung.

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    Aktuelle Erkenntnisse der schulpädagogischen Differenzforschung (siehe z.B. Becker et al. 2020; Fritzsche 2015; Schuhmann 2014; Merl 2019) weisen darauf hin, dass besonders inklusive Schulen mit einer Programmatik der De-Kategorisierung (Katzenbach 2015) konfrontiert sind. Weitestgehend ungeklärt sind bislang jedoch Mechanismen, die diese Nicht-Sagbaren Zuschreibungen wie z.B. behindert/nicht-behindert im Unterricht mit sich führen und welche Folgen das für die betroffenen Schüler:innen hat. Der Beitrag untersucht anhand von ethnografischen Beobachtungs- und Interviewdaten, die beide mittels der Grounded Theory (Strauss und  Corbin 1996) ausgewertet wurden, wie Differenzen von Schüler:innen im Kontext eines inklusiven Gymnasiums (de-)maskiert werden. Durch die Mehrebenenanalyse (Helsper et al.  2010) der unterschiedlichen Datensorten wird ein Blick auf die Folgen der inklusiven Exklusion ermöglicht, die erst durch die Maskierung von Differenz (behindert/nicht-behindert) durch die Lehrkräfte entstehen. Dabei wird die These aufgestellt, dass Maskierungen von Lehrkräften mit einer hohen Brisanz einhergehen, so sie im unterrichtlichen Handeln weitestgehend versuchen, vermeintlich illegitime Differenzsetzungen zu verdecken und verdeckt zu lassen, wenn Schüler:innen sie offenlegen oder thematisieren

    Das Projekt related : Schüler:innen, die intersektional benachteiligt werden, verschaffen sich Gehör

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    Schüler:innen in Stadtteilen, die als ‚soziale Brennpunkte‘ markiert werden, erleben oft, dass eher über sie als mit ihnen geredet wird. Das Projekt related will das ändern und sie als Expert:innen für ihre Stadtteile und Schulen betrachten und diese Perspektive in die Lehrer:innenausbildung integrieren. Der Beitrag stellt das Projekt vor und setzt dabei den Fokus auf Partizipation und Beziehungsgestaltung für eine am Konzept der reflexiven Inklusion orientierte Lehrer:innenbildung. Grundlage ist eine intersektionale Perspektive auf soziale Ungleichheiten, in die Schüler:innen und Lehrer:innen verstrickt sind

    Inklusive und demokratische Bildung: Überlegungen zur intersektionalen Revitalisierung der Inklusionsdebatte

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    Der folgende Essay schließt an einen früheren Text in der Zeitschrift für Inklusion an, die eine Zwischenbilanz zur Entwicklung inklusiver Bildung vor zehn Jahren nach etwa zehn Jahren Gültigkeit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zog (vgl. Hinz 2013). Gleichzeitig steht er auch für sich, denn vor zehn Jahren ging es darum, wie die Inklusionsdebatte – vor allem für den Bereich Bildung und hier primär Schule – verlaufen war und welche Widersprüche sich aufgrund unterschiedlicher Positionen auftaten. Aktuell stellen sich andere Fragen, etwa die, wie die vorhandene Stagnation und teilweisen Rückschritte überwunden werden können und welche Perspektiven dabei hilfreich sein könnten – und um diese Frage geht es in diesem Text.[1] Auf die aktuelle Bestandsaufnahme folgen zwei Rückbezüge in Bezug darauf, worum es bei Inklusion und Demokratie geht und welche Unterschiede, vor allem aber Gemeinsamkeiten – und dies unter der Bedingung eines intersektionalen Zugangs – sich mit einer veränderten und erweiterten Fokussierung eröffnen. Der Text endet mit einem vorläufigen Fazit, das einen Horizont möglicher – und potenziell produktiverer – Entwicklungsperspektiven entwirft.   [1]     In diesem Text wird der Großteil eines Vortrags beim Expert*innenkreis Inklusive Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission vom 09.06.2022 in Bonn verarbeitet

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