Zeitschrift für Inklusion
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    Mehrfach un/sichtbar – Zum Verhandeln und Erleben chronischer und vergeschlechtlichter Krankheit

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    Der vorliegende Beitrag widmet sich aus einer konzeptionellen Perspektive den Prozessen der medizinischen und gesellschaftlichen Unsichtbarmachung der chronischen und vergeschlechtlichten Erkrankung Endometriose. Wenngleich die Erkrankung häufig ist und mit einer erheblichen Schmerzsymptomatik und weiteren Beschwerden einhergeht, stellt der Umgang mit der Erkrankung nach wie vor ein vernachlässigtes Thema dar. Neben den vielfältigen Formen der Unsichtbarmachung wird in dem Beitrag zugleich der Frage nachgegangen, welche Formen der Sichtbarmachung der Erkrankung herausgearbeitet werden können. Hierfür bezieht der Beitrag neben theoretisch generiertem Wissen mit Fokus auf Zugänge der Gender und Disability Studies zugleich erfahrungsbezogenes Wissen aus der Perspektive erkrankter Personen sowie Selbsthilfeorganisationen als Formen kollektiver Wissensproduktion ein. Mithilfe dieser Zugänge werden sowohl die ableistische wie auch die vergeschlechtlichte Dimension der Erkrankung genauer herausgearbeitet. Abschließend wird der Blick in exemplarischer Weise auf Formen und Wege widerständiger Einschreibung angesichts mehrfacher Un-/Sichtbarmachungen gerichtet und gefragt, wie eine verbindende Praxis mit dem erkrankten Körper aussehen und wie der erkrankte Körper und mit ihm Verletzlichkeit neu gedacht werden kann

    Übergänge von Schüler*innen aus Förderschulen

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    Im vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung der (Sonder-)Beschulung von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderdarf sowie deren Situation am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beschrieben. Darauffolgend wird ein Überblick zu Fragestellung und Forschungsdesign des Projekts „Inklusive Berufliche (Aus-)Bildung von Jugendlichen mit Schwerbehinderung im Rheinland. Zugänge, Gestaltung und Verbleib“ (InBeBi) gegeben. Das Projekt fokussiert auf den Verlauf des Übergangs von der Schule in das Arbeitsleben und wird durch das Inklusionsamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gefördert. Anschließend werden erste Ergebnisse der im Projekt durchgeführten quantitativen Befragung vorgestellt. Hierzu erfolgt eine Übersicht zum Feldzugang und den Merkmalen der befragten Personen sowie der erhobenen Daten. Daran anknüpfend werden die Pläne der Jugendlichen für den Übergang nach der Förderschule und deren bisherige Umsetzung betrachtet. Abschließend folgt ein Ausblick mit Zwischenfazit. Zusammenfassung in Einfacher Sprache: Jugendliche in Förder·schulen Viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gehen in spezielle Schulen. Diese Schulen heißen Förder·schulen. Ein Forschungs·projekt beschäftigt sich mit der Frage: Was machen Jugendliche nach der Förder·schule? Die Mitarbeiter*innen im Projekt haben dafür verschiedene Menschen befragt. Zum Beispiel: Jugendliche und ihre Eltern, Lehrer*innen und Firmen. Das Projekt heißt: Inklusive Berufliche (Aus-)Bildung von Jugendlichen mit Schwerbehinderung im Rheinland. Zugänge, Gestaltung und Verbleib Die Abkürzung für das Projekt ist: InBeBi. Die Ergebnisse vom Projekt zeigen zum Beispiel: Nur einige Jugendliche machen einen Schul·abschluss. Einige Jugendliche wollen danach eine andere Schule besuchen. Viele Jugendliche planen: Sie werden nach der Förder·schule in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen arbeiten. Nur sehr wenige Jugendliche planen eine Ausbildung oder einen festen Beruf. In Einfache Sprache übersetzt von Maria Calo

    Schüler*innenfeedback als Bestandteil einer neuen Leistungskultur im Mathematikunterricht – divergierende Überzeugungen von Lehrkräften in Sekundarstufe

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    Durch verschiedene bildungspolitische Entscheidungen Deutschlands liegt hierzulande ungleich weniger Erfahrung bezüglich eines inklusionsbezogenen professionellen Umgangs mit Schüler*innenleistungen vor als in anderen Ländern, in denen traditionell gewachsene inklusive Praxis vorherrschend ist. Dies gilt insbesondere für fachdidaktische Konkretisierungen der Leistungsbeurteilung und somit auch für den Mathematikunterricht in der Sekundarstufe. Zwar kann auf einige vorliegende Erkenntnisse zur Expertise von Lehrpersonen in inklusiven Lerngruppen sowie zu fachdidaktisch professionellem Handeln von Lehrpersonen zurückgegriffen werden, entsprechende Studien fokussieren als Spiegel der strukturellen und konzeptionellen Lage in Deutschland in erster Linie den Primarbereich, weshalb insbesondere in der mathematischen Fachdidaktik sekundarstufenbezogen insgesamt wenige Befunde zum Forschungsfeld der partizipativen Gestaltung von Lernwegen in inklusiven Settings vorliegen. Dies aufgreifend befasste sich das durch das BMBF geförderte Forschungsprojekt „IMAGINE: Inklusiver Mathematikunterricht Noviz*innen und Expert*innen“ mit der Professionalisierung von Lehrkräften für inklusiven Mathematikunterricht in der Sekundarstufe. Hier zeigte sich in der Auswertung der Interviews mittels der dokumentarischen Methode, dass Lehrer*innen mit Expert*innenstatus verschiedene Strategien entwickelt haben, durch Schüler*innenfeedback Informationen über deren Wahrnehmung von Unterricht zu erhalten und die Schüler*innen aktiv bei der Planung eines gemeinsamen Mathematikunterrichts zu beteiligen, um somit Partizipation an der Ausgestaltung der eigenen Lernwege zu ermöglichen

    In- und exklusive Spielräume - Zu den (De-­)Professionalisierungstendenzen von Kunstpädagogik und Kunstvermittlung in ihren Kooperationspraktiken

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    In unserem Beitrag interessieren wir uns für die Kooperationspraktiken von schulisch und museal tätigen Akteur*innen im Kontext inklusionsorientierter Öffnungsprozesse, mit dem Ziel, die habituellen Orientierungen von Kunstlehrkräften und Kunstvermittler*innen als Ausdrucksgestalt von Kooperationskultur zu rekonstruieren. Dazu führen wir zunächst in den Forschungsstand zu einer differenzkritisch reflektierten, und inklusiv ausgerichteten Kunstpädagogik und Kunstvermittlung ein. Im Anschluss gehen wir auf den Kooperationsbegriff im Kontext der Entwicklung inklusiver Strukturen und Kulturen ein, um hier ansetzend praxeologische Perspektiven auf die professionelle Praxis der Kooperation aufzuzeigen. Hier zeichnen wir mittels sequenzanalytischer Rekonstruktion des professionellen Habitus anhand eines Fallbeispiels nach, wie der Auftrag der Kooperation in ihr Gegenteil umschlägt, so die sinnstrukturierenden Ordnungen der Institutionen Kooperation dominieren. Zusammenfassung in Einfacher Sprache: Kunst·pädagogik Schulen und Museen haben den Auftrag, Inklusion umzusetzen. Das steht in derUN-Behindertenrechts·konvention. Im Text geht es um die Zusammen·arbeit zwischen Schulen und Museen. Es geht um die Zusammen·arbeit zwischen Kunst·lehrer*innen und Kunst·vermittler*innen. Kunst·vermittler*innen arbeiten in Museen. Sie sprechen mit den Menschen über Kunst. Die Autorinnen vom Text haben geforscht: Wie funktioniert die Zusammen·arbeit gut? Im Text wird ein Beispiel besprochen: Eine inklusive Schulklasse hat zusammen mit einem Museum eine Kunst·ausstellung gemacht. Es war ein inklusives Projekt. Im Beispiel wird deutlich: Die Schule und das Museum haben unterschiedliche Interessen. Die Kunst·lehrerin und der Kunst·vermittler sagen zwar: Das gemeinsame Projekt war ein Erfolg. Aber die Inklusion stand eigentlich nicht im Vordergrund. In Einfache Sprache übersetzt von Maria Calo

    Barrierefreiheit, Schulbegleitungen und Nachteilsausgleich an inklusiven Schulen der Sekundarstufe I

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    Eine Anforderung der UN-Behindertenrechtskonvention lautet, angemessene Vorkehrungen für die Bedürfnisse des Einzelnen zu treffen, um einen diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung zu gewährleisten. Im Schulkontext betrifft dies die Umsetzung von Barrierefreiheit, Unterstützung einzelner Schüler*innen durch Schulbegleitungen und den Anspruch auf Nachteilsausgleich. Wie diese Anforderung im Schulkontext umgesetzt wird, wurde bislang wenig untersucht. Gleichfalls ist ungeklärt, inwiefern die Umsetzung an Einzelschulen mit dem Aufkommen an Schüler*innen mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen und der Erfahrung der Schule mit inklusiver Bildung zusammenhängt. Diese Zusammenhänge stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags. Datengrundlage bildet die bundesweite Studie „Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland – INSIDE“, in der an N = 167 Schulen Informationen zu den verschiedenen Vorkehrungen auf Schul-, Klassen- und Schüler*innenebene erhoben wurden. Die Befunde werden mit Blick auf die Umsetzung von Inklusion diskutiert

    Numerale Praktiken von Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten: Überlegungen zu Raum und Körper aus dem Blickwinkel inklusiver Erwachsenenbildung

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    Ausgehend von einer sozialwissenschaftlichen Perspektive auf Partizipation, welche Teilhabe als Strukturprinzip mit Teilnahme als Handlungsprinzip verknüpft (Beck 2013), stellen sich im Kontext Behinderung über die Lernverläufe der Subjekte hinweg ableistische und den Alltag prägende Strukturen dar. Für eine differenzierte Betrachtung lassen sich Diskurse um Raum und Körper heranziehen, die der Beitrag auf das Thema der Grundbildung Erwachsener mit Lernschwierigkeiten bezieht, im Besonderen auf die Dimension Numeralität, und anhand von Befunden aus einem partizipativ?qualitativ angelegten Forschungsprojekt diskutiert. Raum und Körper dienen als Analysefolie, um die numerale Umwelt sowie das numerale Handeln der Subjekte hinsichtlich ihrer jeweiligen Praxis zu beleuchten. Raum stellt sich als vorstrukturierte Rahmung für Handeln auch unter Rückgriff auf bestimmte, z. T. lebensbereichsspezifische Orientierungen (z. B. Befähigung und Qualifizierung im Bereich der Berufsschule) und Artefakte dar. Körper befinden sich in einem relationalen Verhältnis der Aushandlung und (Re?)Produktion zu sozialen Räumen; sie nutzen jene einerseits in Form routinisierter Bewegungen und Aktivitäten (Reckwitz 2003, 290), andererseits als aktiv Handelnde und Gestaltende. Deutlich wird, dass die Differenzierung und Analyse von Grundbildung und übergreifend inklusiver Erwachsenenbildung über Raum und Körper Potentiale eröffnet, das komplexe Wechselspiel im Kontext Behinderung zu erfassen, da derart die Inkorporation von Wissen sowie die Performativität des Handelns aufgedeckt und diskutiert werden können

    Zur sozialen Teilhabe neu zugewanderter Schüler:innen in Regelklassen. : Ethnographische Einblicke in eine Hamburger Stadtteilschule.

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    Bisherige Studien zur Bildungssituation neu zugewanderter Schüler:innen weisen auf eine marginalisierte Teilhabe am Regelschulsystem hin, was unter anderem auf die Beschulung in separaten Vorbereitungsklassen zurückzuführen ist. Ausgehend von diesem Befund gehen wir im Beitrag der Frage nach, wie die langfristige Teilhabe neu zugewanderter Schüler:innen nach Übergang von einer Vorbereitungsklasse in eine Regelklasse gewährleistet werden kann. Teilhabe verstehen wir dabei als Voraussetzung und Ziel von Inklusion und fokussieren im Beitrag auf die soziale Teilhabe neu zugewanderter Schüler:innen. Diese wurde bislang empirisch noch nicht berücksichtigt und wir argumentieren, dass sie zentral für die Bildungsteilhabe von Schüler:innen ist. Theoretisch führen wir dafür die Konzepte von Teilhabe und Basic Psychological Needs zusammen, um unser Verständnis sozialer Teilhabe zu rahmen. Basierend auf der explorativen Analyse von ethnographischen Protokollen und qualitativen Interviews werden die von unterschiedlichen Akteur:innen wahrgenommenen Herausforderungen bezüglich der sozialen Teilhabe diskutiert und in einem Ausblick gefragt, wie diesen begegnet werden kann

    Teilhabe-Assistenz im Vergleich in Deutschland, Finnland und Großbritannien

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    In Deutschland sind Teilhabeassistent*innen mit einer Vielzahl von Problemlagen in ihrem Beruf konfrontiert. Dieses Berufsfeld ist international unter den verschiedensten Begriffen (Schulbegleitung, Schulassistenz, Teaching Assistants u. v. m.) sowohl in Regel- als auch Förderschulen zu finden. Der vorliegende Artikel stellt die Problemlagen von deutschen Teilhabeassistent*innen vor und daraus entwickelte Qualitätskriterien für das Berufsfeld. Vor dem theoretischen Hintergrund der Vergleichenden Erziehungswissenschaft wird das Berufsfeld finnischer und britischer Teaching Assistants dargestellt und diese Berufsfelder auf die Qualitätskriterien hin diskutiert

    Was ist so besonders an der brasilianischen Sonderpädagogik?

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    Dieser Artikel diskutiert den Bewusstseinswandel im Bereich der Sonderpädagogik anhand der staatlichen Vorgaben und Maßnahmen zur inklusiven Bildung. Dafür werden Daten von Studien genutzt, die von der Beobachtungsstelle für Sonderpädagogik und Inklusive Bildung (Observatório de Educação Especial e Inclusão Educacional) in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen im Laufe der letzten zehn Jahre durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen auf, dass die brasilianische Sonder-pädagogik einen Moment epistemologischer Veränderungen erlebt. Diese Veränderungen werden als Resultat der Sichtweise eines Teils der Forschenden gesehen, wonach sich die Forschung im Bereich Sonderpädagogik auf die Perspektive der Inklusion und der Menschenrechte fokussieren sollte. Das bedeutet, dass die gegenwärtigen Veränderungen eine Forschungsagenda nahelegen, in der das Phänomen Behinderung nicht mehr getrennt von der Gesamtheit der sozialen Beziehungen verstanden wird, sondern in Zusammenhang mit Aspekten wie Geschlecht und soziale und ethnische Herkunft.[1] [1] Artikel ursprünglich veröffentlicht unter: Pletsch, M. D. (2020). O que há de especial na educação especial brasileira? Momento - Diálogos Em Educação, 29(1), 57–70. https://doi.org/10.14295/momento.v29i1.935

    Partizipation im inklusiven Unterricht – gelebte Praxis multiperspektivisch betrachtet

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    Inklusion und Partizipation können nicht getrennt voneinander betrachtet werden (u. a. Beck & Sturzenhecker, 2021); umso interessanter erscheint die Frage, wie Teilhabe und Mitbestimmung in einem inklusiven Schulsetting ermöglicht werden können. Der Beitrag fokussiert dabei auf pädagogisch-didaktische Gestaltungsmöglichkeiten von Lehr- und Lernprozessen in der Schule, die im Rahmen eines Forschungsprojektes (2018-2020) in einer so genannten Inklusionsklasse der Sekundarstufe I untersucht wurden. Besonderes Augenmerk galt der didaktischen Aufbereitung des inklusiven Unterrichts, wobei die theoretische Einbettung in das Konzept des offenen Unterrichts nach Peschel (2021, 2023) vorgenommen wurde. Dieser sieht Selbst- und Mitbestimmung als die wesentlichsten Kriterien des offenen Unterrichts, welcher eine relevante Umsetzungsform von Partizipation darstellt. Im Beitrag wird aufgrund der Studienergebnisse ein Einblick in den didaktischen Zugang des Eigenständigen Lernens und Arbeitens (ELA) gegeben, der eine Öffnung der organisatorischen, methodischen und inhaltlichen Dimension vorsieht. Darüber hinaus werden Möglichkeiten der Mitbestimmung im sozialen Miteinander aufgezeigt und die Relevanz der personalen Offenheit für das Gelingen von Inklusion und Partizipation erörtert

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