Zeitschrift für Inklusion
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Zur integrativen Betreuung von Kindern mit Behinderung im Krabbelstubenalter
Mit dem Ausbau der institutionellen Betreuung von Kindern unter drei Jahren und der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen eine professionelle integrative Arbeit mit dieser Altersgruppe stattfinden kann. Tagesablauf, Eingewöhnung und das pädagogische Arbeiten muss auf die Bedürfnisse der unter Dreijährigen hin ausgerichtet werden. Eine gelingende integrative Erziehung setzt voraus, dass PädagogInnen ein Bewusstsein dafür haben, welche, auch unbewussten, Reaktionen ein Kind mit Behinderung in seinem Umfeld hervorrufen kann und wie sich diese sozialen Prozesse im Praxisfeld auswirken können. Die Bereitschaft von PädagogInnen zur Auseinandersetzung mit der eigenen inneren Haltung und emotionalen Beteiligung ist nötig, um integrative Gruppenprozesse zu ermöglichen und aufrecht zu erhalten
Inclusive Education: Bildungsinitiative – Aktionsplan – Modellprojekt für Gemeinsame Erziehung, Bildung und Förderung von Kindern mit und ohne Behinderungen/Lernschwierigkeiten in Burkina Faso/Westafrika
Bindungstheoretische Impulse für eine inklusive Pädagogik - Ansätze zur Kompetenz- und Autonomieentwicklung in der heilpädagogischen Arbeit
Inklusion ist ein langfristiger Prozess, der bereits mit den Bemühungen der vergangenen Jahre um Normalisierung, Selbstbestimmung und Teilhabe begonnen hat. Inklusive Lebenszusammenhänge bieten Menschen mit und ohne Behinderung Erfahrungen und Entwicklungschancen, die jedoch nur genutzt werden können, wenn die (Sicherheits-) Bedürfnisse aller Beteiligten ausreichend beachtet werden. Bindungstheoretische Überlegungen können dazu beitragen. Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, auffallendem Verhalten und hohem Betreuungsbedarf benötigen feinfühlig assistierende Begleitpersonen als „Brückenbauer zwischen den Welten“, die gelingende Interaktionen in der Öffentlichkeit so unterstützen, dass wechselseitiges Verständnis wachsen kann und allmählich auch Beziehungen entstehen, die zum Wohlbefinden aller im Zusammenleben beitragen
Kinderarmut und sozialer Ausschluss
Nachdem die Armut in Deutschland lange Zeit ignoriert worden war, erregt das Problem der wachsenden sozialen Ungleichheit neuerdings große öffentliche Aufmerksamkeit. Mittlerweile ist ein Viertel der Kinder von relativer Einkommensarmut betroffen, die nicht verharmlost werden darf, zumal vor allem junge Menschen in einer Konsumgesellschaft massivem Druck von Seiten der Werbeindustrie wie auch ihrer Peergroup ausgeliefert sind. Macht man den als „Globalisierung“ bezeichneten Prozess einer Umstrukturierung fast aller Gesellschaftsbereiche nach Markterfordernissen für soziale Polarisierungs- und Prekarisierungstendenzen verantwortlich, liegen die Wurzeln des vermehrten Auftretens von (Kinder-)Armut auf drei Ebenen: Produktion (Aushöhlung des „Normalarbeitsverhältnisses“), Reproduktion (Auflösung der „Normalfamilie“) und Sozialstaat (Abbau von Sicherungselementen). Interventions- und Präventionsmaßnahmen erfordern das Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe. Nur wenn sich (Sozial-)Pädagogik und (Regierungs-)Politik ergänzen, lässt sich die Armut von Kindern erfolgreich bekämpfen
Impulse für Inklusion – Eindrücke von der AESF-Tagung vom 04. bis zum 05. Juni 2010 in Rostock
Welche Rahmenbedingungen braucht ein inklusives Bildungssystem? Das Beispiel Italien/Südtirol.
Ein inklusives Bildungssystem bettet sich in eine Gesellschaft ein, die sozial und politisch die Voraussetzungen für Inklusion schafft. Das Bildungssystem entspringt der Gesellschaftskultur, die sich allerdings im Laufe der Zeit verändert und zu Spannungen zwischen Vertretern von unterschiedlichen Ansätzen führen kann. Die Strukturierung des inklusiven Bildungssystems Italiens, hier am konkreten Beispiel der Umsetzung in Südtirol geschildert, zeigt auf, wie die Entscheidung für die Inklusion das gesamte Bildungssystem betrifft und prägt. Inklusive Bildung steht nicht von allein und braucht verbindliche normative Rahmenvorgaben, ein gut organisiertes Netz von Ressourcen personeller und finanzieller Natur, sowie ein starkes, ausdifferenziertes und kompetentes Unterstützungssystem. Ebenso wichtig ist eine inklusionsbejahende Haltung und eine individuumsorientierte Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen in allen Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zum Ende der Sekundarstufe und darüber hinaus
Das neue allgemeine pädagogische Konzept: Integration in Ungarn
Weltweit gesehen gibt es laut Schätzungen internationaler Organisationen 500 Millionen behinderte Menschen. Mehr als 350 Millionen dieser Menschen erhalten nicht die benötige Hilfe (Bürli, 1997). Kaum ein anderes Thema beschäftigt die (sonder)pädagogische Diskussion so stark wie das des gemeinsamen Unterrichts behinderter und der nichtbehinderter Kinder. Mit einem Wort die Integration, neuerdings Inklusion. Es ist Vielzahl von Diskussionen entbrannt, Argumente und Gegenargumente stoßen aufeinander (Rethy, 1990). Im vorliegenden Artikel wird zuerst auf die der Integrationsentwicklung zugrundeliegende Kritik an der Sonderpädagogik eingegangen bevor die Grundlagen des pädagogischen Konzeptes der Integration vorgestellt werden. Zum Abschluss wird die statistische Entwicklung in Ungarn beschrieben
Inklusion von Kindern und Jugendlichen in Armut - eine bislang kaum wahrgenommene Aufgabe für Lehrer
Mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in Armut und sozialer Benachteiligung. In den Diskussionen um die schulischen Konsequenzen der UN-Behindertenrechtskonvention spielen sie jedoch so gut wie keine Rolle. Der vorliegende Beitrag zeigt, in welch hohem Ausmaß Kinder und Jugendliche, die in Armut leben, von bedeutsamen gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten ausgeschlossen werden. Die Darstellung von zwei Untersuchungen aus den vergangenen Jahren zur Wahrnehmung der Kinderarmut durch Lehrkräfte zeigt nicht nur, dass die Inklusion armer und sozial benachteiligter Kinder nicht nur eine bislang kaum wahrgenommene Aufgabe ist, sondern auch, in welchem Ausmaß sich Schule an der Exklusion dieser Kinder beteiligt
Inklusion und Diversity Management - Perspektiven einer Pädagogik für alle Kinder
Der bewusste Umgang mit Heterogenität ist im Bereich frühkindlicher Erziehung und Bildung von Bedeutung, wenn die Einrichtungen mit ihren Angeboten der menschlichen Vielfalt Rechnung tragen wollen. Neben dem Konzept der Inklusion, in dem bewusst unterschiedliche Dimensionen von Heterogenität berücksichtigt werden, halten auch die Ideen des „Diversity Managements“ Einzug in die erziehungswissenschaftliche Debatte. Dabei ist zu prüfen, ob das Vielfaltverständnis beider Konzepte – der Inklusiven Pädagogik wie dem Diversity Management – miteinander kompatibel ist und ob die Konzepte frühkindlicher Erziehung und Bildung durch die Ideen des Diversity Managements bereichert werden können