Zeitschrift für Inklusion
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Allgemeine Qualitätskriterien inklusiver Pädagogik und Didaktik
Eine inklusive Schule versteht sich als eine Schule für alle, in der kein Kind ausgeschlossen und jedes Kind angemessen gefordert und unterstützt wird. Dies widerspricht der jahrhundertelangen Tradition mitteleuropäischer Bildungspolitik, die auf die Diversität der SchülerInnen stets mit Homogenisierung geantwortet und die PädagogInnen damit von innerer Differenzierung und Individualisierung entbunden hat. Soll die Forderung der UN-Konvention nach einer inklusiven Schule Wirklichkeit werden, stehen mitteleuropäische Schulen und LehrerInnen vor der großen Aufgabe, in internen Qualitätsentwicklungsprozessen ihre Unterrichtsgestaltung weiterzuentwickeln. Der vorliegende Beitrag will dafür Qualitätskriterien aufzeigen
Kinder, die einfach anders sind. Neue Helden in der Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart
Die Faszination an Büchern lässt sich bei Kindern oft nur dann herstellen, wenn es den Leserinnen und Lesern möglich ist, eine emotionale Beziehung zum Helden der Geschichte herzustellen. Der Beitrag geht der Frage nach, ob und in welcher Form dies möglich wird, wenn die Helden der Geschichten Kinder mit Behinderung sind. Es werden exemplarisch literarische Beispiele der problemorientierten Kinder- und Jugendliteratur vorgestellt, die behinderte Helden in verschiedener Art und Weise präsentieren. Dabei wird deutlich, dass die Qualität der Beispiele bezogen auf das oben benannte Problem sehr unterschiedlich ist. Am Ende des Artikels wird mit dem Buch "Rico, Oskar und die Tieferschatten" von Ulrich Steinhöfel ein literarisches Beispiel präsentiert, das zeigt, dass eine solche Thematisierung sehr gut möglich ist
Inklusion in der Hochschule Partizipation, Vielfalt und Verantwortung im Dialog
In den Feldern Schule und Kindertageseinrichtungen ist Inklusion in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. Wenn auch der Weg zu einer „Schule für Alle” noch am Anfang steht, so gibt es doch bereits Konzepte und Modelle. Ganz anders sieht dies an Hochschulen aus. Inhaltlich wird in einigen Studiengängen bereits Inklusion als Thema aufgenommen, z.B. in der Lehrerausbildung, aber auch in den neu geschaffenen Studienangeboten für FrühpädagogInnen. Doch für Studium und Lehre selbst, für das forschende und lernende Miteinander von Lehrenden und Studierenden spielt das Thema bislang keine Rolle. Der Beitrag geht der Frage nach, ob und wie Inklusion in Studium, Lehre und Hochschulorganisation umgesetzt werden kann. Die Auseinandersetzung mit dem Thema wird in dialogischer Form präsentiert, denn so ist der Text entstanden: Als E-Mail-Austausch zwischen einer Studierenden und einer Lehrenden im Studiengang „B.A. Frühkindliche inklusive Bildung” (BiB), in dem Inklusion in Bezug auf die frühpädagogische Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Der Text hat vor allem explorativen Charakter. Ziel ist es, dieses neue Themenfeld abzustecken. Er ist weniger als systematische wissenschaftliche Erörterung gedacht, sondern als Einladung zum Mit- und Weiterdenken. Kritik an den bestehenden Verhältnissen bezieht sich dabei vor allem auf unsere je eigene Lehr- und Studienpraxis – tatsächlichen Einblick haben wir nur in den Grad der Inklusion in unseren eigenen Veranstaltungen bzw. unseren eigenen Studienstrategien
Vorbild oder Zerrbild? Außen und Innenperspektive auf inklusive Bildung in Schweden
Die Sonderpädagogik und Behindertenhilfe Schwedens genießen im deutschen Sprachraum seit Jahrzehnten einen ausgezeichneten Ruf. Dieser lässt sich vornehmlich auf die Einführung der neunjährigen Grundschule und Wandlungen im Bereich der Behindertenfürsorge seit den 1960-er Jahren zurückführen. Unzählige Besucherinnen und Besucher aus Mitteleuropa haben sich seitdem mit der Situation im Norden auseinandergesetzt. Ihren Niederschlag findet dies vor allem in Reiseschilderungen basierend auf zumeist kürzeren Studienbesuchen. Der Grundton dieser Berichte ist in allen Fällen zumindest wohlwollend, zum Teil überschwänglich bis euphorisch. Schweden erscheint darin oft als ein Vorbild für erwünschte Entwicklungen im eigenen Land. Im augenfälligen Kontrast dazu ist die Innenperspektive oft eine andere. Die innerschwedische Debatte handelt unter anderem von Gewalt und Mobbing in den Schulen, fehlerhaften Diagnose- und Kategorisierungsprozessen sowie schwachen Leistungen schwedischer Schülerinnen und Schüler bei internationalen Vergleichsuntersuchungen. Im Artikel werden ausgewählte Aspekte der Außen- und Innenperspektive näher aufgezeigt und die Kontraste in der Wahrnehmung diskutiert. Abschließend wird auf die Frage eingegangen, welchen Nutzen die Auseinandersetzung mit der Entwicklung in einem anderen Land dennoch haben kann
Inklusion in den frühpädagogischen Studiengängen
Mit der steigenden gesellschaftlichen und bildungspolitischen Bedeutung der frühkindlichen Bildung gehen Veränderungsprozesse in der Ausbildung frühpädagogischer Fachkräfte einher. Neben der Ausbildung an Berufsakademien und Fachschulen existieren bundesweit inzwischen mehr als 70 Bachelor- und Masterstudiengänge, die sich im Bereich Frühpädagogik und Frühförderung ansiedeln. Nach dem Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (vgl. UN 2006) werden die Konsequenzen für die frühpädagogische Ausbildung derzeit intensiv diskutiert. Im vorliegenden Beitrag soll anhand einer Analyse der Curricula frühpädagogischer Studiengänge überprüft werden, inwiefern Inklusion bereits als Bestandteil der Ausbildung an den verschiedenen Studienstandorten verankert ist und in welche Kompetenzen die Absolventinnen und Absolventen frühpädagogischer Studiengänge im Zusammenhang mit Inklusion erwerben
Sonderpädagogische Förderung in Zahlen - Ergebnisse der Schulstatistik 2009/10 mit einem Schwerpunkt auf der Analyse regionaler Disparitäten.
Der Beitrag analysiert das aktuellste verfügbare statistische Datenmaterial der amtlichen Schulstatistik 2009/10 und früherer Jahrgänge zum Thema „Sonderpädagogische Förderung“. Es zeigt sich insgesamt, dass der Anteil der Schüler/-innen, die eine sonderpädagogische Förderung erhalten, in der Vergangenheit weiter zugenommen hat. Die Aufbereitung des Datenmaterials erfolgt auf Bundesebene, der Ebene der Bundesländer sowie der Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Insbesondere die Analysen auf kleinräumigerer Ebene zeigen starke regionale Disparitäten in den Förderschulbesuchsquoten, die sich bei einem Vergleich von deutschen und nichtdeutschen Schüler/-innen noch verstärken
Inklusive Gender?: Gender, Inklusion und Disability Studies
Inklusion gilt gleichermaßen als Leitkategorie der Disability Studies wie auch der Inklusionspädagogik, gleichwohl ohne dass in beiden Fällen auf aktuelle Debatten um Heterogenität, Differenz und Intersektionalität in den Gender Studies rekurriert wird. Aus diesem Grund soll in diesem Beitrag zunächst ein geschlechterkritischer Blick auf die theoretischen Grundlagen von Inklusion geworfen und diesbezüglich Mehrfachzugehörigkeit und Mehrfachdiskriminierung diskutiert werden. In diesem Zusammenhang ist die These zentral, dass das kulturelle Modell von Behinderung in den Disability Studies neue Einsichten in die theoretische Verfasstheit von Inklusion verspricht. Von Interesse ist hierbei besonders das mit dem Inklusionsbegriff verbundene Modell einer inklusiven Gesellschaft. Ausgehend davon wird das Verhältnis zwischen den Gender und Disability Studies diskutiert. Inklusive Gender bedeutet in diesem Zusammenhang die wechselseitigen Zusammenhänge der Gender und Disability Studies zu reflektieren. Dabei sollen Perspektiven für die feministischen Disability Studies entwickelt werden
Frauen mit Lernschwierigkeiten stärken. Zur Lebenssituation von Frauen in Werkstätten und Wohnheimen der Behindertenhilfe und zum inklusiven Projekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen“
Frauen mit Lernschwierigkeiten sind stärker benachteiligt als Männer mit Lernschwierigkeiten. Zum Beispiel bestätigen Studien, dass Frauen mit Lernschwierigkeiten überdurchschnittlich häufig Opfer von sexualisierter Gewalt werden. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Frauen in Einrichtungen der Behindertenhilfe können diese Benachteiligungen verstärken. Ein Pilotprojekt der Vereine Weibernetz e.V. und Mensch zuerst e.V., gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat in den vergangenen zwei Jahren Frauen mit Lernschwierigkeiten aus bundesweit 16 Einrichtungen zu Frauenbeauftragten ausgebildet. In ihren Werkstätten und Wohnheimen sollen sie Ansprechpartnerin für Frauen sein, sie stärken und ihre Rechte vertreten. Das inklusive Projekt, bei der die engagierte Mitarbeit von Frauen mit Lernschwierigkeiten eine große Rolle spielt, will so aktive Gewaltprävention und Schutz vor Benachteiligung fördern. Der Beitrag untersucht die gesellschaftlichen und sozialisationsbedingten Gründe für die Benachteiligung von Frauen mit Lernschwierigkeiten, erläutert die vergangene Projektarbeit sowie die Implementierung von Frauenbeauftragten in Einrichtungen