Zeitschrift für Inklusion
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Verletzte Körper: Intersektionelle Anmerkungen zu Geschlecht und Behinderung
Der Körper scheint ein ebenso zentrales wie diskursiv unzugängliches Gelände zu sein, auf dem Kämpfe um soziale Teilhabe bestritten werden. Die intersektionelle Perspektive eröffnet dabei neue Einblicke, welche Interdependenzen zwischen „Behinderung“ und „Geschlecht“ bestehen. Im Beitrag werden sowohl Überschneidungen als auch fundamentale Differenzen formuliert. Bilanzierend zeigt sich jenseits hierarchisierender Kategorisierungen Leben in seiner grundlegenden aber unterschiedlichen Verletzbarkeit. Diese verweist mithin auf Angewiesenheit als menschliche Bedingtheit. Autonomie im Sinne der westlichen Moderne wird als Fetisch entlarvt und bleibt doch als Sehnsucht sichtbar
Zur schulischen Situation von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) in Österreich – Analyse im Lichte der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung
Österreich hat 2008 das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-Behindertenrechtskonvention) ratifiziert. In diesem finden sich im Artikel 24 relevante Aussagen zum Bereich „Inklusive Bildung“, die eine grundlegende Neuorientierung der Bildungspolitik in Österreich erfordern. Im Oktober 2010 wurde der erste Staatenbericht über die innerstaatliche Umsetzung der Konvention an die Vereinten Nationen übermittelt.Im folgenden Beitrag sollen die Realsituation von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Österreich aufgezeigt, Sichtweisen von Regierungsseite dargelegt, kritische Perspektiven eingenommen und Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden
Auf dem Weg zur Umsetzung der UN-Konvention
Mittlerweile sind schon über vier Jahre vergangen seit dem die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. Dezember 2006 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet hat. So groß der Jubel damals über die Verabschiedung dieser Menschenrechtskonvention und die konsequente Einbeziehung behinderter Menschen in diesem Prozess war, so berechtigt sind nun auch die kritischen Nachfragen, was denn in der Zwischenzeit konkret unternommen wurde, um die Konvention umzusetzen und die Menschenrechte für behinderte Menschen sicher zu stellen. In Deutschland hat die UN-Konvention nach der Ratifizierung durch den Bundestag und Bundesrat zwar erst seit 26. März 2009 Gesetzeskraft, doch lassen konkrete Aktivitäten bzw. Aktionspläne zur Umsetzung der Konvention immer noch auf sich warten. Lediglich in Rheinland-Pfalz wurde am 25. März 2010 ein erster Aktionsplan einer Landesregierung vorgestellt. Im folgenden berichtet der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Ottmar Miles-Paul was es mit dem Aktionsplan in Rheinland-Pfalz auf sich hat und was zwischenzeitlich für dessen Umsetzung getan wurde
SonderschullehrerInnenausbildung NEU Konzeptionelle Überlegungen zur momentanen Diskussion um die Neugestaltung der LehrerInnenausbildung in Österreich
In Österreich findet gerade ein Prozess zur Neugestaltung der LehrerInnenbildung statt. Da auch Österreich das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie das dazugehörige Fakultativprotokoll (BRK 2006) ratifiziert und sich damit verpflichtet hat, ein „inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen“ (BRK 2006, Artikel 24) zu gewährleisten und ab sofort schrittweise umzusetzen, stellt sich die Frage, ob in Zukunft noch SonderschullehrerInnen ausgebildet werden sollen. Dieser Artikel stellt zuerst die momentane Situation in Österreich dar und begründet anschließend, warum auch ein inklusives Schulsystem gut ausgebildete PädagogInnen mit sonderpädagogischen Kompetenzen, aber sicher keine SonderschullehrerInnen mehr benötigt. In einem weiteren Schritt wird dargelegt, welche Kompetenzen allen LehrerInnen sowie den auf sonderpädagogische Bereiche „spezialisierten GeneralistInnen“ in der Ausbildung vermittelt werden müssten und wie die BehindertenpädagogInnenausbildung NEU für ein inklusives Schulsystems strukturiert sein könnte
Rezension - Schwohl, Joachim & Sturm, Tanja (Hg.): Inklusion als Herausforderung schulischer Entwicklung
Ziele einer „geschlechterdemokratischen“ Pädagogik im inklusiven Kindergarten
Die Debatte um geschlechtergerechte Pädagogik ist von widersprüchlichen Zielen bestimmt: Der Erziehung zur Gleichheit und der Dethematisierung von Geschlecht steht die Wertschätzung von geschlechtlicher Selbstbestimmung gegenüber und konstruktivistische Ansätze des „Doing Gender“ sind mit biologistischen Argumenten zu Weiblichkeit und Männlichkeit konfrontiert. Der Beitrag stellt normative Grundlagen, empirische Befunde und Handlungsperspektiven einer inklusiven Pädagogik, die dem Ziel der Geschlechterdemokratie verpflichtet ist, zur Diskussion
Inklusive LehrerInnenbildung – Chancen universitärer Praxisphasen nutzen
In den letzten beiden Jahren hat sich seit Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen die Inklusionsdebatte in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten etabliert, die vornehmliche Diskussion im Bereich der Sonder- und Heilpädagogik hat sich längst auf Disziplinen in anderen Wissenschaften ausgeweitet. Nur wenige Ergebnisse liegen für den Aufbau einer inklusiven LehrerInnenausbildung vor. Daher werden am Beispiel Nordrhein-Westfalen hier Vorschläge erarbeitet, wie im Rahmen des neuen Lehrerausbildungsgesetzes trotz Fortbestehen der lehramtsgetrennten Studiengänge inklusive Lerngelegenheiten für Studierende aller Lehrämter geschaffen werden können. Die Ausgestaltung der universitären Praxisphasen bildet hierfür einen ersten Ansatz
Das Projekt „Teacher Education for Inclusion (TE4I)“ - Lehrerbildung für Inklusion, der European Agency for Development in Special Needs Education
Im Zusammenhang mit der Realisierung inklusiver Bildung und Erziehung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention hat die Lehrerausbildung höchste Priorität – eine Aussage, der die Mitgliedsstaaten der European Agency for Development in Special Needs Education uneingeschränkt zustimmen. Auf dieser Grundlage hat die European Agency das Projekt „Teacher Education for Inclusion“ konzipiert, das eine Laufzeit von 2009-2012 hat. Das Projekt zielt darauf ab, erste Antworten auf diese Fragen zu finden: Welche Lehrer/innen benötigen wir für eine inklusive Gesellschaft in einer Schule des 21. Jahrhunderts? Was sind die essentiellen Lehrerkompetenzen für inklusive Bildung? Im Fokus steht dabei vor allem die erste Ausbildungsphase von Lehrerinnen und Lehrern allgemeiner Schulen. Im Verlaufe des Projekts wurden umfassende Literaturrecherchen zur Thematik unternommen, Länderberichte und ein darauf basierender Synthese-Bericht erstellt, mit dessen Hilfe die derzeitige Situation der Lehrerausbildung für Inklusion im europäischen Vergleich betrachtet werden kann. Im Frühjahr 2012 soll das Projekt mit Empfehlungen für eine auf Inklusion ausgerichtete Lehrerausbildung und einem Profil von erforderlichen Kompetenzen für Lehrer/innen, die sie bezogen auf inklusive Bildung und Erziehung benötigen, abgeschlossen werden