Zeitschrift für Inklusion
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Parodoxe Handlungsanforderungen an LehrerInnen im Spannungsfeld der Neugestaltung des Schulanfangs
Nunmehr seit 90 Jahren lassen sich vielfältige Diskussionen um die Gestaltung des Schulanfangs nachzeichnen. Als Ausgangspunkt wird zumeist darauf verwiesen, dass die Zusammensetzung der GrundschulschülerInnenschaft zunehmend heterogen ist und somit, individuelle Entwicklungsdifferenzen von ein bis drei Lernjahren bereits in der Schuleingangsphase zur Regel werden. Der folgende Beitrag gewährt Einblicke in Handlungsanforderungen an LehrerInnen, die in diesem Feld tätig sind und beschreibt zum einen deren paradoxen Charakter. Zum anderen wird gezeigt, welche Spannungsfelder beziehungsweise welche widersprüchlichen Aufgaben sich für LehrerInnen daraus entwickeln können
Reflexion, Inklusion und Didaktik
Der Beitrag thematisiert Möglichkeiten der Gestaltung von Lehr- und Lernfeldern in einer inklusiven Schule, in der ein auf Vielfalt und Differenz basierender Unterricht jeder Schülerin und jedem Schüler die uneingeschränkte Teilhabe an Bildung und Erziehung ermöglicht/bietet. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit verschiedenen didaktischen Modellen/Konzepten für die inklusive Schule/das Lehren und Lernen in inklusiven Settings
Educational Governance als ‘Diagnose-Instrument’ für die Analyse eines Projekts zur Etablierung inklusiver Entwicklungen
Dieser Beitrag bietet eine Einführung in die Thematik der ‚Educational Governance’ und bezieht diese analytische Perspektive exemplarisch auf ein aktuelles Anwendungsgebiet, das Projekt „InPrax – Inklusion in der Praxis“ in Schleswig-Holstein. Der Text stellt erste Überlegungen und Erkenntnisse eines längeren Forschungsvorhabens dar und kann so auch als Diskussionsanlass verstanden werden
Dialogisches Lernen: die gemeinsame Suche nach Qualitäten
Der Beitrag stellt das Dialogische Lernkonzept dar und diskutiert die Frage, wieweit es geeignet ist, auch im inklusiven Unterricht eingesetzt zu werden. Dafür spricht unter anderem, dass beim Dialogischen Lernkonzept konsequent die Qualitäten der Schülerarbeiten untersucht und in einen Austausch gebracht werden. Das Vorgehen zielt auf eine hohe Beteiligung aller Schülerinnen und Schüler im Sinne einer Wissensbildungsgemeinschaft und verspricht daher, die Inklusion auch auf einer Ebene voranzubringen, an der es meist noch mangelt: beim systematischen Aufbau von fachlichem Wissen und Können. Das Dialogische Lernkonzept wird an Unterrichtsbeispielen und anhand von Auszügen aus Lernjournalen erläutert
Inklusive Bildung als Reformherausforderung. Zur Perspektive der Educational Governance Forschung
Der Beitrag setzt sich vor dem Hintergrund der Analyseperspektive der Educational Governance mit dem politischen Anliegen inklusiver Bildung auseinander. Verdeutlicht wird der grundlegende konzeptuelle Zugang der Educational Governance (die Rekonstruktion von Akteursbeziehungen innerhalb einer sozialen Praxis) und dessen Relevanz für Konfliktpotentiale bei der Abkehr vom traditionellen deutschen Sonderschulwesen. Hervorgehoben wird die Vielfalt der beteiligten Akteure – und die im Vergleich zum Regelschulwesen besondere Bedeutung privater Schulträger und der Eltern. Zentrale Herausforderungen und Konfliktfelder der Reform werden anhand bestehender Praxis der Ressourcenverteilung (sonderpädagogische Mittelzuweisungen), ersatzbedürftiger Mechanismen der Leistungserstellung (Diagnostik) und sich potentiell verändernder Zugriffsrechte (Definition sonderpädagogischen Förderbedarfs durch die Einzelschulen) aufgezeigt. Mit dem theoretischen Konstrukt des eigennutzenorientierten Akteurs wird schließlich auf gesamtsystemisch-politische Regelungsbedarfe hingewiesen, die unerwünschten Nebenfolgen einer taktischen Erschleichung von individuellen Vorteilen vorausschauend zu mindern. Als Anwendungsbeispiel wird der Regelungsbedarf zum Nachteilsausgleich bei Abschlussprüfungen genannt. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung bildungspolitikbezogener Implikationen
Die Weisheit der vielen Weisen – Zukunftsfeste und andere Weisen miteinander diagnostisch klug zu handeln: Inklusion als Prinzip sozialer Ästhetik
In diesem Beitrag wird nach einführenden Erläuterungen in die Thematik der Inklusion und der damit einhergehenden Verpflichtung zu einem wertebasierten Handeln auf die Bedeutung dieses Paradigmenwandels für die Diagnostik eingegangen. Als Handlungsmöglichkeiten auf diese Herausforderung hin werden exemplarisch einige, für die AutorInnen als sehr bedeutend empfundene, Wege zu einer inklusionskompatiblen Diagnostik aufgezeigt: die akategorialen Verstehensmosaike, die durch den Prozess des gemeinsamen Reflektierens das eigene Verständnis vertiefen und erweitern, die Kreativen Felder, die das Lokalisieren positiver Interdependenzen im Sozialraum unterstützen, das Pluralistische und Kooperative Lernen, die neue Wege von Schule zwischen vereinsamender Individualisierung und herdenhaften Gruppenzwang gehen sowie die Unterstützerkreise, mit deren Hilfe die Weisheit der Vielen zur Stärkung eines Einzelnen genutzt werden kann. Den Abschluss des Beitrags bildet ein zusammenfassendes und wegweisendes Gleichnis
Entwicklungen einer Praxis für inklusive Bildungskonzepte
Mit diesem Beitrag zur inklusiven Bildung sollen verschiedene Konzepte und Instrumentarien inklusiver Praxis vorgestellt werden, die sich bewährt haben und geeignet sind, Schülerinnen und Schülern mit umfassenden Beeinträchtigungen ein gutes Bildungsangebot zu sichern. Neben einer Übersicht sollen Praxisbeispiele zu Handlungskompetenzen verhelfen bei Herausforderungen, die sich vielen Lehrer/innen dann stellen, wenn sich ihre Schulen den Vorstellungen inklusiver Bildung öffnen. Die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei Diagnostik, Planung und Unterstützung von Lernen werden entlang der Prinzipien von Barrierefreiheit und Teilhabe diskutiert, also daraufhin überprüft, welche Barrieren sie für inklusive Lebensweisen darstellen oder welche Möglichkeiten der Teilhabe sich aus einer Vorgehensweise ableiten lassen
Kunst und Inklusion- Aktive Mitgestaltung statt passiver Teilhabe
Zum Thema „Kunst und Inklusion“ existieren bislang nur wenig Publikationen. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen beschränken sich dabei zumeist auf Vertiefungen im Bereich der sogenannten Behindertenarbeit oder Behindertenpädagogik. Inklusion ist jedoch ein Prozess, der sich auf alle Menschen und damit auch auf alle Künstlergruppen und Künstlerprojekte bezieht. Im vorliegenden Beitrag, sollen einige Indikatoren und Fragen des Index für Inklusion (vgl. BOBAN/HINZ 2003) und des Kommunalen Index für Inklusion (vgl. MONTAG STIFTUNG 2010) auf den Bereich der Kunstschaffung bezogen werden
Interview mit Dr. Reinald Eichholz, Jurist, ehemaliger Kinderbeauftragter der Landesregierung NRW und Mitglied in der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland
Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem?
Das österreichische Bildungssystem befindet sich seit Mitte der 1980er Jahre auf dem Weg der Umsetzung gemeinsamen Unterrichts beeinträchtigter und nicht beeinträchtigter Kinder. Nach umfassenden Schulversuchen wurde 1993 die Integration beeinträchtiger Kinder als Parallelsystem zum traditionellen Schulsystem in Form eines Elternwahlrechts gesetzlich verankert. Seit Beginn des neuen Jahrtausends können etwas mehr als 50% aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (=KmSpF) ihre Schulpflicht in allgemeinen Schulen erfüllen, allerdings regional sehr unterschiedlich. So gibt es einerseits Bundesländer wie Tirol, Vorarlberg oder Niederösterreich, die mit einer Integrationsquote von etwas mehr als 30% noch vorwiegend auf das Sonderschulsystem setzen, andererseits aber auch Bundesländer wie Oberösterreich und die Steiermark, die mit 70 und mehr Prozent integrierter KmSpF schon weit in Richtung eines inklusiven Schulsystem gegangen sind, obwohl die Struktur des Schulsystems mit seinen 11 Sonderschularten laut Schulorganisationsgesetz noch immer segregierend ausgerichtet ist. Der vorliegende Artikel stellt sich die Frage, welche Steuerungsmaßnahmen nun in Österreich gesetzt werden könnten, um eine Weiterentwicklung zu einem inklusiven Schulsystem gemäß den Zielen der UN-Konvention von 2006 zu erreichen. Dazu werden zuerst die Governance-Perspektive und deren Herangehensweise an Fragen der Steuerung beschrieben sowie das Potential der UN-Konvention analysiert. Zum Abschluss wird aufbauend auf die bisherigen Entwicklungen der momentane Stand der Diskussion zur Umsetzung der UN-Konvention in Österreich analysiert und die Chancen und Gefahren verschiedener Maßnahmen aus Governance-Perspektive dargestellt