Zeitschrift für Inklusion
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Inklusion und Exklusion in der Weltgesellschaft – am Beispiel der Schule und des Erziehungssystems
Der Text skizziert zunächst den wissenschaftshistorischen Hintergrund der Entstehung einer Soziologie der Inklusion und Exklusion und die Verknüpfung mit der These der Trennung sozialer und personaler Systeme. Danach konzentriert er sich auf die systematische Explikation einiger Grundzüge einer soziologischen Theorie der Inklusion und Exklusion. Diese Theorie bezieht die beiden Leitbegriffe auf den sozialen Sachverhalt des Primats globaler Funktionssysteme als die gegenwärtige Form sozialer Differenzierung. Inklusion und Exklusion ist dann zunächst mit Blick auf diese globalen Funktionssysteme zu verstehen. Der Text stellt die zentralen Begriffe und Theoreme vor und exemplifiziert und prüft sie mit Blick auf den Funktionskomplex Schule und Erziehungssystem
Zum Umgang mit interkultureller Heterogenität
Die Rede von der Inklusion in der Sonderpädagogik berührt viele Aspekte, die auch in der Migrationspädagogik diskutiert werden, auch wenn die jeweiligen Differenzierungslinien unterschiedliche sind. Fragen zum pädagogischen Umgang mit interkultureller Heterogenität werden dabei oftmals unter Bezugnahme auf ein umfassendes Anerkennungsgebot normativ beantwortet. Hierbei wird jedoch kaum beachtet, dass damit neue Differenzsetzungen erfolgen. Dieses Dilemma greift der vorliegende Beitrag auf, wobei er darauf zielt, exemplarisch auf ähnliche Diskussionslinien des Inklusionsgedankens, wie er in der Sonderpädagogik diskutiert wird, zu verweisen
Schulische Inklusion im Kreis Olpe – Unsinnig, unmöglich, unbezahlbar? Versuch einer persönlichen Zwischenbilanz
Die Umsetzung von Art. 24 der UN-Behindertenrechtskonvention hat gravierende Auswirkungen auf die Schullandschaft auf regionaler Ebene. Der Beitrag befasst sich exemplarisch mit der Entwicklung und aktuellen Situation des Gemeinsamen Unterrichts im Kreis Olpe, dem kleinsten Kreis in Nordrhein-Westfalen. Aus der Sicht eines Sonderpädagogen mit langjähriger Erfahrung im Unterricht an Grund- und Förderschulen werden Stolpersteine auf dem Weg zur Inklusion beschrieben sowie Möglichkeiten zur Gestaltung von Veränderungsprozessen in der Region aufgezeigt
Heterogenität als Grundbegriff inklusiver Pädagogik
Mit dem Begriff der Heterogenität werden Verhältnisse zwischen Verschiedenen, die einander nicht untergeordnet sind, gefasst. Mit einer solchen sozialphilosophisch begründeten, hierarchiekritischen Zielsetzung tritt im Bildungswesen die inklusive Pädagogik an, um heterogene Lerngruppen, also Gruppen aus gleichberechtigten und verschiedenen Lernenden zu verwirklichen. Passende diagnostische und didaktische Modelle werden dazu entworfen. Empirische Studien geben Einblick in die Praxis und in die Auswirkungen heterogener Lerngruppen. Eine solche Wertschätzung von Gleichheit und Freiheit für Vielfalt wirft aber auch neue Fragen auf. Ein zentrales Problem ist die Umsetzung in der Fläche, die von einigen gewollt und von anderen abgelehnt wird
Zur Kritik des Heterogenitätskonzepts in der Inklusionspädagogik
Nach einer thematischen Positionierung diskutiert der folgende Text das Heterogenitätskonzept der Inklusionspädagogik aus der Beobachterperspektive der Performativen Theorie der Behinderung (Weisser 2005). Im Anschluss werden ‚blinde Flecke‘ des Heterogenitätskonzepts der Performativen Theorie der Behinderung beobachtet. Die Intention des Textes ist es, die Inklusionspädagogik wie die Performative Theorie der Behinderung als ‚Utopien‘ zu verstehen, die „das Denken der Veränderung, die Hoffnung auf ein Mehr an Gerechtigkeit" (do Mar/Varela 210, 258) in Gang halten
Konstruktivistische Didaktik und Inklusiver Unterricht
Der Beitrag thematisiert das Verständnis von Inklusion für das Handlungsfeld Schule/Unterricht. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme bisheriger Strategien der Differenzierung im Offenen Unterricht wird die Konstruktivistische Didaktik nach Reich als ein mögliches didaktisches Konzept für den inklusiven Unterricht betrachtet
Planung inklusiv orientierten Unterrichts vor dem Hintergrund der Ansprüche einzelner Kinder – zwei Beispiele aus dem Sportunterricht mit motorisch beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern
Vielfalt als Normalfall! Von den Spannungsfeldern einer inklusiven Didaktik in der (Grund)Schule
In diesem Beitrag werden Überlegungen zur Notwendigkeit einer inklusiven Schule im Anspruch einer pluralistischen Gesellschaft angestellt. Ihren Ausgangspunkt nimmt die Diskussion in den energetischen Spannungsfeldern von Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten in der Schule. Über den Ansatz der inklusiven Didaktik erschließen sich dabei neue Perspektiven für eine gemeinsame Schule in der das Potential der Vielfalt zur Entfaltung gebracht und in einer Gesellschaft für alle genutzt werden kann
Heterogene Gruppen in mathematischen Grundfertigkeiten: Eine explorative Erkundung der Fähigkeiten im Grundrechnen in Integrationsklassen der 5. Schulstufe
In der vorliegenden Studie wurden die Mathematik-Schulleistungen von 179 SchülerInnen aus acht Grazer Integrationsklassen am Ende der 5. Schulstufe untersucht. Ziel der Studie war es, anhand der Leistungen aller SchülerInnen (mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf SPF) im Eggenberger Rechentest ERT4+ einen Überblick über die Fähigkeiten im Grundrechnen in Integrationsklassen im städtischen Bereich zu gewinnen. Die SchülerInnen mit SPF erreichten erwartungsgemäß im Schnitt niedrigere Werte in den Subtests des ERT4+ als die SchülerInnen ohne SPF. Jedoch hatten auch mehr als 30% der SchülerInnen ohne SPF im Grundrechnen große Schwierigkeiten. Zusätzlich zu den Rechenleistungen wurden noch weitere Variablen, wie kognitive Fähigkeiten der Kinder (IQ), Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund und kulturelles Kapital der Herkunftsfamilie erfasst. In hierarchischen Regressionsanalysen zeigte sich, dass die Leistungen im Subtest „Zahlenreihen“ (Verständnis für das Stellenwertsystem) hauptsächlich durch die Prädiktoren SPF und IQ sowie zu einem geringeren Anteil durch das Geschlecht aufgeklärt wurden und die Leistungen in den Grundrechenarten ebenfalls durch die Prädiktoren SPF und IQ. Die anderen erwähnten Variablen erbrachten keine darüber hinausgehende Varianzaufklärung. Die Ergebnisse zeigen die enorme Heterogenität der Leistungen von SchülerInnen in städtischen Integrationsklassen im Bereich der Grundschulmathematik und verdeutlichen den hohen Unterstützungsbedarf von SchülerInnen mit SPF, aber auch von einzelnen SchülerInnen ohne SPF und die daraus resultierende große didaktische Herausforderung für das LehrerInnenteam