Zeitschrift für Inklusion
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Eine Debatte Revisited: Exklusion und Inklusion als Themen der Sozialen Arbeit
Die Begriffe „Inklusion“ und „Exklusion“ haben eine lange Geschichte in der Sozialen Arbeit. Trotz der intensiven Debatten, die sich mit der Komplexität und der Problematiken dieser Begrifflichkeiten in der Sozialen Arbeit beschäftigt haben, erfreuen sie sich anhaltender Beliebtheit und werden gerne in die simple Formel gefasst, Soziale Arbeit sei eine „Inklusionstätigkeit“. Dieses Angebot an das Selbstverständnis der Sozialen Arbeit geht allerdings an den erheblichen Problemen, die mit diesem Anspruch verbunden sind, vorbei. Diese Probleme sind nicht nur von theoretischer, sondern auch von praktischer Relevanz, da sich das Vorgehen in der Praxis je nach dem Verständnis davon, wer auf welche Weise „exkludiert“ ist und was es bedeutet, zu „inkludieren“ anders gestalten wird. Der vorliegende Text nimmt am Beispiel von Luhmann und Foucault zwei verschiedene Verständnisse von Exklusion und Inklusion ein weiteres Mal auf, befragt sie auf ihren politischen Gehalt und schließlich auf ihre Bedeutung für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit
Stadt als Schule? Zum Zusammenhang von Schul(raum)entgrenzung und inklusiven Schulentwicklungsprozessen
Das inklusionspädagogische Paradigma hat nicht nur weitreichende Implikationen für didakti-sche Konzeptionen und die ‚innere‘ Umgestaltung von Lernsettings i. S. der Anpassung von Schule an das Kind (und nicht wie traditionell umgekehrt!) bis hin zur Auflage der Umgestal-tung des gesamten deutschen Bildungssystems, welches sich derzeit nach wie vor als hoch selektiv und wenig inklusiv präsentiert. Mit der Forderung nach Inklusion können auch Über-legungen zur Deformalisierung von Bildungsprozessen (Bollweg 2008) einhergehen. In die-sem Beitrag soll daher der Gedanke des Zusammenhangs von Inklusion und inklusionspäda-gogischen Konsequenzen für Schulentwicklungsprozesse in Richtung einer Schul(raum)entgrenzung entfaltet werden. Diese Gedankenskizze wird durch einzelne Bezü-ge zu Typologien schulischer Raumentwürfe (Böhme & Herrmann 2011) ergänzt. Während die Notwendigkeit einer Entgrenzung von Schule als logische Konsequenz des inklusionspä-dagogischen Paradigmas dargestellt werden wird, wird ebenso die Determiniertheit von Inno-vationsprozessen durch tradierte Strukturen und Raumentwürfe im Fokus der Auseinander-setzungen stehen, allem voran der Fakt, dass die Mehrheit deutscher Schulen dominant auf Homogenisierung und die Sicherung von Machtverhältnissen ausgerichtet zu sein scheint. Am konkreten Beispiel des Konzeptes „Stadt als Schule“ wird darüber hinaus zu zeigen ver-sucht, wie Raumkonzepte von Schule und damit auch das Verständnis und die Praxis von Lernen verändert werden können und welche Implikationen dies ferner für die Inklusionsbe-wegung an sich haben kann, wenn Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird und zur Veränderung der Mehrheitsgesellschaft beitragen soll
Bildung für alle, von Anfang an! Über inklusive Elementarpädagogik
Der vorliegende Beitrag unternimmt den Versuch einer zeitgenössischen Grundlegung der Elementarpädagogik als Inklusionspädagogik. Er gliedert sich in vier Schritte.Ein erster Teil entfaltet das Problem, dass systematisch geordnete Reden über Allgemeine Bildung und zeitlich geordnete Reden über Frühe Bildung in pädagogischer Öffentlichkeit und Fachwelt auseinanderklaffen. Diese Diskrepanz rührt an Grundlagen der Elementar- und Inklusionspädagogik. Beide benötigen eine ethisch versierte Pädagogik, die im Rekurs auf eine nicht (bloß) instrumentelle Betrachtung kindlicher Eigenrechte, die Bildung aller Kinder von Geburt an im Blick hat, ohne auf diesem Weg das kritische Moment reflexiver Bildung zu nivellieren. Die gesuchte Grundlegung findet keinen Widerhalt in den tradierten Wertvorstellungen klassischer Elementarpädagogik, die mündigkeitszentrierter Bildungstheorie verpflichtet ist. Und sie gelingt nicht im Kontext vermeintlich wertfreier zeitgenössischer Grundbedürfnistheorie oder Neurodidaktik. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine Neujustierung, die in zwei Schritten ausführt, wie Pädagogik kritisch bleiben und inklusiv werden kann. Durch die Zweiteilung pädagogischer Theoriebildung in Generationelle Pädagogik und Individualpädagogik gelingt es, die selbstständige Orientierung im Denken, Reden und Tun als ein Prinzip in die Grammatik kollektiv ausgerichteter Erziehungs- und Bildungstheorien einzuschreiben, ohne sie im Rahmen von Individualpädagogik jeder individuellen Erziehungs- und Bildungsgeschichte zur Auflage zu machen. Ein letztes Kapitel argumentiert, warum jedes Kind von Geburt an Mitglied einer Bildungs- und Erziehungsgemeinschaft ist. In Abgrenzung zum traditionellen Einsatz bei der Metapher der zweiten Geburt behauptet ein Rekurs auf das Phänomen leibhaftiger Geburt das pädagogische Primat generationeller Verbundenheit und Verpflichtung vor individueller Autonomie und Leistung. Auf dieser Linie ist Bildung von Geburt wegen als ein Menschenrecht verstanden, dem Erziehen als eine dialogische Unterstützung in Sachen Glück und Gerechtigkeit entspricht
Inclusion: Patterns and possibilities
This examines the policy and practices of inclusion within Europe. It explores the uncertainty surrounding inclusion, among researchers and teachers, and levels of confusion about its precise meaning. The paper also examines the shifting political and policy contexts which create barriers to inclusion but also highlights some of the powerful legal frameworks which enable entitlements to inclusion to be upheld. Recent patterns and trends towards inclusion and indeed exclusion are considered and the paper ends with a discussion of the prospects and possibilities for inclusion
Inklusion beginnt im „Bauch“ Eine leibliche Perspektive zur Begründung einer inklusiven Kultur
Die Forderungen nach und die Bemühungen um Inklusion gleichen oft einem Lippenbekenntnis. Es soll im folgenden Beitrag dargelegt werden, dass Inklusion eines kulturellen Wandels bedarf, um erfolgreich und wirksam wachsen zu können. Kulturelle Phänomene und gleichsam pädagogische Orientierungen sind aber zu großen Teilen implizit und somit der Sprache unzugänglich. Es wird zu zeigen sein, dass diese impliziten Anteile in ihrem symbolischen Niveau gehoben werden müssen, um neue Themen, Ansichten und Einstellungen in die eigene Identitätskonstruktion mit aufnehmen zu können. Durch eine leibliche Perspektive soll die eigene Bedingtheit konstruktiv und reflexiv erfahren werden, so dass das Andere und vermeintlich Fremde zu einem gelingenden Dialog einladen kann. Es bedarf einer anderen ´Rationalität´, um inklusive Bestrebungen ´begreifen´ und erfahren zu können
Was hindert und was motiviert Betriebe, behinderte Jugendliche inklusiv auszubilden? Ergebnisse aus dem Projekt „AutoMobil: Ausbildung ohne Barrieren“ am Beispiel gehörloser Jugendlicher
In dem Projekt „AutoMobil: Ausbildung ohne Barrieren“ der Universität zu Köln wurde in Kooperation mit Unternehmen der deutschen Automobilindustrie untersucht, welchen Barrieren Jugendliche mit Behinderung bei ihrer Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz begegnen und welche Erfahrungen und Einstellungen die Betriebe hindern, ihre Lehrstellen an diese Zielgruppe zu vergeben. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen nach Wegen gesucht, wie diese Hindernisse überwunden werden können. In dem vorliegenden Beitrag wird aus der Perspektive der verantwortlichen betrieblichen Akteure dargestellt, welche Strategien eine erfolgreiche Rekrutierung Jugendlicher mit Behinderung verhindern oder fördern können. Im Mittelpunkt der Analyse steht dabei die Gruppe der gehörlosen Jugendlichen. Die Eignung dieser Zielgruppe für eine betriebliche Ausbildung wird von den am Projekt beteiligten Betrieben sehr heterogen beurteilt. Häufig schrecken die verantwortlichen Akteure (Personalleitung, Ausbildungsleitung) vor einer Ausbildung gebärdensprachlich kommunizierender Jugendlicher zurück, da sie die kommunikativen Barrieren als nicht überwindbar betrachten. Die wenigen Betriebe, die bereits über Ausbildungserfahrungen verfügen, sind von den guten Leistungen der gehörlosen Auszubildenden meist positiv überrascht
Erwerbsarbeit mit Behinderungen (mit einem Exkurs zum Persönlichen Budget)
oai:ojs.pkp.sfu.ca:article/1Dieser Beitrag betrachtet einen Ausschnitt diverser gesellschaftlicher Praxen der Inklusionsbestrebungen wie der Behinderungen im Kontext von Erwerbsarbeit. Ausgehend vom Anspruch selbstbestimmter und gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen an Arbeit werden zunächst das Konzept Erwerbsarbeit sowie besondere sozialpolitische Regelungen der Teilhabeförderung skizziert. Vor diesem Hintergrund werden anhand zweier Fallbeispiele Praxen der Behinderungen von Erwerbsarbeit diskutiert. Den Abschluss bildet ein Exkurs zum Persönlichen Budget, das vor dem Hintergrund der mit ihm verbundenen Ansprüche an Teilhabe am Arbeitsleben seinerseits als Instrument von Inklusion und Exklusion beobachtet wird
Berufliche Integration auf lange Sicht ? – Stand und Perspektiven der beruflichen Integration von Menschen mit Lernschwierigkeiten
Vielfalt und Teilhabe – Berufliche Teilhabe von Menschen mit (sehr) hohem Unterstützungs- und Begleitbedarf in Vorarlberg/Österreich
Arbeit und Behinderung – Integration/Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt
Im vorliegenden Beitrag werden ökonomische, kulturelle und politische Dimensionen zu einer Theorie der Gerechtigkeit verdichtet, um Strategien zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt abzuleiten. Dabei wird die Annahme vertreten, dass Behinderung sich im Zusammenspiel eben dieser Dimensionen formiert, aufgrund ökonomischer Ausschlussmechanismen, abwertender kultureller Wertemuster und struktureller Ausschlüsse, die die gleichberechtigte Teilhabe und Partizipation von Menschen mit Behinderungen verhindern (vgl. Plangger/Schönwiese 2013). Als analytische Folie liegt den Ausführungen das Konzept der partizipatorischen Parität zugrunde, das von Nancy Fraser im Rahmen ihrer Gerechtigkeitstheorie entwickelt wurde. Anhand dieser Folie und des Konzeptes der gleichberechtigten Teilhabe, werden am Beispiel der Unterstützten Beschäftigung Bedingungen der beruflichen Inklusion, im Sinne einer nichtreformistischen Reform, diskutiert. Nichtreformistische Reformen sind Strategien, die sich zwar innerhalb eines gegeben gesellschaftlichen Rahmens bewegen und damit affirmativ bleiben, aber zugleich Transformationen anstoßen und möglich machen können