Zeitschrift für Inklusion
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Sprachliches Förderziel Toleranz? Normative Kollektivziele und der Förderschwerpunkt Sprache im Spannungsverhältnis des inklusiven Unterrichts
Der Sonderpädagogik kommt im inklusiven Schulsystem vornehmlich die Funktion der Gestaltung präventiver Maßnahmen durch adaptiven Unterricht zu. Die bildungspolitischen Vorgaben fordern für den inklusiven Unterricht ein wertschätzendes Lernklima, das durch Toleranz und Akzeptanz charakterisiert ist. Die Normativität dieser Kollektivziele stellt nicht nur die empirische Überprüfung vor Probleme, sondern auch die Methodik zum Erreichen dieser Ziele. Für den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Sprache werden ebenfalls solche dezidiert sozial-emotionalen Zielsetzungen formuliert. Wie diese erreichbar werden können, um in einem weiteren Schritt eine Evidenzbasierung zu erreichen, soll in diesem Beitrag am Beispiel des Phänomens des Stotterns skizziert werden. Dieser Beitrag zielt auf eine heuristische Hypothesenbildung ab als Vorbereitung nachfolgender empirischer Untersuchungen
Service Learning – Hochschuldidaktik für eine inklusive Gesellschaft?
In der aktuellen Debatte um eine inklusive Gesellschaft kommt auch den deutschen Hochschulen eine zentrale Bedeutung zu. Der vorliegende Artikel fokussiert die Fragestellung inwieweit Studierende als zukünftige Multiplikator_innen für eine inklusive Gesellschaft eingesetzt werden können und inwiefern Hochschulen einen Beitrag zur Ausbildung eben dieser Multiplikatoren_innen über das Lehrformat des Service Learnings bieten können. In diesem Zusammenhang wird das Projekt StudiumEngagiert an der Technischen Universität Dortmund vorgestellt und analysiert, was das Hochschuldidaktische Konzept des Service Learning hinsichtlich der Entwicklung einer inkludierenden Gesellschaft leisten kann
Der Umgang mit studentischer Heterogenität in Studium und Lehre. Chancen, Herausforderungen, Strategien und gelungene Praxisansätze aus den Hochschulen
Der Umgang mit studentischer Heterogenität an Hochschulen ist in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Aspekt in Fragen der Lehre und Beratung /Betreuung von Studierenden geworden. Im vorliegenden Beitrag wird zunächst auf die gesellschaftlichen, volkwirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die wachsende Heterogenität von Studierenden eingegangen und die Dimensionen studentischer Vielfalt beschrieben. Im Anschluss daran stellen die Autoren diversitätsorientierte Maßnahmen in Studium und Lehre vor. Mit Hilfe gelungener Praxisbeispiele werden hochschulweite Strategien, flexible Studienformate, eine studierendenzentrierte Didaktik und Methodik sowie diversitätssensible Maßnahmen in der Beratung von Schülerinnen und Schülern, Studieninteressierten und Studierenden vorgestellt und Möglichkeiten der Umsetzung beispielhaft aufgezeigt
Nachschulische Situation von Menschen mit Autismus in Oberösterreich im Lichte von Inklusion
Vorliegender Beitrag liefert einerseits eine Einschätzung der Anzahl von Menschen mit Autismus in Oberösterreich, andererseits eine Exploration der nachschulischen Situation dieser Personengruppe anhand empirischer Daten. Es besteht weder eine quantitative Einschätzung der Zielgruppe Menschen mit Autismus noch ist deren Verbleib nach der Pflichtschule in Oberösterreich erforscht. Dies mag einerseits an der überhaupt oftmals schwierigen Diagnosestellung liegen, andererseits an der nationalen Schulstatistik, in der keine Behinderungskategorien bzw. -diagnosen erfasst werden. Somit sind keine validen Aussagen über die Anzahl an SchülerInnen mit Autismus in Oberösterreich bzw. Österreich insgesamt zu treffen. Wo verbleiben Menschen mit Autismus nach der Schule und wie stellt sich deren Situation dar? Die gewonnenen empirischen Ergebnisse liefern diesbezüglich erste Hinweise und sollen gleichzeitig vor dem Hintergrund der Einlösung von Inklusion beleuchtet werden
Der Index für Inklusion als Evaluationsinstrument - Erfahrungen an der Gesamtschule Holweide
Der Index für Inklusion wurde an der Gesamtschule Holweide vor einigen Jahren im Rahmen einer Selbstevaluation des Gemeinsamen Unterrichts verwendet. Er floss in eine von der SchülerInnenvertretung initiierte und durchgeführte SchülerInnenbefragung ein und die Auseinandersetzung mit ihm trug maßgeblich zu einer Neuorientierung der Schule in Hinsicht auf Inklusion bei. Die direkten und die indirekten Wirkungen dieser Auseinandersetzung mit dem Index werden dargestellt und es wird der Versuch unternommen, längerfristige Wirkungen dieser Auseinandersetzung einzuschätzen
Bildung für alle – Schule für alle? - Ausblicke auf ein schulpädagogisches Spannungsfeld im Kontext von Steuerungslogik und der aktuellen Debatte um Inklusion
In diesem Beitrag wird vor dem Hintergrund der aktuellen fachwissenschaftlichen Debatte um Inklusion dem favorisierten Konzept einer Schule für alle als anzusteuernde Zielperspektive das der UNESCO-Policy entsprechende Konzept einer Bildung für alle gegenübergestellt. Pointiert wird dabei auf einen blinden Fleck im Inklusionsdiskurs hingewiesen, der in der Vernachlässigung der „sozialen Frage“ besteht. Da bislang noch keine menschenrechtsbasierten Indikatoren für eine empirische Überprüfung von Inklusion vorliegen, bleibt ein Bemessen der Reichweite von Inklusion weitgehend von willkürlichen Setzungen abhängig. In diesem Zusammenhang steht die These, dass die Kontroverse um die schulstrukturelle Reform des Bildungswesens, die der Inklusionsdebatte implizit unterliegt, die notwendige Entwicklung von empirisch belastbaren menschenrechtsbasierten Indikatoren zur Bemessung von Prozessen inklusiver Bildung erschwert
Menschenrechtsberichte der Zivilgesellschaft prangern an: Deutschland und Österreich verletzen die Rechte von Menschen mit Behinderungen
Unabhängig voneinander, aber fast zeitgleich haben zivilgesellschaftliche Bündnisse in Deutschland und in Österreich ihre Menschenrechtsberichte zum Stand der Umsetzung der UN-BRK in ihren jeweiligen Ländern veröffentlicht. Angemahnt wird ein Konventionsverständnis, das die menschenrechtliche Dimension ernst nimmt. Besonderes Augenmerk gilt in beiden Berichten der Umsetzung des Artikels 24, der ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen fordert. Angesichts ähnlicher struktureller Probleme im Schulbereich beider Länder kann die große Übereinstimmung in den Kritikpunkten und den Forderungen aus menschenrechtlicher Sicht nicht überraschen. Jedoch unterstreicht sie umso eindringlicher die menschenrechtlich begründete Notwendigkeit für einen bildungspolitischen Paradigmenwechsel von der Selektion, Segregation und Exklusion zur Inklusion
Rezension zu: Stähling, Reinhard & Barbara Wenders (2012): „Das können wir hier nicht leisten“
Enabling und Disabling Spaces im Übergang ins Erwachsenenalter von Menschen mit Lernschwierigkeiten
Der Artikel beschreibt einen Auszug aus der Dissertationsstudie des Autors. Anhand einer Life-Course orientierten Lesart des transitionalen Lebensabschnitts der Jugend, sowie des in der Studie entwickelten theoretischen Modells von „Enabling und Disabling Spaces“, geht der vorliegende Beitrag der Frage nach, welche biographischen Erfahrungen Jugendliche mit Lernschwierigkeiten in ihren häufig „behinderten“ und verzögerten Übergangsprozessen hin zu einem als erwachsen wahrgenommenen Lebens- und Selbstkonzept, dazu befähigen können gesellschaftlich geteilte Lebensziele selbst wahrzunehmen, mit ihrer Umwelt zu verhandeln und aktiv zu realisieren. Dabei wird im Besonderen auf die Bedeutung von Erwerbsarbeit als zentralem normativen Markierungspunkt einer erwachsenen Identität sowie dem lebensweltlichem Erwerb von bedeutsamen Ressourcen als individuellem Verhandlungskapital eingegangen
Inklusion vor Ort - Erfahrungen mit dem Kommunalen Index für Inklusion
Die Autor/innen beschreiben das Projekt „Inklusion vor Ort – der Kommunale Index für Inklusion“ der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, das seit einigen Jahren Kommunen und Institutionen beim Prozess ihrer inklusiven Entwicklung unterstützt. Die Bedeutungen von Inklusion, Kommunen und „Fragen als Einstieg in den Dialog“ werden erläutert, mögliche Themenbereiche entwickelt und anhand praktischer Beispielen aus aktiven Kommunen wird inklusives Handeln erfahrbar gemacht