Zeitschrift für Inklusion
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    Anthropologische Grundlagen der Inklusion

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    Inklusion wird in der pädagogischen und politischen Diskussion nur noch verkürzt als Unterrichtsform wahrgenommen. Ein Rückbezug auf die menschenrechtlichen Grundlagen rückt das gemeinschaftliche Leben von Menschen mit und ohne Behinderung in den Mittelpunkt, lässt für die Gestaltung pädagogischer Prozesse aber alle Freiheit, um den Rechten des Einzelnen als Glied der Gemeinschaft gerecht zu werden. Dadurch bekommen die alltäglichen Lebensvollzüge in der Schule einen eigenen Stellenwert. Sie sind die Grundlage des Lernens, indem sie wie aller Unterricht Selbstwertgefühl, Gefühl der eigenen Würde und das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft vermitteln müssen. Inklusion ist daher keine zusätzliche pädagogische Aufgabe, sondern ein grundlegender Anspruch an alles pädagigische Handeln

    Eine Schule, zwei Modi - Inklusive Schulentwicklung aus subjektwis-senschaftlicher Sicht

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    Je mehr der bürgerrechtsbewegte Anspruch auf Inklusion aus dem Schutz- bzw. Schon-raum der Modellversuche in die Fläche der Bundesländer überführt wird, werden ent-sprechend zunehmend Widerstandsszenarien öffentlich. Über eine Reinterpretation ent-lang zweier Analysefolien wird versucht, die aktuell präferierte institutionelle Schulent-wicklungsvariante zu bestimmen, zu hinterfragen und einzuordnen. Deutlich wird in die-sem Zusammenhang, dass mit der konsequenten Umsetzung einer evidenzbasierten Op-timierungsstrategie bei gleichzeitiger Pluralisierung der schulischen Verhältnisse durch Inklusion, die Komplexität und der Grad der erzeugten Widersprüche im Schulsystem er-heblich zunimmt. In Rahmen dieser widersprüchlichen Situation wird aus subjektwissen-schaftlicher Sicht für die Relativierung des Steuerungsmodus und für eine Ergänzung die-ses durch einen zweiten verständigungsorientierten Modus plädiert, der Zeit-Räume für Fragen der Lebensführung eröffnet

    Disability Studies in Education

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    Vom deutschen Inklusionsdiskurs weitgehend unbemerkt hat sich in den USA ein Diskursstrang entwickelt, der sich auf dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen der Disability Studies kritisch mit dem vorherrschenden Pädagogik- und Behinderungsverständnis der (Sonder-)Pädagogik auseinandersetzt: Disability Studies in Education (DSE). Vorgestellt werden der Ansatz, seine Geschichte und seine Potenziale, den Inklusionsdiskurs um eine kritische Perspektive auf (Nicht-)Behinderung und den Umgang mit Verschiedenheit zu bereichern. Ein zentraler Aspekt des kritischen Umgangs mit Verschiedenheit ist neben einem Verständnis von Behinderung als sozialer Konstruktion die kritische Reflektion von Ableism in pädagogischen Kontexten allgemein sowie im Hinblick auf eigene Einstellungen, Vorurteile und Umgangsweisen damit. Da sich die anderen Beiträge dieser Ausgabe ausführlich mit dem Thema Ableism beschäftigen, erfolgt hier keine vertiefende Auseinandersetzung damit. Der hier verwendete Ableism-Begriff orientiert sich an Campbells Definition: „(A) network of beliefs, processes and practices that produces a particular kind of self and body (the corporeal standard), that is projected as the perfect, species-typical and therefore essential and fully human. Disability then is cast as a diminished state of being human.” (Campbell 2001, in Campbell 2009: 5) Es gibt inzwischen auch deutschsprachige Beiträge zum Themenbereich Disability Studies und Inklusion; allerdings befassen sich diese nicht mit der praktischen Umsetzung im Unterricht, auch zeichnet sich hier bis jetzt keine „Strömung“ und auch keine Organisations- und Netzwerkstruktur der Vertreter_innen ab. Anliegen des Beitrages ist nicht, einen Überblick über deutschsprachige oder internationale Beiträge zu geben, die sich aus einer Disability-Studies-Perspektive mit schulischer Inklusion befassen, sondern die Vorstellung der US-amerikanischen Disability Studies in Education

    Editorial zum Heftthema Ableism: Behinderung und Befähigung im Bildungswesen

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    Wahrnehmungsveränderung in Bildungsprozessen im künstlerischen Medium Musik. Möglichkeiten zur De- und Neukonstruktion von Wahrnehmungsstereotypen und daraus resultierende Bedarfe in der Studierendenausbildung

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    Der Artikel referiert die Bedeutung von Wahrnehmungsstereotypen in Bildungsprozessen und die Möglichkeiten, diese durch musikalisch-künstlerische Prozesse neu zu reflektieren. Vor dem Hintergrund der inklusionsspezifischen Entwicklungen im Bildungswesen wird dargestellt, warum und für welche professionellen Dimensionen die Auseinandersetzung mit künstlerischen Prozessen für Studierende in Vermittlungsbereichen von Bedeutung ist

    Die neuen Förderschüler. Inklusion an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen

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    Die vorliegende Untersuchung analysiert anhand der Daten zur sonderpädagogischen Förderung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (2012/13) die Situation der Umsetzung von Inklusion an Grundschulen. Aufgrund ansteigender Förderquoten, Förderschulbesuchsquoten und Inklusionsquoten und festgestellten Unterschieden zwischen Förderschülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen an Förderschulen und Grundschulen komme ich zu dem Schluss, dass Inklusion für die Schüler der Förderschulen nur begrenzt wirksam ist. Vielmehr scheint es so, als ob es sich bei den inklusiv beschulten Schülern um „neue Förderschüler“ aus der Schülerschaft der Grundschule handelt

    Zur Kritik der Fähigkeiten: Ableism als neue Forschungsperspektive der Disability Studies und ihrer Partner_innen

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    Mit dem Begriff des Ableismus und der Forschung im Umfeld dieses Terminus wird eine thematische Erweiterung und Perspektivenverschiebung in den Disability Studies vorgenommen: Behinderung wird nicht mehr nur als abweichende Differenz zur Normalität verstanden, sondern als intersubjektives und gesellschaftliches Verhältnis, das in der Bestimmung von Fähigkeiten seinen Ausdruck findet. In diesem Zusammenhang wird Behinderung auf ihr Verhältnis zur Fähigkeit als grundlegender gesellschaftlicher Anforderung bezogen. Dabei sollen auch sozialwissenschaftliche und philosophische Grundannahmen über Autonomie, Fähigkeit und Leistung auf den Prüfstand gestellt werden: Wer gilt unter welchen Bedingungen als fähig? Was ist die Einheit der Fähigkeit, Individuen oder Kollektive? Auf welchem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Verhältnissen und lokalen Relationen beruht die Wahrnehmung von Behinderungen und Fähigkeiten? Wie Rassismus, Sexismus, Klassismus fällt Ableismus unter den Zuständigkeitsbereich einer radikalen Kritik. Anders als jene unterliegt der Ableismus allerdings nicht einer fundamentalen Ablehnung, die vom Ziel der kompletten Abschaffung von jeglichen Fähigkeitszuschreibungen getragen ist. Anschauungen und Vorstellungen von Fähigkeiten können schwerlich abgeschafft werden, können sie doch als basaler Modus der Anerkennung von Anderen und der Organisation gesellschaftlicher Arbeitsteilung gelten. Problematisiert und kritisiert werden sollen dagegen irrationale, verletzende, grausame und unplausible Konzeptionen von Fähigkeit (und damit auch Behinderung), die eng mit Vorstellungen der Leistungsgesellschaft, Leistungsgerechtigkeit und insgesamt einem liberalistischen Gesellschaftsbild verknüpft sind

    Sprachbezogenes Lernen von Mathematik in sprachlich-kulturell heterogenen Lerngruppen - Ein Vergleich der Lernorte Kita und Schule

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    Im Artikel werden Forschungsergebnisse aus zwei Projekten vorgestellt und mit Hilfe von komparativen Analysen verglichen. Hierzu werden zwei theoretische Grundpfeiler aufgebaut. Der erste fokussiert auf den wechselseitigen Bezug von mathematischem und sprachlichem Lernen, der zweite prägt ein Verständnis von Lernen als einen über die Institutionen verlaufenden Prozess, wonach sich Bildung am Kind und nicht an den Institutionen orientiert. Die Ergebnisse beider Projekte münden in einer gemeinsamen Rekonstruktion von sprachlichen Bedingungen des Mathematiklernens und sollen eine Basis für die noch zu erbringende Entwicklung ganzheitlicher Förder- und Fortbildungskonzeptionen für Kinder, Erziehende und Lehrpersonen schaffen

    Die Suche nach dem Wesen einer Diagnostik zur Unterstützung schulischer Inklusion.

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    Dieser Text stellt keine Rezension des Beitrages „Inklusive Diagnostik“ von Holger Schäfer und Christel Rittmeyer (2015) dar. Er ist vielmehr als Replik bzw. eine kritische Kommentierung zentraler Aussagen von Schäfer und Rittmeyer zu ihrem Vorschlag des Wesens einer inklusiven Diagnostik zu verstehen. Aus diesem Grund werden im Beitrag nur ausgewählte und aus Perspektive des Autors besonders widersprüchliche oder diskussionswürdige Passagen des Beitrages von Schäfer und Rittmeyer herangezogen, kritisch hinterfragt und zur Diskussion gestellt

    Fähigkeitsgemischtes Tanzensemble sucht Leitung – Kompetenzprofil zur Förderung des sozialen Miteinander

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    Die künstlerische Arbeit in fähigkeitsgemischten Tanzensembles zeichnet sich fast durchgängig durch eine beeindruckende Kreativität bei größter Verschiedenheit von Fähigkeiten und Bedürfnissen aller Beteiligten aus. An die Tanzkünstler, Choreographen oder Tanzpädagogen, die diese Gruppen leiten, stellen sich entsprechend vielschichtige Anforderungen, für deren Bewältigung es spezifischer Kompetenzen und angemessener Einstellungen bedarf. Der Beitrag untersucht auf der Basis einer qualitativ-empirischen Studie sowie anhand einschlägiger Fachliteratur spezifische Kompetenzen der Gruppenleitung, die zur Förderung des sozialen Miteinander in mixed-abled Tanzensembles gefordert werden. Reflektierte Selbsterfahrung, angemessener Umgang mit Bedürfnissen und Fähigkeiten der Ensemblemitglieder sowie mit problematischen Situationen und schließlich die Vermittlung von Wahrnehmungs- und Einstellungsänderung werden als spezifische Kernkompetenzen herausgearbeitet

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