Blick in die Wissenschaft
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Big data in the woods
Vor dem Hintergrund des Klimawandels kommt langfristigen und großflächigen Daten eine besondere Bedeutung zu: Walddaten können zur Kalibrierung und Validierung von Waldmodellen verwendet werden, die das wichtigste Vorhersageinstrument für Wälder im Klimawandel darstellen.In the context of climate change, long-term and large-scale data are of particular importance: forest data can be used to calibrate and validate forest models, which are the most important prediction tool regarding forests in climate change
Metropolität und Mammon
Wirft man einen Blick in die Überlieferung der Gerichte, der Kanzleien und Kaufmannskontore im Zeitalter vor der Reformation und nimmt man hierzu die vielfältigen, vor allem englisch- und französischsprachigen Forschungsergebnisse der letzten 20 Jahre hinzu, so zeigt sich: Nicht unbedingt die materiell geprägte Münze und von uns heute allgemein als »Geld« bezeichnetes Zahlungsmittel prägten sozioökonomische Beziehungen der Zeit, sondern vor allem und in erster Linie Schulden und Kredite
London\u27s Way to the Metropolis: The London Merchants and how they constructed an urban identity (14th to 16th century)
London zählt heute ohne Frage zu den Metropolen der Welt. 2016 lebten dort etwa 8,8 Millionen Menschen, 3,3 Millionen davon in den 13 Stadtbezirken von Inner-London. Damit ist London zu dieser Zeit die bevölkerungsreichste Stadt und – die äußeren Bezirke mit eingerechnet – die größte Metropolregion der Europäischen Union. Um 1500 lebten in der Stadt ungefähr 60 000, um 1600 200 000 Menschen. Im Vergleich mit anderen Städten des westlichen Europas hat London sich im Lauf dieser Jahrzehnte zu einer Metropole gewandelt und wird im Laufe des 18. Jahrhunderts zur Millionenstadt. Immigration, steigender Grad an Internationalisierung der Einwohnerschaft, Multilingualität, die Ausdehnung des städtischen Raums und die damit einhergehende Suburbanisierung, Grad an sozialer Diversität, großstadtspezifische Infrastruktur und die Bündelung wichtiger Funktionen an einem Ort (z. B. Stadt als politisches Zentrum, Sitz einer Universität etc.) sind Entwicklungen und Folgen des Wachstums Londons, einer Stadt auf dem Weg zur Metropole.Urban chronicles are very well preserved for many towns and cities in northern Italy, Switzerland and Germany. However, London and England didn’t produce an official urban historiography about their past as a civic community. Nevertheless, this doesn’t mean that there aren’t other forms of historical writing to create and establish a sense of identity: Chronicle texts often appear in private writing or were included in anthologies or miscellaneous collections. I am especially interested in the London merchants as a special group of citizens and how they perceived their urban history and constructed a civic and urban identity through texts as well as through other medial strategies. My main focus lies on the narrative sources; texts that deal with London, the history and presentation of the city
Historicity in the Metropolitan Context: Staging of Liturgy in Constantinople and Cilicia
Im Vorwort zu seinem nachhaltigsten Werk Geschichten der romanischen und germanischen Völker (1824) schrieb Leopold von Ranke den berühmten Satz: »Man hat der Historie das Amt, die Vergangenheit zu richten, die Mitwelt zum Nutzen zukünftiger Jahre zu belehren, beigemessen: so hoher Ämter unterwindet sich gegenwärtiger Versuch nicht: er will bloß zeigen, wie es eigentlich gewesen.« Trotz früher ernsthafter Kritik fand von Rankes Formulierung der Aufgabe der Geschichte als Aufdecken und Erzählen von dem, was »eigentlich gewesen« ist, festen Platz in populärer Vorstellung, und noch heute streben viele Historikerinnen und Historiker – sowohl Laien als auch professionelle – danach, jenen hehren Traum der objektiven Darstellung der Vergangenheit, wie sie wirklich geschah, zu realisieren.Does a city tell a story about itself? What kind of story does it tell? And, what is the relationship of this story to “what really happened”? Over the past year, the Working Group “Staging of Historicity in the Metropolitan Context,” has examined various ways in which cities tell the story of their own past through a variety of media (architecture, public spaces, art, ritual, texts, etc.) and we have looked at the relationship of the present to the past, perceptions of time, consciousness of historical distance, strategies for establishing historical continuity, transformation of historical memory, and sources which transgress modern distinctions between “fact” and “fiction.” We have operated with the thesis that premodern metropolises were especially well disposed to narrate and perpetuate their own histories. In this article, these themes are explored in the context of two PhD dissertation projects: the first examines the reuse and transformation of pre-Christian buildings for Christian usage; the second looks at perceptions of the past in Middle Byzantine hymns
New Dimension of Memory Work: Universität Regensburg und KZ-Gedenkstätte Flossenbürg erweitern und institutionalisieren ihre Kooperation
Der über längere Zeit entwickelte Gedanke einer intensiveren Zusammenarbeit mündet 2018 in einer institutionalisierten Partnerschaft: Am 9. August 2018 unterzeichnen der Präsident der Universität Regensburg Professor Dr. Udo Hebel, Staatsminister Bernd Sibler, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Dr. Jörg Skriebeleit und der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Mitglied des Landtags Karl Freller, eine Kooperationsvereinbarung zwischen Universität Regensburg und KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Der Präsident der Universität Regensburg blickt in seiner Rede anlässlich der Unterzeichnung auf Idee und Anspruch dieser besonderen Kooperation
Indecency in Hellas: Violence between Norm and Excess in Ancient Greece
Unser Verhältnis zur Welt der antiken Griechen ist seit dem Klassizismus latent von einem unreflektierten Vorurteil durchzogen, worin Hellas als Ideal des Schönen, Wahren und Guten firmiert. In diesem Bild erfährt der kulturelle Kosmos der Griechen eine regelrechte Metamorphose in ein Paradies menschlichen Daseins, dessen Bewohner als Begründer von Humanität und Kultur nach Winckelmanns bekannter Formel ein Leben in Hingabe an »edle Einfalt und stille Größe« führten. In hell leuchtendem Licht ersteht hier eine Welt, erfüllt von Ruhe, Klarheit und Wärme, die zum naiv verklärenden Gegenentwurf zum harten Militarismus Roms und seiner imperialistischen Herrschaftsideologie avancieren konnte. Dem genaueren Blick freilich kann solche Schönfärberei nicht standhalten, zumal viele Quellen von ganz andersartiger Härte und Rohheit des damaligen Lebens zeugen. Friedrich Nietzsche war einer der ersten, der den Schleier idealistischen Verbrämung von der griechischen Welt wegzog, um auch deren Schattenseiten sichtbar zu machen.Our relationship to the world of the ancient Greeks has been latently traversed by an unreflective prejudice since Classicism, in which Hellas is the ideal of the beautiful, the true and the good. In this picture, the cultural cosmos of the Greeks undergoes a veritable metamorphosis into a paradise of human existence, whose inhabitants, as the founders of humanity and culture according to Winckelmann\u27s well-known formula, led a life of devotion to "noble simplicity and quiet grandeur." Here, in brightly lit light, arises a world filled with tranquility, clarity and warmth, which could become the naively clear-cut alternative to the harsh militarism of Rome and its imperialist ideology of power. Of course, such a whitewashing can not withstand a closer look, especially as many sources testify to the very different hardness and rawness of the life of that time. Friedrich Nietzsche was one of the first to remove the veil of idealistic obstruction from the Greek world in order to make visible its darker side
Literature and Structural Dissociation: Psychotraumatologische Perspektiven auf die frühe Erinnerungsliteratur zum KZ Flossenbürg
2007 wurde mit der Einrichtung der neuen Dauerausstellung zum Konzentrationslager Flossenbürg, durch Archiv und Bibliothek ein Zugriff auf Material und Literatur möglich, der Langzeituntersuchungen erheblich begünstigt. Unbekannte Quellen sind jetzt zugänglich, darunter zahlreiche deutsche und französische ab 1945 vormals Internierter. Die vergleichende Analyse kann durch Einbeziehen neuerer psychotraumatologischer Kenntnisse das Verständnis für ihre spezifische Machart und die disparaten Reaktionen darauf in einer Weise erhellen, die für die literarische Kommunikation von NS-Verbrechen generell von Bedeutung ist. Hannah Arendt war von der »Klaglosigkeit«, ja »Kommunikationslosigkeit« der frühen Berichte irritiert, generell aber lobt man just ihren dokumentarischen Charakter. Diese Ambivalenz geht auf Konstellationen zurück, die sich durch die Traumatisierung derer, die aus der Flossenbürger Lagerhaft, die vom Rand des »Tals des Todes« zurückkehrten, wie durch die kulturellen Rahmenbedingungen erklärenlassen – und diese betreffen auch die aktuelle Rezeption
The Bee Beetle and the Microbes
Nein, es ist kein Märchen, auch wenn der Name des Tieres, um das es geht, der Bienenwolf, wie die Erfindung eines Kinderbuchautors klingt. Tatsächlich handelt es sich beim Bienenwolf um eine Wespenart..
Auf Heller und Pfennig
Kaum jemand würde sagen, dass Rechnungsbücher »spannend« zu lesen seien. Doch sie sind, um eine Ansicht der Wirtschaftsgeschichte wiederzugeben, das »kostbarste Gut«, über das man auf Fragen, wie sich das komplexe Zusammenspiel zwischen Arbeit und Auskommen einer Stadt bzw. ihres Hinter- oder Umlandes über Jahrhunderte mit Höhen und Tiefen entwickelte, tiefe Einblicke und wertvolle Informationen erwarten kann..