Blick in die Wissenschaft
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    ›Matelotage‹, ›manioc‹ and ›maron‹: Das Dictionnaire étymologique des créoles français d’Amérique als Spiegel von Sprach- und Kulturkontakten in der französischen Kolonialzeit

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    »Romanistik unter Palmen« – diese scherzhafte Bezeichnung für die Kreolistik sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Disziplin seit langem ein integraler Bestandteil der romanistischen Forschung und Lehre ist. Französische Kreolsprachen (FKS) haben sich in der Kolonialzeit in zwei durchaus exotischen Zonen entwickelt: im karibischen Raum sowie auf einigen Inseln im Indischen Ozean. Sie sind im Kontakt zwischen französischen Siedlern und vor allem schwarzafrikanischen Sklaven unter spezifischen soziohistorischen und soziodemographischen Bedingungen entstanden und gelten mithin als eigenständige Sprachen. Für die meisten FKS gibt es mittlerweile Grammatiken und Wörterbücher, einige sind standardisiert und haben wie auf den Seychellen und auf Haiti neben den europäischen Sprachen offiziellen Charakter. Nach wie vor beschäftigt die Kreolistik die Frage nach der Genese dieser Sprachen und die Erklärung ihrer spezifischen grammatischen und lexikalischen Strukturen. Das Dictionnaire étymologique des créoles français d’Amérique (DECA), entstanden in Bamberg und Regensburg, ist nicht nur das bislang einzige umfassende Wörterbuch der FKS der karibischen Zone, es erlaubt erstmals auch genauere Aussagen über die Zusammensetzung des frankokreolischen Wortschatzes. Wenngleich die überwiegende Mehrheit der Wörter aus dem noch stark dialektal geprägten Umgangsfranzösischen der Kolonialzeit stammt, haben auch die afrikanischen und amerindianischen Kontaktsprachen ihre Spuren hinterlassen. Dies macht den Wortschatz der FKS zu einem sprachhistorischen Fenster der besonderen Art und zu einem Spiegel der intensiven Sprach- und Kulturkontakte in den französischen Kolonien. "Romance Studies under the Palms" – this light-hearted description of Romance-based creole studies should not conceal the fact that this discipline has long since become an integral part of research into and the teaching of Romance languages. French-based creole languages developed in colonial times in two definitely exotic regions: in the Caribbean and on some islands in the Indian Ocean. They all came into being as a result of the contact between French settlers and, in particular, Black African slaves in specific socio-historical and socio-demographic contexts and are thus regarded as languages in their own right. In the meantime there are grammars and dictionaries for most French-based creoles; some of them are standardised and – as in the Seychelles and in Haiti – enjoy official status alongside the European languages. Creole studies continues to concern itself with the origin and development of these languages and the reasons for their specific grammatical and lexical structures. The Dictionnnaire étymologique des créoles français d‘Amérique (DECA) is not only the first and only comprehensive lexicon of the French-based creoles in the Caribbean; for the first time it also allows researchers to draw more precise conclusions about the composition of the vocabulary of the French-based creoles in this zone. Even though the vast majority of its words derive from colloquial French of the colonial period with its strong dialectal features, the contact languages of African and Amerindian origin have also left their traces. This means that the vocabulary of the French-based creoles offers a special window on the history of these languages, as well as mirroring the intensive linguistic and cultural contacts in the French colonies

    The Living and Dying of Black Holes: About the research of Stephen Hawking and related topics

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    Stephen Hawking war bis zu seinem Tod im März 2018 fasziniert von Schwarzen Löchern und deren Schicksal. Während seiner ganzen Karriere arbeitete er an dafür relevanten Fragen, sein letzter Artikel über das Thema wurde nur wenige Tage vor seinem Tod fertig gestellt und im Oktober 2018 von seinen Koautoren veröffentlicht. Hawking lieferte insbesondere grundlegende Antworten auf die Frage, was mit einem Schwarzen Loch im Laufe seines Lebens geschieht. Genau dieser Fragestellung möchten wir hier nachgehen, dabei Hawkings Beiträge erläutern, und schließlich einen Ausblick darauf wagen, was zukünftig zum Thema gesagt werden könnte.Stephen Hawking was fascinated with black holes and their fate up until his death in March 2018. He worked on related questions during all of his career, his last contribution was finished only days before his passing and published posthumously by his coauthors in October 2018. In particular, Hawking provided fundamental answers to the question of what happens to a black hole during its lifetime. We would like to pursue precisely this question in this article, explain Hawking\u27s contributions, and finally venture to provide an outlook of what may be said about this topic in the future.&nbsp

    Analytical Philosphy Meets Theology: Über einen neuen und streitbaren Stil in der systematischen Theologie

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    Mit einem Fördervolumen von insgesamt 1,2 Mio. Euro hat die John Templeton Foundation von 2015 bis 2018 ein Projekt zur Analytischen Theologie unterstützt, an dem auch der Lehrstuhl für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Regensburg signifikant beteiligt war. Dieser neue Stil der Theologie ist gewissermaßen in der wissenschaftlichen Pubertät und daher nicht aus allen »Heranwachsensproblemen« heraus: Eine gewisse Irritation, die aus der Begegnung mit anderen theologischen Stilen resultiert, ist daher noch unvermeidlich. Aber es zeigt sich bereits, dass die Theologie mit diesem auf Klarheit und Exaktheit ausgelegten Programm aufschließen und das beherzigen kann, was in der Philosophie inzwischen als Goldstandard gilt: analytische Philosophie mit ihrem Mut zur logischen Rekonstruktion und innovativen Theoriebildung

    35 Years of HIV - Is an end to the pandemic in sight? 25 Years of Vaccine Development at the University of Regensburg

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    Eine Diagnose »HIV-positiv« war Anfang der Neunzigerjahre mit einer ungünstigen Prognose, einer Überlebenserwartung von nur wenigen Jahren und einem Sterben unter qualvollsten Umständen verknüpft. Heute, gut 35 Jahre später, ist die Infektion in der entwickelten Welt zwar nicht heilbar, aber doch so gut behandelbar, dass Lebenserwartung und -qualität kaum beeinträchtigt sind. Trotz der unglaublichen Fortschritte bei der Behandlung der Erkrankung und der Möglichkeit, sich durch die Einnahme von Medikamentencocktails kurzfristig vor einer Infektion zu schützen, würden insbesondere die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig von der Verfügbarkeit eines vor HIVInfektion schützenden Impfstoffes profitieren. Dieser Artikel soll die wesentlichen Meilensteine auf dem Weg zur Begrenzung der globalen HIV-Epidemie zusammenfassen, die Probleme auf dem Weg zu einem effektiven Impfstoff skizzieren und den Beitrag unserer Universität im internationalen Bemühen um einen HIV-Impfstoff aufzeigen

    Against the Simplifiers: Dean’s Graduation Speech, Faculty of Humanities, 22 June 2018

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    Wohin man derzeit auch blickt, die Vereinfacher in Politik, Wirtschaft und anderswo, die eine immer komplexer werdende Welt mit immer weniger Worten erklären, scheinen das Sagen zu haben. Überall gibt es Abschottungsbemühungen und politische Alleingänge. Gleichzeitig verroht die öffentliche Diskussion immer weiter. In einer solchen Welt haben Geisteswissenschaftler*innen eine besondere Verantwortung. Darum bemüht, die Welt in ihrer komplexen Uneindeutigkeit zu reflektieren, erforschen Geisteswissenschaftler*innen die Sinnstiftungsmechanismen von Texten im weitesten Sinne. Sie haben Präzision im Umgang mit Wörtern und Sprache gelernt und sind sensibel für die Begriffe, mit denen Wirklichkeit beschrieben und Handlungssituationen definiert werden. Vor allem aber sind sie Komplexitätsund Ambiguitätsexpert*innen, die die menschliche Existenz in ihrer ganzen, oft widersprüchlichen Kontextualität begreifen wollen. Das Beharren auf der Uneindeutigkeit der Welt und des menschlichen Lebens in ihr ist eminent politisch, weil nur autoritäre Weltsichten in Eindeutigkeitsversprechen und Homogenitätsfiktionen ankern.Currently, the simplifiers call the shots: They explain an increasingly complex world in less and less words. At the same time, isolationism and unilateral policies are moving to fore everywhere, while public discussion is becoming ever more reckless, cantankerous, and even outright brutal. In such a world, scholars in the field of the humanities have a special public responsibility. Striving to reflect the world in its complex ambiguity and paradoxical openness, they investigate how cultural meaning is made, how knowledge is constructed, and how both are always problematic and contested in constantly changing contexts of any given time. The humanities teach us how to read, interpret, and contextualize texts, images, and material artifacts. They critically scrutinize the uses of words, phrases and languages, and they are sensitive to the terms, concepts, and metaphors with which reality is described, situations are diagnosed, and solutions defined. Above all, however, scholars in the humanities are experts of complexity and ambiguity, trying to understand human existence in its entire, often contradictory contextuality. Insisting on ambiguity as a basic fact of the human condition is an eminently political endeavor insofar as only authoritarian and fundamentalist worldviews unfold in the denial of ambiguity. Suggesting that the world is wholly transparent and fully intelligible, authoritarians and fundamentalists try to make us believe that today’s challenges could be met by rather simple solutions. This, however, is a miscalculation – and it has always been such

    European Metropolises: A Long History

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    Warum Paris? Die spanische Journalistin Teresa Perosa kam im November 2015 in ihrer Analyse der Pariser Terroranschläge unter dieser Überschrift zu dem Resultat: Natürlich sei der Terror eine Reaktion auf das französische Engagement in Syrien, aber mit Paris habe man mehr als nur die Regierung attackiert. Getroffen worden sei das globale Symbol freiheitlicher Werte und einer offenen Gesellschaft seit 1789, ja das Lebensgefühl der westlichen Welt. Es ist nicht der Hinweis auf 1789, es ist die Idee der Bedeutungsvielfalt, die ich als geeigneten Ausgangspunkt für meine kurze Skizzierung unseres gemeinsamen Forschungsprogramms »Metropolität in der Vormoderne« ansehe. Unter diesem Titel arbeiten seit April 2017 elf Graduierte und ein Postdoc mit einer ähnlich großen Zahl an Betreuerinnen und Betreuern aus vier Fakultäten in einem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Graduiertenkolleg an der Universität Regensburg zusammen

    The Two Sides of Granite: The Sculptor Shelomo Selinger

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    Shelomo Selinger wurde am 31. Mai 1928 in einem kleinen Ort in der Nähe von Oświęcim geboren, das viele heute unter seinem deutschen Namen kennen: Auschwitz. Nach dem Überfall Deutschlands auf Polen zwangen die Nazis seine Familie, in das Ghetto des nahegelegenen Chrzanów (Krenau) umzusiedeln. 1943 wurden er und sein Vater von dort ins KZ Faulbrück deportiert, wo sein Vater ermordet wurde. Shelomo war 14 Jahre alt und sollte noch acht weitere Lager erleben: Gröditz, Marktstadt, Fünfteichen, Groß- Rosen, Flossenbürg, Dresden, Leitmeritz und Theresienstadt. In Flossenbürg stellte sich gerade die Schönheit der umgebenden Landschaft im Kontrast zum jeglicher Schönheit entbehrenden Alltag für ihn als besonders unerträglich heraus. Vielleicht, so vermutet Selinger, weil er, der später einer der weltweit bekanntesten Bildhauer werden sollte, für Schönheit bereits früh besonders empfänglich war.Shelomo Selinger was born on May 31, 1928 in a small town near Oświęcim, which many know today under its German name: Auschwitz. After the invasion of Germany on Poland, the Nazis forced his family to relocate to the ghetto of nearby Chrzanów (Krenau). In 1943, he and his father were deported from there to the Faulbrück concentration camp, where his father was murdered. Shelomo,14 years old, was to experience eight more camps: Groeditz, Marktstadt, Fuenfteichen, Gross-Rosen, Flossenbuerg, Dresden, Leitmeritz and Theresienstadt. In Flossenbuerg, the beauty of the surrounding landscape, in contrast to everyday life, turned out to be particularly unbearable for him. Perhaps, as Selinger suspects, because he, who would later become one of the world\u27s most famous sculptors, was very receptive to beauty early on

    Knowledge Transfer: Digitisation: Einzigartiges Kooperationsprojekt zu Datenbeständen über NS-Opfer

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    Transferprozesse erfolgen nicht nur in naturwissenschaftlich-technische Bereiche, sondern auch in Richtung gesellschaftlicher Einrichtungen, etwa Gedächtniseinrichtungenwie Museen, Archive oder Gedenkstätten...Transfer processes take place not only in scientific-technical areas, but also in the direction of social institutions, memorial archives, or museums..

    New Quantum World: The Phycisist Rupert Huber: Physicist Rupert Huber receives the Gottfried Wilhelm Leibniz Prize for his groundbreaking research

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    Am 13. März 2019 verlieh die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Festsaal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin ihre diesjährigen Leibniz-Preise. Die mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotierten Forschungsförderpreise werden oft als »deutsche Nobelpreise« beschrieben. 2019 wurden insgesamt zehn herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Disziplinen geehrt – unter ihnen der Regensburger Physiker Rupert Huber. Der Leibniz- Preisträger studierte von 1994 bis 1999 Physik an der Technischen Universität München (TUM) und wurde dort auch promoviert. Seine Forschungskarriere führte ihn nach Hongkong, Berkeley und Konstanz, ehe er 2010 einen Ruf auf eine Professur für Physik an der Universität Regensburg erhielt. International bekannt wurde Professor Huber mit seinen Arbeiten zur Ultrakurzzeitphysik.On March 13, 2019, the German Research Foundation (DFG) presented this year\u27s Leibniz Prize in the Festival Hall of the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences in Berlin. The research promotion prizes, each worth 2.5 million euros, are often described as »German Nobel Prizes«. In 2019, a total of ten outstanding scientists from all disciplines were honored - among them the Regensburg physicist Rupert Huber. The Leibniz Prize Winner studied physics at the Technical University of Munich (TUM) from 1994 to 1999 and was also awarded a doctorate there. His research career took him to Hong Kong, Berkeley and Konstanz, before he received in 2010 a call for a professorship in physics at the University of Regensburg. Professor Huber became internationally known for his work on ultra-short-time physics

    Perceiving, Recognizing, Acting: The brain\u27s role in daily interaction

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    Die Wahrnehmung, das Verstehen und Vorhersagen von Handlungen spielt in unserem Umgang mit anderen Personen eine grundlegende Rolle. So sind wir zum Beispiel in der Lage zu erkennen, dass ein Kind dabei ist, über die Straße zu laufen. Wir können diese Informationen unter anderem dazu nutzen, um sinnvoll auf diese Handlungen zu reagieren und unsere eigenen Handlungen entsprechend zu planen und auszuführen (etwa durch eine Ausweichbewegung). Auch wenn uns diese Prozesse im Alltag sehr einfach erscheinen, sind die neuronalen Prozesse, die vom Sehen zum Verstehen und Handeln führen, alles andere als trivial. Am neu gegründeten Lehrstuhl Cognitive Neuroscience erforschen wir in einem internationalen Team, gefördert unter anderem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Sachbehilfe, Heisenberg-Professur), nach welchen Prinzipien Handlungen organisiert sind und in welchen Gehirnarealen sich diese Organisationsprinzipien wiederfinden. Dazu benutzen wir neben Verhaltensexperimenten insbesondere funktionelle Kernspintomographie in Kombination mit repräsentationaler Ähnlichkeitsanalyse.The ability to perceive, understand and predict actions of other people plays a fundamental role for our daily interactions. As an example, we are able to recognize if a child is about to cross the street. We can use this information to plan and perform our own actions accordingly (e.g. by an evasive movement). While we typically find it easy to perform such tasks, the neuronal processes leading from perception to recognition and action are far from being trivial. An interdisciplinary team at the new Chair for Cognitive Neuroscience, partially funded by the German Research Foundation, examines the principles underlying the organization of actions and the brain areas capturing the corresponding neuronal organization. To this aim, we use a combination of behavioural methods, functional magnetic resonance imaging and multivariate pattern analysis

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