Blick in die Wissenschaft
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    Blick in die Wissenschaft 41: Forschungsmagazin der Universität Regensburg

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    Schwerpunkt unseres aktuellen „Blick in die Wissenschaft“ sind Texte, Riten und Dinge, die mit apokryphen Traditionen in Verbindung stehen und eine besondere Wirksamkeit im kirchlichen Leben entfaltet haben. In fünf Beiträgen und einem Interview werfen Autorinnen und Autoren des Centre for Advanced Studies (Kollegforschungsgruppe FOR 2770) der Fakultät für Katholische Theologie einen Blick Jenseits des Kanons und auf den besonderen Reiz dieses Forschungskollektivs. Interessantes erfahren wir über Tocquevilles Mutmaßungen über die Zukunft der Demokratie und Creole City und Cajun Country sind unser Reiseziel. Wir gehen den Fragen nach einem Grundrecht auf Bundesligafußball, nach dem Rezept für gesundes Altern und nach der Steuerung eines Mitfahrnetzwerks auf den Grund. Lassen Sie sich am Schluss zeigen, wie in der Molekularen Paläontologie die „Auferweckung“ urzeitlicher Proteine von statten geht

    Tocquevilles Mutmaßungen über die Zukunft der Demokratie

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    Welche Zukunft blüht der Demokratie? Auf diese Frage gibt Alexis de Tocqueville, französischer Adeliger und feinfühliger Beobachter der europäischen und amerikanischen Gesellschaft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, verblüffende Antworten. Sie zeigen, wie Individualismus und politische Lethargie die Versprechen der Demokratie auf Freiheit und Gleichheit unterlaufen und die Demokratie an sich selbst kranken lassen. Tocqueville bietet düstere Aussichten, die angesichts der Populismen heutiger Demokratien aktueller wirken denn je. Offensichtlich hat er schon damals tief ins Herz des demokratischen Menschen geschaut und darin Antworten auf unsere Fragen gefunden

    Creole City und Cajun Country: Sprachliche Vielfalt im Süden Louisianas - Auslaufmodell oder Perspektive für die Zukunft?

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    Louisiana – mit diesem Wort verbinden viele zunächst einmal die Stadt New Orleans, den Jazz und den Karneval mit seinem Höhepunkt am Mardi Gras, d. h. dem Dienstag vor Aschermittwoch, die kreolische Küche oder auch die Plantagenhäuser entlang des Mississippi. Weniger bekannt ist demgegenüber das Cajun Country, also jenes Gebiet westlich des Mississippi, das zunächst überwiegend von den im 18. Jahrhundert aus der heutigen ostkanadischen Provinz Neuschottland vertriebenen Akadiern besiedelt wurde.Von Anfang des 18. Jahrhunderts bis heute ist Louisiana immer eine multikulturelle und polyglotte Region gewesen, da sie von frankophonen Siedlern aus verschiedenen Regionen in Kanada und Frankreich, afrikanischen Sklaven, spanischen Siedlern, Flüchtlingen aus Saint-Domingue, englischsprachigenNeuankömmlingen und, seit geraumer Zeit, Migranten aus Mittelamerika und Asien besiedelt wurde.Diese Bevölkerungsvielfalt hat sich lange im Sprachenspektrum widergespiegelt: Neben Englisch als dominierende Sprache wurde bis weit ins 20. Jahrhundert auch noch Französisch und Kreolisch gesprochen, allerdings hat die Sprecherzahl dieser beiden Sprachen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rapide abgenommen. Daran werden auch die seit einigen Jahren zu beobachtenden Revitalisierungsbemühungennichts ändern, was aber nicht ausschließt, dass das französische Erbe trotz allem auf einer symbolischenEbene bewahrt werden wird

    Blick in die Wissenschaft 39: Research Magazine of the University of Regensburg

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    Die Universität Regensburg erweitert ihre Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in der Oberpfalz und hat diese 2018 in einer Kooperationsvereinbarung institutionalisiert. Autorinnen und Autoren unserer Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften nähern sich Thema und Erinnerungsort Flossenbürg aus verschiedenen Perspektiven. Interessantes berichten wir zudem aus Naturschutzbiologie und Waldökologie, über Kreolsprachen und zum Verhältnis von Philosophie und Theologie. Wie alt werden Pflanzen? Wie nutzt Big Data dem Wald? Und was hat es mit »Romanistik unter Palmen« auf sich? Bei uns finden Sie die Antworten. Ein weiteres Highlight: Die Universität Regensburg hat wieder einen Leibniz-Preisträger, den Physiker Rupert Huber. Wir gratulieren – im Interview ab Seite 53.The University of Regensburg is expanding its cooperation with the Flossenbürg Concentration Camp Memorial and institutionalized it in a cooperation agreement in 2018. Authors of our Faculty of Linguistics, Literature and Cultural Studies approach the topic and place of remembrance Flossenbürg from various perspectives. In addition, we report on nature conservation biology and forest ecology, on creole languages and on the relationship between philosophy and theology. How old are plants? What do Big Data and the forest have to do with each other? Have you ever heard of »Romance Studies under palm trees«? With us you will find the answers. Another highlight: The University of Regensburg has again a Leibniz Prize winner, the physicist Rupert Huber. Read our interview on page 53

    »what remains?«: Erinnerungs-Schichten: Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg als transnationaler Raum

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    Am 23. April 1945 erreichten Soldaten der US-Armee das ländlich gelegene Konzentrationslager Flossenbürg in der nördlichen Oberpfalz unweit des späteren Eisernen Vorhangs. Dort fanden sie noch ca. 1500 Häftlinge vor – ungefähr so viele, wie es am Ende des Gründungsjahres des Konzentrationslagers 1938 waren. Zum Zeitpunkt der Befreiung des Hauptlagers waren zahllose andere Häftlinge noch auf Todesmärschen unterwegs. Die letzten von ihnen sollten erst am 8. Mai von den amerikanischen Truppen eingeholt und befreit werden. Spätestens zwischen dem 23. April und dem 8. Mai 1945 wird in Flossenbürg in besonderer Weise deutlich, dass zum Ende des Nazi-Regimes das Gleichzeitige ungleichzeitig und das Ende des Lagersystems kein überall gleichzeitig erfolgendes Ereignis, sondern ein komplexer Prozess war. Spätestens am 23. April 1945 beginnt in Flossenbürg die Frage nach der Erinnerung, oder vielmehr die Frage nach den Erinnerungen der Menschen aus diversen Nationen und Kulturen – die Frage nach den Erinnerungen der Überlebenden, der Familien der Überlebenden und der Nicht-Überlebenden, der Täter*innen, der Mitläufer*innen, der Daneben-Stehenden, der Alliierten – und die Frage nach dem Umgang mit den Erinnerungen an all diese. Spätestens ab dem 23. April 1945 wird Flossenbürg zu einem transnationalen Palimpsest – zu einem Ort, auf den sich bis heute visuell und architektonisch erkennbar immerfort neue Schichten der Nutzung und Deutung durch unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Nationen gelegt haben und um den sich immerfort multiple Erinnerungen unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen ranken. Dieser Artikel beleuchtet den Erinnerungsort Flossenbürg durch die Linse transnationaler Forschungsansätze zu kulturellen, sozialen und politischen Räumen und aus der Perspektive transnationaler Erinnerungsforschung, wie sie auch in der Regensburger Amerikanistik betrieben werden.On April 23, 1945, US troops arrived at the Flossenbuerg concentration camp—a scene of horror located in the rural region of the Upper Palatinate and not far from the later Iron Curtain. Shortly before the arrival of the US soldiers, the Nazi perpetrators had initiated attempts at hiding and disguising their misanthropic deeds. On April 23, 1945, thousands of prisoners, forced to make their way towards supposedly still functioning camps, were still suffering along the routes of death marches and train transports throughout the region. April 23, 1945, marks the beginning of remembrance and commemoration. At a site characterized by the co-presence of diverse cultures and nations—ranging from its use as a concentration camp from 1938 to 1945, to the moment of liberation, to the contemporary memorial site—memory is dynamic, diverse, and a matter of negotiation and at times contestation. Likewise, post-1945 concepts for re-using and re-interpreting the space of the former concentration camp have been plural and changing. Nowadays, Flossenbuerg can be defined as a transnational palimpsest—a concept that is used to describe spaces that visibly bear the traces of their diverse past uses and diverse cultural and national human presences. Flossenbuerg is not just a place that is remembered, but its own material appearance incorporates its multiple pasts and interpretations since 1945. This article explores the palimpsestic and transnational site of memory through the lens of concepts of transnational spaces and transnational memory/ies as they have been developed and pursued in Regensburg American Studies

    Night and Fog Despite Everything: oder »die prächtigen fröhlichen Farben dieser Folterstätten«

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    Nuit et brouillard (Frankreich 1955, Regie: Alain Resnais) ist ein anerkannt ›guter Film‹. Aber kann man, ja: darf man einen ›guten Film‹ über einen solch unvorstellbar ›schlechten Tatbestand‹ wie die Vernichtungslager der NS-Diktatur machen? Seiner Anerkanntheit wegen sind längst alle nur denkbaren Aspekte dieses Films so gründlich erforscht wie erörtert. Beständige Aufgabe der Forschung bleibt aber zum einen, der Verstörung durch eben jenes Prädikat oder auch durch die eigene Wahrnehmung, was für ein nicht nur unerträglicher, sondern darin bestürzend ›guter Film‹ es ist, nachzugehen. Zum andern zielt die Kernfrage des Films auf das Wissen über die Lager, und das, obwohl sein Abstand zum Ende der Gräuel gerade einmal zehn Jahre beträgt. Sorge des Films – und von ihm umsorgtes Vermächtnis für alle (damals) Über- und (heute) Nachlebenden – ist die Frage nach dem Wissen, das sich aus dem, »was übrig blieb«, noch gewinnen lässt. Die historischen Wissenschaften (Medienwissenschaft inbegriffen) mehren dieses Wissen Jahr um Jahr. Aber zugleich wächst der Abstand und mit ihm der Grund zu eben jener Sorge

    Rocks of Wealth and Terror: At least 250 years of Granite Quarrying in Flossenbuerg

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    Auf den Böden und Geländern der Steinernen Brücke wurde er bei der letzten Restaurierung verlegt. Höfe und Interieur des Klosters Waldsassen sind mit ihm generalsaniert, Denkmäler, Grabsteine, Skulpturen aus ihm gehauen. Granit aus Flossenbürg ist in der Oberpfalz omnipräsent, die erbauliche, aber auch zutiefst beschämende Geschichte seiner Gewinnung ist bislang längst nicht vollständig erforscht. Der Beitrag versucht, die verschieden perspektivierten (regional-)geschichtlichen und literarischen Informationen so aufeinander abzustimmen, dass ein transdisziplinäres Forschungsfeld sichtbar wird.It was used for the floors and railings of the Stone Bridge during the latest restoration. Courtyards and interiors of the Waldsassen monastery were refurbished with it completely, monuments, tombstones, sculptures carved out of it. Granite from Flossenbuerg, omnipresent in the Upper Palatinate, has not yet been fully explored in the constructive albeit deeply unsettling history of its creation. The article tries to trace the different perspectives of regional, historical and literary sources in order to outline a transdisciplinary field of research.   &nbsp

    Milan: Its Metropolitan Character in Premodern times

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    Die heutige Stadt Mailand nimmt zweifelsohne den Status einer modernen Metropole ein. Mit über 1,3 Millionen Einwohnern und einem 7,4 Millionen Einwohner umfassenden Ballungsraum sprechen die Zahlen für sich. Noch weitere bedeutende Faktoren bedingen Mailands heutigen Metropolenstatus, zum Beispiel die Führungsrolle bezüglich Industrie, Mode, Kultur und Medien, aber auch der Sitz der italienischen Börse und eine verkehrsgünstige Lage. Außerdem hat die Regionalhauptstadt der Lombardei mit einem Weltkulturerbe (Santa Maria delle Grazie mit dem Abendmahl von Leonardo da Vinci) und historischen Schätzen in Form von Museen, Kunst- und Bauwerken geschichtlich einiges zu bieten. Nicht zuletzt spielte sie eine bedeutende Rolle in der Spätantike als kaiserliche Residenzstadt. Darüber hinaus lohnt die Zeit der Gründung und der römischen Provinzstadt eine genauere Untersuchung, denn die Entwicklung Mailands zeigt einerseits deutlich die früh schon überregionale Bedeutung der keltischen Stammeshauptstadt, andererseits die durchgängige Geschichte und Identifikation als kultureller Schmelztiegel.Being a metropolis of our time, two research projects investigate Milan’s metropolitan character in premodern times. A.-Claudio Schäfer focuses on Milan as central place of the Insubri, the persistence of Celtic heritage and the process of Romanisation. Becoming an imperial seat and loosing this function again are crucial moments for the city’s late antique development studied by Markus Löx

    The Renaissance of the Village (within the City)

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    Dieser Beitrag verknüpft die stadtplanerische Kritik an der Anordnung des aktuellen innerstädtischen Wohnungsneubaus mit der ökonomischen Theorie. Der aktuelle Neubau betont zwar die Qualität des privaten Raums, verzettelt aber seinen ihn umgebenden öffentlichen Raum. Die Aufmerksamkeit der Stadtbewohner wird auf unbelebte, oft nicht wirklich öffentliche Freiflächen gelenkt. Dabei ist eigentlich zu erwarten, dass die Nachfrage nach gutem öffentlichen Raum in naher Zukunft wachsen wird: Denn unser Klima wird wärmer, fallende Haushaltsgrößen lassen das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit wachsen, Emissionen von Lärm und Schadstoffen werden fallen. Zeitgemäßer Neubau würde diesen Trends Rechnung tragen. Er würde an privatem Raum (Helligkeit, Ruhe und Abgeschiedenheit) sparen und stattdessen den öffentlichen Raum (Platzbildung, Nutzungsvielfalt und Anbindung an das vorhandene Straßenund Wegenetz) stärken

    Blick in die Wissenschaft 40: Research Magazine of the University of Regensburg

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    Die lange Geschichte der europäischen Metropolen ist Schwerpunkt unsers aktuellen »Blicks in die Wissenschaft«: Autorinnen und Autoren des DFG-Graduiertenkollegs 2337 skizzieren die »Metropolität in der Vormoderne« in sieben Beiträgen und einem Interview mit den Krautheimer-Professoren Sible de Blaauw, Valentino Pace und Albert Dietl zu Rom. Interessantes berichten wir zudem über das Leben und Sterben Schwarzer Löcher, über Gewalt zwischen Norm und Exzess in der griechischen Antike und 35 Jahre HIV und die HIV-Impfstoffentwicklung an der Universität Regensburg. Außerdem erfahren Sie, wie Bewegungen im Gehirn entstehen und warum das Dorf in der Stadt eine Renaissance erlebt. Zum Schluss: Der Wolf und die Mikroben…Our current issue focuses on the the long-term history (or longue durée) of European metropolises in the Premodern era. Authors of the DFG Research Group 2337 outline the topic in seven articles and an interview about Rome with Krautheimer professors Sible de Blaauw, Valentino Pace and Albert Dietl. Furthermore, we provide you with interesting facts about the life and death of black holes and  about violence in Ancient Greece. Another topic is 35 years of HIV and HIV vaccine development at the University of Regensburg. Additionally we ask, how our actions are linked to our brain.  And why do villages emerge within our cities? Finally, we will tell you a few fascinating facts about the bee beetle

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